Mann und Frau kurz vor dem Kuss schlagen Ihre Gestik und Mimik nicht in die Flucht

Körpersprache: Nicht in die Flucht schlagen

von: ElitePartner Redaktion , 16. Oktober 2009

Nehmen Sie sich ihren Freiraum und gehen Sie sensibel und bedacht auf andere zu ...

Der beste Indikator dafür, ob Sie sich noch in einem angemessenen Abstand zu Ihrem Gesprächspartner befinden, ist die Körpersprache Ihres Gegenübers. Wann lädt Sie die Körpersprache ein, den Abstand zu verringern, wann hält Ihr Gesprächspartner körpersprachlich das Stoppschild hoch?

Wenn Sie diese Signale registrieren und zu deuten wissen, wird Ihnen Folgendes ganz sicher nicht passieren: Der typische Wandermarsch durch Diskotheken, Clubs oder auf Partys. Dazu kommt es nämlich häufig, wenn zwei nicht oder kaum miteinander bekannte Personen sich unterhalten und einer von beiden die persönliche Zone des anderen missachtet, sich also immer wieder ohne Einladung zu sehr nähert. Die ihrem subjektiven Empfinden nach bedrängte Person weicht nun ein bisschen nach hinten aus. Die offensivere Person erkennt darin allerdings kein Bedürfnis nach mehr Raum, sondern empfindet den Abstand vielmehr als zu groß und verringert ihn prompt wieder. Das kann nun so lange weitergehen, bis die beiden mit der Zeit fast unmerklich einige Meter durch den Raum wandern.

Was sollte hier anders ablaufen? Die Person mit dem Vorwärtsdrang hätte beim ersten Ausweichen ihres Gegenübers nur etwas mehr Raum lassen müssen, indem sie ein wenig nach hinten getreten wäre. Die andere Person hätte sich dann in ihrem Bedürfnis nach einem gewissen Abstand verstanden gefühlt und sich wieder entspannen können. Häufig hat ein solches Vorgehen sogar den positiven Effekt, dass die distanziertere Person den neu gewonnen Freiraum nutzt und sich entsprechend ihrem eigenen Tempo und dem Sympathiegrad ihres Gegenübers von selbst nähert. Wenn jemand nach hinten ausweicht, heißt das aber nicht unbedingt „Du bist mir unsympathisch“ oder bedeutet gar den Abbruch des Kontakts. Es kann genauso bedeuten, dass die Nähe zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht passt und zunächst Kontakt und Vertrauen aufgebaut werden müssen. Durch ein weiteres unsensibles Nachsetzen würden Sie jedoch vermutlich schnell den endgültigen Ausstieg Ihres Gegenübers provozieren.

Um von einer Zone in die nächste zu gelangen, bedarf es nicht nur der physikalischen Überwindung einer gewissen Wegstrecke. Je geringer der Abstand zur eigenen Person wird, desto schneller wird das Missachten von gesendeten Signalen durch Abwenden, Ausweichen, Flucht oder einen Korb bestraft. Der Umgang mit diesen Kontaktzonen erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl und eine gute Beobachtungsgabe der Körpersprache.
Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Situation am Bahngleis (siehe Teil 1, letzte Woche). Stellen Sie sich nun bitte vor, Sie überbrückten die Warterei auf den verspäteten Zug mit einer lebhaften Plauderei mit dem Mann, der Sie angesprochen hat. Sie haben einen sympathischen ersten Eindruck voneinander, die Gesprächsthemen werden zunehmend privater, und bald tun sich viele Gemeinsamkeiten auf. Erst der Ärger über die ständigen Verspätungen, dann das täglichen Pendeln zum Arbeitsplatz, Reiten als Ausgleich zum Alltagsstress und eine Vorliebe für Country Musik. Sie lachen reichlich, und Sie unterhalten sich so angeregt, dass eine Dreiviertelstunde im Fluge vergeht. Inzwischen stehen Sie recht nahe beieinander, da es um Sie herum recht laut ist. Mitten im Gespräch entdeckt der Mann Ihre auffälligen Ohrringe und macht Ihnen ein ansprechendes Kompliment. „Die Farbe Ihrer Ohrringe ist sehr geschmackvoll, sie wirken exotisch. Ist das ein Reisesouvenir?“ Dabei kommt er Ihnen noch ein wenig näher. Sie freuen sich und streichen Ihr Haar zur Seite, um ihm einen besseren Blick zu ermöglichen. „Ja, aus Thailand“, antworten Sie sichtlich berührt.

Die intime Zone ist in diesem Beispiel spielerisch überwunden worden. Sie reicht normalerweise vom direkten körperlichen Kontakt bis zu einer Entfernung von ungefähr einem halben Meter. Unter Fremden wird das Eindringen in diese Zone häufig als besonders unangenehm erlebt. Nicht selten begegnet man Menschen, die diese unsichtbare Grenze im Gespräch immer wieder unsensibel überschreiten. Im Normalfall lässt jeder nur sehr eng Vertraute in diesen Bereich, etwa Intimpartner oder enge Verwandte. Andere Menschen hält man etwa eine Armlänge auf Abstand, notfalls durch eigenes Ausweichen. Wird die Intimzone verletzt, löst dies Unlust und je nach Massivität sogar Stress aus, und der Körper stellt sich unbewusst auf Angriff oder Flucht ein. Es gilt also, die eigene Wahrnehmung zu schulen, um zu beobachten, was Ihnen Ihr Gegenüber signalisiert. Genauso müssen Sie sich aber auch darüber bewusst werden, welche Botschaften Sie selbst aussenden und welche Reaktionen darauf erfolgen können. Viel Spaß beim Ausprobieren und Beobachten!

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