Eine Frau schaut traurig aus dem Fenster, im Hintergrund schaut ein Mann in die andere Richtung.

Fast 9 von 10 Paare kennen Krisen: Schicksalsschläge verbinden, Vertrauensbrüche trennen

Beziehungen| 18. August 2026

Krankheit, Jobverlust oder Trauer – fast jedes Paar erlebt Phasen, in denen äußere Umstände die Beziehung auf die Probe stellen. Was das wirklich bedeutet, zeigt die ElitePartner-Studie 2026: 86,4 Prozent der Liierten haben in ihrer aktuellen Beziehung mindestens eine ernsthafte Belastungsprobe erlebt. Die Daten decken Überraschendes auf: Die häufigsten Krisen sind selten trennungsrelevant. Beziehungsinterne Konflikte kommen seltener vor, bedrohen aber häufiger den Kern der Beziehung.

Belastungsproben sind die Regel, nicht die Ausnahme

Das Ranking der erlebten Belastungen führen fast ausschließlich externe Ereignisse an. Gut jedes dritte Paar (36 Prozent) ging in der aktuellen Beziehung bereits durch gesundheitliche Krisen. Fast genauso viele kennen Trauer und den Verlust nahestehender Menschen (35 Prozent) oder starke berufliche Überlastung (31 Prozent). Beziehungsinterne Konflikte tauchen im Vergleich dazu selten auf: Nur knapp jedes sechste Paar (17 Prozent) hat einen Vertrauensbruch erlebt. Noch seltener sind auseinanderdriftende Lebensziele (15 Prozent) oder Differenzen beim Kinderwunsch (9 Prozent). Doch genau diese seltenen Konflikte wiegen in ihren Konsequenzen weitaus schwerer.

Welche der folgenden Herausforderungen haben Sie in Ihrer aktuellen Beziehung erlebt?

Gesundheitliche Probleme von mir und/oder meinem:r Partner:in
Trauer bzw. Verlust von Angehörigen, engen Freund:innen
Starke berufliche Überlastung, z.B. Dauerstress, Burnout
Vertrauensbrüche in der Partnerschaft, z.B. Geheimnisse, Untreue
Unterschiedliche persönliche Entwicklungen, veränderte Lebensziele
Unterschiedliche Vorstellungen zu Familienplanung bzw. Kinderwunsch
4.350 Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent.

Schicksal schweißt zusammen – Verrat trennt

Fragt man nach der erlebten Belastung, dreht sich das Bild um. Selbst tiefgreifende Schicksalsschläge gefährden die Beziehung kaum: Nur gut 1 von 100 Beziehungen (1,3 Prozent) stand nach einem Trauerfall fast vor der Trennung, bei gesundheitlichen Problemen sind es knapp 3 von 100 (3,2 Prozent). Paare halten in solchen Phasen offensichtlich sehr zusammen.

Ganz anders sieht es bei beziehungsinternen Konflikten aus: 4 von 10 Betroffenen (40 Prozent) standen nach einem Vertrauensbruch, wie Untreue oder einem verschwiegenen Geheimnis, fast vor der Trennung. Mehr als ein Drittel der Betroffenen (37 Prozent) empfand das als sehr belastend. Doch auch andere Konflikte bringen Paare an den kritischen Punkt kurz vor der Trennung. Nach dem Vertrauensbruch folgen auseinanderdriftende Lebensziele (13 Prozent) und unterschiedliche Vorstellungen zu Kinderwunsch und Familienplanung (11 Prozent). Was diese Konflikte verbindet: Sie lassen sich nicht durch gemeinsames Durchhalten lösen, denn sie stellen die gemeinsame Zukunft grundsätzlich infrage.

Welche der folgenden Herausforderungen hat in Ihrer Beziehung fast zu einer Trennung geführt?

Vertrauensbrüche in der Partnerschaft, z.B. Geheimnisse, Untreue
Unterschiedliche persönliche Entwicklungen, veränderte Lebensziele
Unterschiedliche Vorstellungen zu Familienplanung bzw. Kinderwunsch
Gesundheitliche Probleme von mir und/oder meinem:r Partner:in
Trauer bzw. Verlust von Angehörigen, engen Freund:innen
4.350 Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent.

