Mann im Rollstuhl geht die Partnersuche mit Handicap an und sitzt mit einer Frau im Park

Partnersuche mit Handicap: Die Tipps im Überblick

von: ElitePartner Redaktion , 13. Mai 2017

In Deutschland leben etwa 10,2 Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Damit ist die Partnersuche mit Handicap kein Thema, das am Rande der Gesellschaft steht. Dennoch ist sie mit vielen Unsicherheiten verbunden: Muss man körperliche Beeinträchtigungen bei der Online-Partnersuche unbedingt angeben? Und wenn nicht, wann sollte man sein Gegenüber einweihen? Unsere Diplom-Psychologin liefert hilfreiche Tipps für Singles mit Handicap.

Inhaltsverzeichnis:

Partnersuche mit Handicap: Wie offen sollten Singles sein?

Die Online-Partnersuche ist etwas ganz Persönliches – besonders dann, wenn Singles mit Handicap die Liebe finden wollen. Wie viel Offenheit ist angebracht und was sollte mein Gegenüber alles von mir wissen? Gehört diese Zusatz-Info in das Online Profil und wenn ja, wohin?

Die Meinung von Betroffenen in unserem ElitePartner-Forum ist kontrovers:

  1. Ein Nutzer rät: „Persönlich bin ich der Meinung, dass Du das irgendwo bei ‚Das Besondere an mir ist, dass…’ oder woanders hineinschreiben bzw. bei den ersten Kontakten angeben solltest.“
  2. Ein anderer Gast würde die Partnersuche mit Handicap anders angehen: „Nein, ich würde es nicht mit ins Profil schreiben, genau wie Krankheiten… Wenn du merkst, dass Interesse von der anderen Seite da ist, sagst/schreibst du es einfach. Dann wirst du schon sehen, was passiert. Aber trotzdem nicht zu spät damit rausrücken! Also innerhalb der ersten Mails oder beim ersten Telefonat.“

In der öffentlichen Diskussion wird deutlich: Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Offenbarung bei der Partnersuche mit Handicap polarisiert. Ist die Angabe einer körperlichen Einschränkung wirklich schon im Profil empfehlenswert oder besser erst im persönlichen Kontakt eine Erwähnung wert?

Folgende drei Überlegungen können Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen:

  • Ist meine körperliche Beeinträchtigung bei einer persönlichen Begegnung sofort erkennbar und schränkt zum Beispiel Mobilität oder normale Aktivitäten stark ein?
  • Ist meine Behinderung allgemein bekannt oder sehr komplex und erklärungsbedürftig und nicht mit wenigen Worten in einem Profil zu beschreiben?
  • Bin ich selbstbewusst genug, um mit einer Zurückweisung bei einem ersten persönlichen Kontakt umzugehen, wenn ich mein Handicap vorab nicht kommuniziert habe?

Wie Sie Ihr Profil als Single mit Handicap gestalten? Ehrlichkeit zahlt sich aus

Sich als Person möglichst authentisch darzustellen, ist der beste Tipp beim Online-Dating – das gilt auch für die Partnersuche mit Handicap. Thorsten ist auf einen Rollstuhl angewiesen und hat sich dafür entschieden, neben einem Porträtfoto zusätzlich ein Ganzkörperbild einzustellen, das ihn im Rollstuhl zeigt – denn das Hilfsgerät gehört zu seinem alltäglichen Leben einfach dazu, Thorsten möchte es nicht künstlich verbergen. Auch im Profil möchte er seine Einschränkung zumindest andeuten. Unsere Diplom-Psychologin und Single-Coach Lisa Fischbach rät: „Beim Thema Liebe mit Behinderung besteht zu keiner Zeit eine Art Offenbarungspflicht. Dass Thorsten von Anfang an mit offenen Karten spielt, verschafft ihm jedoch den Vorteil, dass seine Kontakte von Anfang an von seiner Versehrtheit wissen und dieser offenbar aufgeschlossen gegenübertreten. Eine gute Voraussetzung für das weitere Kennenlernen.“ Wer wie Thorsten eine körperliche Beeinträchtigung im Profil angeben möchte, sollte sich gleichzeitig Gedanken über die eigenen Stärken machen und diese formulieren.

Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann bei der Partnersuche mit Handicap zum Beispiel schreiben: ‚Das Besondere an mir ist, dass ich trotz meines Rollstuhls sehr aktiv und sportlich bin.’

Wichtig ist ein positiver und lebensbejahender Tenor, der nicht das Handicap, sondern die Persönlichkeit und Interessen betont.

Liebe mit Behinderung – mit Persönlichkeit punkten

Wer im Netz nach einem Partner sucht, hat oftmals viele Kriterien im Kopf, anhand derer er aussortiert. Das gibt auch ein Teilnehmer unseres Forums zu bedenken: „Ob ich eine Behinderung allerdings sofort im Profil angeben würde, empfinde ich als sehr zweifelhaft, denn hier werden schon Leute nur wegen ihrer Haarfarbe, Beruf, Kindern o.ä. sofort gelöscht, bevor man den Menschen dahinter überhaupt jemals beleuchtet hat.“

Der Vorteil von Ehrlichkeit

Dem stimmt unsere Expertin zwar zu, verweist allerdings auch auf einen entscheidenden Vorteil bei einer ehrlichen Herangehensweise bei der Partnersuche mit Handicap:

„Wer schon im Profil auf seine körperlichen Einschränkungen hinweist, erhöht tatsächlich das Risiko, auf versendete Partneranfragen häufiger eine Absage zu erhalten. Die Selektion erfolgt hier also zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Bei der Partnersuche für Behinderte sollte dies keinesfalls persönlich genommen werden und Ausdauer bewiesen werden. Gleichzeitig ist es vorteilhaft, dass Betroffene so vor allem Response von ehrlich interessierten Singles erhalten, die mit einem Handicap umgehen können.“

Ein weiterer Nutzer unseres Forums bestätigt: „Nur oberflächliche Menschen schließen einen Partner mit Behinderung aus.“ Insofern eröffnet die Online-Partnersuche Singles mit Handicap eine gute Chance, mit ihrer Persönlichkeit zu punkten und online auf Menschen zu treffen, die unvoreingenommen auf der Suche nach einem passenden und nicht nach einem vermeintlich „perfekten“ Partner sind.

Partnersuche mit Handicap: Tipps für eine Offenbarung im realen Leben

Der richtige Zeitpunkt

Ist das Handicap eines Singles mit Behinderung nicht offenkundig, sondern handelt es sich eher um ein nicht sichtbares oder womöglich intimes Handicap, ist eine frühe Offenbarung nicht indiziert. Der richtige Zeitpunkt ist stattdessen so individuell wie die Beeinträchtigung, verdient aber bei der Partnersuche mit Handicap jedem Fall einen vertrauten Moment. Dazu berichtet unsere Diplom-Psychologin von einem Fall aus ihrer Praxis: Ein Mann, Ende Dreißig, der an Morbus Osler leidet, einer Bindegewebsschwäche der Gefäße. Diese Erbkrankheit bleibt im Alltag eher unbemerkt, bringt keine großen Einschränkungen mit sich, kann allerdings in bestimmten Situationen zu sehr starkem Nasenbluten führen – vor allem bei Erregung. Also war dem Betroffenen klar: Vor dem ersten Sex muss er sein Handicap bei der Frau ansprechen. An einem intimen und vertrauten Abend weihte er sein Date ein. Für die offene Art erntete er einen innigen Kuss.“ Fazit: Richtiger Zeitpunkt, passendes Gegenüber.
Vorkommen kann es jedoch immer, dass der Partner in spe eine solche Bekundung zu einem späteren Zeitpunkt falsch auffasst oder sich getäuscht fühlt. Das macht die Partnersuche mit Handicap zu einer Herausforderung. Doch Forennutzerin, 32, beschwichtigt: „Sicher kann man jetzt argumentieren, dass ein möglicher Partner das Recht hat zu wissen, worauf er sich einlässt. Auf der anderen Seite hat jeder das Recht auf Intimität, was für mich hier schwerer wiegt.“

Eins muss dabei jedoch stets klar sein:

Je später ein Betroffener seine Einschränkung preisgibt, umso stärker steigt das Risiko, dass sich ein interessierter Kandidat getäuscht fühlen könnte.

Die richtige Art und Weise

Die Partnersuche mit Handicap ist also durchaus ein sensibles Thema. Wer seine (körperliche) Einschränkung erst im persönlichen Gespräch offenbaren und erklären möchte, sollte deshalb folgende fünf Tipps beachten:

  1. Besprechen Sie Ihr Handicap mit ihrem Date-Partner in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre.
  2. Bringen Sie Ihrem Gegenüber Ihre Beweggründe und Ängste für die späte Offenbarung nahe.
  3. Schaffen Sie ein Verständnis für Ihr Handicap und zeigen Sie auf, inwiefern Sie Ihre Behinderung im Alltag und insbesondere innerhalb einer Partnerschaft einschränkt.
  4. Fokussieren Sie sich im Gespräch nicht nur auf die negativen Folgen Ihrer Behinderung, sondern zeigen Sie Ihrem Gegenüber auch Ihre Stärken auf, die sie erst durch Ihr Handicap entwickeln konnten.
  5. Geben Sie dem anderen Raum und Zeit, um die neuen Umstände zu verarbeiten und zu überlegen, inwieweit die Gegebenheiten das Verhältnis zwischen Ihnen für ihn verändert.

Partnersuche mit Handicap: Hier werden Sie fündig

Eins vorweg: Die Partnersuche mit Handicap ist kein Handicap für die Liebe. Ganz im Gegenteil. Manche Menschen lassen vor allem bei Dating-Apps oder Singlebörsen eine gewisse „Katalog-Mentalität“ walten, andere nutzen das Medium, um schon früh einen authentischen Eindruck der anderen Person zu erhalten, der über den optischen Faktor hinausgeht, um einen Partner zu finden. Das ist vor allem bei seriösen Partnervermittlungen wie ElitePartner der Fall. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, spielerisch, mit einer gewissen Leichtigkeit und ohne große Erwartungen an die Suche nach der Liebe mit Handicap heranzugehen. Die erhöhte Angst Betroffener, auf Ablehnung zu stoßen, ist verständlich – aber unnötig. Vor allem bei einer professionellen Partnerbörse stehen – anders als bei vielen Dating-Apps – Aspekte wie die Persönlichkeit, Interessen, Werte und Ziele der Singles im Fokus. Hier geht es nicht um Oberflächlichkeiten, sondern um den Menschen hinter dem Profil. Unser Matching-Verfahren ermöglicht insbesondere Singles mit Handicap und Alleinstehenden mit Anspruch und einem ernsten Beziehungswunsch genau den Menschen kennenzulernen, der wirklich zu ihm passt, der ihn ergänzt und so akzeptiert wie er ist.

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