Das geht einfach zu weit: Handyspionage

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Wenn Mißtrauen und Eifersucht zu weit gehen ...

Das geht einfach zu weit: Handyspionage

Da liegt es nun das Handy. Mitten auf dem Tisch. Und sie ist die bestellte Sushiplatte abholen. Keine Tastensperre, kein Geheimcode. Drei SMS sind kurz vorher eingetroffen. Da hat sie nur kurz reingeschaut und es kommentarlos zur Seite gelegt. Ist ja ihr gutes Recht, nichts zu sagen, von wem die sind.

Aber irgendwie war ein bisschen Spannung im Raum. Einbildung oder ist was dran? Die Chance ist ideal, in das Handy zu schauen und nachher unbemerkt zurück zu legen. Doch wie reagieren, falls ein fremder Absender oder ein verdächtiger Inhalt zu lesen ist? Außerdem ist es eine drastische Grenzüberschreitung, dass Vertrauen des anderen so zu missbrauchen. Was also tun? Der ein oder andere hat sicher schon einmal den Moment der Versuchung gespürt. Für die Beziehung von Karsten und Emma war es der Anfang vom Ende, wie er mir beim Telefon-Coaching berichtet hat. Er bereute es bitter, seinem Misstrauen nachgegangen zu sein und den Moment der Abwesenheit genutzt zu haben.

Was er las, war wenig aufschlussreich, hinterließ jedoch ein mulmiges Gefühl. Ein Alex hatte geschrieben, dass sie alles so machen, wie von ihr vorgeschlagen und sie sich Freitagmittag treffen. Emma kam mit dem Essen wieder, doch Karsten konnte den Stimmungswechsel schwer verbergen. Emma merkte das, sprach ihn an, was los sei, aber Karsten wiegelte ab. Der Abend verlief angespannt und zum Schluss wurde über das Fernsehprogramm gestritten. Als sie im Bett lagen, wollte sich Karsten an Emma kuscheln, sie drehte sich genervt weg. Das passte in Karstens negative Gedanken und es platzte aus ihm heraus: "Wer ist eigentlich dieser Alex?" Auch wenn er Emma heute glaubt, dass es nur ein Freund der Arbeitskollegin ist, der ihr Tipps für die Fremdsprachenreise geben wollte, hat seine Grenzüberschreitung Emma so verletzt, dass sie sich trennte.

In den meisten Fällen gehen Misstrauensgefühle oder Eifersuchtsdramen einer Handyspionage voraus. Sie kann unterschiedliche Schweregrade annehmen: Entweder der Blick ins Handy, meist mit Zugriff auf ein Sammelsurium privater Daten, das Installieren von Schnüffelsoftware, die SMS und andere Daten ungemerkt weiterleitet oder die Überwachung durch Ortungssysteme, dass der momentane Aufenthaltsort des Partners gesendet wird. Für viele fängt die Grenzüberschreitung bereits beim ersten Zugriff auf die privaten Daten an und wird als starke Enttäuschung sowie Vertrauensbruch empfunden. Man weiß nun, dass der Partner einem weder ganz vertraut noch vor diesem Schritt zurückschreckt. Besonders schlimm wird dies erlebt, gibt es nichts zu verbergen und keinen Anlass für diese misstrauischen Gefühle. Sie sind Kopfgespenster und Unsicherheiten des Partners, die allein in ihm herrschen. Fliegt eine harmlosere Handyspionage, wie ein Blick in die SMS auf, kann dies Grund sein, über die Herkunft der unguten Gefühle zu sprechen und daraus bestenfalls sogar eine konstruktive Klärung zu finden. Offenbaren sich dabei jedoch übertriebene Misstrauensgefühle dem Partner gegenüber, die aufgrund eigener Bindungsängste resultieren, wird es für den kontrollierten Partner schwer, diese gänzlich auszuräumen.

Jenseits jeder persönlichen Grenze und moralischen Empfindens: Wer den untreuen Partner über installierte Software auf dem Handy oder Ortungssysteme bespitzelt, macht sich in Deutschland strafbar. Selbst das Entdecken eines bösen Betrugs kann einen davon nicht freisprechen. Jeder sollte sich also gut überlegen, welche Konsequenzen der Blick in das fremde Handy haben könnte und ob es zunächst keinen anderen Weg gibt, Licht hinter solche Misstrauensgefühle zu bringen.

