Mann sitzt am Steg und hat Verlustangst

Verlustangst: Bitte verlass‘ mich nicht

von: ElitePartner Redaktion , 16. Februar 2018

Die Freitage sind für ihre Freundinnen reserviert. Ihm passt das gar nicht, er hätte seine Partnerin gerne die ganze Zeit um sich. „Was macht sie jetzt?“, „Vielleicht lernt sie gerade jemanden kennen, den sie besser findet als mich“. Mit solchen Gedanken quält sich eine von Verlustangst eingenommene Person beim Auf- und Abgehen durch die gemeinsame Wohnung.

Verlustängste in Beziehungen können ein wahrer Beziehungskiller sein. Wer sich dieser Panik ergibt, verliert den Partner sogar, wenn der nachhaltig genervt ist, sich kontrolliert und eingeengt fühlt. Wer hingegen seine Verlustangst überwindet, stellt oft fest, wie unnötig sie war. Damit das gelingt, ist es wichtig zu verstehen, was diese psychische Belastung eigentlich ausmacht.

Verlustangst: Ein Phänomen

Es gibt Menschen, die übermäßig Angst davor haben, etwas Bestimmtes zu verlieren. Das kann ein Job sein, der finanzielle Status oder der Partner. Die Verlustangst ist bei diesen Menschen extrem ausgeprägt und bestimmt ihr ganzes Denken und Handeln. Gerade in Beziehungen, also in der Wechselwirkung mit einem Partner, kann die anhaltende Panik tatsächlich schwer belastend sein. Denn wer um den Partner Verlustangst hat, beginnt zu klammern und versucht, den anderen zu kontrollieren. Das wirkt einengend und hat wenig mit einer gesunden Vertrauensbasis in der Beziehung gemein. In unserer ElitePartner-Studie gaben weit über 60 Prozent der befragten Männer und Frauen an, sie würden sich trennen, wenn der Partner sie zu sehr einengt und ihnen zu wenig Freiraum lässt. Nur eine längere Affäre ist ein noch stärkerer Trennungsgrund. Beim Phänomen Verlustangst gerät das Paar schnell in einen Teufelskreis. „Was machst du?“, „Wo bist du?“, „Mit wem bist du unterwegs?“, „Wann kommst du nach Hause?“. Tauchen solche Fragen in Endlosschleife auf, hat das zur Folge, dass sich der Partner seines Freiraums beraubt fühlt. Die Trennungsangst ist dann mehr als berechtigt. Das Problem ist allerdings selbstgemacht.

Ursachen von Verlustangst

Es läuft nicht immer alles rund im Leben. Der Job macht richtig Spaß und doch wird der befristete Arbeitsvertrag nicht verlängert. Auch gibt es Beziehungen, bei denen längst klar ist: Das ist nichts für die Ewigkeit. Für die meisten Menschen gehören kleine und größere Verluste zum Leben. Eine Krise oder Leidensphase tritt erst ein, nachdem der Verlust tatsächlich erlitten wurde. Bei anderen besteht aktuell gar kein offensichtliches Problem und doch ist die Krise da. Der Job ist unbefristet, alle sind wohlauf und der Partner beteuert täglich, wie glücklich er mit einem ist. Hat jemand in so einer Situation permanent Angst davor, etwas oder jemanden zu verlieren, liegen die Ursachen dieser Verlustangst nicht in der Beziehung sondern oft in der Vergangenheit. Die Scheidung der Eltern oder die Vernachlässigung durch Mutter oder Vater in jungen Jahren sind oft so prägend, dass sich daraus eine die Persönlichkeit prägende Verlustangst entwickelt.

„Auch schlechte Erfahrungen in einer früheren Liebesbeziehung können schuld daran sein“, erklärt unsere ElitePartner-Psychologin Lisa Fischbach. Bindungsängste und der Verlustgedanke treten häufig als gefährliches Beziehungspaar auf. Ein Geständnis vom langjährigen Partner, er habe seit längerem eine unverbindliche Liebelei, mit der er von nun an zusammen sein möchte, kann ein so prägendes Erlebnis sein, dass von nun an jede weitere Bindung negativ beeinflusst, oder jede Möglichkeit auf eine neue Partnerschaft im Keim erstickt wird.

Verlustangst überwinden in drei Schritten

1. Verlustangst erkennen

Nur wer ein Problem als solches er- und anerkennt, kann es erfolgreich lösen. Hören Sie häufig von anderen, Sie würden unter einem Kontrollzwang leiden und extrem klammern? Oder sind Sie eine unnahbare Frau oder ein unerreichbarer Mann und lehnen absolut jeden als Partner ab? In beiden Fällen könnte die Angst davor, jemanden zu verlieren, die Ursache des Verhaltens sein. Denken Sie in Ruhe darüber nach und seien Sie bei Ihrer Selbstanalyse absolut ehrlich mit sich.

2. Ursachen der Verlustangst ergründen

Finden Sie in einem nächsten Schritt heraus, wo die Ursachen für Ihre Verlustangst in der Beziehung liegen. Vermuten Sie diese in Geschehnissen aus Ihrer Kindheit, separieren Sie diese Erlebnisse aus dem Jetzt und distanzieren Sie sich davon. Die Verlustängste Ihres Kinder-Ichs müssen mit Ihrem Erwachsenen-Dasein nichts zu tun haben. Weil Ihr Vater vor 20 Jahren Sie, Ihre Geschwister und Ihre Mutter verlassen hat, heißt das nicht, dass Sie heute deshalb von Ihrem Partner verlassen werden. Das gleiche gilt generell für Ihre Partnerschaften. Wenn Ihr Ex-Partner eine Affäre hatte, muss Ihr aktueller Partner noch lange keine haben. Haben Sie also keine Angst vor der Liebe.

3. Verlustangst des Partners: Holen Sie sich Rat bei einem Experten

„Es ist individuell sehr unterschiedlich, ob man allein aus den seelischen Verletzungen herauskommen kann oder ob es besser ist, fremde Hilfe anzunehmen“, betont Psychotherapeutin Dr. Ulrike Sammer, in einem Interview mit emotion. Der Blick von außen bewirkt oft Wunder. Ist die Verlustangst nicht alleine zu lösen, weil zum Beispiel die Ursachen unklar sind, ist es sinnvoll, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Therapeuten oder Mediatoren helfen bei der Ursachenforschung und bieten individuell passende Problemlösungen an.

Verlustangst: Gestehen Sie sich als Betroffener die Angst ein

Verlustgedanken können verschiedene Ursachen haben. Diese wurzeln oft in vergangenen Tagen und können mit schlechten Erfahrungen in Partnerschaften zusammenhängen – sei es zu den Eltern oder zu einem Partner. Doch genauso wie man der Verlustangst zum Opfer fallen kann, können Betreffende sich ihr auch wieder entledigen. Der erste Schritt zur Besserung ist, sich die Angst davor, den Partner zu verlieren, einzugestehen. In weiteren Schritten gilt es, die Ursachen zu erkennen. Je nach Intensität ist vielleicht sogar der Weg zu einem Außenstehenden ratsam. Und: Wenn der Partner spricht, hilft es zuzuhören. Denn es könnte ein „Ich liebe dich und mach dir keine Sorgen“ dabei sein. Das zu verpassen, weil das Kopfkino schon wieder Stoff für Tragödien produziert, wäre zu schade. Gehen Sie Ihre Probleme also aktiv an und überwinden Sie Ihre Verlustangst.

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