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Wenn der Vorstand Tanktop trägt:
Knigge-Regeln für den Mode-Sommer im Büro

von: Saskia Balke

Steigt das Thermometer, schwinden die Kleiderschichten. Doch wie wenig Stoff ist im Büro eigentlich erlaubt - und welche modischen Freizügigkeiten sind im Berufsumfeld absolut tabu?

Strand oder Schreibtisch?

Der Sommer ist da! Und damit leider auch schweißtreibende Arbeitsbedingungen und die Sehnsucht nach leichter Kleidung im Büro. Hohe Temperaturen verleiten da schnell zu morgendlicher (Nach-)Lässigkeit vorm Spiegel. Hm, nur wollen Sie an den Strand oder an den Schreibtisch? Bevor auch Ihr Chef diese Frage an Sie richtet, sollten Sie sich die Knigge-Regeln für den Bürosommer noch einmal vergegenwärtigen.

Strenger Dresscode bei Banken & Co.: Zugeknöpft durch den Hochsommer

Je höher die Position, desto strenger der Dresscode und gedeckter die Farben – auch im Sommer. Besonders in Versicherungen, Banken und in Anwaltskanzleien bleibt selbst bei tropischen Temperaturen die konservative Linie Pflicht, denn die Kleidung dient als Botschafterin der Seriosität. Das gilt auch für andere Branchen, wenn Sie Kundenkontakt haben oder Ihr Unternehmen nach außen repräsentieren. Vor allem Männer lernen bei 30 Grad die Schattenseiten des Sommers kennen: ihnen schreibt der Mode-Knigge lange Hosen vor, ebenso wie ausreichend lange Socken (Haut soll auch beim Übereinanderschlagen der Beine nicht zu sehen sein) und geschlossene Schuhe. Selbst im Hochsommer ist ein Mann laut Knigge nur mit langärmeligem und zugeknöpftem Hemd, Manschettenknöpfen und Krawatte vollständig angezogen. Das Jackett bleibt beim Kundenbesuch Pflicht, im internen Meeting bestimmt der Chef, wann es ausgezogen werden darf, indem er sich seines eigenen entledigt.

In klassischen Branchen tätige Frauen können im Sommer zu knieumspielten Röcken greifen, dürfen aber auf die Feinstrumpfhose nicht verzichten. Schuhe müssen vorne geschlossen sein, hinten darf es ein Riemchen sein. Die (blickdichte) Bluse muss die Schulter bedecken. Ein Top ohne Ärmel kommt nur in Frage, wenn der Blazer den ganzen Tag darüber getragen wird.

Bei Unsicherheiten das beste Vorbild: Ihr/e Vorgesetzte/r

In anderen Branchen werden die Modegesetze des Sommers nicht ganz so streng ausgelegt. Im ElitePartner-Forum berichten Nutzer von ihren persönlichen Erfahrungen. Ein männlicher Gast plaudert aus seinem Alltag: „Ich arbeite in einem Modeverlag, und es ist fast alles erlaubt und wird auch praktiziert, gerade von den Damen. Von Jeans + Pulli über Business-Outfit und Party-Klamotte bis hin zum laufstegreifen Experiment ist alles dabei. Manche ist zugeknöpft und die nächste zeigt, was sie hat. Das interessiert niemanden. Aber das ist zugegeben schon ein spezielles Umfeld und nicht auf andere Branchen übertragbar.“

Woran also sollte sich der eigene Kleidungsstil orientieren, wenn es in Ihrem Unternehmen keinen offiziellen Dresscode gibt? Am besten an dem direkten Vorgesetzten. Und natürlich an den Regeln des guten Geschmacks. Kurzärmelige Hemden gelten als verpönt, ein Mann mit Stil krempelt das langärmelige Hemd hoch. Zu tiefe Ausschnitte, zu kurze Röcke, kurze Hosen, Flip Flops und transparente Oberteile mit Spaghetti-Trägern gehören unabhängig von der Branche nicht ins Büro. Unangemessene Kleidung kann hier sogar das Klima zwischen den Kollegen trüben, weiß Forenteilnehmer Kalle: „Eine Dame, die zu sexy erscheint, stört ganz erheblich die Arbeitsmoral und Atmosphäre. Als Vorgesetzter würde ich da ganz klare Grenzen setzen. Die Herren können nicht mehr klar denken und die Damen zicken sich an.“

Fragen Sie sich: Was möchte ich ausstrahlen?

Wie heißt es so schön? Kleider machen Leute. Insofern sollten Sie die Macht Ihrer sommerlichen Garderobe nicht unterschätzen. Fragen Sie sich: Was möchte ich im Berufsalltag ausstrahlen? Wenn Sie als seriös wahrgenommen werden möchten und dabei sind, die Karriereleiter zu erklimmen, sollten Sie darauf achten, möglichst wenig Haut zu zeigen und sich stilvoll zu kleiden. Eine Forennutzerin machte dazu folgende Beobachtung: „Unter den Ärztinnen scheint der unausgesprochene Codex zu gelten: Je weniger Zeit fürs Outfit verwendet wird, desto mehr Zeit bleibt für die Arbeit – desto qualifizierter ist sie – desto eher steigt sie eine Stufe höher auf, desto mehr Achtung bekommt sie! Beziehungsweise umgekehrt: Je sexier eine Frau aussieht, desto weniger scheint sie sich für ihre Arbeit zu interessieren. […] Ich amüsiere mich immer darüber, wenn eine neue Kollegin bei uns anfängt, die anfangs noch gestylt ankommt, man aber förmlich zuschauen kann, wie sie ihr Outfit Woche für Woche mehr ‚herunterschraubt’, sich also ganz schnell anpasst.“

Tipp: Achten Sie auf die Materialien!

Damit Sie an heißen Sommertagen im vorbildhaften Büro-Look nicht ins Schwitzen geraten, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kleidung aus atmungsaktiven und zugleich vorteilhaft wirkenden Materialien besteht. Leichte, hochwertige Baumwolle und Mikrofasern empfehlen sich besonders. Leinen knittert hingegen schnell und das Outfit verliert die Form. Synthetische Fasern fördern die Transpiration und entwickeln schnell Gerüche. Neben dem Material lässt sich auch an anderer Stelle tricksen. Luftige Schnitte lassen die Haut besser atmen und kaschieren zudem mögliche Schweißflecken.

 

Autorin

Saskia
Balke

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