Flirtkiller vermeiden

von: Dr. Marcus Damm, 14. Oktober 2010

In unserer Kultur besteht der Flirt-Prozess aus verschiedenen Phasen. Man sollte sie nicht überspringen, das stößt in der Regel nur auf Unverständnis.

Flirtkiller vermeiden

Zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung klafft oft eine ziemlich große Lücke. Und so mancher Flirter, der meint, er hätte es "drauf", versagt regelmäßig. Komisch, irgendwie. Es ist an der Zeit, die eigene Außenwirkung auszuloten…

Ja, wir Menschen können uns sehr gut in die eigene Tasche lügen. Gerät zum Beispiel unser Selbstbewusstsein im Alltag in Gefahr, so fallen uns gleich zahllose "gute Gründe" ein, wieso und was genau mit "dem Anderen" nicht stimmt. Positive Kritik auf der anderen Seite beziehen wir kritiklos auf unsere Person. Ziemlich einseitige Angelegenheit, oder?

Diese menschliche, allzu menschliche Eigenart zeigt sich auch in Hinsicht auf das Thema Flirt. – Es gibt tatsächlich Anti-Flirter, die in jedes Fettnäpfchen treten, aber jeweils den aktuellen Gesprächspartner dafür verantwortlich machen, wenn es eine Abfuhr gibt. Doch wer sich offen und unvoreingenommen mit der Angelegenheit Flirt auseinandersetzt, der weiß in der Regel irgendwann, was im Allgemeinen(!) gut beziehungsweise schlecht ankommt.
Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe sind entsprechende Flirt-Kompetenzen, die einen weiterbringen.

Daher ist zum Beispiel den meisten klar, dass es weniger gut ankommt, wenn man sein äußeres Erscheinungsbild stark vernachlässigt. Ein gepflegtes Äußeres sollte sich natürlich von selbst verstehen, es ist die Basis. Man darf nämlich nicht vergessen, dass alle (!) Menschen mehr oder weniger "in Schubladen" denken. Das heißt, der erste Eindruck zählt. Viele stoßen daher nichtwissend durch ihr Outfit den meisten Flirtpartner in spe vor den Kopf. Das muss natürlich nicht sein. Probieren Sie doch mal verschiedene Outfits am Wochenende aus. Sie werden schnell sehen, dass Sie immer wieder eine andere Klientel anziehen. Sehr interessant, kann ich nur sagen.
Auf der anderen Seite sollte man, wenn der zweite Schritt, das Ansprechen, ansteht, nicht mit der Tür ins Haus fallen. In unserer Kultur besteht der Flirt-Prozess aus verschiedenen Phasen. Man sollte sie nicht überspringen, das stößt in der Regel nur auf Unverständnis. Man darf nicht vergessen: Ihre potenziellen Gesprächspartner haben viele Jahre "gelernt", wie ein "typischer Flirt" aussehen soll. Das heißt, die Anderen haben gewisse Erwartungshaltungen. Erfüllen Sie sie. Natürlich kann man auch ein paar "mutige Versuche" starten.

Letztlich stehen auch Humor, Gelassenheit und Souveränität (Selbstsicherheit) hoch im Kurs. An diesen drei Faktoren kann man offenherzig arbeiten. Wer ein zugänglicher Typ ist, lässt sich auf entsprechende Experimente ein und wächst an ihnen. Mein Tipp: Testen Sie verschiedene Sprüche und Outfits, bleiben Sie flexibel. Im Prinzip gibt das Feedback derjenigen, die Sie abends kontaktieren, die Richtung vor. Man muss nur wachsam und anpassungsfähig sein.

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