Blickkontakt

Blickkontakt: 10 Fakten zum Flirt mit den Augen

von: Sophie Rummelsburg

Der Blickkontakt ist einer der wichtigsten Faktoren, die bestimmen, wie sich zwei Menschen begegnen. Nicht zu Unrecht heißt es, ein Augenblick sage mehr als tausend Worte. Wir verraten Ihnen, wie Sie den Blickkontakt deuten können und stellen Ihnen zehn Fakten zu der wichtigsten nonverbalen Kommunikationsform vor.

Blickkontakt löst immer eine Bewegung aus

Der Blickkontakt ist neben der Berührung die intensivste Möglichkeit, einem anderen Menschen nah zu sein. Mit Nähe ist hier nicht die räumliche Distanz gemeint – ein Augenkontakt entsteht auch auf Entfernung. Dabei besteht ein Blick aus mehr als der reinen Interaktion der Augen. Sobald uns ein Blick trifft, reagieren Mimik und Gestik auf den gewonnenen Eindruck. Im Gesicht finden einzelne mimische Facetten zu einer Bewegung zusammen. Diese Bewegung dauert in den meisten Fällen nicht länger als Bruchteile einer Sekunde. In dieser Zeit nimmt das Gesicht einen neuen Ausdruck an, der die innere Reaktion auf den Blickpartner widerspiegelt. Ein Blickkontakt stellt somit einen komplexen Informationsaustausch dar. Gepaart mit Flirtinteresse oder beim Erkunden von Flirtinteresse wird dieser noch viel intensiver. Ein wiederholter Blickaustausch signalisiert, dass man für eine Kontaktaufnahme bereit ist. Wie diese am besten zu initiieren ist, bleibt eine andere Frage. Hat man aber schon mit den Blicken angefangen zu kommunizieren und hält man den Austausch der Blicke aufrecht, ist der Rest Logistik und eine peinliche Abfuhr eher unwahrscheinlich. Mit diesen Fakten im Gepäck dürfte Ihnen das Blickkontakt Deuten künftig leichter fallen.

Fakt 1: Nicht länger als 3,2 Sekunden in die Augen schauen

Forscher am University College London haben versucht, eine sekundengenaue Zeitangabe für den perfekten Blickkontakt zu ermitteln. Ihr Ergebnis: Nach durchschnittlich 3,2 Sekunden Anschauen stellte sich bei den Probanden Unbehagen ein, was meist zu einem Abbruch des Augenkontakts führt. Der Grund hierfür liegt in der Regel nicht in Antipathie, sondern in Schüchternheit begründet. Deshalb rät ElitePartner-Psychologin Lisa Fischbach: „Man kann diese Situationen üben, indem man bewusst Blickkontakt mit Menschen im Alltag aufnimmt: beim Bäcker, im Restaurant, in der Straßenbahn. Das sind typische Situationen, in denen sich fremde Menschen mit Blicken kontaktieren und problemlos freundlich anlächeln können.“

Fakt 2: Große Pupillen wecken Begehren

Eine geweitete Pupille versprüht Sinnlichkeit und sendet dem Gegenüber das Signal, dass man aufgeregt oder erregt ist. Das wussten die Frauen auch schon vor einigen hundert Jahren. Denn im 16. Jahrhundert träufelten sie sich den Saft der Tollkirsche in die Augen, um die Pupillen künstlich zu erweitern und begehrenswerter auf Männer zu wirken. Und auch die Werbebranche macht von diesem Wissen Gebrauch – bei der Bildbearbeitung von Anzeigenmotiven setzen Marketer verstärkt auf die Pupillenvergrößerung und Wimpernverlängerung bei weiblichen Models.

Fakt 3: Blicke können Lügner enttarnen

Wer seine Unschuld beteuern will, hält häufig unnatürlich lange Augenkontakt, wer sich schämt, wendet den Blick schneller ab. Eine gewisse Sensibilität und Aufmerksamkeit beim Date für dieses Verhalten verrät also mitunter mehr als tausend Worte.

Fakt 4: Frauen zeigen beim Flirten unterwürfiges Blickverhalten

Im archaischen Unterbewusstsein der Frau spielt sich während eines Flirts ein Reflex ab, den die Sexualforschung als Beschwichtigungsverhalten beschreibt. Erstaunlicherweise sind unterwürfige Gesten Teil des Flirtverhaltens. Am Blick lässt sich dieses Verhalten beobachten, wenn sie häufig nach unten schaut, zum Beispiel auf die Schuhe ihres Gegenübers. Dabei neigt sich häufig der Kopf und sie macht sich kleiner als sie ist. Ein Grund hierfür könnte sein, dass die Frau instinktiv dem Mann die Führung überlässt oder einer weiteren Annäherung keine Widerstände entgegensetzen wird. Dieses Ur-Verhalten tritt vermehrt in den ersten Minuten des Gesprächs auf.

