Ein Mann und eine Frau stehe gemeinsam in einer Küche und lächeln sich an.

Aufmerksamkeit statt Geschenke: Was Liebe wirklich braucht

Beziehungen| 25. Juni 2026

87 Prozent fühlen sich in einer Beziehung geliebt, wenn ihnen aufrichtig zugehört wird

Wie Menschen sich geliebt fühlen, ist so verschieden wie sie selbst. Manche brauchen körperliche Nähe, anderen bedeutet es mehr, wenn der:die Partner:in ungefragt im Haushalt anpackt, und wieder andere fühlen sich gesehen, wenn ihre Leistungen anerkannt werden. Die ElitePartner-Studie 2026 mit 6.250 befragten Singles und Liierten bildet diese unterschiedlichen Bedürfnisse ab und zeigt gleichzeitig, wo sich fast alle einig sind: Zuwendung und Aufmerksamkeit schlagen materielle Gesten.

Die Top-3 der Liebe: Aufmerksamkeit, Umarmungen und Alltagsunterstützung

Was ist der stärkste Liebesbeweis in einer Beziehung? Nicht die große Geste, nicht das aufwendige Überraschungsdinner – sondern jemand, der wirklich wissen will, wie der Tag für einen war und was man erlebt hat. Knapp 9 von 10 (87 Prozent) nennen aufmerksames Zuhören und interessiertes Nachfragen als diejenigen Verhaltensweisen, durch die sie sich am meisten geliebt fühlen. Fast genauso bedeutsam: eine Umarmung im richtigen Moment – nach einem anstrengenden Tag oder bei schlechter Laune (86 Prozent). Und auf Platz drei: wenn das Gegenüber mitdenkt und aktiv entlastet, statt nur zuzuschauen (84 Prozent). Was diese Top drei verbindet? Sie kosten nichts außer ehrlicher Aufmerksamkeit. Das teure Geschenk hingegen – die Designer-Tasche, das Wellness-Wochenende, die Konzertkarten in Reihe eins – schafft es mit nur 36 Prozent und 51 Prozentpunkten Abstand zum Spitzenreiter auf den letzten Platz. Wer liebt, muss also nicht groß auffahren, sondern vor allem präsent sein.

Was ist der schönste Liebesbeweis in einer Beziehung?

Aufmerksames Zuhören und Nachfragen
Eine Umarmung
Umsorgt und aktiv entlastet werden
6.250 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent. 

Weniger Materielles, mehr Nähe: Wie sich im Alter die Bedürfnisse verschieben

Was wir als Liebesbeweis empfinden, verändert sich mit den Lebensjahren allerdings deutlich. Bei den 18- bis 29-Jährigen gibt noch beinahe die Hälfte (48 Prozent) an, sich durch ein teures Geschenk geliebt zu fühlen. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es etwa ein Drittel (34 Prozent), bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch knapp 3 von 10 (28 Prozent) – ein Minus von 20 Prozentpunkten zwischen Gen Z und Baby Boomern. 

Auch das Bedürfnis nach Lob und Anerkennung in einer Beziehung wird mit dem Alter kleiner: Drei Viertel der 18- bis 29-Jährigen (75 Prozent) freuen sich über ein „Das hast du toll gemacht“. Bei den 40- bis 49-Jährigen sinkt der Wert spürbar – zwei Drittel (66 Prozent) messen Lob eine hohe Bedeutung bei. Mit steigendem Alter sinkt der Wert weiter (vgl. 60- bis 69-Jährige: 64 Prozent).

Ähnlich sieht es bei kleinen Überraschungen aus: Fast drei Viertel (74 Prozent) zwischen 18 und 29 Jahren fühlen sich durch kleine Aufmerksamkeiten – ein Mitbringsel aus dem Supermarkt oder Blumen ohne Anlass – besonders geliebt. Bei den 50- bis 59-Jährigen sagen das hingegen gerade mal zwei Drittel (66 Prozent). Dafür gewinnt etwas anderes an Bedeutung: Aufmerksames Zuhören und echte Nähe werden mit dem Alter noch wichtiger (jeweils 84 Prozent bei 18- bis 29-Jährigen; 89 Prozent bei 60- bis 69-Jährigen).

Blaues Geschenk auf dem Holztisch als Symbolbild für Geschenke für Männer

„Ich fühle mich geliebt, wenn mein:e Partner:in mir ein wertvolles Geschenk macht.“

n = 6.250 Singles und Liierte

48%

18- bis 29-Jährige

34%

40- bis 49-Jährige

Entlastung ist das neue „Ich liebe dich“ – zumindest für Frauen

In vielen Punkten ticken Frauen und Männer erstaunlich gleich. Spontane Zärtlichkeiten im Alltag – ein Kuss an der Kaffeemaschine, eine Hand auf dem Rücken – schätzen Frauen (84 Prozent) und Männer (82 Prozent) fast identisch. Beim Verwöhnen mit einem selbstgekochten Essen herrscht nahezu Gleichstand (76 Prozent vs. 75 Prozent), und auch beim Eingehen auf sexuelle Wünsche zeigt sich Harmonie – gut 7 von 10 (72 Prozent) Männer und Frauen fühlen sich dadurch geliebt.

