Pasexualität: Zeichnung weißes Herz und Fragezeichen

Pansexuell: Was steckt dahinter?

von: ElitePartner Redaktion , 15. Februar 2018

Sie unterhalten sich auf einer Party mit einer neuen Bekanntschaft. Ihr Gesprächspartner weckt bei Ihnen reges Interesse. Plötzlich outet sich Ihr Gegenüber als pansexuell. Sie haben keine Ahnung, was pansexuell ist? Wir erklären Ihnen, was es bedeutet und wie Sie damit umgehen.

Was ist Pansexualität?

Als pansexuell werden Menschen bezeichnet, deren sexuelle Vorliebe nicht vom Geschlecht des Partners abhängig ist, sondern den Menschen als Ganzes in den Vordergrund rückt. Der Begriff leitet sich von der griechischen Vorsilbe „pan“ ab, welche „alles“ oder auch „umfassend“ bedeutet.

Seit einiger Zeit findet der Begriff auch in Gesellschaft und Medien immer mehr Beachtung. Nicht zuletzt die US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin Miley Cyrus hat auf das Thema aufmerksam gemacht, indem sie sich selbst als pansexuell outete. Dabei handelt es sich nicht wie bei dem Begriff „Metrosexualität“ um eine Modeerscheinung, die lediglich einen extravaganten Lebensstil propagiert, sondern um eine klar ausgerichtete sexuelle Orientierung. Bereits Sigmund Freud untersuchte in seinem Modell der Psychoanalyse, was pansexuell ist. Jedoch wurde hier der Begriff noch als Phänomen bezeichnet, dass alle Beziehungen eines Menschen bewusst oder unbewusst mit sexuellen Gefühlen aufgeladen sind. Die Begrifflichkeit wird auch in der Diagnosestellung der moderneren Psychiatrie verwendet. Während in den 1960er Jahren die pansexuelle Orientierung noch als Symptom der Borderline-Persönlichkeitsstörung definiert worden ist, wird sie heute wertfrei als normale Sexualität wie Homo-, Hetero- oder Bisexualität angesehen.

Pansexuell: Wenn der Mensch als Person im Vordergrund steht

Obwohl die Geschlechtsmerkmale bei Pansexualität keine wesentliche Rolle für die Partnerwahl spielen, ist dennoch das Menschsein eine essenzielle Voraussetzung dafür. Gerade in amerikanischen Foren wird mit dem Missverständnis aufgeräumt, es handle sich um einen Fetisch, der Küchenutensilien wie Pfannen oder Töpfe in das Liebesleben integriert. Es soll sich dahinter auch keine Ausrede verbergen, um dauerhaftes Fremdgehen zu entschuldigen. Ebenso wenig ist damit gemeint, dass pansexuelle Menschen alles und jeden lieben.

Das bewusste Hinwegsehen über Geschlechtsmerkmale als Lebensphilosophie hat der Pansexualität in den letzten Jahren enormen Auftrieb gegeben. Amerika macht den Anfang. Die amerikanische Politikerin Mary Gonzalez oder auch die Transgender-Frau Jazz Jennings haben sich in der Öffentlichkeit dazu bekannt und viel Zuspruch geerntet. Die Anerkennung und steigende Zunahmen bekennender Menschen werden als Ausdruck einer gesellschaftlich voranschreitenden Entwicklung begriffen. Obwohl der Begriff schon älter ist, steckt er laut Diplom-Soziologin Lea Schütze in der sozialwissenschaftlichen Diskussion noch in den Kinderschuhen. Insofern ist es schwierig, zuverlässige Statistiken über die Anzahl von pansexuellen Personen zu erstellen. Bislang wurde auch der LGBT-Anteil (Lesbian, Gay, Bi, Trans) der homo-, bi- und transsexuellen Menschen in der Bevölkerung nur geschätzt. Die erst kürzlich veröffentlichte Dalia-Studie lieferte zum ersten Mal konkrete Zahlen. Mit sieben Prozent LGBT-Anteil ist Deutschland in dieser Studie sogar Spitzenreiter, gefolgt von Spanien (6,9 Prozent) und England (6,5 Prozent). Der darin vermutete Anteil der Menschen mit offener facettenreicher Neigung dürfte weitaus geringer sein.

Pansexuell vs. Bisexuell

Ein Missverständnis besteht nach wie vor darin, dass Pansexualität häufig mit Bisexualität gleichgesetzt wird. Während sich bisexuelle Menschen auf zwei Geschlechter – also entweder Männer oder Frauen – beziehen, hegen und pflegen pansexuelle Menschen ihre sexuelle Anziehung und romantischen Gefühle für Menschen aller Geschlechtsidentitäten.

Dieser Typ Mensch trifft demnach keine Vorauswahl und zieht daher auch Liebespartner in Betracht, deren Geschlechteridentität nicht eindeutig männlich oder weiblich ist. Bei Pansexualität sind Frauen, Männer, Bisexuelle, Transsexuelle oder Zwitter gleichermaßen potenzielle Liebespartner.

Wie finde ich heraus, ob ich pansexuell bin? Welche Anzeichen sprechen dafür?

Ob Sie im Gegensatz zur Asexualität eine offene, geschlechtliche Neigung haben oder nicht, lässt sich nicht auf Anhieb sagen. Was ist pansexuell? Es ist eine innere Haltung, von der Sie vielleicht selbst noch nichts wissen. Schließlich hängt dies auch ganz von demjenigen ab, der in Ihnen diese Seite zum Klingen bringt. Dennoch gibt es einige Anzeichen, an denen Sie erkennen können, ob Sie diese Neigungen haben könnten oder nicht.

  • Wenn Sie schon während der Kindheit das Gefühl hatten, dass eine heterosexuelle Beziehung für Sie nicht die einzige Möglichkeit ist, zu lieben und zu fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit zu einer pansexuellen Neigung höher, als die kategorische Festlegung auf eine klar identitätsbezogene Sexualität.
  • Während es in der Pubertät normal ist, verschiedene sexuelle Neigungen auszuprobieren, kann sich dennoch gegen Ende dieser Phase ein Gefühl für Pansexualität Dies hängt davon ab, wie sehr sich bei Ihnen Sexualität und Identität aufgrund Ihrer sexuellen sowie sozialen Erfahrungen miteinander entwickelt haben.
  • Ob Sie wirklich pansexuell sind, werden Sie zudem rausfinden, wenn Sie über einen längeren Zeitraum mit einer entsprechenden Vielfalt an homo-, bi-, transsexuellen oder gleichgesinnten Personen Kontakt haben und sich zu diesen hingezogen fühlen. Wenn Sie merken, dass Ihnen der Mensch mehr am Herzen liegt als seine Geschlechtsmerkmale, ist die Wahrscheinlichkeit für eine offenere Neigung besonders hoch.

Tipps für den Umgang mit Pansexualität

Offener Umgang mit der Sexualität:

Der Verband der VLSP (Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie) rät in seinem Artikel „Fragen zu sexueller Orientierung und Homosexualität“ zu einem offenen Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung, um so verstärkt gegen Vorurteile und Diskriminierung vorzugehen. Wenn Sie als pansexueller Mensch in die Öffentlichkeit gehen, geben Sie so der breiten Masse die Möglichkeit, mit Ihnen persönlich in Kontakt zu treten und Sie als Individuum wahrzunehmen.

Suchen Sie sich Unterstützung:

Wenn Sie trotzdem darunter leiden sollten oder Ihre eigene sexuelle Orientierung nicht wirklich einschätzen und definieren können, können Sie sich an spezialisierte Beratungsstellen wenden, die Anlaufstellen für sexuelle Orientierungen aller Art bieten und Kontakte zu Menschen mit pansexuellen Lebensentwürfen herstellen. Uta Krüger und Dr. phil. Gisela Wolf vom VLSP verweisen hierbei auf die Chance des Coming Outs: „Die Möglichkeit, mit anderen über die eigene sexuelle Neigung zu sprechen, verbessert gleichzeitig die Möglichkeit, soziale Unterstützung zu erhalten, welche wiederum entscheidend für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden ist.“

Fazit: Machen Sie Ihr persönliches Glück nicht vom Geschlecht abhängig

Fühlen Sie sich nicht nur zu einem Geschlecht hingezogen, sondern steht für Sie vielmehr der Mensch als Person im Vordergrund? Wenn Sie pansexuelle Neigungen haben, schöpfen Sie im wahrsten Sinne des Wortes aus den Vollen. Nichts muss, alles kann! Aufgrund dieses Konzeptes der offenen sexuellen Neigung könnte das die neue Liebesform der Zukunft sein. Schließlich ist es völlig egal, welche Sexualität Sie leben, solange Sie und Ihr Partner glücklich damit sind.

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