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22 Kommentare

jenny

15. August 2009, 08:00 Uhr

Das ist ein heikles Thema. Ich finde, grundsätzlich ist es nicht o.k. dem Partner hinterherzuschnüffeln. Eine Trennung, nur weil der Partner einmal in meine SMS geschaut hat finde ich allerdings total übertrieben. Besteht ein konkreter Verdacht, finde ich es erlaubt sich zu "informieren". Einer meiner Ex-Freunde bekam auch dauernd SMSe und sagte nicht von wem. Da habe ich irgendwann auch die Gelegenheit ergriffen und nachgesehen. Gott sei Dank, denn dabei kam raus, dass er schon seit Monaten mit mehreren! Frauen fremdging. Zu Hause war alles immer prima und er gab mir ansonsten nie einen Anlass an seiner Treue zu Zweifeln, bis auf diese SMSs. Hätte ich nicht nachgesehen, würde er mich vielleicht heute noch betrügen und belügen. Ich habe damals eine Stellungnahme verlangt und sein einziges Thema war, das ich ihm hinterherspioniert habe – nicht seine Fremdgeherei! Er hat mir Vorwürfe gemacht, sich aber zu seinem Fehlverhalten nicht geäußert. Da habe ich mich doppelt schlecht gefühlt. Aber in dem Fall fühlte ich mich im Recht, denn wir wollten heiraten und eine Familie gründen. Heute bin ich froh, dass ich den Mut aufgebracht habe in sein Handy zu sehen, denn das hat mich sehr viel Überwindung gekostet. Aber es hat mich vor der Hochzeit mit dem falschen Mann bewahrt.

Schumifan

16. August 2009, 23:00 Uhr

ganz kurz und knapp: geht gar nicht! Absoluter Vertrauensbruch für mich !

petra

18. August 2009, 09:00 Uhr

Tja, ich hätte mir auch nie träumen lassen, daß ich mal in ein anderes Handy schaue, um (endlich) zu wissen woran ich bin. Jedoch…
Ja, auch ich habe nach unzähligen Versuchen der Kommunikation und mauern auf der anderen Seite endlich Klarheit haben wollen und…
Es war gut so! Gefühl hatte ich es wohl schon lange, nun hatte ich Gewißheit.
Heute habe ich daher Verständnis dafür, daß es Situationen gibt, in denen man / frau ins Handy oder in den Terminkalender des Partners schaut. Ein aufrichtiger, authentischer Partner gibt einem ein Gefühl von Zuverlässigkeit / Sicherheit. Selbst, wenn man (eigentlich) doch gar keinen Anlaß hat, unser Instinkt sagt uns, wenn etwas nicht stimmt! Und wir kopfgesteuerten, müssen dann erst Beweise haben, statt selber auf Distanz zu gehen.

Ernst

18. August 2009, 12:00 Uhr

Mal ehrlich!
Diejenigen, die sich übermäßig aufregen, dass man angebliche ihre Intimgrenzen missachtet, wenn in das Handy, den Terminkalender, den PC oder sonst was geschaut wird, haben doch meist was zu verbergen. Oder geben durch ihr distanziertes oder verschlossenes Verhalten Anlass zum Misstrauen.
Meine Freundin war eine sehr misstrauische Person. Ich habe alles versucht, um ihr dies zu nehmen. Sie hat in allem ein Verhältnis oder eine mögliche Verehrerin gesehen. Doch ich war treu, weil mir das ein ganz wichtiger Wert ist. Das nehme ich sehr ernst. Sie hat mir viel unterstellt, mir Vorwürfe gemacht, wenn ich zu spät kam oder nicht erreichbar war. Auf GEschäftsreisen hat sie mir auch immer was angedichtet.
Aber in Wirklichkeit hat sie mich betrogen, sogar während ich auf den Geschäftsreisen war, hat sie ihr Verhältnis zuhause in unser Bett eingeladen. Was eine kranke Abwehrstrategie. Und als ich sie dann kontrollierte, hat sie das als Vertrauensbruch abgetan und es verurteilt, dass ich ihr misstraue. Das wäre doch keine Basis für eine Beziehung.
So viele Gestörtheit auf einen Fleck habe ich noch nie erlebt.
Tja, ich kann meiner Vorrednerin nur Recht geben: Man will es nicht glauben, so verarscht zu werden und sucht daher nach Beweisen, die einem den Schrecken vor Augen führen. Nur damit man endlich das gute Bild vom Gegenüber loslassen kann, an das man so lange glaubte.
Ernst

