Mutter streitet mit Tochter weil neuer Partner mit Kind Probleme ergibt

Neuer Partner mit Kind – so vermeiden Sie Probleme

von: ElitePartner Redaktion , 14. Februar 2018

Es ist schon so lange her, dass Anne dieses Gefühl hatte: Sie ist über beide Ohren verliebt – in Jan, ihren neuen Partner mit Kind. Die Probleme sind also vorprogrammiert, das erkennt sie trotz der Anfangseuphorie sofort. Und schon stellt sie alles in Frage: Gibt es eine Zukunft mit ihrem neuen Partner? Kann sie das fremde Kind akzeptieren?

Es gab im Jahr 2015 laut statista in Deutschland rund 409.000 alleinerziehende Väter und 2.331.000 alleinerziehende Mütter – ein großer Pool also, der eine Geschichte wie die von Anne und Jan äußerst wahrscheinlich macht. Bei einem neuen Partner mit Kind gibt es Probleme – ganz klar, denn man tritt nicht nur in das Leben des neuen Partners, sondern auch der Nachwuchs gehört dazu.

Beziehungskonzepte im Wandel

Das traditionelle Beziehungsmodell „bis dass der Tod uns scheidet“ hat gerade beim Themen „neue Partner mit Kind und daraus resultierende Probleme“ weitestgehend ausgedient. „An seine Stelle treten nach der Partnersuche mit Kind eine Reihe von verschiedenen Beziehungsformen – von der festen Partnerschaft in getrennten Wohnungen, dem Zusammenleben ohne Trauschein, der Patchwork-Familie bis hin zur beruflich bedingten Fernbeziehung“, so unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. Die heutige Herausforderung heißt also nicht nur die neue Liebe, sondern auch mögliche Unstimmigkeiten in der Beziehung wegen des Kindes zu meistern.

Beziehungsprobleme wegen des Stiefkindes

Für eine neue Liebe ist es schwer, mit dem Kind und der neuen Beziehung umzugehen. Die Devise muss also lauten, sich der möglichen Komplikationen bewusst zu sein, das Kind aufzunehmen und dessen Ängste und Bedürfnisse zu verstehen. Männer und Frauen mit einem neuen Partner und Nachwuchs geben sich oft der Illusion hin, eine ganz normale Familie zu sein. Man möchte nicht nur dem neuen Partner ein guter Mann oder eine gute Frau sein, sondern auch für dessen Kind ein guter Stiefvater oder eine gute Stiefmutter. Dabei vergessen aber viele, dass das Kind des neuen Partners oft Probleme hat, die neue Person im Haus einzuordnen und zu akzeptieren. Und so wird das Bemühen des neuen Partners vom Kind meist wenig honoriert, häufig sogar boykottiert.

Kinder leiden unter der Trennung der Eltern

Ein neuer Partner rührt in den Kindern aus einer früheren Beziehung die Angst, sie könnten nun auch noch den zweiten Elternteil nach der Trennung mit Kind verlieren. Unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach weiß:

„Kleine Kinder gewöhnen sich schneller an die neue Situation und nehmen einen neuen Partner eher als eine Art Elternteil wahr, wenn dieser dauerhaft und verlässlich da ist. Das ist mit größeren Kindern und dem neuen Partner oft ein Problem, weil sie eher daran gewöhnt sind, das Elternteil für sich allein zu haben oder noch stärker unter einer Trennung leiden.“

Und auch der Diplom-Psychologe Andreas Engel, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung sagt gegenüber Welt: „Kinder behalten fast immer die Vorstellung, dass eigentlich die leiblichen Eltern zusammengehören. Der neue Partner wird als Störer und Eindringling gesehen.“

