Füße von zwei Personen voneinander abgewandt als Zeichen für Streit in Beziehung

Wenn Streit die Beziehung vergiftet

von: ElitePartner Redaktion , 16. Februar 2018

„Lass uns doch heute spazieren gehen“, sagt sie. Er: „Ich habe keine Lust.“ Sie: „Wir werden noch zu langweiligen Stubenhockern.“ Er: „Hör auf, mich zu bevormunden.“ Was mit einer harmlosen Frage begann, endet in einer Konfliktsituation. Schuld am Streit in Beziehungen ist in erster Linie das unterschiedliche Kommunikationsverhalten. Doch mit ein paar Tipps lässt sich diese Hürde locker nehmen.

Streit in der Beziehung: Zwischen Normalität und Wahnsinn

Kleinere Reibereien sind das Salz in der Suppe – wenn es aber nur noch Streit in der Beziehung gibt, könnte die Liebe in Gefahr geraten. Laut unserer ElitePartner-Studie möchten 95 Prozent der Frauen und 91 Prozent der Männer in einer Partnerschaft in erster Linie Ruhe und Harmonie finden. Diese Parameter versuchen viele bereits bei der Partnersuche abzuklopfen, indem sie auf gemeinsame Werte, Ziele und Ansichten achten. „Durch Gemeinsamkeiten entstehen Harmonie und das Gefühl, verstanden zu werden“, davon ist auch unsere Paar-Beraterin Lisa Fischbach überzeugt.

Unzufriedenheit als Treiber für Streit in der Beziehung

Doch wie ist es dann nachzuvollziehen, dass vielen Beziehungen durch ständigen Streit mit dem Partner wegen Kleinigkeiten das Aus droht? Oft sind es Nörgeleien, die für die Zwistigkeiten des Alltags verantwortlich sind. Denn ist die erste Verliebtheit verflogen, sehen wir klarer und nehmen die Fehler und Macken unseres Gegenübers anders wahr. „Darin drücken sich oft unerfüllte Erwartungen an den Partner aus“, erklärt Fischbach. „Aber auch Unzufriedenheit mit der Beziehung im Allgemeinen kann ein Grund sein.“ Bisweilen nutzen wir auch nahestehende Menschen wie den eigenen Partner dazu, nach einem stressigen Tag unserem Unmut Luft zu machen. Oder aber die eigene Unzufriedenheit mit uns selbst – das Bewusstwerden kleinerer Unzulänglichkeiten, verpasste, selbst gesetzte Ziele oder mangelndes Selbstbewusstsein – sind Gründe für Streit in der Beziehung.

Gesunde Konfliktfähigkeit und das Durchsetzen eigener Bedürfnisse ist essentiell

Doch wer denkt, dass Streit in der Beziehung tabu sein muss, der irrt. Wer ständig nur auf Harmonie bedacht ist und jede noch so kleine Meinungsverschiedenheit schon zu Beginn im Keim erstickt, droht, echte Konflikte, die der Beziehung das Genick brechen könnten, zu spät zu erkennen. Doch inwieweit Auseinandersetzungen als notwendig erachtet werden oder der Liebe eher schaden, hängt von der Konfliktfähigkeit und dem Bindungsstil des Einzelnen ab. Wer weniger streitet, führt nicht automatisch eine bessere Beziehung, meint unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach:

„Hinter einem starken Harmoniebedürfnis steckt oft die Angst vor Auseinandersetzungen. Die Partner verschmelzen, was eine Liebe erlahmen lässt. Sich am Partner zu reiben, heißt auch, seine Bedürfnisse zu vertreten, diese vom Partner abzugrenzen. Und eben nicht, dass ein Streit die Beziehung beendet. Für eine stabile Partnerschaft ist es wichtig, dass jeder Partner neben der Wir-Identität als Paar seine eigene Ich-Identität bewahrt. Wer streitet, sollte unbedingt auf destruktive Elemente wie Ablehnung, Verachtung und Beleidigung verzichten.“

Nur noch Streit in der Beziehung: Wann wird es zu viel?