Fakt 5: Nicht jedes Lächeln ist echt – Augen verraten die Wahrheit

Wenn man eins plus eins zusammenzählt, müsste ein Lächeln ein gutes Zeichen sein, weil es Fröhlichkeit und Behagen ausdrückt. Das ist allerdings nicht immer so. Denn hierbei kommt die gesamte Mimik ins Spiel. Ein Lachen, das schnell wieder abfällt, ist Ausdruck von Desinteresse. Außerdem lachen Frauen beim Date auch dann, wenn sie sich unwohl fühlen oder nervös sind. Deshalb ist ein Abgleich mit den Augen unumgänglich: Bilden sich Lachfältchen, dann handelt es sich um ein echtes Lächeln. Bleibt die Augenpartie unberührt und nur der Mund bewegt sich, handelt es sich wahrscheinlich um Zynismus oder Spott.

Fakt 6: Dreiecksblick signalisiert Kussinteresse

Der Dreiecksblick ist ein Klassiker des Flirtens. Dabei wandert der Blick zwischen Augen und Mund hin und her. Kann man diesen Blick beim anderen entdecken, darf man ein Kussinteresse vermuten. Deshalb ist der Dreiecksblick eine wunderbare Methode, um einen Kuss einzuleiten, zum Beispiel vor der Haustür oder im Kino. Wichtig ist, mit dem Blick in die Augen anzufangen. Die „Nähe im Augenblick“ sichert ab, dass die nun folgende Betrachtung der Lippen auch vom anderen wahrgenommen wird. Als Nächstes wandert der Blick auf die Lippen. Lippen-Betrachten ist wie eine imaginierte Berührung. Jetzt wird der Mund zum Thema des Moments. Wird man sich nun küssen oder nicht? Dafür ist es klug, den Blick zurück auf die Augen zu richten. Bleibt der Blickkontakt weiterhin bestehen? Strahlen die Augen Freude, Aufregung oder ein anderes positives Gefühl aus? Bingo: „Sie dürfen die Braut jetzt küssen.“ Bricht der andere am Ende eines Dreiecksblicks den Blickkontakt ab, kann man daraus schließen: Mein Gegenüber möchte mich (noch) nicht küssen.

Fakt 7: Blickkontakt ein Zeichen für Selbstbewusstsein

Die Erfahrung zeigt: Wer im Vorstellungsgespräch um einen Job kämpft oder als Redner seine Zuhörer begeistern will, überzeugt mit einer interessanten Mimik und starkem Blick. Wenn jemand den Mut hat, uns offen und ehrlich anzusehen, interpretieren wir dies als selbstbewusstes und überzeugendes Auftreten – so auch beim Flirten.

Fakt 8: Das „dritte Auge“ unterstützt beim Flirt

In fernöstlichen Weisheitslehren wird dem Stirnbereich oberhalb der Mitte der Augenbrauen eine besondere Bedeutung zugewiesen: Hier sitzt das sogenannte „dritte Auge“. Hier empfängt der Mensch göttliche Inspiration, innere Führung, Klarsicht, Intuition oder Telepathie. Er sieht also das, was außerhalb der materiellen Welt liegt. Muss man an das dritte Auge glauben, um es zu nutzen? Muss man nicht. Auch ohne den Glauben an etwas Göttliches hat man mit dem dritten Auge einen Bereich im Gesicht, wo der Blick verweilen oder sich ausruhen kann, ohne die „Nähe im Augenblick“ beim Date zu unterbrechen.

Fakt 9: Häufiges Blinzeln weist auf Desinteresse hin

Blinzeln ist notwendig für die regelmäßige Benetzung der Augen. Dennoch erfüllt Blinzeln nicht nur eine physische Funktion, es sendet auch Signale. Wir verraten Ihnen wie Sie das Blinzeln beim Blickkontakt deuten können: So ist sehr rasches Blinzeln oftmals ein Ausdruck von Nervosität oder Unsicherheit, häufiges Blinzeln steht wiederum mit Langeweile oder Desinteresse in Verbindung.

Fakt 10: Jeder Blickkontakt schafft eine neue Wirklichkeit

Für den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre konstruierte sich das Ich im Blick. Und auch der andere bekommt durch den Blickkontakt ein Sein, das in diesem Moment neu geschaffen wird. Anders gesagt: Beim Augenkontakt entsteht ein neues Selbstverständnis zweier Personen. Laut Sartre erkennt man sich dabei im anderen. Mit jedem Blick wird demzufolge eine neue Wirklichkeit zwischen zwei Personen geschaffen. Man kann das mit einer weißen Leinwand vergleichen, die erst durch die nonverbale Kommunikation auf die Staffelei gezogen wird: Was nach einem Flirt auf der Leinwand entsteht, bleibt dann im Laufe des Dates abzuwarten.

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