Mann im Anzug schaut nachdenklich als Symbol für geschiedene Männer

Geschiedene Männer: Restposten auf dem Partnermarkt?

von: ElitePartner Redaktion , 13. Oktober 2009

Sind Witwer oder geschiedene Männer Kandidaten zweiter Klasse auf dem Partnersuchemarkt - weil sie, selbstverschuldet oder nicht, ihr Eheversprechen nicht gehalten haben? Dabei haben wir doch alle eine gewissen Beziehungsbiographie im Gepäck und sollten nicht mit zweierlei Maß messen.

Scheiden tut weh

Konstantin (51) wurde vor drei Jahren geschieden. Für ihn ist das regelrecht beschämend: „Ich weiß nicht genau, wie ich das kommunizieren soll, wenn ich auf eine Frau zugehe. Schließlich bedeutet das, dass eine Ehe schon einmal gescheitert ist.“ Oft haben Männer derartige Bedenken. Single-Coach Lisa Fischbach findet das Prädikat geschieden weniger problematisch: „Scheidungen sind viel gängiger als noch vor 30 Jahren. Das wirkt auf die wenigsten irritierend.“ Schwieriger ist laut Lisa Fischbach der Hinweis getrennt lebend, denn das heißt oft, die Beziehung ist noch nicht wirklich geklärt. Viele lassen davon lieber die Finger. Aber ist geschieden zu sein wirklich so schlimm? Katja (33) hat ihre eigene Theorie: „Wenn ich heirate, verspreche ich meinem Partner Treue bis dass der Tod uns scheidet. Jemand, der geschieden ist, hat das vielleicht nicht ernst genug genommen. Und wer garantiert mir, dass so ein Mann mir mit mehr Verantwortung und Verbindlichkeit begegnet?“ Dennoch: Wenn zwei auf der Suche sind, dann haben sie, wenn sie nicht mehr gar so jugendlich sind, meist schon einige Beziehungen hinter sich. Das lässt sich nicht vermeiden. Liegt es da nicht nahe anstatt den moralischen Zeigefinger zu heben, seine bisherigen Denkmuster zu überarbeiten? Schließlich führen oft eine Reihe verschiedenster Faktoren zum Scheitern einer Ehe, die man als Außenstehender oft nicht sieht und deswegen auch nicht beurteilen kann.

Wir alle tragen unser Bündel

Kein Grund also, daraus ein Problem zu machen und negative Konsequenzen abzuleiten, wenn man(n) schon mal vergeben war, findet Diplom-Psychologin Fischbach: „Der Umgang damit sollte ähnlich wie bei anderen Trennungsbiographien laufen. Kommt das Thema auf, sollte über Ex-Beziehungen in dem Maß gesprochen werden, wie es für das Gegenüber wichtig und angemessen ist. Manche brauchen mehr Einblicke in alte Trennungen und die Bedeutung alter Lieben, um Vertrauen zu fassen, andere weniger.“ Das gilt übrigens für beide Geschlechter, auch wenn geschiedene oder verwitwete Frauen über dieses Problem weitaus weniger klagen. Konstantin fragt sich noch immer, wie er seine Scheidung das am besten kommuniziert: „Irgendwann muss ich es ja sagen. Aber wie gehe ich damit um, wenn mein Gegenüber damit Probleme hat?“ Die Psychologin rät: „Seien Sie offen und ehrlich. Nur so können Sie Bedenken des anderen ausräumen.“ Aber: „Bleiben Sie sachlich und neutral, wenn Sie über die Gründe der Scheidung oder über das Verhältnis zur Ex-Frau sprechen“, warnt Lisa Fischbach. „Entscheidend für die Nachfolgerin ist, ob Sie für eine neue Beziehung nach der Trennung wieder offen sind und sich Ihrer Altlasten entledigt haben.“ Deshalb: Offenheit ist gewünscht, ein Seelenstriptease nicht.

Bis dass der Tod uns scheidet…

Etwas völlig anderes ist übrigens, wenn ein Mann seine langjährige Partnerin durch Tod verloren hat. Hier steht nicht die gescheiterte Beziehung im Vordergrund, für die beide Partner meistens gleichermaßen verantwortlich sind. Im Fall eines Todes durch Krankheit oder Unfall kann der Zurückgelassene nichts dafür. Erschwerte Umstände, die kein schlechtes Licht auf ihn und seine Motive zur Partnersuche werfen. Doch auch dann sind Frauen oft eher zurückhaltend. „So eine Information löst überwiegend Betroffenheit aus“, weiß Paarberaterin Lisa Fischbach. „Manche Frauen reagieren auf diese Information zögerlich, weil sie denken, dieser Mann sei womöglich noch nicht über den unfreiwilligen Verlust hinweg und deshalb nur bedingt bindungsfähig.“ Auch in diesem Fall ist es also wichtig, die richtige Herangehensweise zu finden und der Dame zu zeigen, dass Sie den Verlust überwunden haben und durchaus wieder bereit sind für eine neue Liebe. Die Art und Weise, wie Sie über Ihre Trennung und Ihre Ex-Partnerin sprechen, zeigt Ihrer neuen Partnerin, recht deutlich, woran sie ist. Nutzen Sie dies als Chance und zögern Sie nicht. Denn: Ob man geschieden oder verwitwet ist, bedeutet nicht zwingend, dass man mit der alten Liebe abgeschlossen hat.

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