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Jens, 35
Betriebsleiter
Karlsruhe

Jens, 35
Betriebsleiter
Karlsruhe

„Ich bin ein sehnsüchtiger Optimist“

Jens

sucht nicht mehr

Der 35-jährige Wahlkarlsruher Jens lebt im grünen Süden der Stadt. Der Vollblutsportler mit dem jungenhaften Lächeln und dem braunen Haar liebt Herausforderungen: Im Studium übersprang er zwei Semester, später wurde er jüngster Betriebsleiter einer Firma für Papierverpackungen. Im Urlaub radelt er schon mal durch Vietnam oder pilgert von Frankreich nach Spanien. An den Wochenenden besucht der Familienmensch regelmäßig Eltern und Bruder in Bayern.

Wer Jens besucht, muss schnell sein. Kaum ist die Klingel an der Haustür seiner Karlsruher Singlewohnung gedrückt, brummt der Summer. Einen Moment später schallt ein freundliches „Hallo!?“ durchs Haus. Der schlanke Mann lehnt zwei Stockwerke weiter oben in Jeans, Shirt und Sneakers in der Tür. Mit dem Lausbuben-Lächeln und dem verwuschelten braunen Kurzhaarschnitt würde man eher auf einen Sportstudenten Mitte 20 tippen, als auf einen 35-jährigen Betriebsleiter. „Gut her gefunden?“, fragt der Gastgeber mit der warmen, beruhigenden Stimme, die so gar nichts über seine schwäbisch-bayerischen Wurzeln verrät – oder seine enorme innere Power. Zwei Marathons ist Jens in den letzten Jahren gelaufen, mehrere tausend Kilometer den Jakobsweg entlang gepilgert und quer durch Vietnam und Kambodscha geradelt.

„Ich war an einem Punkt, an dem mir nichts mehr geschmeckt hat“

Jens, sind Sie ein Abenteurer?
„Ich würde mich eher einen sehnsüchtigen Optimisten nennen. Vor meiner ersten großen Pilgertour 2008 war ich an einem Punkt in meinem Leben, an dem mir nichts mehr geschmeckt hat, an dem die Tage einfach so dahin geplätschert sind. Da habe ich beschlossen, dass ich dringend eine Veränderung brauche, etwas, das meinem Kopf und meiner Seele frisches Futter gibt.“

Die blauen Augen des 35-Jährigen fangen an zu leuchten, als er von seiner Initialzündung erzählt. Jener Urlaubswoche 2008 in Barcelona, die plötzlich nicht mehr genug war. Der spontanen Idee, mit Zug, Bus und Taxi nach Frankreich zu reisen – und von dort aus einfach loszulaufen. Von dem Wallfahrtsort Poitiers über Santiago de Compostela bis zur galizischen Küstenstadt Muxía im Norden Spaniens. Wie ein aufgeregter Junge kramt der Globetrotter auf Nachfrage die passenden Schätze zu seinen Geschichten hervor, Landkarten, Jakobsmuscheln und die blaue Digitalkamera, die ihn durch die halbe Welt begleitet hat. Viele tausend Bilder hat er damit schon geschossen.

„Ich habe mit Menschen aus aller Welt geredet, gegessen, gelacht.“

Eine unvergessliche Szene, die nicht auf den Fotos ist?
„Wie ich mit Damenbinden an den Füßen den Jakobsweg entlang gewandert bin. (Lacht.) Ich war so schlau, bei meinem Spontanstart in brandneuen Wanderschuhen loszulaufen und hatte in kürzester Zeit 20 Blasen. Also musste ich mir Sandalen kaufen und ganz weich ausstopfen. Aber ich habe auch bei jedem Schritt wieder neue Kraft und Lebensenergie gespürt. Ich habe an atemberaubenden Plätzen gezeltet und mit Menschen aus aller Welt geredet, gegessen und gelacht. Die spannende Erfahrung, dass man manchmal einfach weiter gehen muss, um bei sich anzukommen, werde ich nie vergessen.“