petra

18. August 2009, 15:00 Uhr

@ Ernst, ja, es stimmt: Den Vorwurf, den man jemand anderem macht, macht man / frau zunächst mal sich selber!
Aber bleib offen und habe weiterhin Vertrauen. Es lohnt sich – ich glaube fest daran!
Lieber Gruß

karin

18. August 2009, 17:00 Uhr

Misstrauen fällt nicht vom Himmel. Verhält sich der Partner ohne ersichtlichen Grund distanziert, kommen häufige "Termine" besonders an den Wochenenden und Abenden dazu etc… Ganz besonders Auffällig sind die Typen, die aus ihrem schlechten Gewissen herraus schon die Flöhe husten hören und bei einer 2

bergfan

19. August 2009, 12:00 Uhr

3 mal NEIN zur sog. ‘Kontrolle’ in einer Beziehung.
Wo ist das Ende dieser Kontrollvorgänge? Der Spruch
‘Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser’ stammt übrigens von Lenin – einem Diktator u Mörder !
Das Gespräch ist der bessere Weg, selbst auf die Gefahr hin, angelogen zu werden. Dann muß ich mir halt logische Gründe suchen u den Partner rhetorisch widerlegen. Aber doch niemals durch Schnüffeln, Detektiv u Datenmißbrauch ! Die Auseinandersetzung mit dem Partner ist natürlich der schwierigere Weg – Daten zu mißbrauchen einfach. Souveräne Menschen machen das nicht.
Menschen die Klammern u zur Eifersucht neigen – JA. Und diese werden auf Dauer nicht allzusehr geliebt – zumind. können sie das Leben des Partners zur Qual werden lassen. Also Leute, bleibt offen und souverän u selbstbewußt und klaut Euch bitte nicht vertrauliche Informationen des Partners.

Christel_Berlin

19. August 2009, 13:00 Uhr

@ Schumifan!
Das ist so schnell salopp daher gesagt. Ein bisschen mehr differenzieren stünde dir gut zu Gesicht.
In einer stabilen, ehrlichen und vertrauensvollen Beziehung sollten die Partner Respekt vor den Intimgrenzen des anderen haben. Ganz klar! Wer sich aber das Recht darauf selber verwirkt, indem er die gemeinsamen Regeln nach Treue und Vertrauen bricht und missbraucht und zudem zu feige und rückratslos ist, sich im Gespräch zu stellen und bei Vermutungen ehrlich zu sein, der muss sich nicht beschweren, wenn der verzweifelte Partner (siehe die Kommentare der anderen) zu diesen grenzüberschreitenden Maßnahmen greift.
100 mal angelogen zu werden und absurde Erklärungen über sich ergehen zu lassen, dass an den Vermutungen nichts dran ist, ist so bodenlos demütigend, dass es JEDE Handyspionage in den Schatten stellt!!!

Grüße von Christel

karin

19. August 2009, 18:00 Uhr

@bergfan: noch nie in ein Tagebuch gestöbert welches sich ganz zufällig vor der Nase von selbst umblätterte??? Die meisten Menschen tun es doch wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet. Nur die Wenigsten haben die Courage dazu zu stehen. Ist berechtigtes Misstrauen vorhanden und die "3 Fragezeichen" nicht erreichbar so ist Eigeninitiative gefragt. Niemand sollte sich aus naivem Gottvertrauen zum Schaf machen lassen. Manche Menschen, besonders wir Frauen, neigen doch dazu sich aus Hilflosigkeit in die Rolle des naiven Dummchens zu begeben und glauben nur zu gerne an den Weihnachtsmann. Hinterher stehen sie belämmert da und fragen sich wie es denn nun grade ihnen mal wieder passierten mußte.

