Eifersucht: So gelingt Ihnen der Umgang

von: ElitePartner Redaktion , 16. Februar 2018

Der eiskalte Stich der Eifersucht hat wohl jeden schon einmal ereilt. In der Kennenlernphase, wenn sich beide der Gefühle des anderen noch nicht sicher sein können oder aber in einer Beziehung, wenn Neid, Misstrauen oder Verlustangst vorherrschen. Doch was steckt dahinter, wenn der Partner eifersüchtig ist? Welche Psychologie steckt dahinter, ab wann spricht man von krankhafter Eifersucht und kann eine Beziehung trotz dieser dominanten Gefühle bestand haben?

Inhaltsverzeichnis:

Worin ist die Eifersucht verwurzelt?

Fast jeder kennt Eifersuchtsgefühle, ein Stück weit gehören sie zu einer Beziehung dazu. Wird die Eifersucht allerdings zum beherrschenden Thema, kann sie zu einer echten Belastungsprobe für eine Partnerschaft werden. Laut unserer ElitePartner-Studie ist für etwa die Hälfte der Männer und Frauen in Deutschland ein stark eifersüchtiger Partner ein Trennungsgrund. Problematisch wird es besonders dann, wenn zum Beispiel Neid oder Misstrauen vollkommen unbegründet ist. Doch was genau sind die konkreten Ursachen von Eifersucht?

Eifersucht als Warnsignal

Eifersüchtiges Verhalten muss nicht unbedingt negativ sein. Denn manchmal tritt es verstärkt auf, wenn es in einer Beziehung nicht mehr gut läuft. ElitePartner-Expertin und Diplom-Psychologin Lisa Fischbach erklärt: „Fällt die Klimakurve in einer Beziehung ab, ist Wachsamkeit gefordert. Eifersucht kann hier einen entscheidenden Impuls liefern: Wer sie verspürt, ist angehalten, seine Vertrauensposition zu überprüfen.“ Dabei muss nicht einmal unbedingt sexuelle Untreue Ursache für Eifersucht sein. Möglicherweise entfernen sich beide Partner emotional voneinander und das Bauchgefühl schlägt Alarm.

Geringe Selbstachtung ist ein Treiber für Eifersucht

Oft liegen die Gründe für das Gefühls-Chaos nicht in dem tatsächlichen Verhalten des potenziellen oder festen Partners. In den meisten Fällen liegen die Gründe in der Psyche des Menschen. Die Eifersucht-Psychologie lautet dann: Oft glauben die Betroffenen, dass sie eigentlich nicht gut genug für ihren Partner seien. Sie fühlen sich nicht intelligent, attraktiv oder liebenswert genug, um mit ihrem Gegenüber eine Beziehung zu führen – und leben daher in der ständigen Angst, dass der andere aus dem Leben verschwindet.

Eifersucht nach Verlusterfahrungen und Seitensprüngen

Manchmal liegt der Kern des Eifersuchtsproblems auch in der eigenen Kindheit. Haben Eltern eine unglückliche Ehe mit Seitensprüngen, Streitereien oder einen Scheidungskrieg vorgelebt, kann diese Erfahrung bis ins Erwachsenenalter hinein prägen. Die Angst, die gleichen traumatischen Beziehungskrisen wie die Eltern durchmachen zu müssen, kann auch die beste Partnerschaft mit Anschuldigungen und unbegründeter Eifersucht überschatten.

Dabei muss gar nicht bis in die Kindheit zurückgeblickt werden, um negative Erlebnisse aufzudecken, die belastende Folgen haben könnten. Gab es in einer vergangenen Beziehung einen verletzenden und unverarbeiteten Seitensprung, setzt jeder alles daran, dass sich ein solcher Vertrauensbruch in der Beziehung nicht wiederholt – auch diese Psychologie steckt hinter Eifersucht. Allerdings kann es schnell passieren, dass die negativen Gefühle und Ängste, die eigentlich der Ex-Partner zu verantworten hat, auf jeden potenziellen Partner übertragen werden. Das kann sogar so weit gehen, dass Betroffene bereits ab dem ersten Kennenlernen Besitzansprüche an den potenziellen Partner stellen und bei jedem Blick des anderen auf die mögliche Konkurrenz mit Eifersuchtsanfällen reagieren.

