Flirtsignale senden – Warum weniger mehr ist

Flirtsignale senden – Warum weniger mehr ist

von: Dr. Marcus Damm

Wer ständig das Geschehen analysiert, denkt so manchen Flirt notwendigerweise „zu Tode“.

Das hohe Aufkommen an Flirt-Coaches und -briefings in allen neuen (und alten) Medien scheint den „Single von heute“ in eine gewinnbringende Lage zu versetzen. Doch das Wissen um die Psychologie des Flirts kann zweischneidig sein.

Die Evolution hat uns mit vielen Potenzialen ausgestattet, die uns helfen zu überleben. Denken wir nur an die Emotionen Angst und Wut. Auch die Partnerwahl wird wesentlich von angeborenen Mechanismen geleitet. Millionen Reize werden innerhalb von Sekundenbruchteilen von den Protagonisten unbewusst verarbeitet und beim weiteren Prozedere berücksichtigt.
Auch die Körpersprache von Frauen und Männern wird beim Flirt von evolutionären Programmen geleitet. Viele weibliche Singles etwa rücken sich durch Mimik, Gestik und Körperhaltung automatisch in ein „gutes“ Licht und versuchen mittels verschiedener  „Verlegenheitsgesten“ das Interesse des Flirtpartners zu erwecken (etwa: Kopf schräg legen, lächeln, die Haare aus dem Gesicht streichen, Selbstberührungen). Tatsächlich machen Frauen dahingehend in der Regel den ersten Schritt.
In vielen Flirtratgebern werden die sogenannten „Flirtsignale“ thematisiert. Aber nicht nur das: Häufig wird empfohlen, gezielt und bewusst die einzelnen Signale zu senden.
Daran ist auf den ersten Blick nichts auszusetzen. Aber das Ganze klingt doch recht manipulativ und höchst unromantisch.
Um überzeugend zu wirken, muss man auch eine selbstbewusste innere Haltung offenbaren. Ich habe den Eindruck, dass das Selbstvertrauen durch zu viel Wissen und „gezielte Methodik“ auf der Strecke bleibt.
Ich denke, dass es ausreicht, ein, zwei „typische, geschlechtsspezifische Flirtsignale“ in das Geschehen einzustreuen. Wer permanent die eigene Körpersprache und vor allem die des Anderen analysiert, „bremst“ möglicherweise den einen oder anderen verheißungsvollen Flirt aus. Denn auch die Kommunikation beim Flirt folgt in der Regel angeborenen Mechanismen; es kommt zum Beispiel zu unbewussten gegenseitigen Spiegelungen der Körperbewegungen (dafür verantwortlich sind die sogenannten Spiegelneuronen).

Worauf ich hinaus will, liebe Leserin, lieber Leser: Alles Extreme ist auf Dauer nachteilig. Das gilt auch in Hinsicht auf das Thema „Wissen über die Psychologie des Flirts“. Wer ständig das Geschehen analysiert, „denkt“ so manchen Flirt notwendigerweise „zu Tode“. Vertrauen Sie lieber Mutter Natur. Sie sorgt in der Regel automatisch für einen positiven Flirtverlauf (sollten die Anfangshürden mit Bravour übersprungen werden).

Jetzt kostenlos anmelden

Ich bin
Ich suche

Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit unseren AGB und den Datenschutzbestimmungen einverstanden. Sie erhalten Informationen zu Elitepartner per E-Mail (Abmeldung jederzeit möglich).

Artikel kommentieren

*