catwoman

19. August 2009, 18:00 Uhr

Frauen spüren Unehrlichkeit. Und sie sollen sich für ihren Seelenfrieden Klarheit verschaffen. Die Grenzen der Legalität sollten aber möglichst nicht überschritten werden.

ulinka

19. August 2009, 18:00 Uhr

Spionage unter Freunden erinnert mich an eine unrühmliche Vergangenheit unserer Nation, sowohl des Dritten Reiches als auch der DDR. Daraus sollten wir lernen!

nina

19. August 2009, 18:00 Uhr

Kann mir mal bitte jemand erklären wie es geht? Wie kann ich meinen Partner über Handy orten, wie ungemerkt die smsn an mich weiterleiten? Wo gibt es Tipps? Ich bin leider zu blond. Es grüßt Euch Nina

bergfan

20. August 2009, 13:00 Uhr

@Karin – ich verstehe Deine Gründe nur zu gut, glaube mir. Kann mich nicht erinnern – Tagebuch hat meine Partnerin nicht geführt. Selbst während meiner Scheidungszeit habe ich mir keine Vorteile verschafft durch ‘Spionage’. Es bringt auch nichts – wenn eine Beziehung ‘bröselt’ sollte man sich aussprechen und seinen Standpunkt darlegen. Dem Partner durch Schnüffeln erlangte ‘Beweise’ unter die Nase zu reiben, eskaliert doch die Auseinandersetzung nur. Natürlich werde auch ich böse, wenn ich wissentlich angelogen werde. Das Heranziehen von illegal erlangten Fakten aber zerstört. Zumindest die Qelle meines Wissens würde ich dann verschweigen. Das Vertrauen ist jedoch mit und ohne dieses Wissen stark angeknackst. Ich gebe zu – eines der schwierigsten Themen in Punkto Partnerschaft. Eigentlich ist der Informant durch sein Unvorsichtigkeit der Täter. Gelegenheit führt auch zum Diebstahl !! Nur ist dieses Diebesgut eben Gift für die Partnerschaft.
Wer klaut schon Gift u schadet sich damit selbst ??

STM

20. August 2009, 15:00 Uhr

ganz klare ansicht: wer nichts zu verbergen hat, muss auch kein probem haben, wenn der Partner ans handy geht. diejenigen, die damit ein problem haben, haben was zu verbergen!

karin

20. August 2009, 17:00 Uhr

Dem Beitrag von STM kann ich nur zustimmen. Kurz und bündig auf den Punkt gebracht! Bravo!

cosma

20. August 2009, 17:00 Uhr

So eine blöde Diskussion. Wer seinen Partner betrügt, muss sich doch nicht wundern, wenn der sich wehrt und Eigeninitiative ergreift.
Wer sich hier zum Moralapostel aufschwingt, hat gut reden, weil er wahrscheinlich solche demütigenden Situationen selber noch nicht erlebt hat. Die meisten reagieren in der Theorie ethisch schlaumeierisch korrekt und werfen im Stress ihre heiligen Werte ganz flott über Bord. Da überwiegt der Egoismus und Überlebenstrieb. Vorher ist gut Reden!

Mit den besten Grüßen,
Constanze

heinbl

20. August 2009, 21:00 Uhr

Moin zusammen!
Ich kann mich aufgrund eigener -schlechter- Erfahrungen den Vorrednern nur anschließen:
Hätte ich früher auf mein Bauchgefühl gehört und nicht auf meine damalige Freundin, wäre meine sinnlose Leidensphase wesentlich kürzer gewesen.
Schwarz auf weiß zu lesen, dass man ständig belogen&betrogen wird und dieses ansprechend als Vertrauensbrecher beschimpft wird, ist schon ein starkes Stück.
Und scheint leider öfter vor zu kommen.
Wenn der andere wenigstens so pfiffig gewesen wäre, SMS/Mails/Briefe/Geschenke zu entsorgen … könnte man sich irgendeinen Schuh anziehen.
Wenn Du schon mitten in der Lawine bist, ist es egal, ob Du (D)einen ersten Stein wirfst.
Mißtrauen hat immer eine Vorgeschichte und sich als "Opfer" von Beziehungsunfähigen oder psychisch Gestörten auch noch Vergleiche mit dem dritten Reich oder einem anderen Unrechtsregimes anhören zu müssen, ist schon ziemlich daneben.

