Interview: „Partnerwahl statt Partnersuche – ein großer Unterschied“

Interview: „Partnerwahl statt Partnersuche – ein großer Unterschied“

von: Annette Riestenpatt

Wählen statt suchen – dann hat die Liebe Aussicht auf Erfolg. Das empfiehlt der Berliner Singleberater und Buchautor Christian Thiel. Welche Vorteile die Partnerwahl gegenüber der Partnersuche hat und wie wir eine gute Wahl treffen, erklärt er uns im Interview.

Was ist der Unterschied zwischen Partnerwahl und Partnersuche?

Partnersuche klingt, als ob wir etwas ganz Bestimmtes finden müssen. Etwas, das wir verloren haben oder sich versteckt. Aber so ist das mit der Liebe nicht. Es gibt nicht den einen Menschen, der zu uns passt und der sich einfach hinter den Büschen versteckt hält.
Das Wort Partnerwahl macht den Vorgang deutlicher: Wir haben Auswahl! Das ist wie in der Wahlkabine: Da stehen ja auch verschiedene Alternativen zur Auswahl. Bei der Partnerwahl entscheiden wir uns für jemanden, der zu uns passt. Wir können auch „Nein“ sagen und weiter suchen. Wir können uns auch parallel mit drei verschiedenen Kandidaten treffen und schauen, wofür am Ende unser Herz tendiert. Das ist auch der Grund, warum ich als Singleberater so sehr für die Online-Partnersuche plädiere. Wir haben Auswahl. Und das führt zu besseren Ergebnissen.

Und warum ist es dann trotzdem für viele so schwer, einen Partner zu finden, obwohl sie theoretisch die Auswahl hätten?

Das liegt u.a. an unseren romantischen Vorstellungen. Wer zu romantisch denkt, der geht davon aus, dass es darum geht den Richtigen zu finden. In diesem Modell gibt es nur den einen passenden Partner. Aber so ist das Leben nicht. Da draußen laufen Dutzende oder Hunderte von passenden Menschen herum, die im Moment ebenfalls Single sind. Aber mit jedem von denen wird eine Partnerschaft anders ausfallen.
Wir haben beim Wählen deshalb auch eine Verantwortung. Wir treffen nicht nur die Entscheidung wer es denn sein soll, sondern müssen auch die Konsequenzen tragen, wenn unsere Auswahl doch nicht passen sollte. Das ist vielen Menschen unangenehm. Sie wollen die Verantwortung nicht. Ihnen ist es angenehmer, wenn das Schicksal entscheidet oder Amor seinen Pfeil verschießt.

Was natürlich die Gefahr beinhaltet, dass die Wahl falsch ist …

Ja, wir verwählen uns, weil wir zu sehr auf die Verliebtheit am Anfang einer Liebe vertrauen. Auch das ist leider ein Ballast unseres Glaubens an die romantische Liebe. Und heute reicht es ja schon aus, dass wir uns erotisch zueinander hingezogen fühlen. Und schon glauben viele Menschen, es müsse sich um einen Fall von Liebe handeln. Tut es aber nicht. Es ist Erotik, mehr nicht.

Nach welchen Kriterien sollte ich einen Partner wählen?

Die meisten Menschen starten ins Abenteuer der Liebe mit der Vorstellung, dass Gegensätze sich anziehen. Nach ein oder zwei schwierigen Niederlagen mit diesem Modell, fangen Sie an, ähnlicher zu wählen. Das ist immer besser. So wählen wir ja auch unsere Freunde aus. Die stimmen in vielen Dingen mit uns überein und weil das so ist, halten diese Bindungen auch. Sie halten zudem oft länger, als unsere Partnerschaften. Das sollte uns zu denken geben.

Worauf sollte ich noch achten?

Eine gute Partnerschaft ist eine lebenslange Freundschaft. Ein guter Partner ist deshalb jemand, der sich auch für eine Freundschaft eignet. Wir haben ähnliche Überzeugungen, mögen die gleich Musik, haben eine ähnliche Gangart im Leben – und schon fühlen wir uns zueinander hingezogen. Wir sind ähnlich tüchtig, wollen beide eine Familie gründen und sind uns charakterlich ähnlich – das klingt nach einer guten Wahl.

Letztendlich läuft alles darauf hinaus, dass Sie sich fragen müssen: Kann ich mich mit diesem Menschen auch in fünf oder in fünfzig Jahren noch richtig gut unterhalten?

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