Mann hebt Kaffeetasse im Gespräch mit einer Frau und nutzt Fragen als Waffe in der Kommunikation

Fragen – Die geheime Waffe für eine gelungene Kommunikation

von: ElitePartner Redaktion , 1. April 2010

Psychologin Lisa Fischbach geht der Frage nach, wie Kommunikation gelingt. Die Erfolgsformel vorweg: Eine ordentliche Portion Interesse am Gesprächspartner und eine gute Prise Bereitschaft, von sich zu erzählen plus die Balance zwischen beiden ergibt ein gelungenes Gespräch!

Fragen, nichts als Fragen

Sind Fragen die Formel für ein interessantes Gespräch? Auf jeden Fall! Mit einer Voraussetzung: Das Maß und die Frageform stimmen. Denn: Zuviel des Guten wird zum Verhör, zu wenig davon wirkt desinteressiert. Wem die Balance zwischen Fragen und von sich preisgeben gelingt, hat eine fabelhafte Basis geschaffen, ein lebendiges Gespräch zu führen, sein Gegenüber zu bewegen und Kontakt zu schaffen.

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung liegen dabei oft weit auseinander. Dazu ein anschauliches Beispiel aus meiner Praxis: Eine Klientin bat mich um Feedback zu ihrem Kommunikationsverhalten. In solchen Fällen ist eine Videoanalyse sehr aufschlussreich, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Außerdem ist es absolut lehrreich, die eigene Mimik und Gestik zu sehen und die eigene Stimme zu hören, um einschätzen zu können, was gut wirkt und was weniger. Im Rahmen eines Rendezvous-mit-Rückmeldung initiierte ich ein Date zwischen der Frau, die mit 30 noch Single ist, und meinem Praxiskollegen mit dem Ziel, dass sie ein lockeres Gespräch führen sollen.

Trotz Gespräch blieb er ein Fremder

Die anschließende Auswertung ergab folgendes Ergebnis: In dem knapp einstündigen Gespräch hatte die Frau ihrem Gesprächspartner nur fünf Fragen – meist geschlossene Fragen oder Verständnisfragen – gestellt. Ich wollte daraufhin wissen, was sie denn über diesen Mann in der letzten Stunde erfahren habe. Sie musste erkennen, dass ihr Fundus an Informationen aus dem Gespräch verschwindend klein war. Er war ihr fast so fremd wie vorher. Ihre Einschätzung darüber, wie das Verhältnis zwischen ihrem Interesse in Form von Nachfragen, Erkunden, Folgen auf der einen Seite und Selbstkundgabe aus ihrem Leben auf der anderen Seite war, bezifferte sie mit 70 zu 30 zugunsten ihres Interesses. Von außen beobachtet war das Verhältnis jedoch genau umgekehrt. Wie aber mochte sich mein Kollege, der Mann auf der anderen Seite des Tisches, wohl dabei gefühlt haben? Er gab an, dass er wenig Interesse an seiner Person wahrgenommen habe, eher Verschlossenheit und Distanz. Zudem hatte er nicht das Gefühl, dass das Gespräch intensiver wurde. Es plätscherte etwas nichtssagend dahin.

Der Grund für die Zurückhaltung meiner Klientin lag in ihrer Angst, zu neugierig und dadurch auch zu aufdringlich zu wirken. Um dem vorzubeugen, ging sie sparsam mit Fragen um. Doch das bewirkte genau das Gegenteil: Der Gesprächspartner nahm ihr Verhalten so wahr, als ob sie kaum an seiner Person interessiert war. Ein klassisches Kommunikationsproblem.

Gute Fragen öffnen und schaffen Nähe

Fragen sind ein ganz wichtiges Mittel in der Kommunikation. Das gilt fürs Flirten und Daten, wie für Beziehungen gleichermaßen. Offene Fragen (die sogenannten W-Fragen) bewegen den Gesprächspartner, mehr von sich mitzuteilen. Durch Fragen nach Motiven, Einstellungen, Emotionen oder Sehnsüchten werden Gespräche privater und intensiver. „Was hat Sie denn an Rom besonders begeistert?“ oder „Was fasziniert Dich eigentlich so sehr am Bergwandern?“ gibt viel persönlichere Einblicke als ein „Ach, Sie mögen die Berge?“ Darauf gibt es meist ein kurzes „ja“ oder „nein“. Trauen Sie sich, etwas mehr zu fragen. Um nicht über das Ziel hinaus zu schießen, ist es ratsam, sich immer mal wieder eine Waage vor dem inneren Auge vorzustellen. In der einen Waagschale häufen Sie im Laufe des Gespräche Ihr geäußertes (nicht nur das empfundene) Interesse am Gegenüber an, in der anderen Waagschale alles das, was Sie über sich erzählen. Vorübergehend kann die Waage zu der einen oder anderen Seite kippen, doch letztendlich sollte es immer zu einer annähernden Balance kommen. Probieren Sie das einfach mal aus und stellen Sie bewusster Fragen. Und vor allem öfter neue! Schließlich liegt es auch in der Verantwortung Ihres Gesprächspartners, nicht zu antworten, wenn Sie zu intensiv werden.

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