Frau liegt neben Mann im Bett und fragt sich "Soll ich mich trennen?"

Soll ich mich trennen? Die Checkliste für Zweifler

von: Saskia Balke

Wenn es in einer Partnerschaft nicht gut läuft, steht früher oder später die Frage im Raum: „Soll ich mich trennen?“ Egal, ob Alltagsstreitereien, die Flaute im Bett oder ein Vertrauensbruch: Erst einmal heißt es, nichts zu überstürzen und die eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Denn vielfach lohnt sich der Kampf um die Liebe. „Trennung ja oder nein?“ Mit unserer Checkliste finden Sie heraus, wie viel Perspektive Ihre Beziehung noch hat.

Inhaltsverzeichnis:

Eine Affäre können die wenigsten verzeihen – einen Seitensprung schon

Die Frage „Soll ich mich trennen?“ ist eine ganz persönliche. Und doch gibt es viele andere Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken. Die Zahlen unserer Elitepartner-Studie mit 6.500 Befragten zeigen, aus welchen Situationen heraus die Deutschen ihre Partnerschaft beenden würden.

Der häufigste Grund für ein Beziehungsaus ist immer noch eine Affäre: Drei Viertel der Deutschen entschließen sich nach der Frage „Trennen oder nicht“ zur Trennung, wenn sie über längere Zeit betrogen wurden. Ein Seitensprung ist hingegen eher zu verzeihen.

Nur 56 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer ziehen bei einem einmaligen „Ausrutscher“ den Schlussstrich.

Auf Platz 2 der Trennungsgründe rangiert zu wenig Freiraum in der Beziehung, was für 64 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen ein Grund für ein Beziehungsende ist. Über mangelnde Körperhygiene können 62 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer nicht hinwegsehen. Auch starke Eifersucht kann dazu führen – rund die Hälfte entscheidet sich dann, Schluss zu machen.

Soll ich mich trennen? – der Knackpunkt entscheidet

Die Motivation Ihrer Zweifel sagt viel darüber aus, woher Ihre Beziehungsprobleme rühren und wie Sie mit ihnen umgehen können. Nicht jeder vermeintliche Trennungsgrund ist auch einer.

  • Soll ich mich trennen wegen unterschiedlicher Zukunftspläne? Ob Sie besser gehen oder bleiben, hängt davon ab, ob Ihre unterschiedlichen Vorstellungen verhandelbar sind. Beim Thema Kinderwunsch gibt es beispielsweise keine Kompromisse. Die Antwort auf die Frage „Trennen oder nicht?“ ist hier ein klares Ja. Geht es beispielsweise um den Wohnort oder unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung oder Hygiene lassen sich hingegen Lösungen erarbeiten – kein Grund zur Trennung also.
  • Affäre, Seitensprung, Eifersucht, Gefühle für jemand anderen oder Sexflaute: Auch, wenn es schwer vorstellbar ist, diese Dinge in einer Beziehung hinter sich lassen zu können – es handelt sich nicht per se um Trennungsgründe. Psychologen erkennen in solchen Ereignissen eher Symptome für unerfüllte Bedürfnisse in der Beziehung. Das gilt auch dann, wenn Sie sich in jemand anderen verliebt haben. Auf den neuen Partner lassen sich Ihre Wünsche und Sehnsüchte hervorragend projizieren, doch auch bei diesem Menschen werden Sie früher oder später negative Eigenschaften entdecken und sich wieder einmal die Frage stellen „Soll ich mich trennen?“. Sind Sie bereit, den Gründen für die Krise auf die Spur zu gehen? Können Sie sich vorstellen, zu verzeihen bzw. sich neu einzulassen? Dann lautet die Antwort auf die Frage „gehen oder bleiben?“: bleiben.
  • Trennung ja oder nein bei Nähe- und Distanzproblemen: Unterscheiden sich Ihre Bedürfnisse nach Verschmelzung und Eigenständigkeit in der Beziehung stark, ist das Konfliktpotenzial hoch. Zu wenig Freiraum oder der Eindruck kontrolliert zu werden, sind Gefühlskiller. Wer die Eigenständigkeit des Partners als bedrohlich empfindet, hat vielleicht negative Erfahrungen in der Kindheit gemacht. Eine Psychoanalyse kann Aufschluss bringen und die Partnerschaft zum Wachsen anregen. Wenn Sie gegenseitige Kompromissbereitschaft und Verständnis aufbringen, können Sie die Frage „Soll ich mich trennen?“ mit nein beantworten.
  • Perspektive trotz ständiger Streitereien? Harmoniebedürftig oder impulsiv und streitbar wenn Sie ähnlich ticken, sind Meinungsverschiedenheiten leichter aus der Welt zu schaffen. Können Sie sich im Konflikt zurücknehmen und agieren Sie weitsichtig, hat Ihre Beziehung gute Chancen. Stecken Sie hingegen schon lange in einer Abwärtsspirale aus Verachtung und Vorwürfen, wird es ohne professionelle Hilfe schwierig. Ist die emotionale Kluft zu groß geworden, ist manchmal die Trennung der beste Ausweg, der beispielsweise auch Kinder vor nachhaltigen Schäden schützt. Wobei das schönste Signal an die Kleinen natürlich wäre: Schwierigkeiten lassen sich überwinden. Nur gilt das nicht um jeden Preis.