In drei Dingen unterscheiden sich Frauen und Männer dann doch – alle haben mit Entlastung zu tun. Frauen fühlen sich besonders geliebt, wenn jemand ungefragt den Haushalt übernimmt (85 Prozent vs. 75 Prozent), sie in stressigen Phasen aktiv unterstützt (89 vs. 79 Prozent) oder sich Zeit nimmt für ein langes Gespräch (86 vs. 77 Prozent).

Der einzige Punkt, bei dem Männer vorne liegen, ist das wertvolle materielle Geschenk. Sie lesen darin etwas häufiger eine Liebesbotschaft – auch wenn es insgesamt für beide Geschlechter auf dem letzten Platz landet. Knapp 4 von 10 Männer (39 Prozent) empfinden es als Liebesbeweis, bei Frauen sind es nur etwa 3 von 10 (32 Prozent).

…mich im Alltag zwischendurch zärtlich berührt, spontan küsst oder umarmt.

…mich verwöhnt, z.B. indem er:sie ein leckeres Essen für mich zubereitet.

…auf meine sexuellen Wünsche eingeht.

…mir unaufgefordert bei alltäglichen Arbeiten/Pflichten hilft.

…mich umsorgt oder aktiv entlastet, wenn ich erschöpft/gestresst bin.

…sich Zeit für längere Gespräche nimmt.

…mir ein wertvolles Geschenk macht.

Frauen
Männer
6.250 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent. 

Was Menschen als Liebesbeweis erleben, lässt sich auf ein zentrales Konzept der Bindungspsychologie zurückführen: Responsivität – die Fähigkeit, die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und darauf einzugehen. Zuhören, Umarmen, Entlasten: Das sind keine Kleinigkeiten, sondern bindungsrelevante Signale, die zeigen: Ich bin erreichbar, ich bin verlässlich. Genau diese Verhaltensweisen fördern Zufriedenheit in der Beziehung. Teure Geschenke können Zuneigung signalisieren – aber sie ersetzen keine echte emotionale Verfügbarkeit.

Lisa Fischbach
Diplom-Psychologin | Forschungsleiterin und ElitePartner-Expertin

„Unabhängig, ob Sie gerade in einer Beziehung sind oder nicht: Wie sehr tragen folgende Verhaltensweisen grundsätzlich dazu bei, dass Sie sich in einer Beziehung geliebt fühlen?“

Es trägt dazu bei, wenn ein:e Partner:in…GesamtFrauenMänner18- bis 29-Jährige30- bis 39-Jährige40- bis 49-Jährige50- bis 59-Jährige60- bis 69-Jährige
…mir aufmerksam zuhört, interessiert fragt, was mich beschäftigt86,890,483,383,986,786,087,788,9
…mich in den Arm nimmt, wenn es mir nicht gut geht oder ich gestresst bin85,989,482,484,285,284,186,289,2
…mich umsorgt oder aktiv entlastet, wenn ich erschöpft/gestresst bin84,289,079,482,485,684,083,584,9
…mir sagt, wie wichtig ich ihm:ihr bin, oder was er:sie an mir schätzt83,585,781,382,383,583,882,984,9
…mich im Alltag zwischendurch zärtlich berührt, spontan küsst oder umarmt82,884,181,580,683,382,083,883,8
…die Initiative ergreift, um etwas Schönes miteinander zu unternehmen82,685,679,781,983,680,483,783,2
…sich Zeit für längere Gespräche nimmt81,586,077,080,883,680,981,580,6
…mir unaufgefordert bei alltäglichen Arbeiten/Pflichten hilft79,985,274,878,781,179,980,479,3
…sich für etwas bedankt, das ich für ihn:sie getan habe78,180,276,179,179,377,476,179,0
…mich verwöhnt, z.B. indem er:sie ein leckeres Essen für mich zubereitet75,475,875,076,376,875,175,073,9
…mir etwas schenkt, das eine besondere Bedeutung für mich hat72,574,270,976,670,872,173,969,6
…auf meine sexuellen Wünsche eingeht72,171,972,273,077,574,169,766,6
…mich für meine Fähigkeiten oder Erfolge lobt68,270,566,075,172,366,465,363,6
… mich mit Kleinigkeiten überrascht, z.B. Lieblings-Drink/-Süßigkeit, Blumen67,871,064,674,468,267,666,263,9
…mir ein wertvolles Geschenk macht (z.B. Reise, Technik, Konzerttickets, Uhr)35,732,239,448,238,634,432,227,8
6.250 Singles und Liierte (erwachsene deutsche Internetnutzer:innen). Bevölkerungsrepräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland. Angaben in Prozent. 

Informationen zur Studie
  • Art der StudieBevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie
  • MethodeOnline-Befragung
  • TeilnehmerErwachsene deutsche Internetnutzer zwischen 18 und 69 Jahren
  • Fallzahl6.250 Singles und Liierte
  • ErhebungszeitraumOktober/November 2025
  • InstitutFittkau & Maaß
  • Region/Stadt/LandDeutschland
  • SpracheDeutsch