6 Tipps, damit der Paar-Urlaub keine Katastrophe wird

6 Tipps, damit der Paar-Urlaub keine Katastrophe wird

von: Anna Kuchenbecker

Ferien zu zweit ist für eine Beziehung oft der Anfang vom Ende. Unsere Paar-Beraterin Lisa Fischbach hat Tipps wie der Urlaub zu zweit tatsächlich Spaß macht!

Jede zweite Scheidung wird nach dem Urlaub eingereicht. Paar-Beraterin Lisa Fischbach erklärt, warum gerade die schönsten Wochen des Jahres unsere Beziehung auf die Probe stellen und gibt Tipps für harmonische Ferien.

Warum streiten Paare häufig im Urlaub?

Im Alltag kommunizieren sie im Durchschnitt gerade mal zehn Minuten täglich miteinander, sind durch Beruf, Hobbys und Freunde abgelenkt und weniger auf sich fokussiert. Hinzu kommt, dass wir sehr viel vom Urlaub erwarten. Spaß, Aufregung, Entspannung und nebenbei dem Partner wieder näherkommen. Das Enttäuschungspotenzial ist dementsprechend hoch.

Gibt es eine klassische Kurve, wie der Urlaub bei den meisten Paaren verläuft?

Könnte man sagen, ja. Die ersten beiden Tage sind meist unproblematisch, weil sie mit Abreise, Check-in, Auspacken und Auskundschaften gefüllt sind. Danach steht viel Raum zur Verfügung. Eigentlich könnte jetzt die große Entspannung beginnen. Doch viele können mit der Leere nicht umgehen.

Was sind die typischen Gründe, über die sich Paare im Urlaub in die Haare bekommen?

Schon Kleinigkeiten können ein Auslöser für große Konflikte sein. Das ist dann aber ein Indiz, dass ein unterschwelliger Streitpunkt aus der Heimat im Gepäck ist und sich nun über etwas Banales äußert. Oft entstehen auch Streitigkeiten aus einem unterschiedlichen Nähe-Distanz Bedürfnis oder auseinandergehenden Vorstellungen von Aktivität.

Welche Urlaubsziele haben besonders hohes Krach-Risiko?

Alle, die auf einem großen – vielleicht faulen – Kompromiss basieren. Geht dann etwas schief, ist Krach vorprogrammiert. Denn wer nur dem Freund zuliebe die Alpen erklimmt, beschwert sich eher über Blasen an den Füssen als jemand, der es aus Leidenschaft tut. Zudem sind klassische Honeymoon-Ziele wie Venedig und Malediven nicht ideal für Paare in Krisensituationen. Das Umfeld erzeugt einen Harmoniedruck und reibt dem Paar die eigene Situation unter die Nase.

Welche Paare kehren eher als Solisten zurück: Frisch Verliebte oder Langjährige?

Bei frisch Verliebten sorgen die Hormone für eine rosarote Brille und das Ausblenden schwieriger Eigenschaften. Gefährdeter sind Langzeitpaare, bei denen sich schwelende Konflikte aufgebaut haben, die im Alltag nicht zur Sprache kommen und jetzt herausplatzen. Der Urlaub kann eine gewisse Leere der Beziehung ans Licht bringen, die sonst mit Pflichten und Terminen gefüllt ist.

Gibt’s auch Paare für die es besser wäre, getrennt zu verreisen?

Unbedingt. Findet sich kein echter Kompromiss sollten beide ruhig getrennt reisen. Das muss der Liebe nicht schaden! Beide kehren erholt zurück und haben sich viel zu erzählen. Das wirkt eher belebend.

Tipps für harmonische Ferien

1. Die Planung
Der erste Schritt zu schönen Ferien: Zeit für ein Gespräch nehmen. Hier äußern beide Partner ihre Wünsche an den Urlaub – nicht nur in punkto Land und Hotel, sondern auch Aktivitätswünsche und Erwartungen an die gemeinsame Zeit. Ist das getan, gilt es, ein Ziel zu finden, das die Ansprüche erfüllt. Eine Prise Kompromissfähigkeit ist dabei wichtig, da die Vorstellungen selten zu 100 Prozent übereinstimmen. Was nicht sein darf: Ein fauler Kompromiss, in dem einer der Harmonie wegen nachgibt. Das gibt meist einen Bumerangeffekt.

2. Solo-Trips
Endlich da! Jetzt bloß nicht Tag und Nacht ununterbrochen aufeinander hocken. Besser ist, ab und zu Zeit für sich alleine einzuplanen. Ob Museumsbesuch oder Surfkurs: Solo-Trips im gemeinsamen Urlaub fördern die Gelassenheit und regen anschließend den Austausch an.

3. Kleine Kompromisse erhalten die Liebe
Kleine Kompromisse erhalten die Liebe, das gilt auch für den Urlaub. Die Zugeständnisse sollten klar geregelt sein, z.B. indem beispielsweise jeder abwechselnd das Tagesprogramm bestimmen darf. So verkraftet man die Wanderung bei Sonnenaufgang leichter mit dem Wissen, dass morgen ein entspannter Strandtag ansteht.

4. Zwischenbilanz ziehen
Auch wenn alles scheinbar toll läuft: Ziehen Sie nach der Hälfte Ihrer erholsames Tage eine Zwischenbilanz. Setzen Sie sich entspannt zusammen und sprechen Sie über die erste Urlaubshälfte. Sind Sie zufrieden, kommen Bedürfnisse zu kurz? So vermeiden Sie, dass einer aus Harmoniegründen Konflikte verschweigt oder nach dem Urlaub Vorwürfe auf den Tisch kommen.

5. Romantik-Potenzial entdecken
Liebevolle Aufmerksamkeiten wirken auch im Urlaub als Katalysator für ein lebendiges Miteinander. Wie wäre es mit einem Frühstück im Bett? Nächtlicher Strandspaziergang mit Champagner? Anschließendes Kribbeln garantiert.

6. Erste Hilfe bei Streit
Ruhe bewahren und vom Druck befreien, im Urlaub eine stressfreie Zeit haben zu müssen. Bleiben alle Klärungsversuche fruchtlos, lieber einen Tag solo verbringen. Mit etwas Abstand einen neuen Anlauf nehmen, den Konflikt zu bereinigen und anschließend zu zweit etwas Schönes unternehmen. Je aufregender, desto besser. Denn Studien zeigen: Erlebnisse mit Adrenalinausschüttung schweißen zusammen und machen verliebt.

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