Zwei Frauen und zwei Männer im Gespräch ober eine offene Beziehung

Offene Beziehungen und ihr offenes Ende

von: ElitePartner Redaktion , 5. September 2014

In unserer ElitePartner-Studie nannten sowohl Männer als auch Frauen eine längere Affäre als Trennungsgrund Nummer eins. Die Verletzung durch die Untreue wiegt demnach schwer. Wer hingegen eine offene Beziehung führt, der betrügt nicht. Es klingt befremdlich, doch aus Sicht der Psychologie, machen offene Beziehungen schon deshalb Sinn, weil kein Beziehungsmodell existiert, welches für alle Menschen gleich gut passt. Welche Regeln es dabei zu beachten gilt, lesen Sie hier.

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Offene Beziehung: Dahinter versteckt sich der Reiz

Jemand, der betrügt, sieht meist nur zwei Möglichkeiten: Entweder er lügt, um den Menschen den er liebt zu halten, oder er trennt sich, weil ihn nach dem Vertrauensbruch Gewissenskonflikte quälen. Dieses Problem gibt es in einer offenen Beziehung nicht: Beide Partner wissen, dass sie nicht der einzige Sexualpartner des anderen sind. Die Beteiligten können der Monogamie – einer exklusiven Beziehung zwischen zwei Menschen – nichts abgewinnen, weil dieses Beziehungsmodell ihren Grundbedürfnissen widerspricht. Unter Verheirateten ist die offene Ehe eine Möglichkeit, den Partner, den Sie lieben, zu halten. „Paare, die mit Untreue kämpfen, schauen auf verletzte Regeln, nicht mehr auf die Liebe“, weiß unsere Diplom-Psychologin und Autorin des Buches „Treu bleiben ist auch keine Lösung“, Lisa Fischbach. „Was ich empfehle, ist ein Perspektivenwechsel, eine Orientierung an der Liebe, wie wir sie in unserem Leben ganz konkret vorfinden und dann das dazu passende Modell selber gemeinsam zu erarbeiten.“ Lügen in der Beziehung und das Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse fallen weg. Die Grundvoraussetzung ist natürlich, dass beide Partner ähnlich denken und empfinden. Auch und gerade im Fall einer offenen Beziehung steht die Liebe im Vordergrund. Hier wissen zwei, dass sie nicht ohne den jeweils anderen sein wollen. Aus der Offenheit erwächst Ehrlichkeit und Vertrauen. Sexuell gibt es in der offenen Partnerschaft kein Exklusivrecht. Das liegt bei der Liebe. Damit dieses Beziehungsmodell funktioniert, gilt es allerdings einige Regeln zu beachten.

Regeln für eine glückliche offene Beziehung

1. Offene Beziehung – Seien Sie sich einig

Nur wenn beide Partner den neuen Weg als das für sie beste Beziehungskonstrukt empfinden, kann dieses auch funktionieren. Beide sollten sich der Qualität ihrer Liebe füreinander bewusst sein. Wer auf den Vorschlag des Partners, es einmal zu versuchen, nur deshalb eingeht, weil alternativ bei einem Nein die Trennungsangst besteht, schadet der grundsätzlichen Psychologie der offenen Beziehung und somit auch sich selbst.

2. Definieren Sie gemeinsame Regeln

Ein weiterer Punkt in einer offenen Beziehung ist es, gemeinsam zu definieren wie sie abläuft. Was ist erlaubt? Was ist tabu? Wie häufig wird in fremden Betten geschlafen? Auch ob sich die Partner hinterher erzählen, was wie wo genau passiert ist, ist vorab festzulegen. Transparenz schafft Vertrauen. Sie hilft dabei, im Blick zu behalten, ob der andere einem emotional treu bleibt. Wer Angst hat, der Partner könnte sich verlieben, legt als Regel fest, dass die Partner wechseln müssen. Individuelle Regeln für die offene Beziehung wie diese helfen, dass das Unternehmen funktioniert.