Auch wenn Sie oft in Situationen geraten, die reichlich Zündstoff für Auseinandersetzungen bieten, müssen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Differenzieren Sie stattdessen und betreiben Sie Ursachenforschung, um dem ständigen Streit mit dem Partner wegen Kleinigkeiten auf den Grund zu gehen: Was ist die Ursache für Ihren Frust? Kommt der Anlass für den drohenden Konflikt von außen oder haben Streitigkeiten grundsätzlich etwas mit Ihrer Beziehung per se zu tun? Trennen Sie Welten in Ihren Ansichten, Werten und Plänen für eine gemeinsame Zukunft? Oder stören Sie einfach nur ein paar herumliegende Socken? Krisen in einer Beziehung sind unvermeidbar, denn Sie können nicht alle Einflüsse, die die Liebe wanken lassen, beeinflussen. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Todesfälle oder Jobwechsel können dem Paarklima schaden. Dazu kommt, dass eine Beziehung keine statische Angelegenheit ist, und Streit in der Beziehung daher ganz normal ist. Doch manchmal passiert es, dass der Partner sich in eine andere Richtung entwickelt als man selbst. Dann gilt es, ehrlich in sich und die Beziehung hineinzuhorchen und im Zweifel die Reißleine zu ziehen.

Streit in der Beziehung lösen: Alles eine Frage der Kommunikation

sich in Ihrem Kommunikationsverhalten. Was nicht bedeuten muss, dass ein Streit gleich vorsieht Schluss zu machen. Das zeigt sich bereits im Kindesalter: Während Mädchen in Konfliktsituationen um eine Abschwächung derselben bedacht sind, um die Harmonie möglichst rasch wiederherzustellen, gehen Jungs in die Offensive und scheuen keine Konfrontation, um die Machtverhältnisse zurechtzurücken. Im Erwachsenenalter sind die Dinge ähnlich gelagert: „Männer vertreten ihre Interessen durch eine deutliche, sachorientierte Sprache. Ihr Kommunikationsziel ist Unabhängigkeit“, erklärt Fischbach. Daher reagieren Männer bisweilen verschnupft, wenn sie sich bevormundet fühlen. Frauen hingegen neigen dazu, ihre Wünsche indirekt auszudrücken. Streit in der Beziehung ist da vorprogrammiert. Fischbach: „Sie möchten die Interessen des Partners mit einbeziehen. Aber das setzt voraus, dass er das Ungesagte auch versteht. Da Männer jedoch eine direkte Kommunikation gewohnt sind, nehmen sie diese Bedeutungsebene gar nicht wahr.“

Ständig Streit mit dem Partner wegen Kleinigkeiten? Empathie für mehr Harmonie

Doch wie können die Geschlechter dann auf einen gemeinsamen Nenner kommen, gerade wenn es gefühlt nur noch Streit in der Beziehung gibt? Durch gegenseitige Akzeptanz, meint Fischbach

„Das Zauberwort heißt wechselseitige Einfühlung. Das bedeutet, beide Partner sollten in der Lage sein, die Welt des anderen mit seinen Augen zu sehen und zu verstehen.“

Das heißt allerdings nicht, dass Ihr Partner Ihnen Ihre Wünsche von den Augen ablesen muss oder Ihren unausgesprochenen Unmut erkennen kann. Sprechen Sie stattdessen aus, was sie fühlen oder Ihnen Probleme bereitet und akzeptieren Sie, dass Sie unterschiedlich ticken und kommunizieren. So vermeiden Sie den Streit in der Beziehung. Sind Sie unzufrieden oder wütend, dann verstecken Sie Ihre Gefühle nicht hinter vorgeschobenen Nörgeleien – das führt geradewegs in eine Sackgasse. Das Gegenüber versteht sie als Angriff oder Verletzung, die zum Gegenangriff oder zum Rückzug führt – und Sie haben das Gegenteil von dem erreicht, was Sie eigentlich möchten. Auch hier lohnt sich Selbstreflexion. Darüber hinaus sollten Sie Ihre Wünsche nicht auf die des Partners übertragen.

Fazit: Streit in der Beziehung bedeutet nicht das Ende

Lassen Sie den Streit nicht Ihre Beziehung beenden. Seien Sie sich darüber bewusst, dass im gemeinsamen Alltag kleinere Konflikte aufgrund von unterschiedlichen Ansprüchen und Wünschen immer mal wieder zutage treten. In solchen Situationen gilt es, Ruhe zu bewahren und Gelassenheit zu zeigen. Reflektieren Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und beweisen Sie Empathie. Mit der richtigen Form der Kommunikation müssen Sie sich nicht mehr darum sorgen, dass Streit in der Beziehung Ihre Partnerschaft ernsthaft gefährdet.

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