Kussarten beispielhaft dargestellt, indem Frau und Mann kurz vor dem Zungenkuss stehen

Kussarten – ein Barometer für Beziehungen

von: ElitePartner Redaktion , 16. Januar 2017

Kussarten gibt es viele: Ob ein Mann seinen Kuss auf der Stirn, der Wange oder dem Mund platziert und ob er dabei zart oder fordernd vorgeht sagt einiges über ihn aus. Um die "Körpersprache Mann" deuten zu können, stellen wir Ihnen die Bandbreite der Arten zu küssen vor und beleuchten die vielfältigen Botschaften dieser zärtlichsten aller zwischenmenschlichen Gesten.

Inhaltsverzeichnis:

Warum wir wirklich küssen

Kussarten haben verschiedenste Bedeutungen. Der Grund, warum wir das Bedürfnis haben, einander auf diese Weise nahezukommen, ist aber für jede Art zu küssen derselbe. Intuitiv haben wir schon immer geahnt, was jetzt sogar wissenschaftlich bewiesen ist:

Küssen ist viel intimer als Sex“

, proklamiert unter anderem der Psychologe Rafael Wlodarski. Er hat untersucht, warum Menschen einander küssen – in allen Kulturen und bereits im alten Ägypten – trotz des Risikos, sich dabei mit Krankheiten anzustecken. Dafür befragte er 900 Menschen aus 20 verschiedenen Ländern. Sein Ziel: die Überprüfung dieser gängigen drei Thesen:

  • Das Küssen dient der Beurteilung potenzieller Partner.
  • Menschen küssen sich, um den Partner vor dem Sex zu erregen.
  • Küssen spiegelt die menschliche Bindung wider.

Das Forschungsergebnis von Wlodarski hat zum einen die Theorie bestätigt, dass Küssen in Beziehungen stark mit Bindung, Nähe und Intimität korreliert, und zum anderen, dass dabei „potenziell interessante Informationen bezüglich der genetischen Qualität eines potenziellen Partners“ vermittelt werden, wie er in einem Interview mit der Welt resümiert:

„Der Kuss hilft dabei, die andere Person einzuschätzen.“

Doch was genau sagen bestimmte Kussarten über mein Gegenüber aus? Wir stellen Ihnen einige Arten vor.

Kuss auf die Stirn: ein Signal für Vertrautheit

Unter den verschiedenen Kussarten ist diese Variante wohl die fürsorglichste Art, Zuneigung zu bekunden. Wer seinem schlafenden Partner vorsichtig einen zarten Kuss auf die Stirn gibt, oder seine Partnerin mitten im Alltag gedankenverloren auf die Stirn küsst – der zeigt damit Beschützerinstinkt und Vertrautheit. Eine solche Geste kommt meist erst in langjährigen glücklichen Beziehungen vor oder spricht dafür, dass sich der Partner eine solche Bindung zumindest wünscht und sich gut vorstellen kann.

Kuss auf die Wange: ein Zeichen von Verlässlichkeit

Ein dicker Schmatz auf die Wange ist der Kumpel unter den Kussarten und steht als Indikator für Verlässlichkeit. Außerdem bringt er in einer längeren Beziehung eine tiefe freundschaftliche Verbundenheit zum Ausdruck. Auch wenn Frauen ihn manches Mal – dann nämlich, wenn der Partner ihn einsetzt, um sein Revier zu markieren – verachten: Die Botschaft aus Sicht des Mannes ist: Ich stehe zu dir. Egal, wie es um uns als Paar steht, ob dir gerade etwas Peinliches passiert ist oder ob wir uns vor dem Schlafengehen gestritten haben oder.

Ein Kuss auf die Wange nach einem Date ist übrigens schon mal ein gutes Zeichen.

Ein angedeuteter Kuss, bei dem die Lippen nicht einmal die Wange berühren, zeugt noch von einer gewissen Distanz und Respekt, ein dicker Schmatzer steht als Symbol für Vertrautheit und ein Flüsterkuss, bei dem der Küssende den Kuss mit zarten Worten paart, die er dem Geküssten ins Ohr haucht, signalisiert Leidenschaft.

Exotische Kussarten: Schmetterlings- und Eskimokuss

Der Schmetterlings- und Eskimokuss unterscheiden sich deutlich von vielen anderen Kussvarianten. Denn anders als beispielsweise beim Kuss auf die Wange oder beim Kuss auf die Stirn wird hier nicht mit dem Mund, sondern mit den Augen beziehungsweise der Nase geküsst. Beim Schmetterlingskuss begegnen sich die Partner ganz nah mit vorgebeugter Stirn und berühren die Wimpern des jeweils anderen. Nun wird heftig mit den Wimpern geklimpert und aneinander geflattert – daher der Name.

Diese spielerische Kussart ist eher festen Paaren vorbehalten. Denn wer beim ersten Date dem Partner allzu nah kommt und wild mit den Wimpern klimpert, dürfte wohl den einen oder anderen verwunderten Blick ernten.