Die stillen Dauerstressoren: Finanzen und Sexflaute

Geldprobleme und fehlende Intimität nehmen eine Sonderrolle ein. Sie belasten Paare extrem, führen aber selten zur sofortigen Trennung. Finanzielle Schwierigkeiten erlebte gut jedes fünfte Paar (22 Prozent). Fast jedes zweite betroffene Paar (48 Prozent) stuft sie als sehr belastend ein – der höchste Einzelwert aller abgefragten Kategorien. Dennoch stand nur bei knapp 7 von 100 Paaren (7 Prozent) die Beziehung deshalb vor dem Aus. Auch eine Sexflaute (31 Prozent) oder unterschiedliche Bedürfnisse nach Nähe (27 Prozent) sind häufig erlebte Herausforderungen. Dabei empfinden fast 4 von 10 der betroffenen Paare diese beiden Themen als sehr belastend (35 Prozent). Eine Trennung steht jedoch nur in seltenen Fällen im Raum. Sie wirken somit eher als stiller Dauerstress, der sich schleichend im Beziehungsalltag festsetzt.

Finanzielle Schwierigkeiten, z.B. Schulden, Insolvenz

Längere Sexflaute

Habe ich in meiner Beziehung schon erlebt.
Hat meine Beziehung sehr belastet.
Hat fast zur Trennung geführt.
4.350 Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent.

Frauen tragen mehr Last – und ziehen früher die Reißleine

In fast allen Kategorien berichten Frauen häufiger von Belastungserfahrungen als Männer. Am deutlichsten ausgeprägt ist der Unterschied bei ungleicher Rollenverteilung in Beruf, Haushalt und Kinderbetreuung: Jede vierte Frau (25 Prozent) kennt diesen Konflikt aus ihrer aktuellen Beziehung – bei Männern ist es nur knapp jeder Siebte (14 Prozent). Auch bei Vertrauensbrüchen verzeihen Frauen seltener. Fast jede zweite betroffene Frau (47 Prozent) stand danach kurz vor der Trennung. Bei den Männern war es nur knapp jeder Dritte (31 Prozent). Zudem empfinden 3 von 10 Männern einen Vertrauensbruch als wenig oder gar nicht belastend (30 Prozent). Bei den Frauen teilt nur knapp jede sechste diese Einschätzung (17 Prozent).

„Ich habe in meiner Beziehung ungleiche Rollenverteilung, z.B. bei Beruf, Haushalt, Kinderbetreuung als Herausforderung erlebt.“

n = 4.350 Liierte

25%

Frauen

14%

Männer

Je länger zusammen, desto krisenfester sind Paare

Mit dem Alter verändert sich, wie stark Krisen an der Beziehung rütteln. Junge Paare reagieren deutlich exit-bereiter: Fast jede:r zweite 18- bis 29-Jährige (46 Prozent) stand nach einem Vertrauensbruch fast vor der Trennung – bei den 60- bis 69-Jährigen ist es nur knapp jede:r Dritte (31 Prozent). Ähnlich bei finanziellen Schwierigkeiten: Während fast jedes achte junge Paar (12 Prozent) deshalb fast auseinanderging, ist es bei den Ältesten nur noch 1 von 30 (3 Prozent).

Externe Krisen wie Krankheit oder der Verlust nahestehender Menschen fordern das Paar gemeinsam heraus. Beide können in den Wir-Modus schalten und sich gegenseitig stützen. Deshalb gefährden solche Belastungen die Beziehung kaum. Sie verbinden, statt zu trennen. Ein Vertrauensbruch löst eine andere Dynamik aus. Er wird nicht den äußeren Umständen, sondern der Verantwortung des Partners oder der Partnerin zugeschrieben. Die persönliche Kränkung wiegt schwer, denn ein derartiger Bruch wird als absichtliche, vermeidbare Entscheidung erlebt. Das erschüttert das Vertrauen. Paare brauchen keine konfliktfreie Beziehung – sie brauchen Verlässlichkeit.

