Männer brauchen Beziehungen

Neue Studie zeigt:
Männer brauchen Beziehungen mehr als Frauen

von: Saskia Balke

Bindungsängstliche Männer? Ein Vorurteil! Männer sind sogar stärker an einer Beziehung interessiert als Frauen, wie unsere aktuelle Partnerschaftsstudie ergab. Dieser überraschenden Neuigkeit sowie ihren Hintergründen gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.

Zentrales Lebensthema Liebe

Partnerschaft und Familie: Diese Werte stehen für Männer hoch im Kurs – und nehmen bei Männern sogar eine größere Bedeutung im Leben ein als bei Frauen. Dieses überraschende Ergebnis lieferte die ElitePartner-Studie, die größte Partnerschaftsstudie Deutschlands. An der repräsentativen Umfrage nahmen 10.000 Männer und Frauen teil.

Mehr Männer als Frauen wollen eine Beziehung

Eine Partnerschaft macht Männer insgesamt zufriedener mit ihrem Leben. Sogar etwas mehr liierte Männer als Frauen – knapp 70% – gaben an, dass sich ihr Beziehungsstatus positiv auf ihre Lebenszufriedenheit auswirkt. Singlemänner wünschen sich in jedem Lebensalter deutlich häufiger eine neue Beziehung als Frauen. Bei weiblichen Singles sinkt die Bereitschaft für eine neue Beziehung bereits ab 40 Jahren drastisch, bei männlichen erst ab 50 Jahren.

Warum Männer sich nach einer Partnerschaft sehnen

Dass Männer der Liebe Priorität einräumen, zeigt auch ihre Aktivität bei der Partnersuche: 34% der Männer hat pro Monat mindestens ein Date, jeder Elfte datet sogar mehrmals die Woche. Nur knapp ein Viertel der Frauen trifft sich hingegen einmal pro Monat oder öfter mit einem Mann. Diplom-Psychologin Lisa Fischbach erklärt: „Männer können das Single-Dasein in der Lebensmitte weniger gut mit ihrem Selbstbild vereinbaren, empfinden es eher als Schwäche. Zudem leiden sie stärker unter der Einsamkeit als Frauen, die in den Vierzigern über eine höhere Single-Kompetenz verfügen. Das bedeutet: Frauen sind häufiger in enge Freundschaften eingebunden und fühlen sich in beruflich und gesellschaftlich etablierter Stellung auch unabhängig von einem Partner zufrieden.“

Das Vorurteil vom bindungsängstlichen Mann

Obwohl die Ergebnisse von der männlichen Sehnsucht nach einer Beziehung zeugen, eilt dem modernen Singlemann vielfach sein Ruf als verantwortungsscheuer und bindungsunwilliger Peter Pan voraus. Die Studie belegt auch, dass sexuelle Erfahrungen und Abwechslung für Männer eine größere Rolle spielen als für Frauen. Dennoch streben offenbar auch Männer nach dem Ideal einer glücklichen Beziehung oder einer Familie. Bei den unter 30-Jährigen ist die Familiengründung immerhin für 43% erstrebenswert, in den Dreißigern für 27%.

Enttäuschte Frauen neigen zum Pathologisieren

Sicher gibt es Männer, die aufgrund von Bindungsangst keine Beziehung eingehen können. Andere wollen grundsätzlich keine Beziehung, wie ein Mann, der seine Meinung im ElitePartner-Forum teilt: „Im Alter bis 30 wollte ich mich einfach nicht binden. Ich hatte aber keine Angst davor. Wäre ich DER Frau meines Lebens begegnet, hätte ich natürlich ausnahmsweise Nägel mit Köpfen gemacht.“ (hier zur Forumsdiskussion)
Warum sind viele Frauen dann so überzeugt von einem überwiegend bindungsängstlichen Männerbild? „Mein Eindruck ist, dass Frauen Männern gern Bindungsangst vorwerfen, wenn sie sich in Wahrheit nicht eingestehen wollen, dass die Männer sich nur nicht an SIE binden wollen“, mutmaßt ein Nutzer.

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach bestätigt: „Die Mär von einer weit verbreiteten männlichen Bindungsangst spielt Frauen als Schutzbehauptung in die Hände. Sie distanzieren sich damit unbewusst von ihrer Verantwortung für das Scheitern eines Beziehungsversuchs.“ Ist ein Mann konfliktscheu und zieht sich wortlos aus der Affäre, bleiben zudem viele Fragezeichen zurück. Insofern kann die häufig zu beobachtende Neigung zum Pathologisieren der Enttäuschung der Frauen und der ungeklärten Situation geschuldet sein.

Bindungswille als Gradmesser für Gefühle

Diplom-Psychologin Lisa Fischbach konstatiert: „Männer schreiten meist dann zur Tat, wenn große Gefühle im Spiel sind. Dann ist ihre Bindungsbereitschaft sicherlich so ausgeprägt wie bei Frauen.“ Wie verbindlich sich ein Mann zeigt, dient daher als zuverlässiger Gradmesser für die Gefühle, die er einer Frau entgegenbringt. Doch auch Männer, die sich selbst als bindungsängstlich bezeichnen, nutzen das Vorurteil für ihre Zwecke, weiß Forennutzerin Susanne HH: „Männer haben nicht mehr Bindungsängste als Frauen. Aber Männer nutzten dies oft als Ausrede, um der Frau bei einer Abfuhr nicht weh zu tun. Ein Mann bindet sich, wenn er sich verliebt, wenn nicht, dann eben nicht.“

Autorin

Saskia
Balke

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