Was der Sommerdrink über Ihr Date verrät – eine Typologie

Was der Sommerdrink über Ihr Date verrät – eine Typologie

von: Saskia Balke

Es gibt einen Grund, warum Sie in lauen Sommernächten nach dem Dinner mit Ihrem Flirt unbedingt noch in eine Bar gehen sollten: der Blick auf die Getränkewahl Ihres Dates verrät mehr als eine gelockerte Zunge.

White Russian:

Achtung, hier erhebt ein Blender sein Glas! Wie er in einschlägigen Herrenmagazinen gelesen hat, handelt es sich beim „White Russian“ um den männlichsten aller Cocktails. Folglich hält er den Wodka-Sahne-Kahlua-Mix für flüssiges Testosteron – und sich selbst für den „Dude“ aus dem Film „The Big Lebowski“. Dem hatte das Drehbuch 8 Gläser auf 117 Minuten verordnet. Genehmigt sich diese Menge auch Ihr Auserwählter, outet er sich als unreifer Filmfreak mit Alkoholproblem. Lieber schnell das Weite suchen, denn mit diesem Pegel läuft außer dem Fernseher nichts mehr.

Aperol Spritz:

Er leuchtet schon von weitem wie die orangefarbene Abendsonne, die im Gardasee versinkt: Der Aperol Spritz. An der Bar weist er den Weg geradewegs zu flirtbereiten, selbstbewussten Mittdreißigerinnen, die im erfrischend-herben Genuss einen adäquaten Nachfolger des Sex-and-the-City-Kultgetränks Cosmopolitan gefunden haben. Vor drei Jahren hätte man ihnen anhand ihrer trendorientierten Getränkewahl noch eine gewisse Mitläufermentalität unterstellt, heute gelten sie als Verfechterinnen der bittersüßen Lebensart, die sich keinen Hugo für einen Aperol Spritz vormachen lassen. Liebe Männer, wenn Ihnen bei dieser Dame kein spitziger Spruch über die Lippen perlt, können Sie die Einladung getrost stecken lassen. Im Zweifel zahlt die anspruchsvolle Aperol-Spritz-Genießerin lieber selbst – und geht alleine nach Hause.

Cuba Libre:

Salud! Im besten Fall stoßen Sie gerade mit einem Kuba-Fan an, der die Musik des Buena Vista Social Clubs liebt und in einem alten Ami-Schlitten durch die Stadt cruist. Im schlechtesten Fall handelt es sich um einen postpubertären Cola-Fan, dem als Alkoholgrundlage statt Rum zur Not auch ein Rotwein in die Cola kommt. Der selbstgemischte Mix heißt dann Cola-Rot, industriell abgefüllt ist er als „Kalte Muschi“ bekannt, die sich Ihr Date gerne kichernd mit seinem Nerd-Freund beim Playstation-Zocken teilt. Seien Sie darauf gefasst, dass Ihnen solche eine Flasche beim ersten Blick in den Kühlschrank begegnet, aber sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.

Hugo:

Hugo heißt der beste Kumpel aller It-Girls, die sich irgendwo in Hintertupfingen oder Jottwehde ein bisschen Weltstadtflair antrinken möchten. Sie sind wild entschlossen, hip zu sein, dabei aber genauso indifferent wie der Hugo selbst. Ein bisschen Weißweinschorle, ein bisschen Mojito dank Minze und Soda und der Trendnachfolger des Aperol Spritz. Hübsch anzuschauen sind sie ja, die Hugo-Girls, aber Individualität ist nicht ihre Stärke. Nennen sie ihren Liebling im Glas wissend ´Ugo, ist das als verzweifelter Versuch zu werten, sich doch noch von der breiten Masse abzuheben. Leicht zu begeistern sind sie allemal – und auch der Anmachspruch muss nicht besonders raffiniert ausfallen.

Weinschorle:

Leichtperliges Vergnügen ohne Reue: Wie die Weinschorle, so auch die vorsichtig nippende Dame am Weinglas. Sie verzichtet auf viele Umdrehungen, um in jeder Lebenslage einen klaren Kopf zu behalten. Somit erweist sich die Weinschorlentrinkerin als zuverlässige, bodenständige Partnerin, die es nicht krachen, dafür aber prickeln lässt. Perfekt für eine feste Beziehung!

Mojito:

Der süßsaure Klassiker ist der Unisex-Drink unter den Cocktails: So unkompliziert wie derjenige, der ihn trinkt. Wer mit dem Strohhalm durch kubanischen Rum und frischen Limettensaft auf den süßen Rohrzucker stößt, wird mit einem erfrischenden Geschmackserlebnis belohnt und plaudert dank Minze sogar mit frischem Atem. Der vielleicht flirtfreundlichste Cocktail!

Gin Tonic:

Cool, so ein Gin Tonic! Macht nicht auf dicke Hose, hinterlässt aber trotz unkapriziösem Zusammentreffen nur zweier Zutaten ordentlich Eindruck. Seine Special Effects erkennt man erst bei Schwarzlicht: Der Chiningehalt lässt den Drink bläulich schimmern, passend zum Alkoholpegel. Die leicht bittere Note ist nicht nur etwas für echte Kerle, auch Frauen greifen gerne zu. Das kann daran liegen, dass sich der Gin Tonic unter den Cocktail als figurfreundlicher Zeitgenosse empfiehlt und dabei trotzdem alles andere als ein Mädchengetränk ist. Perfekt, um ihn gemeinsam zu schlürfen!

Stilles Wasser:

Stille Wasser sind tief, so heißt es. In der Cocktail-Typologie allerdings sind die Wasserkandidaten schnell zu durchschauen. Wer mit einem einfachen Klaren dieser Art ernsthaft an der Bar anstoßen will, erweist sich leider als komplizierter Zeitgenosse. Beim zweiten Treffen werden Sie womöglich mit seiner Entscheidung für vegane Kost oder dem Verdacht auf diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie persönlichen Aversionen konfrontiert. Kurzum: Der ideale Partner für alle, die nach einem jugendlichen Cola-Rausch nie wieder einen Tropfen Kohlensäurehaltiges angerührt haben.

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