„Mein Traum? Ein Jugendstil-Stadthaus renovieren“

Seine aktuelle Wohnung ist auch nur so ein Zwischenschritt, wird Jens später leise sagen, als wäre es nichts, worüber er gern nachdenkt. Seit einem Jahr lebt er in dem 45 m² großen Appartement in Karlsruhes altem Süden. Unweit fließt die Alb, drumherum liegen grüne Auen, in denen der Vollblutsportler Radfahren geht, wenn er nicht gerade im Fitnessstudio schwitzt. In der Nachbarschaft Altbauten mit Sprossenfenster und Sandstein an den Fassaden. „Mein Traum ist es, ein Jugendstil-Stadthaus in der Weststadt zu renovieren, wenn ich einmal sesshaft werde!“, schwärmt der 35-jährige Betriebsleiter. Alle zwei Jahre ist der Experte für Verpackungsmaterialien seit dem Studium umgezogen, den Karriereschritten hinterher. Seiner Wohnung sieht man das Improvisierte ein wenig an: modern, aber vor allem funktional ist das Appartement eingerichtet: ein Stahlrohrbett, schwarze und weiße Regale, eine anthrazitfarbene Couch, das war es. Erst beim zweiten Hinschauen entdeckt man einige wenige persönliche Schätze, den Silberrahmen mit dem Kinderfoto der drei Geschwister, Bilder seiner Katzen oder das schillernd bunte Buddha-Poster, ein Reisemitbringsel aus Kambodscha.

Von welchem Souvenir würden Sie sich niemals trennen?
„Von meiner Lieblingskette. Ein Freund hat sie mir auf einer Pilgerreise geschenkt. Plötzlich stand er wie aus dem Nichts an einer der Stationen und ist die letzten Kilometer mit mir gegangen. Heute ist die Kette ein Glücksbringer für mich, der mich begleitet und beschützt. Zweimal hätte ich sie schon fast verloren, bin über 200 km mit dem Fahrrad zurückgefahren, das andere Mal 40 km zurück gelaufen, um sie wieder zu bekommen.“

„Diese Verletzung hat mich stärker gemacht“

Wie im Reflex greift seine Hand an den V-Ausschnitt seines Shirts und zieht das Lederband mit dem glänzenden Holzanhänger in Form einer Jakobsmuschel heraus. In der Mitte ist ein besonderes Kreuz eingeritzt, das Erkennungszeichen der Ritter, die den Jakobsweg einst beschützt haben. Die Begeisterung blitzt dem jungen Globetrotter bei jedem Wort aus den Augen und macht einen neugierig, wie bei einem offenen Buch mit einem guten Anfang, in dem man gerne noch etwas lesen würde. Auf die Frage, ob er im Leben auch schon einmal nicht so viel Glück gehabt hat, wird der sonst so quirlige Erzähler jedoch erst einmal still. 2003 sei seine Schwester bei einem Verkehrsunfall gestorben, das hat ihn aus der Bahn geworfen. Die Worte kommen jetzt langsamer als zuvor, als würde er sich an das schwere Thema heran tasten. Er hat Jahre gebraucht, um diesen Verlust ganz zu verstehen, sagt er dann mit offenem Blick.
„Es klingt vielleicht paradox, aber diese Verletzung hat mich auch stärker gemacht. Heute weiß ich genau, was mir das Wichtigste im Leben ist: Dass ich, bei allem was ich tue, mir selbst treu bleibe und den Menschen, die ich liebe, immer in die Augen sehen kann.“

„Ich wollte nicht mehr lange warten, bis ich eine Familie habe“

Dass Jens ein Familienmensch ist, spürt man, sobald er von seinen Lieben spricht. Von den Eltern im bayerischen Rothenburg ob der Tauber, die er fast jedes Wochenende besucht, und dem großen Bruder, der sein Vorbild ist und ihn zum stolzen Onkel gemacht hat. „Eigentlich habe ich beim Herumtoben mit den Jungs beschlossen, mich bei ElitePartner anzumelden, ich wollte einfach nicht mehr so lange warten, bis ich selbst eine Familie habe“, sagt der 35-Jährige mit dem frechen Lächeln. Während er von ersten Dates erzählt, bei denen es funken soll, was es aber einfach noch nicht hat, und seiner Traumfrau, mit der er sich genauso leidenschaftlich lieben wie streiten können will, kämpft der Hobbykoch in der offenen Küchenecke mit der Espressomaschine. Die kommt selten zum Einsatz, verrät das verlegene Grinsen und die Milch ohne Schaum. Interessanter als der Cappuccino ist die kräftige Porzellantasse mit dem mexikanischen Muster. Jens hat sie auf den Teakholztisch auf dem kleinen Balkon gestellt, der perfekte Rastplatz auf seinem Weg in die Zukunft. Durch die Metallgitter fällt der Blick auf eine alte Villa mit einer Schaukel im Garten.

(Portraitfotos: Fotostudio Eidens-Holl)

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