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Antibabypille verführt zu falscher Partnerwahl

von: ElitePartner Redaktion , 26. Januar 2010

Vielfach durch die Presse geisterte in der vergangenen Zeit die Nachricht, dass Frauen, die die Pille nehmen, eine geänderte Geruchswahrnehmung besitzen würden und dass sich dies negativ auf die Partnerwahl auswirken könnte.

In England hatten dazu Wissenschaftler das von mir im ersten Beitrag dieser Serie erwähnte Experiment, in dem Frauen an getragenen Männer-T-Shirts schnüffeln mussten, wiederholt. Sie hofften, das Ergebnis von Wedekind & Co. bestätigen zu können. Danach lautete die These, dass Frauen normalerweise einen Männerduft präferieren, der ihrem eigenen genetischen Duftprofil entgegengesetzt ist. Wenn sie hingegen die Pille nehmen würden, sollte sich dieses Ergebnis umkehren und sie sollten auf ähnliche Männer (nach der Genetik beurteilt) fliegen. Tatsächlich hatten dies Wedekind und sein Forscherteam bestätigen können.

Lieber ohne Pille auf Partnersuche?

Zudem wurde festgestellt, dass Frauen, die ihre Verhütung mit der Pille betreiben, stärker auf Nahrungsgerüche reagieren (z.B. den Geruch von Rosenwasser), während Frauen ohne Pille stärker auf den Schweißgeruch von Männern stehen. Als Begründung wurde angeführt, dass die Pille eine Schwangerschaft gleichsam vortäuschen würde und dadurch – evolutionsbiologisch gesehen – die Ernährungsfrage für die Frau und ihre heranwachsende Nachkommenschaft wichtiger würde. Man könnte dies auch den „Versorgungseffekt“ nennen. Hieraus wurde auch abgeleitet, dass frau besser ohne Pille auf Partnersuche gehen sollte, da sie ja dann eher den Partner anzieht – und attraktiv findet – von dem sie auch sexuell am meisten stimuliert wird. Und das ist schließlich gut und wichtig für eine bleibend erotische Beziehung. Die Versorgungsfrage sollte also beim Kennenlernen hinten an stehen.
Dies ist auch kulturell interessant, denn früher waren die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern fast ausschließlich durch die Versorgungsfrage, d.h. durch die Sicherung des ökonomischen Überlebens, geprägt. Erst im Zeitalter der Romantik erhielten Liebesfragen einen deutlich höheren Stellenwert, und auch heute wird als erste Forderung die nach der gegenseitigen Anziehung gestellt – obwohl sich in Wirklichkeit auch dahinter oft knallharte Wirtschaftsinteressen verbergen mögen – allerdings auf beiden Seiten, sowohl beim Mann, als auch bei der Frau.

Studienergebnisse nur bedingt gültig

Zurück zum Thema: Die Engländer wollten also gerne das von Wedekind gefundene Ergebnis verifizieren – gingen aber leider (?) mit ihrer Studie ziemlich baden. Zunächst wurden nämlich bei den Probandinnen gar keine signifikanten Ergebnisse festgestellt: Weder fühlten diese sich durch Schweiß getränkte T-Shirts angezogen, noch erinnerten sie diese T-Shirts an ihre Partner, noch gab es einen Zusammenhang (Teil 2 der Studie) mit der Einnahme der Antibabypille. Erst als die Forscher durch statistische Maßnahmen die Gruppe der Testteilnehmer einschränkten, kamen sie wieder auf die postulierten Zusammenhänge, was natürlich wissenschaftlich gesehen einen etwas schwachen Eindruck macht.

Man muss also bei dem ganzen Thema etwas vorsichtig sein. Das Ganze ist eben nicht trivial, sondern ziemlich komplex. So belegte u.a. eine andere Studie, dass Paare sich sehr stark visuell anziehen – und zwar aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit, was äußere Merkmale angeht. Dies wird mit der Tendenz begründet, dass Menschen ihre Partnerwahl eher in einem ähnlichen Kulturkreis treffen, einfach weil sie ich darin sicherer fühlen. Die sexuelle Anziehung auf der Basis des Geruches dürfte demnach nur ein Kriterium unter vielen sein.

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