Versöhnung: Mann und Frau halten Händchen

Versöhnung: So gelingt Krieg und Frieden

von: ElitePartner Redaktion , 16. Februar 2018

Wie hatte es soweit kommen können? Paulina war die Kaffeetasse aus der Hand gerutscht. „Du passt echt nie auf“, hatte Niklas verärgert gesagt. Und schon ging es rund: „Ich bin die, die immer aufräumt!“ – „Ich helfe sehr wohl!“ – „Ach was, du hängst doch nur im Büro herum!“ Gebrüll, knallende Türen, Stille. Keine Versöhnung in Sicht. Weinend räumte Paulina die Scherben weg und setzte sich mit einem neuen Kaffee aufs Sofa. „Und nun?“, fragte sie sich.

In jeder Beziehung kracht es manchmal. Wenn Menschen einander sehr nahe sind, entsteht immer wieder auch Reibung – schon ist der erste Zündfunke da. Mitunter glimmt er nur kurz, doch manchmal wächst er plötzlich zu einem Feuersturm mit verheerenden Folgen aus. Ist schließlich irgendwann nur noch emotionale Asche übrig, fragen sich beide Partner: Wie versöhnt man sich nach einem heftigen Streit?

Streiten kann ein Gewinn für die Beziehung sein

Die Qualität einer Beziehung bemisst sich nicht daran, wie selten man streitet, sondern wie gut die Versöhnung gelingt: Konfliktfähige Partner finden nach einem Streit wieder zueinander. Und nicht nur das: Ihre Beziehung hat dadurch sogar gewonnen, weil ein Konflikt ausgetragen und – bestenfalls – aus der Welt geschafft wurde, anstatt die Liebe unterschwellig weiter zu belasten. Partnerschaften, in denen es nichts als (scheinbare) Harmonie gibt, sind gefährdeter als solche, in denen es mitunter heftig blitzt und donnert. Gewitter reinigen die Luft, allerdings nur, wenn die Paare nach dem Streit nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen als wäre nichts gewesen.

Wie aber gelingt eine Annäherung? Wir liefern Ihnen zehn entscheidende Schritte auf dem Weg zur Versöhnung.

1. Emotionen abkühlen lassen

Solange die Gemüter noch erhitzt sind vom Streit, ist eine echte Versöhnung nicht möglich. Würde man in diesem Zustand miteinander reden, wäre eine Neuauflage des Konflikts nur eine Frage der Zeit. Ob Sie sich nun die Wut aus dem Leib schreien, sich im Zimmer einsperren oder eine Freundin kontaktieren, spielt keine Rolle – Hauptsache, Sie haben die Chance, für sich zu sein. Und zur Ruhe zu kommen.

2. In sich hineinhorchen zur Versöhnung nach einem Streit

Wieder nüchtern geworden, geht es in die Reflexion: Worum ging es tatsächlich bei dem Streit? Oft steht etwas ganz Anderes hinter der Lappalie, über die man sich so geärgert hat. Fühlt sich einer der Partner ungerecht behandelt, im Stich gelassen, überfordert? Seien Sie ganz ehrlich: Was erwarten Sie eigentlich von Ihrem Partner? Und was könnte er von Ihnen wollen? Was brauchen Sie, was braucht womöglich Ihr Partner für eine Versöhnung?

3. Den ersten Schritt machen

Ein ganz heikler Punkt, denn hier gilt es, den Stolz beiseite zu schieben, über die eigene emotionale Verletzung hinwegzusehen und auf den Partner zuzugehen. Wenn beide zu dickköpfig dafür sind und sich lieber trotzig zurückziehen, wird es keine Versöhnung. Der Liebende gibt nach!

4. Einen Rahmen schaffen

Sie fragen sich: Wie sollen wir uns nach einem heftigen Streit wieder versöhnen? Auf jeden Fall sollte das Gespräch nicht zwischen Tür und Angel stattfinden. Decken Sie den Tisch besonders schön, schaffen Sie ein gemütliches Ambiente. Manchen Paaren hilft es auch, wenn die Versöhnung auf neutralem Boden stattfindet – in einem edlen Restaurant ist die Hemmung größer, erneut laut zu werden oder der Situation zu entfliehen. Vielleicht finden Sie auch ein Versöhnungsritual – gemeinsam auf eine Bank mit Ausblick setzen, zusammen wandern gehen oder ähnliches.