Gabriele

21. August 2009, 13:00 Uhr

Lieber Heinblöd,
deine Name passt gar nicht zu deinem sehr guten Beitrag. Ich finde daran nix blöd, du hast meiner Meinung nach in allem Recht.
Bitte nenne dich doch um…

Josefa

12. September 2009, 22:00 Uhr

Ich gebe mal beiden Seiten der Diskussion recht. Also, ich habe auch schon die Nummer durch mit dem Kontrollieren des Handys, dem Belogen werden daraufhin, dem sich-mies-fühlen, weil man schaut und wissen möchte…trotzdem hats mir keine ehrlichen Antworten meines damaligen Partners gebracht. Round about würde ich heute sagen, habe ich mich schlicht nur selbst gedemütigt mit diesen Kontrollaktionen und würde es gewiß nicht mehr tun. Denn… Vertrauen ist da, oder nicht da. Wenn sich Gefühle im Bauch einstellen, in denem man darüber nachdenkt, ob die Beziehung noch das ist, was sie war…dann glaube ich heute, würde ich einfach eher auf meine doch vorhandene Intuition hören, das Gespräch suchen und im Zweifel darüber nachdenken, ob die Beziehnung noch das hergibt, was ich mir von ihr versprach. Die Konsequenz wäre wohl eher mich umzudrehen, zu gehen und mir nicht noch selbstständig Demütigung durch Kontrollaktionen als "Eigenohrfeige" hinzufügen. All das andere reicht doch schon zur Demütigung!

Also …Heute sage ich: Keine Kontrolle!

EenSachse

3. November 2009, 18:00 Uhr

Ich finde es fies, andere mit Kontrollwahn zu überziehen, egal ob Mann oder Frau. Entweder man versteht sich oder nicht. Warum soll nicht jeder und jede kleine Geheimnisse haben, wenn es jemand nervt, kann man drüber reden. Jemanden total wegsperren in einer Ehe ist fies und menschenunwürdig.

DietmarUnkart

3. November 2009, 18:00 Uhr

noch ein kurzer Kommentar zu Ulinka: Das was ihr alle so über DDR schreibt, ist nur dumm. Ich habe es echt erlebt und nicht gelitten, sicher war nicht alles gut, ist es das jetzt ???

Andrea

7. Mai 2010, 16:00 Uhr

Lieber Dieter,
auch ich habe die DDR ein klein wenig live erlebt. Die Überwachung gab es in der DDR, wenn auch nicht in dem Maße wie heute, da die technischen Möglichkeiten fehlten. Schön für Dich, dass Du darunter nicht gelitten hast, aber es gab genug Leidende, die heute noch an den Folgen zu knabbern haben. Für die damaligen Verhältnisse blieb nichts an Möglichkeiten der Spionage ungenutzt, was für mich menschenunwürdig ist und bleibt. Selbst Ehepartner spionierten sich aus, ohne davon nur zu ahnen .. Hast Du nie etwas davon gehört? Sorry, aber vielleicht siehst und hörst Du nur, was Du sehen und hören willst, was schön und angenehm für Dich scheint? Achtung! Das schafft irreale Welten.
Heute werden wir überwacht durch Handy, Internet, Kreditkarten, Krankenversichertenkarten, Telefongespräche werden mitgehört, mitgeschnitten, … Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Vielleicht sehe ich auch etwas falsch, aber ich fühle mich ständig überwacht. Und das ist nicht in Ordnung und widerspricht dem 1. Artikel des Grundgesetzes.
In einer ehrlichen partnerschaftlichen Beziehung sollte der ungefragte Blick in persnliche Dinge wie Handy, Tagebuch u.ä tabu sein. Wo wäre sonst das Vertrauen zu meinem Partner? Was hat das überhaupt mit Vertrauen zu tun? Für mich gar nichts. Ich würde mich nicht trennen, weil mein Partner in meinen persönlichen Sachen kramte, weil er mein Vertrauen missbrauchte, sondern weil er kein Vertrauen zu mir hat!
Liebe Grüße Andrea

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