Frau mit Laptop

„Das Besondere an mir ist, dass …“: Wie Sie in kurzer Form auf sich aufmerksam machen

von: Kristina v. Klot

In wenigen Worten zum Ausdruck zu bringen, wer man ist, gehört wohl zur größten Herausforderung beim Online-Dating. Denn das ist schließlich entscheidend dafür, ob andere neugierig werden, Sie und Ihr Universum kennenzulernen. Also: Bringen Sie in Kurzform auf den Punkt, was Sie einzigartig macht. Wir helfen Ihrer Inspiration auf die Sprünge.

Er ist das A und O Ihres Profils: Der erste Satz muss sitzen

Haben Sie gewusst, dass der von Ihnen zu ergänzende Satz, der mit „Das Besondere an mir ist, dass…“ beginnt, das Erste ist, was andere ElitePartner von Ihnen lesen und über Sie erfahren? Dieser Einstieg ist wie Ihre Visitenkarte, mit ihm locken Sie auf Ihr Profil und machen Kandidaten auf sich aufmerksam. Nutzen Sie also unbedingt die Gelegenheit, in kurzer Form andere für sich zu erwärmen. Wer sich hier keine Mühe gibt und sich nichts einfallen lässt, hat weit weniger große Chancen, die Neugier auf sich zu lenken, als all jene, die Fantasie beweisen und Lust daran haben, Aspekte ihrer Persönlichkeit hier zu skizzieren. Aber keine Angst: Sie müssen weder ein routinierter Selbstdarsteller sein noch ein PR-Profi in eigener Sache. Was zählt, ist die Bereitschaft, über sich nachzudenken, vielleicht auch Familie und Freunde zu befragen, um für die eine oder andere Eigenheit aus etwas mehr Distanz die richtigen Worte zu finden. Nehmen Sie sich Zeit zum Überlegen. Sie können diesen Satz auch immer wieder ändern und damit spielen. „Diese Funktion sollte man gut nutzen“, rät der ehemalige ElitePartner Julian, der mittlerweile glücklich mit Nina liiert ist. „Viele Mitglieder schreiben so alltägliche Dinge, dass bei acht von zehn Profilen fast das Gleiche steht. Individuelle und originelle Wörter in der Zeile bringen mehr Aufmerksamkeit.“ Ob Sie dabei im Ton ironisch werden oder ernsthaft bleiben, ob Sie Nebenschauplätze Ihrer Persönlichkeit beleuchten oder gleich Stärken und Schwächen offen benennen, steht Ihnen frei. Und Sie können darauf vertrauen: Sobald sich ein Satz in Ihrer Wahrnehmung natürlich und rund anhört, vermittelt sich das auch allen anderen. Und diejenigen, die sich in Tonlage, Inhalt oder Haltung auf einer Wellenlänge mit Ihnen wähnen, werden sich bei Ihnen melden.

Stereotyp oder authentisch? Wählen Sie die Worte mit Bedacht!

Hauptsache ist, Sie bleiben sich selbst treu und tappen nicht in die klassischen Falle und versuchen sich in einer gewollt originellen Schreibe, wie man sie von Kleinanzeigen kennt, deren häufig unfreiwillige Komik längst das Gag-Repertoire von Stand-up-Comedians bereichert hat. Wie in der Rubrik „Ich über mich“ gilt auch hier: Werden Sie konkret, verwenden Sie keine Allgemeinplätze und vermeiden Sie Klischees. Statt Adjektive aneinanderzureihen, beschreiben Sie lieber eine Situation, die typisch für Sie ist. Denn wie immer im Leben gilt: Nicht das, was man tut, macht einen unverwechselbar, sondern die Art, in der man es tut, unterscheidet uns von anderen. Deshalb macht es auch in dieser äußerst kurzen Form einen großen Unterschied, auf welche Weise man von sich erzählt. Denn die Wortwahl spiegelt unsere Haltung uns selbst gegenüber wider und ist entscheidend dafür, ob der Satz in den Ohren eines Fremden stereotyp klingt oder authentisch. Sie haben es also in der Hand. Und zum Glück eröffnet die Sprache schier unendliche Möglichkeiten, sogar in der Schilderung einer scheinbar banalen Alltagssituation oder eines gewöhnlichen Hobbys etwas von dem durchscheinen zu lassen, was uns besonders macht. Um zu veranschaulichen, was wir meinen, haben wir Ihnen eine Liste zusammengestellt, auf der wir ein und dieselbe Aussage in unterschiedliche sprachliche Gewänder gekleidet haben: Zunächst als atmosphärisch dichte oder aussagekräftige Formulierung, die ein Szenario vor dem inneren Auge erzeugt, das den Leser neugierig mach auf den/die Autor/in. Und im Anschluss daran – in Klammern gesetzt – eher blasse Beschreibungen, die so abstrakt und austauschbar klingen, dass sie auf den Leser tendenziell wie eine Plattitüde wirken.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre und viel Glück auf der Suche nach den für Sie passenden Worten!