Fremdes Kind akzeptieren: Das Alter der Kinder spielt eine große Rolle

Streit, Trotz, Ablehnung und Wut sind das Resultat. Die Kinder verschließen sich und für einen neuen Partner ist es kaum möglich mit dem Nachwuchs zu diskutieren. Sätze wie „Du hast mir gar nichts zu sagen“, „Du bist nicht mein Vater“ oder „Meine Mama kann das viel besser“ sind deshalb klassische Aussagen der Kinder. Ein harmonisches Zusammenbleiben mit Kindern sieht anders aus. Sind die Kinder noch sehr klein – unter zwei Jahren – ist es für den neuen Partner einfacher, Probleme mit dem Kind zu vermeiden. Die Kleinen lassen sich am ehesten auf die Zuneigung des neuen Menschen im Leben von Vater oder Mutter ein. Bei Kindergarten- und Vorschulkindern ist das schon schwieriger, weil sie vieles auf sich beziehen und oftmals auch glauben, sie seien der Grund für die Trennung ihrer Eltern. Die daraus entstehenden Schuldgefühle nach der Trennung führen zu heftigen Reaktionen wie Wut, Zorn, Eifersucht und Trauer. Kinder ab sechs haben es am schwersten, denn sie haben starke Loyalitätskonflikte. In ihrem kindlichen Denken dürfen sie ja den neuen Elternteil gar nicht gernhaben, denn damit würden sie die leibliche Mutter oder den leiblichen Vater verraten.

Glückliche Familie – Schritt für Schritt gegen die Probleme beim neuen Partner mit Kind

Ist eine glückliche Beziehung mit Kind des neuen Partners möglich? Und wie lassen sich Schwierigkeiten von Anfang an vermeiden? Wie kann die Stiefmutter respektive der Stiefvater das Kind hinzunehmen und eine Wohlfühlatmosphäre für alle Beteiligten schaffen?

1. Gegen Problemen beim neuen Partner mit Kind: Nehmen Sie Ablehnung nicht persönlich

Ablehnung und Gefühlsausbrüche zählen zu typischen Problemen. Wichtig ist, sie als Neuzugang in der Familie nicht persönlich zu nehmen. Das fremde Kind sollte man akzeptieren und respektieren, denn die negativen Gefühle richten sich in erster Linie gegen die Rolle des neuen Partners, nicht aber gegen ihn als Person. Somit sollten Sie die Diskrepanzen nicht zu Beziehungsproblemen werden lassen.

2. Gehen Sie vorerst auf Abstand und begegnen Sie sich mit der Zeit

Bei einem neuen Partner mit einem Kind aus einer früheren Beziehung ist Geduld gefragt. Besonders bei Kindern ab dem Schulalter sollten die Bemühungen, die Zuneigung des Kindes zu gewinnen, nicht übertrieben werden. Familien-Psychologin Christiane Papastefanou rät gegenüber Welt: „Sie müssen sich Zeit lassen, um eine Beziehung aufzubauen.“ Ein diplomatisches Vorgehen sei bei einem neuen Partner mit Kind wichtig, um Problemen vorzubeugen. Das Kind darf nicht überrumpelt werden. Beide Seiten müssen sich aneinander gewöhnen.„Bei Patchwork-Familien gibt es immer das Problem, dass zwei Systeme aufeinanderprallen, die unterschiedliche Geschichten und Rituale haben“, so Papastefanou. „Es ist schwierig, das auszutarieren.“ Es gelingt nur, wenn man das fremde Kind akzeptiert, respektiert und gemeinsame Rituale entwickelt. Deshalb sei es auch besser, nicht sofort zusammenzuziehen, meint Carmen Thiele, Fachreferentin beim Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien. Beginnen Sie lieber mit einigen Treffen mit dem neuen Partner mit Kind. Probleme entstehen so gar nicht erst oder dezenter, weil das Kind Sie nicht als direkten Eindringling wahrnimmt.

