Liebe auf den ersten Blick: Mann und Frau lächeln sich an

Liebe auf den ersten Blick: Vom Wunder des schnellsten und schönsten Gefühls

von: ElitePartner Redaktion

Marie war wie elektrisiert. „Ist da noch frei?“, hatte dieser Mann mit den unglaublich blauen Augen nur gesagt und auf den Stuhl neben ihr im Café gedeutet. Jetzt saß er da, beachtete sie nicht, sondern las Zeitung – und doch war Marie sicher: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Er ist es, der Mann ihres Lebens. Der Vater ihrer Kinder. Aber wie, bitteschön, erklärt man das jemandem, von dem man nur weiß, dass er seinen Kaffee schwarz trinkt?

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wirklich?

66 Prozent der Singles glauben fest an ihre Existenz, das ergab unsere ElitePartner-Studie. Und knapp jeder dritte Mann und jede fünfte Frau hat diesen Kurzschluss der Emotionen auch schon einmal selbst erlebt. „Etwa die Hälfte aller Liebesbeziehungen starten als Liebe auf den ersten Blick“, weiß Wolfgang Krüger, Psychotherapeut aus Berlin.

Liebe auf den ersten Blick: 30 Sekunden genügen

Der Mensch ist evolutionär angelegt, sich schnell ein Urteil zu bilden: Nicht einmal 30 Sekunden braucht er laut Forschung, um sein Gegenüber zunächst ganz grob einzusortieren: Freund oder Feind? Weglaufen oder bleiben? Eine Eigenschaft, die uns auch in Liebesdingen zur Eile treibt.

„Ob in der Bar, beim Einkaufen oder im Beruf: unser Gehirn entscheidet blitzschnell, ob wir jemanden anziehend finden“

, erläutert unsere Diplom-Psychologin und Paarberaterin Lisa Fischbach. „Drei Minuten reichen, um unsere Gefühle für jemanden einzuordnen. Das Unterbewusstsein verarbeitet in dieser Zeit Informationen des Gegenübers – Körperform, Symmetrie, Bewegungsabläufe und Mimik – und signalisiert unserem Bewusstsein dann, welche Gefühle wir ihm entgegenbringen.“

Übrigens: In unserer ElitePartner-Studie 2018 gaben vier von zehn Befragten an, dass es ihnen bei der Entscheidung für einen Partner besonders wichtig ist, dass sie sich ohne viel Nachdenken auf den ersten Blick verlieben.

Verliebt auf den ersten Blick: Von Sprintern und Marathonläufern

Hochgeschwindigkeit oder Schneckentempo: Es ist Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie schnell die Liebe naht. Sind Sie eher Sprinter oder Marathonläufer in Herzensdingen? Kurzstreckenläufer stürzen sich Hals über Kopf in das Abenteuer Liebe, während Menschen mit Tendenz zur Langstrecke sich von so viel Karacho schnell überfordert fühlen und es lieber langsam angehen lassen.

„Der Liebestyp Marathonläufer verliebt sich in viele Seiten des anderen“, erklärt unsere Paartherapeutin Lisa Fischbach. Dafür braucht er länger als drei Minuten und mehr Zeit mit dem potenziellen Partner. Der Sprinter dagegen will und wird sich immer wieder in Sekundenschnelle verlieben.

„Bei der Liebe auf den ersten Blick ist das Risiko höher, die eigenen Wünsche und Vorstellungen auf den noch unbekannten Partner zu projizieren“

weiß unsere Expertin Lisa Fischbach. „Liebessprinter gehen somit ein höheres Risiko ein, enttäuscht zu werden oder den Partner zu verletzen. Dafür erleben sie im Gegensatz zum Marathonläufer den Gefühlsrausch der rosaroten Brille.“ Und das ist definitiv ein Erlebnis, dass niemand so schnell vergisst.

