Mann und Frau voneinander abgewandt - führen eine On-Off-Beziehung

On-Off-Beziehung – wie die Angst vor Nähe die Bindung zerstört

von: ElitePartner Redaktion , 15. Februar 2018

Marie und Paul sind wieder zusammen. Strahlend verkünden die beiden die Neuigkeit im Freundeskreis. Sie wirken frisch verliebt – doch jeder erinnert sich nur zu gut an das Trennungsdrama. Ob es diesmal klappt? Nach ein paar Wochen ist wieder Schluss. Und bereits einen Monat später verkünden sie, dass sie wieder ein glückliches Paar sind. Wirklich ernst nehmen kann diese On-Off-Beziehung niemand mehr. Lesen Sie im Folgenden, was die Ursachen einer On-Off-Beziehung sind und mit welchen Tipps Sie diesem Teufelskreis entkommen.

On-Off-Beziehung: Nach der Versöhnung ist vor der Trennung

Es ist ganz normal, dass sich ein Paar nach einer Phase voller Verliebtheit, Leidenschaft und Glück im Alltag wiederfindet. Beide streiten, sind zunehmend genervt – Probleme, von denen man anfangs gar nichts ahnte, bestimmen plötzlich die Beziehung. Die wahre Liebe bekommt einen Knacks. Und auf den nächsten großen Streit folgt nicht selten die Trennung. Hier endet eine Partnerschaft normalerweise – doch bei einer On-Off-Beziehung läuft das anders. Nach der Trennung lenkt einer von beiden ein. Eigentlich war die Beziehung doch schön. Alles Wegwerfen wegen eines Streits? Wollen wir es nicht nochmal versuchen? Und schon ist das Paar wieder zusammen. Hier beginnt der Teufelskreis, der das Ende dieser Beziehungssituation so anstrengend macht – für die Beteiligten wie auch ihr soziales Umfeld.

Ursachen einer On-Off-Beziehung

In vielen Fällen zählen die Angst sich zu verlieben und damit auch die Angst vor Gefühlen und  zu großer Nähe zu den Gründen für eine On-Off-Beziehung. Einerseits möchten die Partner nicht voneinander lassen, wünschen sich Nähe und Geborgenheit. Andererseits herrscht eine starke Angst davor, verlassen zu werden oder sich unterwerfen zu müssen. Nach einem heftigen Streit zieht der ängstlichere Partner den Schlussstrich. So behält er die Oberhand und bestimmt, was geschieht. Wer verlässt, kann selbst nicht verlassen werden. Unsere ElitePartner-Expertin und Diplom-Psychologin Lisa Fischbach beschreibt die Persönlichkeit von Menschen, die in einer ständigen On-Off-Beziehung leben, wie folgt: „Diese Beziehungstypen können den Strich nicht ziehen, sie sind schlecht im Loslassen und wollen nicht allein sein. Das liegt auch daran, dass die Dynamik des ständigen Auf und Abs in dieser Bindungsform den Menschen sehr intensiv fühlen lässt. Die Hormone kommen viel mehr in Wallung“.

Ausweg aus der On-Off-Beziehung

Das zentrale Element dieser ungesunden Dynamik: Die ehemaligen Partner wollen nicht allein bleiben. Neben der Hoffnung auf eine On-Off-Beziehung mit Happy End dominiert außerdem oft das Gefühl, ohne den anderen nicht leben zu können. Der besondere Reiz einer On-Off-Beziehung liegt in diesen starken Emotionen und der Leidenschaft durch romantische Versöhnung, dramatische Eskalation und tränenreiche Trennung. Mit jeder neuen Beziehungsrunde wird dieses Gefühl stärker. Sie können nicht voneinander lassen, heißt es dann. Und oft ist die Zeit nach der Versöhnung auch wunderbar. Beide geben sich große Mühe, es diesmal besser zu machen. Der Sex ist unglaublich gut. Die Beziehung ist intensiver als zuvor. Doch tatsächlich sind sich die Partner nicht nähergekommen, die Ursache für ihre Trennung besteht weiter, bald sehen sich beide wieder mit Konflikt, Streit und Eskalation konfrontiert. Ein teuflisches Beziehungs-Karussell. Wer sich diese Dynamik bewusst macht, ist einen entschiedenen Schritt weiter, dem ungesunden Beziehungsmodell zu entfliehen.

Auch On-Off-Beziehungen finden ein Ende

Irgendwann zieht sich einer der Partner endgültig zurück und gibt auf. Oft mündet die nächste Beziehung mit einem neuen Lebensgefährten erneut in die gleiche Situation, denn die psychischen Ursachen für eine On-Off-Beziehung bleiben beim Partnerwechsel bestehen.