„Das Besondere an mir ist, dass…“: Dos and Don’ts beim Formulieren

  1. Selbst im Sommer drehe ich im Auto das Bach’sche „Weihnachtsoratorium“ ganz laut auf, weil mich die Strenge und Schönheit dieser Musik einfach umhaut. (Besser als: Klassische Musik sagt mir mehr als jede andere Musik.)
  2. Ich sehe mich im Traum auf einer Harley die Route 66 entlangbrausen, auch wenn ich weniger Haare habe als Peter Fonda und mehr Sport machen sollte. (Besser als:
    Mein Traum: einmal mit dem Motorrad die Route 66 entlangfahren.)
  3. Selbst wenn Freunde manchmal genervt sind von meiner Politikbegeisterung, werde ich auch weiterhin so lange über das Grundeinkommen diskutieren, bis es eingeführt wird. (Besser als: Ich bin ein durch und durch politisch engagierter Mensch.)
  4. Jedes Mal, wenn ich eine nervöse Mutter beruhigen, ihrem Kind helfen und es mit meinen legendären Grimassen zum Lachen bringen kann, weiß ich, warum Kinderarzt der tollste Job der Welt ist. (Besser als: Kinderarzt zu sein, ist für mich kein Beruf, sondern eine Berufung.)
  5. Ich hasse Mücken, feuchte Luftmatratzen und vielköpfige Familien, die frühmorgens um sechs mit dem Kanu aufbrechen – und ziehe kleine Pensionen dem Camping vor. (Besser als: Zelten ist nichts für mich, ich bin der Wellness-Typ.)
  6. Beim Pizzabacken, was ich richtig gut kann, gucke ich immer so, als ob ich Abitur mache – sagt zumindest meine Schwester, die sicher nur neidisch ist. (Besser als: Ich bin die beste Pizzabäckerin der Stadt.)
  7. An manchen Spieleabenden bin ich mir nicht so sicher, ob es ein Kompliment ist, wenn meine Freunde mich abwechselnd Chef und Klugscheißer nennen. (Besser als: Ich liebe Spieleabende und bin ein extrovertierter Typ.)
  8. Meine beste Freundin aboniert die Gala, ich schleppe sie in Ausstellungen, und sie erzählt mir im Gegenzug, welche Sandalen Amal Clooney neulich trug. (Besser als: Ich bin ein Fan der zeitgenössischen Kunst, interessiere mich aber auch für Klatsch und Mode.)
  9. Dass ich bei jedem Backpacking-Trip wehmütig daran zurückdenke, wie ich als Interrail-Neuling frühmorgens am Pariser Gare du Nord vor meiner Weiterfahrt nach Rom mein erstes warmes Croissant genossen habe. (Besser als: Ich liebe rustikale Rucksackreisen mit wenig Gepäck und Komfort.)
  10. Als Kind vom Land liebe ich es, mit Blick über die Felder zu backen und zu kochen, dass sich die Tische biegen. (Besser als: Ich lebe gern im Grünen und mag die deftige Küche.)
  11. Ich bin zu schüchtern, um endlich mal das Jean-Seberg-Double aus der WG im dritten Stock anzusprechen, obwohl sie auch Rennrad fährt und mir auffallend charmant die Tür aufhält. (Besser als: Bin ein zurückhaltender Typ, eher introvertiert und sportlich.)
  12. Vier Staffeln „Orange is the New Black“ hintereinanderschauen, dabei meinen Bruder trösten, der gerade akuten Liebeskummer hat, und die Bügelwäsche von einer Woche erledigen. (Besser als: Ich bin ein Serienfan, Multitaskingtalent und ein guter Ratgeber.)
  13. Als ich Kind war, äußerte sich mein starker Wille in Wutanfällen, heute nenne ich es Ehrgeiz, der mir an der Börse und auf dem Tennisplatz zum Erfolg verhilft. (Besser als: Ich kenne mich bei Aktien genauso aus wie auf dem Tennisplatz.)
  14. Als bekennender Fan von Christine Neubauer stehe ich auf Happy Ends und die einlullende Rhetorik von Teleshopping-Moderatoren. (Besser als: Ich bin Romantikerin und lasse mich gern von schönen Worten verführen.)
  15. Auf meiner Reise nach Buenos Aires habe ich den Tango Argentino lieben gelernt, bin aber leider noch Amateur in Sachen kontrollierter Hingabe. (Besser als: Ich habe ein Faible für südamerikanische Tänze.)

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