Frau und Mann sitzen auf Couch und bauen zu schnell Nähe zueinander auf

Zu schnell zu nah…die typischen Fehler

von: ElitePartner Redaktion , 9. Oktober 2009

Jeder Mensch hat eine persönliche Zone - beachten Sie diese stets beim Flirt.

Auf andere zugehen – besonders beim Flirten geht es selten ohne. Sei es auf einer Party, im Club oder beim Warten auf den Zug nach Berlin. Möchten Sie mit jemanden in Kontakt treten, müssen Sie meist eine gewisse räumliche Distanz zum Objekt der Begierde überwinden.

Damit Sie Fettnäpfchen gekonnt umschiffen, sollten Sie dabei einiges beachten.

Um den Abstand zur ausgespähten Person zu verringern, gilt es zunächst verschiedene „Kontaktzonen“ zu überwinden. Dabei ist die Wahrnehmung, welche Entfernung zwischen zwei Menschen in einer Situation angemessen ist, sehr wichtig. Stellen Sie sich nun bitte die folgende Situation am Hauptbahnhof einer Großstadt vor: Sie warten mit mehreren anderen Menschen am Gleis auf Ihren Zug, der verspätet eintrifft. In einem Abstand von einigen Metern bleibt Ihr Blick an einem Mann hängen, der gerade in seinen Manteltaschen nach etwas sucht. Diese Distanz bezeichnet man als öffentliche Zone; Kontakt zueinander ist nicht zwangsläufig, man akzeptiert den anderen auf diese Entfernung problemlos. Um miteinander zu reden, wäre die Distanz allerdings zu weit.

Würde dieser Mann nun auf Sie zukommen, um Sie flüchtig nach etwas zu fragen, beispielsweise ob auf diesem Gleis wirklich der Zug nach Berlin abfährt, dann verringerte sich zwangsläufig die Distanz zwischen Ihnen beiden. Der Abstand würde höchstwahrscheinlich jedoch nicht geringer als ungefähr anderthalb Meter ausfallen. Dieser Bereich wird als gesellschaftliche oder soziale Zone bezeichnet. Darin haben Sie zu Ihrem Gegenüber zwar Kontakt aufgenommen, es herrscht aber immer noch ein deutlicher Abstand. Innerhalb dieser Distanz werden Sie eher unpersönliche Angelegenheiten erledigen wie beispielsweise eine Unterhaltung mit Geschäftsleuten, Handwerkern oder Ihrem Chef hinterm Schreibtisch. Gleichzeitig dient diese Entfernung als Schutzfunktion: Andere können sich Ihnen bis auf diese Distanz nähern, ohne dass Sie diejenigen beachten müssen. Die Kontaktaufforderung ist allein durch die Präsenz eines Menschen noch nicht verbindlich. Also weiter zur nächsten Phase…

Sie antworten dem wartenden Mann auf dem Bahngleis mit einem leicht gequälten Lächeln, dass er hier richtig sei, und fügen hinzu: „Aber ganz sicher, ob der Zug das ebenfalls weiß, bin ich nicht.“ Er kontert. „Sie wirken, als wäre Ihre Toleranz für Verspätungen ziemlich strapaziert. Geht mir ähnlich. Fahren Sie denn viel mit der Bahn?“, erwidert er mit einem Schmunzeln. Dabei macht er einen Schritt auf Sie zu, um sich besser mit Ihnen unterhalten zu können. Der Mann hat damit Ihre persönliche Zone betreten, eingeladen durch Ihre entgegenkommende Antwort, Ihren Blickkontakt, Ihre nach seinem Ermessen offene Art und Ihr Lächeln. Sich jetzt Ihnen anzunähern, gleicht daher nicht mehr einem Überfall und wird meist akzeptiert. Die persönliche Zone bewegt sich von circa 60 bis zu 150 Zentimetern, was einer üblichen Gesprächsdistanz entspricht. Wenn Sie den Arm gerade nach vorne ausstrecken und sich einmal im Kreis drehen, dann zeigt das ziemlich genau den Radius Ihrer persönlichen Zone. Eine Annäherung innerhalb dieser Grenzen sagt etwas über den Bekanntheits- oder Sympathiegrad zwischen den Beteiligten aus. Diese Zone ist nämlich für gute Freunde, Verwandte, eventuell einige enge Kollegen oder für Menschen reserviert, die Ihnen sympathisch sind.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei all diesen Angaben um Durchschnittswerte handelt, die neben den kulturellen Unterschieden individuell sehr verschieden ausfallen können. Ebenso können innerhalb eines Kulturkreises, innerhalb einer Region und sogar selbst innerhalb einer Familie die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz sehr unterschiedlich sein. Für den einen kann sich die Distanz bereits zu Beginn einer Unterhaltung mit einer fremden Person verringern, und gegen eine spontane Armberührung wäre nichts einzuwenden. Demjenigen, der mehr Abstand braucht, würde es dagegen die Kehle zuschnüren und unweigerlich Ausweichverhalten oder sogar Fluchttendenzen auslösen. Welchen individuellen Abstand jemand grundsätzlich bevorzugt, hängt viel damit zusammen, ob er eher ein Nähe- oder Distanztyp ist. Unabhängig davon, ob Sie und Ihr Gegenüber nun ein Nähe- oder Distanz-Typ sind, ist das Entscheidende, dass Sie Ihr eigenes Bedürfnis nach Abstand kennen und vor allem die Grenzen sowie die Signale des anderen wahrnehmen und interpretieren können. Denn je nach Situation und Kontext kann sich die Empfindung, ob ein Abstand noch als angenehm oder bereits schon als unangenehm erlebt wird, schnell ändern.

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