Checkliste: Soll ich mich trennen?

Trennungen werfen ihre Schatten voraus und lassen sich laut Beziehungsforscher John Gottman sogar mit Hilfe mathematischer Formeln berechnen. In seinem Werk „Principa Amoris“ ist nachzulesen, wie er die Zukunftsperspektiven von Paarbeziehungen vorhersagt. Die aus seinen Erkenntnissen abgeleitete Checkliste hilft Ihnen einzuschätzen, wie krisenfest Ihre Partnerschaft ist.

Treffen folgende Aussagen zu, hat Ihre Beziehung trotz aller Zweifel gute Chancen:

  • Ich liebe meinen Partner noch und seine positiven Eigenschaften sind mir trotz aller Differenzen sehr bewusst.
  • In unserer Beziehung spielt Humor von jeher eine große Rolle.
  • Wir haben viele Konflikte und die Frage „Soll ich mich trennen?“ steht immer mal wieder im Raum, aber die positiven Momente überwiegen.
  • Wir denken im Streit nicht in Kategorien wie Sieg und Niederlage

Anzeichen für eine mangelnde Perspektive:

  • Ich fühle mich verletzt. Mit meinem Partner verbindet mich kein „Wir-Gefühl“ mehr.
  • Ich sehe in erster Linie die negativen Eigenschaften meines Partners, die Frage „Trennen oder nicht?“ begleitet mich daher tagtäglich.
  • Konflikte in Form von Angriff und Verteidigung sind bei uns an der Tagesordnung.
  • Ich fühle mich unverstanden und nicht ernstgenommen, auf Empathie und Verständnis hoffe ich vergebens.

Soll ich mich trennen? Im Zweifel: Pro Partnerschaft

Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Beziehung Bestand haben kann, sollten Sie versuchen, einen möglichst objektiven Blick einzunehmen und auch Ihren eigenen Anteil an der Krise zu reflektieren. Trennung: ja oder nein? Wenn Sie bereits mit verschiedenen Partnern ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass eine Trennung Sie nicht weiterbringt: Mit dem nächsten Partner wird Sie Ihr Muster nämlich erneut einholen. Im Zweifel sollten Sie Ihrer Partnerschaft daher eine Chance geben. Wenn Sie allerdings keinerlei Bereicherung mehr in Ihrer Beziehung sehen und Ihnen oder Ihrer Familie diese Verbindung nicht gut tut, ist ein Schlussstrich womöglich die bessere Wahl.

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