Ausschnitt Bettwäsche als Symbol für Seitensprung

Seitensprung: Ist Ihre Beziehung noch zu retten?

von: ElitePartner Redaktion , 15. Februar 2018

Laut unserer ElitePartner-Studie hat bereits knapp jeder Fünfte seinen Partner schon einmal sexuell betrogen. Für viele ist ein Seitensprung ein Trennungsgrund. Was aber, wenn der einmalige Ausrutscher nicht das Beziehungsaus markieren soll? Unsere Diplom-Psychologin liefert Ihnen Tipps, die Ihnen dabei helfen können, den Vertrauensbruch zu verzeihen und die Partnerschaft wieder zu festigen.

Der Seitensprung – einer der häufigsten Trennungsgründe

Nicht die falsch ausgedrückte Zahnpastatube ist die Nummer eins unter den Trennungsgründen, sondern Betrug. Laut unserer ElitePartner-Studie würde eine längere Affäre 83 Prozent der Frauen veranlassen, eine Beziehung zu beenden. Bei Männern belegt die unverbindliche Liaison mit 71 Prozent ebenfalls den Spitzenplatz unter den Gründen einer Trennung. Auf Rang vier folgt bei den weiblichen Befragten der Seitensprung mit 56 Prozent, eine Position weiter hinten findet er sich mit 45 Prozent als Trennungsursache bei den Herren. Mit steigendem Alter nimmt die Bereitschaft für ein Beziehungsende bei einem sexuellen Ausrutscher ab, bei den 70- bis 79-Jährigen würden nur noch 67 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer einen Schlussstrich ziehen. „Die Motive unterscheiden sich bei Männern und Frauen“ erklärt Single- und Paar-Beraterin Lisa Fischbach.

„Männer suchen eher sexuelle Abwechslung, weil das Intimleben in der Beziehung eingeschlafen ist und zu kurz kommt. Frauen geht es bei einer Affäre mehr um eine Gefühlsbindung. Die meisten Frauen, die fremdgehen, wollen damit fehlende Anerkennung und Aufmerksamkeit von ihrem Partner kompensieren.“

Wie können Sie Ihrem Partner einen Seitensprung verzeihen?

Ist der Seitensprung erst mal passiert und gestanden, müssen sich beide Partner fragen, ob sie ihrer Beziehung überhaupt noch eine Chance geben wollen. Nur wenn beide diese Frage mit einem klaren Ja beantworten können und nach wie vor Gefühle füreinander haben, kann die Beziehung eventuell gerettet werden. Unsere Diplom-Psychologin Lisa Fischbach hat fünf Tipps für Sie, unter welchen Voraussetzungen Sie oder Ihr Partner einen Seitensprung verzeihen könnten:

1. Für Ruhe sorgen:

Kommt ein Seitensprung ans Tageslicht, versinkt die bekannte Welt erst mal im Chaos, alles wird hinterfragt und auf den Kopf gestellt. Gerade in dieser Situation ist es jedoch wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Aber das ist leichter gesagt als getan, denn mit dem Auffliegen oder dem Geständnis bricht für das betroffene Paar tatsächlich eine ganze Welt zusammen“, bestätigt unsere Expertin. „Hinzu kommt, dass der Vertrauensbruch in der Beziehung durch das Fremdgehen das Misstrauen nährt, dass schon viel länger die gesamte Beziehung nicht gestimmt hat, sodass plötzlich zu Unrecht auch das infrage gestellt wird, was vorher gut war.“

2. Suchen Sie sich Hilfe:

Gerade, wenn es Ihnen nicht gelingt, die nötige Distanz zum Geschehenen aufzubauen, kommen Sie vermutlich als Paar nicht weiter. Um den Seitensprung zu vergeben, macht es Sinn, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Vom Paar erfordert es allerdings die Bereitschaft, radikal aufrichtig mit sich und dem anderen zu sein und ehrlich mit der Beziehung ins Gericht zu gehen“, warnt Fischbach.

3. Gehen Sie der Vorgeschichte auf den Grund:

Gar nicht so einfach, werden die meisten Paare feststellen müssen. „Zunächst wollen die Betroffenen es nicht wahrhaben: Kein Seitensprung geschieht zufällig, es gibt dazu immer eine Vorgeschichte innerhalb der Beziehung“, so unsere Paar-Beraterin. Aber nur, wenn beide Partner wirklich ernsthaft versuchen, die Gründe dafür in Erfahrung zu bringen, kann das Geschehene aufgearbeitet werden.

4. Seitensprung verzeihen – Schluss mit Schuldzuweisungen:

Oft fällt es dem Betrogenen schwer, sich nicht dauerhaft als Opfer zu sehen und diese Rolle auf eine gewisse Art und Weise auch auszukosten. „Solange jemand in dieser anmaßenden Opferrolle verharrt, ist die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft fast unmöglich“, gibt Fischbach zu bedenken.

„Es geht beim Fremdgehen nicht um die Ermittlung eines Schuldigen, sondern darum, gemeinsam Verantwortung für die Entstehungsgeschichte zu übernehmen.“

Auf der anderen Seite übt sich der Partner, der den Seitensprung begangen hat, gerne in Ausflüchten, was laut unserer Diplom-Psychologin ebenfalls kontraproduktiv ist. „Die Ausreden ähneln sich alle in dem Versuch, sich von der Verantwortung für das Geschehene freizusprechen. Doch man hat immer die Wahl, auszusteigen, bevor es zum Äußersten kommt, und Nein zu sagen.“

5. Neue Wege gehen:

Ob nun der Reiz des Neuen oder ein eingeschlafenes Sexleben der Auslöser für den Betrug war: In jedem Fall muss ein neuer Weg eingeschlagen werden, wenn es darum geht, den Seitensprung zu verzeihen. „Das Stichwort lautet: Raus aus der Bequemlichkeit!“, so Fischbach. „Das kann zum Beispiel dazu führen, dass er oder sie sich ausbittet, bestimmte Dinge in der Sexualität auszuleben, die zuvor nie zur Sprache gekommen waren.“ Nur wenn beide Partner bereit sind, sich darauf einzulassen, können sie einen Neuanfang in der Beziehung wagen.

Fazit: Ein Seitensprung muss nicht das Ende sein

Auch wenn viele Paare im ersten Moment zu einer Trennung tendieren, wenn ein Partner fremdgegangen ist, muss dies nicht das Ende einer Beziehung bedeuten. Wird der Seitensprung gebeichtet, heißt es zunächst Ruhe bewahren. Wenn Sie den Ursachen als Paar auf den Grund gehen und bereit sind gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, kann das ein Weg aus der Krise sein. Können beide Partner von sich behaupten, dass sie sich noch lieben, dann hat ihre Partnerschaft womöglich noch eine Chance. Viele Paare wissen ihren Partner nach dem Seitensprung sogar noch mehr zu schätzen als zuvor und verleihen ihrer Beziehung so eine ganz neue Qualität.

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