Frau und Mann umarmen sich und haben eine Fernbeziehung

Fernbeziehung – wenn Nähe und Distanz zur Zerreißprobe werden

von: ElitePartner Redaktion

Flexibilität ist die Königsdisziplin in unserer dynamischen Welt: Der Arbeitgeber fordert Mobilität. Digitale Kontakte machen uns glauben, dass räumliche Distanz heutzutage keine Barriere mehr darstellt. Die Kommunikation erfolgt ja problemlos über Kurznachrichtendienste und Video-Chats. Aber wie verhält sich das bei einer Fernbeziehung? Liebe braucht auch Nähe und Alltag, um zu wachsen und immer tiefer zu werden. Eine Fernbeziehung kann für Paare zum Problem werden – es sei denn, sie nutzen die Chancen.

Die drei Welten der Fernbeziehung: Die klassischen Probleme

Es ist Sonntag, 18 Uhr: Pia steigt in Hamburg in den Zug nach München. Tim wird sie nicht begleiten. Das Paar führt schon seit zwei Jahren eine Fernbeziehung. Da Pia für ihren Job viel unterwegs ist, sehen sich die beiden maximal zweimal im Monat in Ihrer Wochenendbeziehung. Die Abschiede sind für Pia und Tim das Schlimmste. Wie gerne würden sie den Alltag miteinander teilen – morgens gemeinsam aus dem Haus gehen und sich abends um den Abwasch streiten.

  1. Fernbeziehung: Nicht für jedes Paar der richtige Weg: Pia und Tim verbindet eine Liebe auf Distanz, wie laut Statistik mittlerweile jedes achte Paar in Deutschland. Gerade, wenn Beziehungen im Internet beginnen, sind Männer wie Frauen bereit, erst einmal größere räumliche Entfernungen in Kauf zu nehmen. „Deshalb sollten Sie sich frühzeitig fragen, ob Sie bereit sind, eine Fernbeziehung einzugehen“, rät unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. Denn nicht für alle ist dieses Konzept eine Option.
  2. Fernbeziehung und Sehnsucht gehen Hand in Hand: Vieles lässt sich auf die Ferne nicht teilen – spontane Begegnungen, zufällige Erlebnisse, der gemeinsame Einkauf oder Zweisamkeit mal eben zwischendurch. Der Partner ist mittendrin und trotz Fernbeziehung doch nie dabei. „Dabei ist für eine Beziehung gerade das gemeinsame Erleben von Alltäglichkeiten wichtig“, meint unsere Paar-Therapeutin Lisa Fischbach. „Das schafft Vertrauen in der Beziehung und hilft, die Lebenswelt des Anderen zu verstehen.“
  3. Erwartungshaltungen setzen beide unter Druck: Stattdessen leben viele Paare in einer Fernbeziehung voller Sehnsucht von einem Wochenende zum nächsten – oft mit Erwartungsdruck. Schließlich soll alles perfekt sein, wenn man so lange auf die ersehnte Zweisamkeit warten musste. Dazwischen stehen die Reise- und Wochenendplanung sowie lange Stunden in Zügen oder auf Autobahnen. Dabei lässt sich das perfekte Ambiente zwar planen, die gewünschte Stimmung wohl aber kaum.

Die Vorteile: Paare in Fernbeziehungen genießen intensiver

Eine Fernbeziehung verändert die Liebe und fordert eine Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen. Und auch wenn es in viele Probleme gibt: Paare, die eine Fernbeziehung voller Sehnsucht leben, empfinden die Partnerschaft als intensiver. „Fernliebende sind zufriedener als Paare, die zusammenleben“, erklärt Psychologin und Wissenschaftsjournalistin Fanny Jimenez. Einerseits bleiben kleinere Streitereien über Nichtigkeiten aus, da diese meist aus Alltagsdifferenzen heraus entstehen. Andererseits wird die Magie der Anfangszeit länger erhalten, da sich das Glück bei jedem Wiedersehen aufs Neue entlädt. Darüber hinaus fand Jimenez bei ihren Recherchen heraus, dass Männer, die ihre Partnerin seltener sehen, tendenziell weniger fremdgehen als jene, die mit ihrer Freundin zusammenleben.

Die Liebe am Leben halten: Tipps für die Fernbeziehung

Ob die Fernbeziehung Zukunft hat und ob Sie darin Erfüllung finden, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab und davon, was Sie von einer Beziehung erwarten. Leben Sie ständig in der Angst, Ihren Partner zu verlieren, brauchen Sie stets seine Nähe und seine Bestätigung, dürfte Ihnen eine Fernbeziehung Probleme bereiten. Wobei das auch für jede andere Beziehung gilt: Wichtig ist, dem Partner zu vertrauen und ihm Freiräume zu lassen. Ergebnisse unserer ElitePartner-Studie bestätigen das. Danach würden sich 68 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer trennen, wenn der Partner sie zu sehr einengt.

Eine der größten Gefahren für eine Fernbeziehung ist, dass die Liebe einzuschlafen droht. Unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach weiß, was Paare tun können, um dem entgegenzuwirken:

  • Werfen Sie die Pläne von Zeit zu Zeit über Bord: Der Erwartungsdruck, den viele Paare auf das Wochenende projizieren, kann der Liebe schaden. „Überfrachten Sie das Wochenende nicht mit Terminen. Lassen Sie auch Raum für die kleinen Dinge des Alltags, die in einer Fernbeziehung eher zu kurz kommen“, rät Fischbach.
  • Lassen Sie die Zeit für sich arbeiten: Da Sie nur selten viel Zeit miteinander verbringen, dauert es eine Weile, um den Anderen richtig kennenzulernen. Freuen Sie sich darauf. Zelebrieren Sie gemeinsame Rituale – auch aus der Fernbeziehung „Überstürzen Sie nichts. Nehmen Sie sich Zeit, einander in unterschiedlichen Situationen kennenzulernen“, so Fischbach. „Stellen Sie die Diskussion um eine gemeinsame Wohnung hintenan, aber geben Sie dem Partner nicht das Gefühl, dass er keine Priorität in Ihrem Leben hat. Träumen Sie von Ihrer gemeinsamen Zukunft – aber machen Sie keinen unnötigen Druck.“
  • Seien Sie bestechend ehrlich: Das ist einer der wichtigsten Tipps in einer Fernbeziehung. Sie sollten nicht nach der Devise „Harmonie um jeden Preis“ leben – auch wenn Sie die wenige gemeinsame Zeit nicht mit unnötigen Streitereien verbringen möchten. Es ist kontraproduktiv, Konflikte auszublenden und sich Situationen schönzureden. Fischbach warnt: „Sich lediglich die Romantikrosinen herauszupicken oder Konfrontationen komplett zu vermeiden, hat mit der Realität einer echten Beziehung nichts zu tun“.

 Fazit: Fernbeziehung als große Chance

Treiben Sie Sport, suchen Sie sich ein neues Hobby oder treffen Freunde. Beherzigen Sie unsere Tipps für die Fernbeziehung. Und verwandeln Sie Ihre Sehnsucht in positive Energie. So halten Sie Ihre emotionale Balance. Lassen Sie Ihren Partner an Ihren Erfahrungen teilhaben und genießen Sie die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. Für den Abschiedsschmerz ist später noch Zeit. Werden Sie sich darüber bewusst, was Sie beide miteinander verbindet, sonst kommt die Liebe auf Distanz bald an ihre Grenzen. Schmieden Sie gemeinsame Pläne und sagen Sie Ihrem Partner lieber einmal mehr, welchen Stellenwert er in Ihrem Leben hat.

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