Ein Mann und eine Frau, die in die Kamera schauen, entsprechen Sie dem Beuteschema des anderem beim Dating?

„Beuteschema“ beim Dating: Für jeden dritten Single ein Hindernis

Partnerwahl  |  17.02.2022

Festgelegt oder flexibel? Für die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie wurden über 6.000 Singles und Liierte zu ihrem Suchmuster bei der Partnerwahl befragt. Jede:r Dritte bekennt sich dazu, ein klares Muster zu haben – charakterlich und/oder optisch. Während viele Liierte das als hilfreich empfinden, hat jede:r dritte Single das Gefühl, immer wieder an die Falschen zu geraten.

Männer daten häufiger nach einem festen Muster als Frauen – optisch und charakterlich

Schüchtern oder extrovertiert, blond oder dunkelhaarig – viele Menschen landen immer wieder bei einem bestimmten „Typ“. Das zeigen aktuelle Daten der bevölkerungsrepräsentativen ElitePartner-Studie 2022, für die über 6.000 Singles und Liierte befragt wurden. So stellt etwa jede:r Dritte rückblickend gewisse Ähnlichkeiten zwischen Dates oder Partner:innen fest. Dabei geht es längst nicht nur um optische Kriterien: Auch mit Blick auf die Persönlichkeit sucht sich im Schnitt jede:r Dritte immer wieder einen ähnlichen Typ aus. In beiden Fällen sind Männer allerdings etwas festgelegter als Frauen: Während jeder dritte Mann optische (33 Prozent) bzw. charakterliche (32 Prozent) Ähnlichkeiten zwischen seinen bisherigen Partner:innen und Dates sieht, ist es bei den Frauen nur jede vierte (25 bzw. 26 Prozent). Etwa die Hälfte der Frauen (52 Prozent) und 45 Prozent der Männer empfinden ihre eigene Wahl dagegen als sehr flexibel. Sie geben an, dass ihre Partner:innen und Dates sehr unterschiedlich waren.

Meine bisherigen Partner:innen/Dates waren charakterlich recht ähnlich

Meine bisherigen Partner:innen/Dates waren optisch recht ähnlich

Frauen
Männer
6.101 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland sowie Beziehungsstatus. Angaben in Prozent

Jede:r Dritte glaubt, dass es genau passen muss, damit Beziehungsglück entsteht

Keine Kompromisse: Auch unabhängig von der eigenen Historie finden 31 Prozent der Menschen in Deutschland, dass man nur mit jemandem glücklich werden kann, der genau den eigenen Vorstellungen entspricht. Bei Singles (29 Prozent) ist diese Sichtweise übrigens ähnlich verbreitet wie bei Liierten (32 Prozent). Unter Single-Frauen stellt sich allerdings mit zunehmender Single-Dauer mehr Offenheit ein: Sind in den ersten drei Monaten nach der Trennung noch 38 Prozent von ihnen überzeugt, dass ein:e potenziell:e Partner:in exakt den Vorstellungen entsprechen muss, damit eine Beziehung funktioniert, ist es nach einem Jahr Single-Dauer nur noch jede vierte. Bei Single-Männern ist diese Entwicklung nicht zu beobachten. Hier bleibt knapp jeder Dritte bei dieser Auffassung – auch nach Jahren der Partnersuche.


Mann hat positiven ersten Eindruck von seiner Date-Partnerin

„Ich glaube, man kann nur mit jemandem glücklich werden, der den eigenen Vorstellungen genau entspricht“

n = 6.101 Singles & Liierte

32%

Liierte

29%

Singles


„Nicht mein Typ“ – für 4 von 10 entsteht körperliche Anziehung nur, wenn das Aussehen passt

Ein Kribbeln im Bauch, heiße Blicke und Kopfkino – damit das passiert, reichen bei 43 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer Sympathie und eine gleiche Wellenlänge nicht aus. Bei ihnen entsteht körperliche Anziehung nur dann, wenn ihr Gegenüber optisch ihrem Typ entspricht. Für junge Single-Frauen zwischen 18 und 29 Jahren ist das „richtige“ Aussehen für die sexuelle Anziehung aber weniger wichtig (39 Prozent) als für Single-Männer in diesem Alter (45 Prozent).


Hilfreich oder Hindernis? Jeder dritte Single hat das Gefühl, immer wieder an die Falschen zu geraten

Zu wissen, was man sucht und braucht, kann Vorteile haben: So sagen vor allem diejenigen Befragten, die derzeit in einer Beziehung sind, dass ihr Partnerwahl-Muster ihnen eine gute Orientierung bietet und zu guten Beziehungen geführt hat (34 Prozent). Unter den Singles ist nur jede:r Fünfte davon überzeugt, dass das eigene „Beuteschema“ hilfreich ist (22 Prozent). Vielen steht ihr Partnerwahl-Muster dagegen eher im Weg: Mehr als jeder dritte Single (35 Prozent) hat das Gefühl, immer wieder an die Falschen zu geraten. Dabei zweifeln Single-Frauen (38 Prozent) noch einmal deutlich mehr an ihrem Suchmuster als Single-Männer (31 Prozent).