Der Eskimokuss oder auch Nasenkuss ist durchaus bekannter, aber nicht weit entfernt vom Schmetterlingskuss. Wenn die Partner ihre Nasenspitzen zärtlich aneinander reiben bringen sie Nähe, Vertrautheit und Verliebtheit zum Ausdruck. Ursprünglich galt der Nasenkuss bei den Maori als reines Begrüßungsritual. Auch die Ureinwohner der Arktis, die häufig unter Begriff Eskimos zusammengefasst werden, kennen diese Kussart, nutzen den Nasenkuss jedoch eher als eine Form der freundschaftlichen Geste.

Handkuss: eine Art zu küssen, die Verehrung ausdrückt

Wenn es nach Benimmregel-Koryphäe Adolph Knigge geht, so steht der Handkuss als eine Art des Kusses nur Frauen jenseits der dreißig sowie verheirateten Damen zu. Kulturhistorisch betrachtet wird ein Kuss auf die Hand als ein Zeichen der Verehrung und Freundschaft gedeutet. Vor allem in Adelskreisen zielen die Lippen häufig in Richtung Hand. Mit einem Kuss auf den Siegelring signalisiert der Küssende Unterwürfigkeit und Hochachtung.

Vor diesem Hintergrund mag der Handkuss in Zeiten geschlechtlicher Gleichberechtigung beim Daten und Kennenlernen etwas antiquiert wirken – Wertschätzung und Respekt kann man(n) heute schließlich auch durch Worte und Taten gekonnt zum Ausdruck bringen.

Heute wird der Handkuss häufig auch ironisch eingesetzt.

Nackenkuss: der Leidenschaftliche unter den Kussarten

Unser Nacken ist eine der erogensten Zonen unseres Körpers. Kein Wunder, dass ein freier Nacken in einigen Kulturkreisen und im viktorianischen England bewusst unter einem hohen Kragen versteckt wurde. Bei einem Kuss auf Hals oder Nacken läuft den meisten Menschen ein angenehmer Schauer über den Rücken. Die feinen Härchen stellen sich auf, die Erregung steigt und der Geküsste erlebt die Nähe des Partners besonders intensiv. Daher eignet sich diese intime Kussart erst bei einer starken Vertrautheit und sollte beim ersten Date vermieden werden – es sei denn es liegt explizit eine sexuelle Anziehung in der Luft.

Klassiker der Kussarten: der Zungenkuss

Keine Art zu küssen ist wohl leidenschaftlicher als ein Zungenkuss, auch französischer Kuss genannt. Während eines solchen Kusses werden 38 Muskel beansprucht und durch den Speichelaustausch Hormone ausgetauscht – unter anderem gelangt Testosteron in die Blutbahn der Kusspartnerin. Dadurch wird das Lustzentrum angeheizt und Sex ist in der Regel nicht mehr weit. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.

So hat der Sexualwissenschaftler Bornemann herausgefunden, dass bei einem leidenschaftlichen Kuss von Zunge und Lippen Nervenimpulse auf direktem Wege zu den Sexualorganen führen.

Als Königsdisziplin der Kussarten ist ein Zungenkuss deshalb auch häufig Teil des Vorspiels und passiert nur selten zwischen Tür und Angel, sondern meist in einem intimen Umfeld.

Fazit: So interpretieren Sie verschiedene Kussarten

Kein Paar der Welt harmoniert von Anfang an perfekt miteinander, auch fürs Küssen gilt: Übung macht den Meister. Doch gerade bei Anfängern verrät die Art und Weise des Kusses viel über seine Persönlichkeit und seine Absichten:

  • Kuss auf die Stirn: Mit einem solchen Kuss demonstriert der Küssende Vertrautheit und Fürsorge.
  • Kuss auf die Wange: Ein Wangenkuss steht als Zeichen für eine große emotionale Verbundenheit. Wer hin und wieder Küsschen auf die Wange verteilt, auf den ist Verlass.
  • Schmetterlings- und Eskimokuss: Diese spielerische Art der Liebkosung ist eher selten. Meist vollziehen ihn nur Paare, die bereits sehr vertraut miteinander sind und ihre Zuneigung zueinander experimentell zum Ausdruck bringen möchten.
  • Handkuss: Als eine ältere Kussart ist ein Handkuss immer ein Zeichen der Verehrung und des Respekts, findet aber in der heutigen Zeit eher selten Verwendung.
  • Nackenkuss: Ein Kuss auf den Nacken oder Hals wird von den meisten sehr intensiv und verführerisch wahrgenommen und liefert einen Hinweis für sexuelles Verlangen.
  • Zungenkuss: Die Königsdisziplin der Küsse ist wohl der Zungenkuss, der in den meisten Fällen die sexuelle Lust steigert und somit häufig als Teil des Vorspiels eingesetzt wird.

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