3. Stehen Sie zu Ihrer offenen Beziehung

Wer mit anderen offen über sein Beziehungsmodell spricht, erfährt nicht selten Kritik, vielleicht sogar Anfeindungen. Monogamie ist in unserer Gesellschaft akzeptiert und wird häufig idealisiert. In unserer Kultur wirkt eine Beziehungsform wie die offene Ehe daher oft irritierend. Hebeln Sie die Argumente aus, indem Sie Ihre polygame Beziehung – in der mehrere Verbindungen erlaubt sind – verteidigen und den Partner in Schutz nehmen, wenn dieser wegen Ihres Lebensmodells angegriffen wird.

4. Halten Sie nur solange am neuen Partnerschaftsmodell fest, wie es Ihre Gefühle zulassen

Heute ist die offene Beziehung für Sie und Ihren Partner das ideale Beziehungsmodell, morgen passt es möglicherweise nicht mehr. Das kann passieren. Der Emotionshaushalt in offenen Partnerschaften gerät von Zeit zu Zeit ebenso ins Wanken, wie der in einer monogamen Verbindung. Stellen Sie fest, dass Sie sich in der offenen Beziehung verliebt haben, die festgelegten Regeln ändern möchten oder sich in der neuen Konstellation nicht mehr wohlfühlen, dann sprechen Sie das an.

Liebesfalle offene Beziehung

Normalerweise findet außerhalb der eigentlichen Partnerschaft eine Trennung zwischen Sex und Emotionen statt. Gefühle spielen bei der Polygamie keine Rolle, es geht einzig und alleine um die körperliche Anziehung. Bei der sogenannten Polyamorie ist das anders. In dieser Beziehungsform finden vollwertige Paarbeziehungen statt und zwar zwischen mehr als zwei Menschen. Geteilt wird nicht nur der Sex, sondern auch Emotionen, Erlebnisse und Liebe. Wer häufiger mit den gleichen Partnern außerhalb der eigentlichen Partnerschaft verkehrt, erhöht die Gefahr, dass sich Gefühle entwickeln und sich einer der Partner in der offenen Beziehung verliebt. Dann gilt es, sich schnell über die Gefühle zum eigentlichen Partner bewusst zu werden. Sind diese abhandengekommen, ist eine Trennung der ehrlichste Weg. Sind die Gefühle immer noch da, hat sich vielleicht nur etwas verschoben, heißt es zu überlegen, was sich in letzter Zeit sonst noch verändert hat. Vielleicht existiert nur eine kleine Beziehungskrise, die aber groß genug war, für jemand anderen Gefühle zu entwickeln. Auch bei einem scheinbar so lockeren Beziehungsmodell stellen echte Gefühle für einen Dritten häufig einen Scheideweg dar. Wem gehört Ihr Herz? Ist die Antwort wirklich „beiden“, finden Sie heraus, ob sich alle Parteien auf die neue Beziehungsform Polyamorie einlassen können.

Fazit: Offene Beziehung mit offenem Ausgang

Die Monogamie ist heutzutage nicht die einzige Art, eine Beziehung zu führen. Während die meisten Menschen in der westlichen Welt nicht in offenen Ehen leben, funktionieren für einige Paare andere Formen der Partnerschaft genauso gut oder sogar besser. Treue wird in einer Beziehung zum Knackpunkt, wenn sie zwanghaft auferlegt wird, aber nicht gewährleistet werden kann. Eine polygame beziehungsweise offene Beziehung kann für genau solche Menschen die ideale Beziehungsform sein. Verliebt sich dann jemand in einen Sexualpartner, muss das nicht das Aus bedeuten. Vielleicht ist es der Übergang in die nächste Beziehungsform – die Polyamorie. Damit Ihr neues Beziehungsmodell eine echte Chance hat, seien Sie transparent und legen Sie gemeinsam Regeln für die offene Beziehung fest.

Sind Sie der Typ für eine offene Beziehung? Machen Sie hier den Test

  1. Welche Aussage trifft für Sie am ehesten zu, egal ob Sie Single sind oder in einer Partnerschaft leben?
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