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Das schwere Los der erfolgreichen Frauen

von: Janin Minkus

Männer stehen nicht auf Bildung. Jedenfalls nicht auf Frauen, die diese genossen haben. Diese Erfahrung machte die studierte Führungskraft Anke Domscheit-Berg, als sie per Internet nach einem Partner suchte. Stimmt die These, dass Karrierefrauen bei der Partnersuche ausgesiebt werden? Mit welcher Strategie können erfolgreiche Frauen punkten?

Anke Domscheit-Berg ist eine studierte Frau, Unternehmerin, Politikerin, ehrenamtlich engagiert. Zu viel für die meisten Männer. Als sie bei ElitePartner nach einem Partner suchte, umschrieb sie in ihrem Profil ihre beruflichen Tätigkeiten nur rudimentär und nach einigen Treffen entdeckte sie ein Muster: Die Mailkontakte waren noch nett, „Doch beim ersten Treffen im realen Leben sah ich spätestens dann das Gesicht meines Gegenübers in Panik verfallen, wenn ich auf seine Fragen nach meiner Beschäftigung etwas konkreter antwortete. Das war auch bei Zahnärzten oder Unternehmern so“, beschreibt sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Misere. Die „Direktorin einer Softwarefirma“ flößte den Herren wohl zu viel Angst ein. „Ich konnte den Männern förmlich ansehen, wie sie begannen, Minderwertigkeitskomplexe zu entfalten, auch wenn ich nach meiner festen Überzeugung rein gar nichts dazu beitrug“, schildert Domscheit-Berg ihre Erfahrungen und schlussfolgert: „Erfolgreiche Frauen sind unsexy.“

Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin bei ElitePartner, bestätigt dieses Bild: „Auch wenn wir heute moderner denken als noch vor 20 Jahren, löst das Bild der unabhängigen und vor allem erfolgreichen Frau bei den Männern Unsicherheit und Zurückhaltung aus. Frauen haben sich emanzipiert, viele berufliche und private Bereiche für sich erobert. Männer müssten sich nun auch emanzipieren und zunehmend ihr konservatives Partnerwahlverhalten überdenken und daran reifen.“

Sind nur Nicht-Akademikerinnen für die Liebe bestimmt?

Dass Karrierefrauen nicht auf der Traumfrau-Hitliste stehen, belegen auch einige ElitePartner-Studien. So führen etwa 37 Prozent der befragten alleinstehenden Akademikerinnen ihren Beziehungsstatus darauf zurück, dass Männer sich von ihrem Bildungsniveau beziehungsweise ihrer Karriere eingeschüchtert fühlen. Außerdem geben 45 Prozent der Akademikerinnen zu Papier, dass ihre zu hohen Erwartungen und ihre Einstellung, keine Kompromisse eingehen zu wollen, eine Partnerschaft verhindern. Eine andere ElitePartner-Studie belegt: Nur 37 Prozent der Männer legen Wert darauf, dass ihre Partnerin einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss besitzt, auch unter den männlichen Akademikern legt nur jeder Zweite (55 Prozent) Wert darauf, dass seine Partnerin ebenfalls studiert hat. Von den studierten Frauen wünschen sich dagegen 67 Prozent einen Partner mit Studienabschluss. Und weiter: Gefragt nach den Eigenschaften, die Männer bei einer Frau suchen, gaben ganze 86 Prozent der Männer zwar an, dass sie eine gebildete und vielseitig interessierte Frau anziehend finden, nur 27 Prozent allerdings suchen nach einer finanziell abgesicherten Partnerin und nur 33 Prozent sind auf eine beruflich erfolgreiche Frau aus. Ein sympathisches und freundliches Wesen (93 Prozent) sowie Charme und Humor (89 Prozent) landeten übrigens auf Platz eins und zwei der Eigenschaften, die Männer bei Frauen suchen.

Keine Angst, Erfolg zu zeigen

Warum aber haben Männer diese gravierenden Probleme mit erfolgreichen Frauen? Ist es die Angst, in den Vergleich zu rutschen und neben einer starken Frau nicht mehr den Versorgertyp repräsentieren zu können? Der Verdacht liegt nahe. „Selbstbewusste, finanziell gut aufgestellte und erfolgreiche Frauen vermitteln eher das Gefühl, eigentlich keinen Mann für die klassische Rollenverteilung zu benötigen. Das ist in der Tat auch so“, erklärt Matching-Expertin Lisa Fischbach den Konflikt und ergänzt, „dennoch suchen viele in einer Partnerschaft einen emotional starken Mann, an dessen Schulter sie sich auch mal anlehnen können. Doch viele Männer haben Probleme damit, alte Rollenbilder aufzugeben und sich den veränderten Ansprüchen in einer modernen Beziehung auf Augenhöhe zu stellen.“ Doch nach wie vor gilt: Frauen wie Frau Domscheit-Berg, die einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen haben, ziehen bei der Partnersuche oft den Kürzeren.

„80 Prozent der Männer werden sich aus Gründen des Selbstwertes vielleicht gegen so eine Frau entscheiden“, bringt Lisa Fischbach das Problem auf den Punkt und hält die Frauen zugleich an, nicht die nicht die Hoffnung auf eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu verlieren. „Es wird zunehmend Männer geben, die von den überholten Klischees bei der Partnerwahl Abstand nehmen werden und ein gereiftes Selbstbild innerhalb einer Beziehung entwickeln. Es ist keine Lösung für erfolgreiche Frauen, die eigene Kompetenz unter den Scheffel zu stellen und sich beim Kennenlernen und bei der Online-Partnersuche als erfolglos zu präsentieren. Das führt am Ende nur zu Enttäuschungen. Hilfreich ist es – vor allem bei der Online-Partnersuche – im Profil und im Kontakt deutlich die Wünsche und Bedürfnisse in einer Partnerschaft zu zeigen wie den Wunsch nach Geborgenheit, Emotionalität und Kommunikation. Denn das sind ganz andere Werte – jenseits von Karriere, Status und Prestige.“

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