„Wenn man immer wieder darauf reinfällt, trägt man das Beziehungsmuster in sich. Diese Menschen haben Angst, sich auf eine tiefe Beziehung einzulassen, sich zu öffnen. Sie streiten und versöhnen sich unter Tränen, lernen sich in hysterischen Szenen kennen, aber an den Kern und die tiefere Ebene von Liebe, in der man ein höchstes Maß von Intimität teilt, kommen sie nicht. Davor fürchten sich diese Menschen oftmals auch“

, fasst unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach es zusammen. Doch was tun? In extremen Fällen empfiehlt sich eine Einzel- oder auch Paar-Therapie, um nicht wieder in alte Beziehungsmuster zurückzufallen und den Ex-Partner zu vergessen.

So funktioniert die On-Off-Beziehung mit Happy End

Soweit wie beschrieben muss es nicht bei jeder On-Off-Beziehung kommen. Oft durchbrechen die Partner den Teufelskreis aus eigener Kraft. Der erste Schritt ist – wie fast immer in der Partnerschaft – die Kommunikation. In der Versöhnungsphase sollte ein ausgedehntes Beziehungsgespräch geführt werden, empfiehlt unsere Paarberaterin Lisa Fischbach. „Beide Partner müssen bereit dazu sein. Sie müssen begriffen haben, was es bedeutet, jetzt wirklich ja zu sagen. Wollen sie alles daransetzen, zusammenzubleiben gegebenenfalls auch mit einem Kind? Sie müssen sich die Frage stellen, ob sie tatsächlich die Qualitäten haben, zusammenzubleiben. Dann heißt es, gute Beziehungsarbeit zu leisten. Teilen Sie Dinge, kommen Sie in Alltäglichkeiten, unterhalten Sie sich über langfristige Ziele. Finden Sie Kompromisse, schauen Sie, in welchen Momenten es kracht. Was kann der Einzelne zu einer gelungenen Beziehung beitragen?“ Unsere Diplom-Psychologin beschreibt noch einen zweiten, ganz konkreten Weg, der die On-Off-Beziehung mit Happy End ermöglicht. Demnach vereinbaren beide Partner, sich im nächsten halben Jahr nicht zu trennen – egal, was passiert. Haben Sie erst einmal gelernt, den kritischen Punkt zu überwinden, an dem Sie sonst alles hingeworfen haben, dann ist der erste Schritt zu einer dauerhaften Beziehung getan.

Schluss muss Schluss heißen – auch bei einer On-Off-Beziehung

„Wenn es nicht klappt, sehen Sie das Experiment als gescheitert an und machen Sie sich klar: Mit dem Partner ist eine Beziehung nicht möglich!“, konstatiert die Diplom-Psychologin. Nun ist Konsequenz nach der On-Off-Beziehung angebracht, vor allem wenn Ihnen die Trennungen sehr zu schaffen machen.

„Wenn man extrem leidet, muss man die Beziehung beenden. Vor allem, wenn man das Leiden psychosomatisch merkt, zum Beispiel durch Haarausfall, Schlaflosigkeit, Übelkeit bis hin zu einer akuten Gastritis. Spätestens dann müssen Sie sich die Frage stellen: Tut der andere Mensch mir noch gut, ist das noch gesund? Wenn man auf Dauer eigentlich nicht in der Liebe ankommt, und die Vorstellung, wie man eine Beziehung verbringen möchte komplett anders ist, sollte Schluss sein.“

Nur so finden Sie den Ausweg aus einer On-Off-Beziehung.

Wenn beide Partner es so wollen und es so vereinbaren, ist eine On-Off-Beziehung in Ordnung. Wichtig ist, dass sich beide Partner damit wohlfühlen und nicht einer leidet, weil er sich ein Ende dieser Form des Zusammenseins erhofft. Sollten Sie unter Ihrer wechselhaften Beziehung leiden, dann ergreifen Sie die notwendigen Veränderungen, mutig und offen.

Fazit: On-Off-Beziehungen – eine oftmals schmerzhafte Achterbahnfahrt der Gefühle

Zentrales Element einer typischen On-Off-Beziehung ist der Aspekt, nicht alleine sein zu wollen und aus diesem Grund die Versöhnung mit dem Ex-Partner zu suchen. Zu der erneuten Trennung kommt es in der Beziehung dann besonders häufig aufgrund des ängstlicheren Parts, dem das Alleinsein schwerfällt, der jedoch gleichzeitig Angst vor zu viel Nähe und Bindung empfindet. Kommt es zum Streit, versucht die Person die Kontrolle zu behalten, indem sie die Trennung provoziert. Natürlich hat eine solche Beziehung ihren Reiz: Durch anhaltendes Drama bleibt der Schwung erhalten, nach der Versöhnung erscheint die Liebe besonders intensiv. Das Problem dabei: Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den eigentlichen Ursachen findet nicht statt. Für den Ausweg aus der On-Off-Beziehung, sollten beide Partner offen miteinander kommunizieren und sich gemeinsam zu einem deutlichen Ja zu der Beziehung bekennen. Funktioniert es auch dann nicht, sollten Sie endgültig die Beziehung beenden – zumindest, wenn Sie keine On-Off-Beziehung wollen, sondern sich nach einer stabilen und dauerhaften Partnerschaft sehnen.

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