Lisa Fischbach
Diplom-Psychologin | Forschungsleiterin und ElitePartner-Expertin

 GesamtFrauenMänner18- bis 29-Jährige30- bis 39-Jährige40- bis 49-Jährige50- bis 59-Jährige60- bis 69-Jährige
Gesundheitliche Probleme von mir und/oder meinem:r Partner:in35,739,931,425,627,632,440,648,0
Trauer bzw. Verlust von Angehörigen, engen Freund:innen34,536,232,822,327,333,839,944,5
Starke berufliche Überlastung, z.B. Dauerstress, Burnout31,234,927,528,134,132,531,429,1
Längere Sexflaute31,131,730,526,132,535,229,730,4
Unterschiedliche Wünsche nach Zärtlichkeit und Sex27,429,025,727,631,631,723,922,7
Stress/Schwierigkeiten mit Wohnung/Haus, z.B. durch Renovierung, Neubau26,729,623,825,031,128,426,022,5
Konflikte/Auseinandersetzungen mit Eltern oder Schwiegereltern24,828,521,022,127,328,624,420,7
Finanzielle Schwierigkeiten, z.B. Schulden, Insolvenz22,225,718,723,722,322,621,621,4
Jobverlust oder Phase der Arbeitslosigkeit21,725,817,518,421,522,023,721,5
Wohnortwechsel oder räumliche Veränderungen21,123,518,823,725,021,916,719,8
Ungleiche Rollenverteilung, z.B. bei Beruf, Haushalt, Kinderbetreuung19,825,214,321,824,423,817,412,7
Pflege von Angehörigen, z.B. Eltern, Schwiegereltern, Kindern19,118,719,410,511,816,325,327,6
Vertrauensbrüche in der Partnerschaft, z.B. Geheimnisse, Untreue16,719,414,020,416,817,717,112,7
Unterschiedliche persönliche Entwicklungen, veränderte Lebensziele15,218,112,218,717,315,113,512,7
Unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Kindererziehung13,615,911,26,518,620,414,16,0
Unterschiedliche Vorstellungen zu Familienplanung bzw. Kinderwunsch9,19,88,513,013,111,16,14,1
Nichts davon13,611,615,712,312,313,615,214,2
4.350 Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent. 

 GesamtFrauenMänner
 Nicht belastend bis etwas belastendSehr belastendFührte fast zur TrennungNicht belastend bis etwas belastendSehr belastendFührte fast zur TrennungNicht belastend bis etwas belastendSehr belastendFührte fast zur Trennung
Vertrauensbrüche in der Partnerschaft, z.B. Geheimnisse, Untreue22,2      37,4  40,416,736,047,229,539,730,8
Unterschiedliche persönliche Entwicklungen, veränderte Lebensziele54,632,612,849,235,914,962,627,89,7
Unterschiedliche Vorstellungen zu Familienplanung bzw. Kinderwunsch55,334,110,645,840,014,366,727,16,2
Unterschiedliche Wünsche nach Zärtlichkeit und Sex57,635,37,254,737,18,260,733,36,1
Ungleiche Rollenverteilung, z.B. bei Beruf, Haushalt, Kinderbetreuung61,531,96,657,135,37,669,325,75,0
Finanzielle Schwierigkeiten, z.B. Schulden, Insolvenz45,847,76,541,551,86,751,642,16,3
Längere Sexflaute58,735,4  5,960,833,55,756,537,46,2
Konflikte/Auseinandersetzungen mit Eltern oder Schwiegereltern58,935,95,256,637,46,062,034,04,0
Starke berufliche Überlastung, z.B. Dauerstress, Burnout51,143,75,245,948,35,757,737,64,8
Unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Kindererziehung64,530,35,259,236,44,472,721,45,9
Jobverlust oder Phase der Arbeitslosigkeit62,533,93,758,738,13,26827,74,3
Stress/Schwierigkeiten mit Wohnung/Haus, z.B. durch Renovierung, Neubau69,127,33,666,530,03,572,323,93,8
Gesundheitliche Probleme von mir und/oder meinem:r Partner:in64,232,63,263,333,33,465,331,63,0
Wohnortwechsel oder räumliche Veränderungen81,615,92,481,116,42,681,915,52,5
Pflege von Angehörigen, z.B. Eltern, Schwiegereltern, Kindern63,035,21,860,737,61,765,232,62,2
Trauer bzw. Verlust von Angehörigen, engen Freund:innen72,426,31,372,726,21,072,126,31,6
4.350 Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent. 

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie
  • MethodeOnline-Befragung
  • TeilnehmerErwachsene deutsche Internetnutzer zwischen 18 und 69 Jahren
  • Fallzahl4.350 Liierte
  • ErhebungszeitraumOktober/November 2025
  • InstitutFittkau & Maaß
  • Region/Stadt/LandDeutschland
  • SpracheDeutsch