Langsam angehen lassen trotz Liebe auf den ersten Blick

Verliebt auf den ersten Blick? Auf die kurze Distanz gar nichts zu entscheiden, sondern erst einmal bei klaren Gedanken genauer hinschauen zu wollen, schützt vor Enttäuschungen und seelischen Verletzungen. Einerseits ist dieser Schutzmechanismus etwas Positives. Ist die Mauer ums Herz allerdings zu dick, entgehen dem Marathonläufer womöglich wunderbare Erlebnisse. Am besten, so Psychologin Lisa Fischbach, passen Menschen zueinander, die beim Verlieben ein ähnliches Tempo bevorzugen. „Ansonsten fühlt sich einer vielleicht schnell vom anderen ausgebremst oder abgehängt. Sich verbiegen zu wollen, führt häufig zu Frustration. Wenn jedoch beide um ihre unterschiedlichen Liebespersönlichkeiten wissen und sich darauf einstellen, müssen diese kein Hindernis sein.“

Hat Liebe auf den ersten Blick eine Zukunft?

Forscher an der Berliner Humboldt-Universität haben ein Speed-Dating wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob es Liebe auf den ersten Blick gibt und wie sich die schnelle Liebe langfristig entwickelt. Tatsächlich konnten die Teilnehmer schon nach drei Gesprächsminuten für sich festlegen, ob sie jemanden wiedersehen wollen oder nicht. 68 Prozent der Studienteilnehmer tauschten E-Mails aus, 40 Prozent telefonierten miteinander, 39 Prozent trafen sich. Doch ein Jahr nach dem Speed-Dating waren nur noch fünf Prozent der Kandidaten tatsächlich ein Paar.

Was ist besser: Schnelle Liebe oder langsames Annähern?

Ist die Liebe auf den ersten Blick nun also besser oder schlechter als eine, die auf den zweiten, dritten oder gar vierten Blick entsteht? Niederländische Wissenschaftler haben Beziehungen von Menschen, bei denen es mindestens bei einem Partner Liebe auf den ersten Blick war, mit Partnerschaften verglichen, bei denen sich die Partner gemächlich annäherten. Letztere sind sich in ihren Einstellungen und ihrer Persönlichkeit ähnlicher, berichten von weniger Konflikten und sind insgesamt mit ihrer Beziehung zufriedener als diejenigen, die sich bereits auf den ersten Blick verliebt haben.

„Die Liebe auf den ersten Blick ist ungefähr so zuverlässig wie die Diagnose auf den ersten Händedruck“

, glaubte Schriftsteller George Bernard Shaw zu wissen. Und so schön es ist, dass es die Liebe auf den ersten Blick und diesen Liebesspruch gibt – vermutlich hatte der Ire Recht. Das Auge kann eben nicht in die Psyche des anderen blicken, es schätzt das Gegenüber aufgrund von Attraktivität und äußeren Merkmalen wie Kleidung, Gestik, Mimik ein. Die für eine gute Partnerschaft ausschlaggebenden Eigenschaften aber lassen sich in den ersten drei Minuten nicht überprüfen. Damit eine Partnerschaft funktioniert, ist es nötig, dass wir die Welt in ähnlicher Weise betrachten.

Fazit: Liebe auf den ersten Blick – sie lebt von Gemeinsamkeiten

Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Ja, sie ist ein emotionales Erlebnis, das mit nahezu nichts zu vergleichen ist. Die Achterbahnfahrt im Kopf, das Chaos im Körper, die Sehnsucht der ersten Wochen kennzeichnen einen Ausnahmezustand mit Seltenheitswert. Vielleicht haben Sie das Glück und der Mensch, in den Sie sich Knall auf Fall verliebt haben, ist tatsächlich ein Mensch mit ähnlichen Zielen, Interessen und Werten im Leben. In dem Fall wird der erste Augenblick immer eine wunderschöne gemeinsame Beziehungserinnerung bleiben. Eine Garantie für lebenslanges Glück aber ist die Liebe auf den ersten Blick nicht.

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