Mann liegt mit Handtuch über dem Gesicht in der Badewanne als Symbol dafür dass er lustlos bei der Partnersuche ist

Männer auf Partnersuche: Lustlose Selbstdarsteller?

von: ElitePartner Redaktion , 5. Oktober 2009

Viele Männer verfügen über ein gesundes Selbstbewusstsein. Anders ist es kaum zu erklären, warum sie bei der Partnersuche manchmal so nachlässig sind. Das ist nicht nur eine Typfrage: Noch immer gelten die alten Rollenmuster, die es den Herren der Schöpfung leicht machen, bequem zu sein.

Schlabberlook unerwünscht

Constanze (39) ist genervt: „Wenn ich mich mit einem Mann treffe, mache ich mich natürlich hübsch zurecht und bemühe mich, eine gute Figur zu machen.“ Die Herren der Schöpfung scheinen das nur selten für nötig zu halten. Der Galeristin ist es mittlerweile mehrfach passiert, dass ihr Gegenüber zum Treffen in einem schicken Restaurant in Jeans und einem nichtssagenden T-Shirt erschien. „Das finde ich respektlos und völlig unangemessen. Schließlich gebe ich mir doch auch Mühe. Dann sollte das dem anderen auch nicht schwer fallen.“
Ein weiteres Problemfeld, das Constanze nun schon mehrfach verärgert hat: Nachlässig ausgefüllte Profile. Während sie stundenlang an den bestmöglichen Antworten feilt, sind die „Ich über mich“-Fragen der Männer oft gar nicht bis äußerst knapp beantwortet. Woran liegt das?
Viele Männer scheinen von ihrem Marktwert derart überzeugt, dass sie es schlichtweg nicht für nötig halten, sich Mühe zu geben, sich bestmöglich zu präsentieren. „Anderen“, so Single-Coach Lisa Fischbach, „fehlt womöglich das rechte Geschick oder die Übung, in angemessener Weise über emotionale Inhalte und Bedürfnisse zu sprechen. Eine solche Innenschau entspricht zudem nicht unbedingt dem männlichen Selbstverständnis.“

Heiße Luft nach einem guten Start

Schlimmer noch als ein Mann, der sich bereits von Beginn an keine Mühe gibt, ist derjenige, der anfangs zwar bemüht und engagiert ist, sobald er sich seiner Sache aber halbwegs sicher wähnt, die bequeme Haltung einnimmt und sich gehen lässt. Das ist laut Diplom-Psychologin Lisa Fischbach typabhängig. Dennoch: Trotz wachsender Vertrautheit sollte man nicht vergessen, sich um den Partner zu bemühen und immer wieder kleine Besonderheiten zu initiieren. „Natürlich folgt einer anfänglichen Phase, in der man umeinander wirbt und sich in bestem Licht zeigt, dass die Partner einander vertrauter werden und sich manches Mal bequem und ungeschminkt zeigen. Ständige Aufmerksamkeit kostet Kraft und ist auf Dauer recht anstrengend.“
Dennoch sollte das nicht die Legitimation sein, von einem Extrem ins andere zu fallen. Wer sich anfangs aus strategischen Gründen mächtig ins Zeug legt und dann zurücklehnt, offenbart erst später sein wahres Gesicht und die Schattenseite seines Charakters. Auf Dauer für die Partnerin keine gute Ausgangsposition für dauerhaftes Glück.

Frauen machen’s besser

Generell geben sich Frauen mehr Mühe bei der Partnersuche: Sie haben ein anderes Selbstverständnis. Sie sind meist angepasster, höflicher und bemühter. Lisa Fischbach: „Sich einzusetzen und vor allem in zwischenmenschlichen Bereichen zu engagieren, gehört noch immer stärker zur weiblichen Rolle in der Gesellschaft. Das zeigt sich besonders im sozialen Umgang.“
Das ist zwar eine Erklärung, aber keine Entschuldigung, findet Constanze. Männer, die sich zu wenig ins Zeug legen, haben deshalb bei ihr keine Chance. „Selbstdarsteller, die glauben das Nonplusultra zu sein, sortiere ich gleich aus. Nur wer zuhört, aufmerksam und interessiert ist, kommt in die engere Wahl“, sagt sie selbstbewusst. Dabei achtet sie darauf, nicht diejenigen auszusortieren, bei denen vielleicht hinter dem fehlenden Engagement lediglich Schüchternheit oder die Ungeübtheit im Selbstmarketing steht.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Grundsätzlich, so die Psychologin, ist die Basis einer Beziehung, sich gegenseitig so zu nehmen, wie man ist. „Die Hoffnungen, sich den Partner nach eigenen Vorstellungen hinzubiegen oder zu erziehen, sind zum Scheitern verurteilt. Jeder sollte für sich klären, was er braucht, um glücklich zu werden.“ Einsicht und der feste Wille sind die besten Voraussetzungen, etwas zu verändern. Dabei zeigt sich schnell, ob es leere Versprechungen oder wirkliches Bemühen sind. Ohne ein bisschen Aufwand geht es halt nicht.
Das findet auch Constanze: „Viele Männer sagen, sie seien nun mal so und man müsse sie nehmen, wie sie sind. Aber das ist doch kein Freifahrtschein, sich aus der Verantwortung zu nehmen, etwas für die potenzielle Beziehung zu tun.“ Lisa Fischbach bestätigt das: „Im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten können sich die meisten Menschen verändern, solange Einsicht und Bereitschaft bestehen. Wer sich zurücklehnt und sich mit seiner Eigenart herausredet, demonstriert Bequemlichkeit und überlässt seinem Gegenüber die Anpassungsleistung. Das ist kein Fairplay.“ Zum Glück gibt es selbstbewusste Frauen wie Constanze, die sich von lustlosen Männern nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Seit einigen Wochen hat sie einen sehr netten Kontakt mit einem Mann, mit dem alles wie von selbst und auf Augenhöhe läuft. Wir wünschen ihr viel Glück.

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