Frau beim Dating am Smartphone ist überrascht von den aktuellen Beziehungstrends

Beziehungstrends: „Ghosting“ ist Frauensache, „offene Beziehung“ ein Mythos

Singles & Dating  |  26. Februar 2018

Von „Ghosting“ über „Benching“ bis „Gatsbying“ – die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie mit über 11.000 Befragten zeigt, welche Beziehungs- und Datingtrends wirklich verbreitet sind. Während vor allem Frauen „ghosten“ ist das vieldiskutierte Phänomen „offene Beziehung“ ein Mythos. Und die jüngere Generation hat lieber Sex mit Freunden statt mit Fremden.

Fünf Dating- und Beziehungstrends, die es wirklich gibt:

  • Friendzone (25 %)
  • One Night Stand (24 %)
  • Ghosting (21 %)
  • Freundschaft plus (19 %)
  • Benching (16 %)

Vier angebliche Trends, die wohl eher Nischenphänomene bleiben:

Frauen „ghosten“, Männer landen in der „Friendzone“

Wenn sie oder er sich einfach nicht mehr meldet? Dieses Verhalten wird häufig eher Männern nachgesagt, ist aber in Wirklichkeit Frauensache. Und durchaus verbreitet: Jede vierte Frau hat schon einmal jemanden „geghostet“, bei den Single-Frauen bis 29 Jahre sind es sogar 36 Prozent. Dagegen verschwindet nur knapp jeder fünfte Mann (19 Prozent) beim Kennenlernen wortlos. Gerade in ihren Dreißigern verfallen Männer dagegen einem anderen Trend: „Cushioning“. Heißt: sich parallel zur Beziehung noch andere Frauen warmhalten, damit man(n) im Falle einer Trennung weich fällt (Männer, 30 bis 39 Jahre: 13 Prozent). Offenbar kann das vermeintlich „starke Geschlecht“ nicht gut allein sein. Vor allem aber scheinen sich Männer häufig unglücklich in gute Freundinnen zu verlieben. Ganze 37 Prozent der Single-Männer sind schon einmal in der „Friendzone“ gelandet, unter den Single-Frauen ist es mit 27 Prozent „nur“ gut jede vierte.

Frauen
Männer

„Beim Daten/Kennenlernen habe ich den Kontakt zu einer Person einfach abgebrochen (»Ghosting«)“

„In einer Beziehung habe ich mir parallel andere warm gehalten, damit ich im Falle einer Trennung weich falle (»Cushioning«)“

5.600 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland

„Freundschaft plus“: Weniger Sex mit Fremden, mehr Sex mit Freunden

Sexuelle Selbstbestimmtheit steht weiterhin hoch im Kurs – scheint sich aber zu verändern: Statt mit Fremden hat die jüngere Generation eher Sex mit Freunden. Während Erwachsene zwischen 30 und 49 Jahren bereits zu 29 Prozent einen „One Night Stand“  erlebt haben, ist der spontane und einmalige Sex mit Fremden bei Jüngeren weniger verbreitet (21 Prozent). Unter 30-Jährige nutzen stattdessen lieber das Modell „Freundschaft plus“ (kurz „F+“), um sich zu vergnügen: eine Freundin oder einen Freund, mit dem man regelmäßig Sex hat, ohne fest zusammen zu sein. Jeder Vierte unter 30 Jahren(24 Prozent) hatte schon eine solche Freundschaft mit gewissem Extra.

Befragte nach Alter: „Freundschaft plus“

18 bis 29 Jahre
30 bis 39 Jahre
40 bis 49 Jahre
50 bis 59 Jahre
60 bis 69 Jahre
5.600 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland

Polyamorie und offene Partnerschaft bleiben Nischenphänomene

Monogamie hat ausgedient? Eher nicht: Die Ergebnisse der ElitePartner-Studie 2018 zeigen deutlich, dass der vermeintliche Trend zur Öffnung der Paarbeziehung keiner ist. Gerade einmal sechs Prozent der Deutschen haben schon eine unverbindliche Beziehung geführt, also in Absprache mit dem Partner Sex mit anderen gehabt. Und nur fünf Prozent haben im Sinne der Polyamorie eine Beziehung mit mehreren Personen geführt. Während die Option, die Beziehung zu öffnen, für einige Paare wertvoll sein mag, steckt offensichtlich kein massentauglicher Trend dahinter.


6 %

… der Befragten haben bereits eine offene Beziehung geführt.

n = 5.600 Singles und Liierte


In puncto „Liebe in der Warteschleife“ stehen sich Männer und Frauen in nichts nach

Das vieldiskutierte Phänomen „Benching“ – sich immer mal wieder melden, ohne verbindlich zu werden – ist bei beiden Geschlechtern gleichermaßen verbreitet. 16 Prozent der Deutschen wurden schon „auf die lange Bank geschoben“, 15 Prozent geben sogar zu, selbst jemanden warmgehalten zu haben. „Gatsbying“, der Versuch, jemanden über soziale Netzwerke zu beeindrucken, ist dagegen eher Frauensache. Jede fünfte Frau unter 30 hat schon einmal versucht, online die Aufmerksamkeit des Schwarms oder Partners zu gewinnen (20 Prozent).


Aktuell wird über verschiedene Beziehungstrends und Beziehungsformen diskutiert.
Welche der folgenden Dinge haben Sie schon einmal erlebt?

Gesamt18 bis 29 JahreFrauenMänner
In eine gute Freundin oder einen guten Freund unglücklich verliebt gewesen („Friendzone“)25,134,621,229,6
Mit jemandem, den ich gerade erst kennengelernt habe, einmalig Sex gehabt (»One Night Stand«)24,220,924,723,6
Beim Daten/Kennenlernen habe ich den Kontakt zu einer Person einfach abgebrochen (»Ghosting«)21,327,023,518,8
Beim Daten/Kennenlernen hat mein Gegenüber den Kontakt zu mir einfach abgebrochen (»Ghosting«)19,623,917,821,6
Mit einem guten Freund regelmäßig Sex gehabt, ohne eine Beziehung zu führen (»Freundschaft plus«)19,424,120,718,0
Ein Dating-Partner hat sich immer mal wieder bei mir gemeldet, ohne verbindlich zu werden (»Benching«)16,220,815,816,6
Ich habe mich bei einem Dating-Partner immer mal wieder gemeldet, ohne verbindlich zu werden, um mein Gegenüber verfügbar zu halten (»Benching«)14,622,012,317,2
Mein Partner hat mich emotional manipuliert (»Gaslighting«)13,315,716,49,8
In einer Beziehung habe ich mir parallel andere warm gehalten, damit ich im Falle einer Trennung weich falle (»Cushioning«)8,611,97,210,2
Ich wollte meinen Schwarm/Partner schon mal auf sozialen Netzwerkseiten von mir beeindrucken (»Gatsbying«)7,515,39,35,4
In einer Beziehung in Absprache mit dem Partner Sex mit anderen gehabt (»Offene Beziehung«)5,55,44,17,0
Gleichzeitig mit mehreren Personen eine Beziehung geführt (»Polyamore Beziehung«)5,44,04,86,2
5.600 erwachsene deutsche Internetnutzer, bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent.
Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2018
  • MethodeOnline-Befragung
  • TeilnehmerErwachsene deutsche Internetnutzer zwischen 18 und 69 Jahren
  • Fallzahl5.600 Erwachsene
  • ErhebungszeitraumOktober/November 2017
  • InstitutFittkau & Maaß
  • Region/Stadt/LandDeutschland / bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland