Auch wenn es die meisten wahrscheinlich denken: Sexmangel und eingeschlafene Lust ist nicht der Trennungsgrund Nummer 1 bei Paaren...
Partnerschaft und Liebe sind heute die wichtigsten Glücksquellen im Leben der meisten Menschen. Erfüllt sich diese Hoffnung nicht mehr, gibt es für die meisten Paare keinen Grund, zusammenzubleiben. Jeder bilanziert mehr oder weniger bewusst in einer Beziehung, was diese ihm bringt. Ist das Ergebnis über längere Zeit negativ, wird sich getrennt.
Frauen sind Studien zufolge offenbar schneller bereit, Konsequenzen zu ziehen. So reichen auch 60 Prozent des weiblichen Geschlechts die Scheidung ein. Männer warten eher ab. Das haben Forscher vom Europäischen Zentrum für Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim nun in einer internationalen Studie belegt. Besonders risikobehaftet ist die Konstellation, wenn die Frau unzufriedener als der Mann in der Partnerschaft ist. In diesem Fall ist das Trennungsrisiko um etwa 25 Prozent höher. So die Ergebnisse von ZEW.
Was sind die größten Beziehungskiller?
Nein, an erster Stelle steht nicht Sexmangel oder eingeschlafene Lust. Zwar führt das zu Unzufriedenheit vor allem bei dem Partner, der eine ausgeprägtere Lust hat und kann zudem Auslöser für Seitensprünge und Affären sein. Dennoch gibt es andere Risikofaktoren für eine Beziehung. Heutzutage lasten auf der Liebe häufig zu hohe Erwartungen. Viele Menschen hoffen, dass die Partnerschaft sie für alle anderen Defizite entschädigt und ihnen das Leben erfüllt.
Überbelastung und Dauerstress sind für alle Beziehungen eine große Herausforderung. Wer gestresst ist, ist dünnhäutiger und reizbarer als üblich. Da kommt es schnell zum Streit. Hinzu kommt, dass das Paar zu wenig Zeit und Muße füreinander hat. Davon abgesehen herrscht in wenigen Beziehungen eine konstruktive Streitkultur. Lange werden Auseinandersetzungen vermieden. Wenn es dann endlich einmal kracht, wird es oft unfair oder permanente Vorwürfe vergiften das Klima. Ständiges Nörgeln höhlt auf Dauer jede Beziehung aus und lässt Nerven blank liegen. Kein Wunder, dass einer der Partner irgendwann das Weite sucht.
Und wird es mal schwierig im Liebesleben und die Beziehung muss Höhen und Tiefen bewältigen, zeigt sich, wie viel Durchhaltewille und –vermögen bei den Partnern zu finden ist. Schreibt man der Liebe vor allem die Aufgabe zu, als nie versiegender Glücksspender zu fungieren, kommen in den Durststrecken schnell Unmut und Trennungsgedanken auf. Die Bereitschaft zurückzustecken und auch schwierige Zeiten miteinander durchzustehen, ist heute weniger stark vorhanden als früher.
Deshalb nimmt die Trennungsquote immer mehr zu.