Eifersucht macht Frauen blind

Eifersucht macht Frauen blind

von: Lisa Fischbach

Psychologen haben festgestellt, dass sich Eifersucht und Misstrauen bei Frauen auf das Sehvermögen auswirkt.

Es kann wirklich jeden treffen: Eifersucht gehört quasi zur biologischen Grundausstattung des Menschen, 98 Prozent ist diese Gefühlsregung nicht fremd. Doch eifersüchtige Frauen sehen nicht nur rot, sondern angeblich auch schlecht.

Psychologen der University of Delaware haben entdeckt, dass sich Frauen von negativen Emotionen wie Misstrauen derart beeinflussen lassen, dass tatsächlich ihr Sehvermögen darunter leidet. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der April-Ausgabe des Fachmagazins Emotion, die von der American Psychological Association publiziert wird.

In den Untersuchungen konnte aufgezeigt werden: Frauen, die im Labor künstlich eifersüchtig gemacht wurden und sich dadurch emotional unwohl fühlten, waren nicht in der Lage, bestimmte Objekte in visuellen Tests zu erkennen. Schon lange ist aus der psychologischen Forschung bekannt, dass Gefühle, die in Beziehungen ausgelöst werden, die mentale und physische Gesundheit beeinflussen. Und das in beide Richtungen. So stärken glückliche Beziehungen die Zufriedenheit und machen gesünder. Liebeskummer und Eifersucht belasten das Gemüt und machen den Körper anfälliger. Interessant – stellt sich nur die Frage, ob Männer bei einem Rollentausch ähnliche Reaktionen aufweisen würden.

Warum werden denn überhaupt manche Leute eifersüchtiger als andere? Das hängt zum einem vom Temperament ab. Menschen, die eine impulsive Persönlichkeit haben, zur Dramatik und außerordentlichen Gefühlsausbrüchen neigen, sind sicher eher veranlagt, eifersüchtige Gefühle zu entwickeln. Solche Persönlichkeitseigenschaften entstehen im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung, also vorrangig in der Kindheit bis zur Adoleszenz. Ein Teil ist genetisch vorbestimmt, ein anderer wird durch Umwelterfahrungen geprägt. Zudem ist das Maß an Eifersucht auch von dem eigenen Selbstwert abhängig. Wer sich minderwertig fühlt, wenig liebenswert, der entwickelt eher Angst, nicht zu reichen und verlassen zu werden und reagiert eher eifersüchtig.

Zudem zeigt sich Eifersucht bei Männern und Frauen anders. Männer reagieren viel emotionaler auf sexuelle Untreue – weniger darauf, wenn die Frau sagt: Da ist ein anderer Mann, mit dem kann ich mich gut unterhalten. Bei Frauen ist es umgekehrt: Die finden emotionale Untreue viel schlimmer als Männer, dafür sexuelle Untreue weniger dramatisch (natürlich nur im Rahmen). Das wird in der Fachliteratur mit der elterlichen Investition erklärt: Für Männer besteht in Beziehungen das Risiko, dass sie Energie und Ressourcen in Kinder investieren, die nicht ihre eigenen sind. Frauen hingegen haben eher Angst, dass sie die Ressourcen ihres Mannes verlieren. Interessant, aber ist das wohl noch zeitgemäß? Demnach wären kinderlose Paare weniger eifersüchtig, obwohl nun die Evolutionsbiologiker sagen würden, dass diese Anlage noch lange in unseren Genen steckt. Wie dem auch sei, wer oft Eifersucht erlebt, der sollte mit seinem Partner auf Ursachenforschung gehen. Denn selten ist es ein Problem von einem selbst, sondern ein Beziehungsthema. Auch wenn wir manchmal zu rot sehen…

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