5. Sich entschuldigen

Streitigkeiten in einer Beziehung sind auch deshalb so schmerzhaft, weil der Partner ziemlich gut weiß, wo es wirklich wehtut. In der Regel gibt es nach so einer Auseinandersetzung nicht nur einen Verwundeten, sondern beide haben ihre Wunden davongetragen. Gehen Sie in die Offensive, entschuldigen Sie sich ehrlich und aufrichtig für das, was Sie gesagt oder getan haben. Erst damit ist die Basis für eine Versöhnung

6. Körperkontakt suchen

Bauen Sie Nähe auf, entweder direkt über Versöhnungssex oder indem Sie etwa die Hand auf den Arm des Partners legen oder seine Hand halten. Bei Berührungen und Umarmungen schüttet der Körper das Wohlfühlhormon Oxytocin auf, das Stress abbaut und ein angenehmes Gefühl erzeugt – die beste emotionale Voraussetzung für eine Versöhnung nach einem Streit.

7. Sachlich bleiben bei der Versöhnung

Jetzt gilt es, nicht erneut emotional Zunder beizugeben, sondern so kühl und sachlich wie möglich zu bleiben. Reden Sie in Ich-Botschaften, machen Sie bei der Versöhnung klar, was in Ihnen vorgeht seit dem Streit: „Es tut mir weh, wenn du…“. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen („Nur, weil du…“), Pauschalierungen („Immer machst du…“) und das Eröffnen von Nebenkriegsplätzen („Außerdem hast du…“). Hören Sie dem Partner zu, ohne ihn zu unterbrechen. Lassen Sie seine Kritik stehen, ohne sich zu verteidigen.

8. Kompromisse anbieten

Eine Versöhnung ist immer auch eine Verhandlung: Sie wollen dies, Ihr Partner das – was könnte eine für beide tragfähige Lösung sein? Bestenfalls haben Sie sich schon vor dem Versöhnungsgespräch Gedanken gemacht, wie ein Kompromiss für Sie aussehen könnte. Gehen Sie auch durchaus mit Verhandlungsmaterial ins Gespräch („Wenn du… dann ich…“). Wichtig ist, dass beide Partner einen Schritt aufeinander zugehen. Setzt einer von beiden seine Ideallösung zu 100 Prozent durch, geht der andere als Verlierer vom Feld – und der nächste Streit ist programmiert. Und geben Sie keinesfalls „um des lieben Friedens willen“ nach, bevor Sie zufrieden sind mit dem Kompromiss. Dann werden Sie vielleicht nach einem Streit wieder zueinanderfinden.

9. Plätze tauschen

Wenn Sie feststecken bei der Versöhnung nach einem Streit, versuchen Sie es einmal damit: Wechseln Sie die Plätze, schlüpfen Sie in die Rolle Ihres Partners und versuchen Sie, die Situation mal aus seiner Perspektive zu sehen. Mitunter verstehen Sie dann besser, worum es dem Partner tatsächlich geht.

10. Versöhnen und verzeihen

Wenn Sie sich versöhnen wollen, darf das gegenseitige Verzeihen nicht fehlen. Vergeben Sie sich ehrlich die Verbalverletzungen im Streit. Das bedeutet vor allem, dass tatsächlich ein Haken dahinter gemacht wird. Und nicht, dass Sie das Gesagte dem Partner bei Bedarf erneut vorwerfen dürfen.

Fazit: Sehen Sie die Versöhnung als Chance zur Festigung Ihrer Beziehung

Wenn eine Beziehung nach einem Streit zerbricht, dann liegt das in der Regel nicht am Konflikt selbst, sondern an der fehlenden Versöhnung. Erst hier beweist sich, wie ernst es den Partnern mit der Liebe ist – sind Sie bereit, der Partnerschaft zuliebe nach Lösungen zu suchen und Kompromisse einzugehen? Nach einem Streit wieder zueinanderzufinden setzt voraus, dass Sie den eigenen Stolz vergessen und auf den Partner zugehen. Eine gelungene Versöhnung festigt am Ende Ihre Beziehung und macht Ihnen Mut. Denn nun haben Sie erlebt, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Partner Probleme lösen können.

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