3. Seien Sie Partner, nicht aber Mutter oder Vater

Die Einstellung ist zwar löblich, jedoch führt der Drang den fehlenden Elternteil ersetzen zu wollen unweigerlich zu Beziehungsproblemen wegen des Stiefkindes. Das Kind wird direkt eine Abwehrhaltung einnehmen. Psychologin Papastefanou sieht darin besonders bei Jugendlichen ein großes Problem. Der neue Partner könne den leiblichen Elternteil niemals ersetzen, betont sie: „Sonst muss man sich anhören: Du hast mir gar nichts zu sagen!“ Dagegen funktioniere aber die Rolle des älteren Kumpels sehr gut.Auch Fachreferentin Carmen Thiele hält es für wichtig, dass man in einer Beziehung mit einem neuen Partner mit Kind, Probleme vermeidet, indem man sich keine Erziehungskompetenzen anmaßt. Dies sei die Aufgabe der leiblichen Eltern. Papastefanou fasst zusammen: „Man darf nie den leiblichen Vater oder die leibliche Mutter infrage stellen oder hintergehen.“

4. Nehmen Sie Reaktionen des Kindes ernst

Während bei einem neuen Partner mit Kind Probleme entstehen können, zeigen die Kinder selbst häufig physische und psychische Auffälligkeiten: Aggressivität, stärkere Weinerlichkeit, vielleicht machen sie plötzlich wieder ins Bett. Sowohl als leiblicher Elternteil, als auch als neuer Partner sollten Sie diese Dinge als das sehen, was sie sind: Angst vor dem Verlust der Zuwendung. Jetzt ist es wichtig, nicht genervt oder abweisend zu reagieren, sondern dem Kind ganz klar zu zeigen, dass es gewertschätzt wird. Hier gilt für das leibliche Elternteil: Die Liebe eher verstärken, mehr kuscheln, viel reden. Der Satz „Ich liebe dich“ ist dabei ganz wichtig, um ihnen die Angst und Unsicherheit zu nehmen.

5. Probleme durch neuen Partner mit Kind? Schrauben Sie Ihre Erwartungen herunter

Um bei einer Beziehung nicht zu sehr enttäuscht zu werden, sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Selbst wenn Sie sich die allergrößte Mühe geben, das fremde Kind (trotz seiner Widerspenstigkeit) zu akzeptieren – Sie werden nicht auf Anhieb die erwartete Gegenliebe erhalten. Das kann dann sogar so weit gehen, dass es zu ernsthaften Unstimmigkeiten wegen des Kinds kommt und die Patchwork-Familie schnell scheitert. Geben Sie den Dingen Zeit.

6. Zeigen Sie Grenzen auf

Auch wenn in einer Beziehung mit einem neuen Partner mit Kind Probleme ernst genommen werden sollten und man als neues Familienmitglied viel zurückstecken muss, heißt das nicht, dass Sie sich auf der Nase herumtanzen lassen müssen. „Natürlich muss man nicht alles hinnehmen“, sagt Papastefanou. Dem Willen des Kindes sollten Sie sich letztlich nicht beugen. „Das wäre eine Vertauschung der Rollen“, bekräftigt auch Pflege- und Adoptivexpertin Thiele. Es dürfe nicht zu Beziehungsproblemen wegen des Stiefkindes kommen.

Neuer Partner mit Kind – Probleme lassen sich ausräumen

Es ist schwer, aber nicht unmöglich. Viele Patchwork-Familien begehen den Fehler, gleich zu Beginn zu viel zu erwarten: Man zieht beim neuen Partner mit Kind aus einer früheren Beziehung ein, Schwierigkeiten gibt es nicht, es ist alles harmonisch. So funktioniert das aber nicht. Es kann jedoch mit etwas Geduld gelingen. Der neue Partner sollte es langsam angehen lassen und Abstand wahren. Der leibliche Elternteil muss besonders viel Zuneigung und Aufmerksamkeit für das Kind aufbringen. Neueste Studien belegen, dass Kinder in Patchwork-Familien genauso glücklich sind, wie Kinder in anderen Familien. Es lohnt sich also, die Probleme mit einem neuen Partner mit Kind gemeinschaftlich, geduldig und liebevoll anzugehen.

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