Krankhafte Eifersucht? Ab wann spricht man davon

Trotz all der negativen Aspekte von Eifersucht, ist es vollkommen natürlich ab und an in dieses unangenehme Gefühl zu verfallen. Doch es gibt extreme Situationen, in denen eifersüchtiges Verhalten ein krankhaftes Ausmaß erreicht. Doch ab wann wird der Zustand krankhaft? Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Harald Oberbauer, Leiter der sogenannten Eifersuchtssprechstunde: „Krankhaft ist die Eifersucht dann, wenn die Lebensqualität des Eifersüchtigen – oder die Lebensqualität des Partners – beeinträchtigt ist.“

Und auch ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach warnt vor unangebrachten Eifersuchtsanfällen:

„Mit der Zeit verfärben und vergiften solche Aktionen die Atmosphäre einer Partnerschaft. Misstrauen und Kontrolle erzeugen einen ungeheuren Druck, nehmen dem anderen die Luft zum Atmen. Wer zu Unrecht verdächtigt wird, fühlt sich außerdem genötigt, sich zu rechtfertigen – für etwas, das er nicht getan hat.“

Aber gibt es bereits erste Anzeichen dafür, die man sowohl bei sich als auch bei neuen Bekanntschaften im Auge behalten sollte? Tatsächlich können gewisse Verhaltensweisen darauf hinweisen, dass ein Hang zur ungesunden Eifersucht besteht. Dazu zählt unter anderem der sehr ausgeprägte Wunsch nach Verschmelzung und Hingabe. Für Betroffene wirkt es oftmals sehr bedrohlich, alleine Zeit zu verbringen. Typisch ist es außerdem, wenn die Person dazu neigt, ihre eigene Identität in der des Partners aufzulösen.

So gehen Sie mit Eifersucht um

Besonders in der Kennenlernphase werden eifersüchtige Verhaltensweisen zunächst als kein unüberwindbares Problem wahrgenommen. Doch wer sich zu regelrechten Eifersuchtsanfällen hinreißen lässt, ohne etwas dagegen zu tun, riskiert sein Liebesglück. Das weiß auch Lisa Fischbach: „Wer so handelt, wählt die sicherste Strategie, den Partner zu vertreiben.“

Weiter erklärt die ElitePartner-Expertin, eine konkrete Auswirkung der verdrehten Eifersuchts-Psychologie, die es besonders schwer macht, mit einem eifersüchtigen Partner eine Beziehung zu führen:

„Mit seinen Vorwürfen erhebt sich der Eifersüchtige über seinen Partner: Er macht diesen für seine negativen Gefühle verantwortlich und fordert ihn auf, Verdächtigungen zu entkräften und die Lösung zu liefern. Eine richtige Reaktion wäre, dem eifersüchtigen Partner zwar Unterstützung und Verständnis zuzusichern, ihm aber ‚sein Päckchen‘ im übertragenen Sinne zurückzugeben und ihn auf seine Eigenverantwortung hinzuweisen.“

Zusammengefasst: Die wichtigsten Ursachen für Eifersucht

Ob bereits beim ersten Kennenlernen oder im Verlauf einer Beziehung – wenn die Eifersucht ihr hässliches Gesicht zeigt, kann sie zu einer echten Belastung werden. Sowohl für den Eifersüchtigen, als auch dessen Partner, ist krankhafte Eifersucht eine echte Qual. Am besten halten Sie bereits beim ersten Kennenlernen die Augen auf und achten auf die typischen Warnsignale. Merken Sie in einer Beziehung, dass Ihr Partner zu unverhältnismäßiger Eifersucht neigt, sprechen Sie das Thema am besten zeitnah an und versuchen Sie gemeinsam an dem Problem zu arbeite. Meist stecken folgende Gründe hinter dem Problem:

  • Eifersucht fungiert oftmals als Warnsignal für eine schwächelnde Beziehung
  • Hinter eifersüchtigem Verhalten kann ein geringes Selbstwertgefühl stecken
  • Verlusterfahrungen in der Kindheit können zu einer verstärkten Ausprägung führen
  • Vorangegangener Betrug in bisherigen Beziehungen verstärkt das Gefühl

Wenn Ihre Partnerschaft stark genug und eine offene Kommunikation möglich ist, kann eine Beziehung trotz Eifersucht Bestand haben.

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