Singles
Liierte

Mein Partnerwahl-Muster bietet mir Orientierung und hat zu guten Beziehungen geführt

Ich habe das Gefühl, ich gerate immer wieder an die Falschen

6.101 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland sowie Beziehungsstatus. Angaben in Prozent

Vorbild Eltern: Junge Männer sehen Ähnlichkeiten zu Mutter und Vater

Besonders brisant: Jede:r Sechste ist bei der Partnerwahl durch die eigenen Eltern beeinflusst. 18 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen geben an, dass ihre bisherigen Partner:innen zumindest zum Teil Ähnlichkeiten mit der eigenen Mutter bzw. dem eigenen Vater hatten. Vor allem jüngere liierte Männer sehen Parallelen zwischen ihrem:r Partner:in und einem Elternteil, hier ist es jeder dritte (18 bis 29 Jahre: 33 Prozent, 30 bis 39 Jahre: 30 Prozent). Mit zunehmenden Alter nimmt dieses Phänomen ab – so wie auch grundsätzlich mit dem Älterwerden mehr Flexibilität und weniger Fixierung auf einen bestimmten Typ erkennbar werden.

„Meine bisherigen Partner:innen hatten zum Teil Ähnlichkeit mit meiner:m Mutter bzw. Vater“

Befragte nach Alter

18-29 Jahre
30-39 Jahre
40-49 Jahre
50-59 Jahre
60-69 Jahre
6.101 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland sowie Beziehungsstatus. Angaben in Prozent

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Muster lassen sich am besten verändern, wenn man sie erkennt“

„Auf unser Partnerwahlmuster wirken vielen Faktoren ein“, so Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach. „So prägen positive wie negative Einflüsse aus der Kindheit aber auch mit vorherigen Beziehungen unsere Präferenzen. Gleichzeitig bestimmen unbewusst ablaufende Prozesse in uns, was wir attraktiv und anziehend finden. Sie laufen automatisch ab und entziehen sich unserer rationalen Kontrolle. Gesellschaftliche Idealvorstellungen sind zudem mitverantwortlich, wen wir als Partner:in suchen. Da ein Großteil unserer Suchmuster automatisch ablaufen, sind sie sehr stabil und schwer zu verändern. Doch gerade diejenigen, die aufgrund der Partnerwahl wiederholt scheitern, sollten genau hinschauen, das bisherige Verhalten reflektieren und kritisch hinterfragen. Muster lassen sich am ehesten verändern, wenn man sie erkennt.“


„Wenn Sie an Ihre eigenen Erfahrungen beim Daten bzw. mit bisherigen/aktuellen Partner:innen denken: Inwieweit stimmen Sie persönlich folgenden Aussagen zu?“

GesamtFrauenMännerSinglesLiierte
Meine bisherigen Partner:innen/Dates waren sehr unterschiedlich48,551,845,244,150,6
Für mich entsteht körperliche Anziehung nur dann, wenn jemand meinem optischen Typ entspricht44,743,246,143,545,3
Ich glaube, man kann nur mit jemandem glücklich werden, der den eigenen Vorstellungen genau entspricht31,030,132,028,832,2
Mein Partnerwahl-Muster bietet mir Orientierung und hat zu guten Beziehungen geführt29,826,932,622,233,6
Meine bisherigen Partner:innen/Dates waren charakterlich recht ähnlich29,326,232,426,830,6
Meine bisherigen Partner:innen/Dates waren optisch recht ähnlich28,925,232,525,730,5
Ich habe das Gefühl, ich gerate immer wieder an die Falschen23,824,323,334,618,3
Ich glaube, dass mein Partnerwahl-Muster eine glückliche Beziehung erschwert23,423,423,327,821,1
Meine bisherigen Partner:innen hatten zum Teil Ähnlichkeit mit meiner:m Mutter bzw. Vater15,713,917,513,716,8
6.101 erwachsene deutsche Internetnutzer (Singles und Liierte), bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland sowie Beziehungsstatus. Angaben in Prozent

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2022
  • MethodeOnline-Befragung
  • TeilnehmerErwachsene deutsche Internetnutzer von 18 bis 69 Jahren
  • Fallzahl6.101 Singles und Liierte
  • ErhebungszeitraumOktober/November 2021
  • InstitutFittkau & Maaß
  • Region/Stadt/LandDeutschland / bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland sowie Beziehungsstatus