• 18.06.2017
    • Wenuss

    Zurückgehender Sex in langer Beziehung. Wie geht Ihr damit um?

    Hallo

    Ich bin seit 30 Jahren mit meinem Mann zusammen (25 Jahre verheiratet). Meine Frage richtet sich an alle, die ebenfalls schon lange mit dem Partner zusammen sind:

    Wie geht Ihr damit um, dass nach so vielen Jahren in einer Beziehung die Sexualität zurückgeht, obwohl man den anderen liebt und es auch nicht an der Attraktivität liegt? Habt Ihr noch Sex oder erfüllt Eure Partnerschaft andere Aspekte der Beziehung? Wie viele Freiheiten gebt Ihr Euch? Eigentlich sollte ich zufrieden sein, haben wir doch 2 Mal im Monat Sex. Trotzdem überkommt mich manchmal eine grosse Sehnsucht nach Erotik und Abwechslung.....
     
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    • # 1
    • 18.06.2017
    • Gastnehmer
    Naja, es gibt sicher viele Paare, die ähnlich lange wie ihr verheiratet seid UND öfter Sex haben als ihr. Redest du mit deinem Mann darüber? Scheinbar nicht. Warum ergreifst du nicht öfter die Initiative? Von wem gehen denn diese 2-mal aus? Antworten darüber, wie es bei anderen Paaren so ist, werden dein Problem nicht lösen.
     
    • # 2
    • 18.06.2017
    • Vikky
    Liebe FS,
    für mich war abnehmende Sexfrequenz immer ein Zeichen für eine Schieflage in der Beziehung, sei es Entfremdung/verdeckte Konflikte oder dem Alltagsgemuse (Haushalt, Arbeit, Familienpflichten) zuviel Raum geben.
    Da muss man an der Quelle des Syptoms anfangen die Ursache zu beseitigen, sonst wird das nichts. Mir ist das nicht gelungen und daran ist die Ehe dann nach über 20 Jahren gescheitert.

    Nun bin ich noch nicht lange mit meinem Partner zusammen, aber wir sind auch schon älter und gereifte Menschen. Der Job wird nicht mehr überbewertet, obwohl wir beide verantwortungsvolle Posten haben und Arbeitsjunkies sind. Wir setzen so die Grenzen, dass wir entspannte Begegnungen haben.
    Das solltet ihr auch können, denn wenn ihr Kinder habt, brauchen diese keine Rundumbetreuung mehr. Wenn Haus und Garten viel Arbeit machen, muss man überlegen, was mit weniger Aufwand geht oder wo man sich Hilfe holt, um selber entspannter zu sein.

    Darüber hinaus wird bei uns viel und offen kommuniziert, es gibt viel Alltagsberuehrungen (Umarmungen, Küsse). Das sorgt für Nähe, Spannung und Lust aufeinander. Allerdings haben wir eine Fernbeziehung und noch keinen gemeinsamen Alltag.

    Ich vermute, dass ihr beide 50+ seid. Da kann es bei Männern auch nachlassende Potenz eine Ursache für weniger Lust oder Vermeidung wegen Versagensaengsten sein.
    Über das Thema reden Männer selten und Frauen sind darin genauso wenig aufgeklärt wie Männer um das Thema Schwangerschaft und Geburt.
    Kommunikation ist hier das A&O.

    Deine Frage "Wieviel Freiheit gebt ihr euch" im Zusammenhang mit "ich habe Sehnsucht nach Abwechslung" kommt bei mir so an, dass Du eher Lust auf andere Männer hast, die Beziehung öffnen willst.
    Hier gilt für mich, das vorm Handeln mit dem Partner zu klaren und auch dann gibt es das hohe Risiko, dass die Dinge anders laufen als geplant. Man kann nicht planen, was passiert, wenn Gefühle und andere Menschen ins Spiel kommen. Da kann aus "wir öffnen die Beziehung" schnell Scheidung werden.

    Für mich und meinen Partner ist Sex gelebte Nähe, intensive Gefühle, der Inbegriff von Intimität - nicht das folgenlose Ausleben von körperlichen Bedürfnissen. Daher weiß ich mein Gefühlsleben zu schützen.
    Hat mein Partner das Bedürfnis "nach Freiheit", gebe ich ihm seine Freiheit und beende die Beziehung - auch wenn es ansonsten gut läuft.
    Den Kollateralschaden von Fremdgehen hatte ich in meiner Ehe und davon gibt es keine Wiederholung, auch nicht kaschiert mit "sich Freiheiten geben".
     
    • # 3
    • 18.06.2017
    • Gast712
    Naja, 2x pro Woche ist ja sehr viel, erst recht für so eine lange Beziehung. Was meinst du mit Abwechslung? Andere Männer? Es gibt doch so viele Möglichkeiten: Spielzeuge, Therapien, Tantra, Massagen, Liebe im Freien. Kreativ sein heißt das Stichwort.
     
    • # 4
    • 18.06.2017
    • Chicken
    Dann zeig ihm öfter dass du ihn willst. Ergreif die Initiative und warte nicht bis er den Anfang macht.
    Und nach dem heißen Techtelmechtel sagst du ihm einfach wie schön du es fandest und gerne öfter mit ihm Spaß haben möchtest...
    Liebe Grüße!
     
    • # 5
    • 19.06.2017
    • noreia
    Das glaube ich zwar nicht, aber ansonsten ist es natürlich richtig, dass Vergleiche eigene Probleme nicht lösen können.

    Ich bin zwar "erst" etwas über 20 Jahre verheiratet, aber kenne es auch so, dass Lust und Liebe nach ein paar Jahren zunehmend getrennte Wege gehen. Das liegt meiner Meinung nach nicht an grundsätzlich fehlender Lust, auch nicht an fehlender Liebe - sondern einfach an einem gewissen Übersättigungsfaktor.
    Wir haben uns als Paar intensiv damit auseinandergesetzt und uns gegenseitig entsprechende Freiheiten gegeben.
    Das funktioniert für uns gut. Vielleicht wäre das auch für Euch eine Möglichkeit - redet doch einfach mal darüber.
     
    • # 6
    • 19.06.2017
    • Stern12345
    Liebe FS
    2 mal im Monat Sex zu haben, trotz 30 gemeinsamer Jahre, ist (wie ich finde) schon eine gute Basis. Da haben viele jüngere Männer in ihren Beziehungen weniger Sex.
    Du bist damit nicht zufrieden, dann ändere DU etwas an deiner Situation.

    1. Hast du darüber mit deinem Mann gesprochen? Wie empfindet er das?

    2. Wartest du immer nur ab, bis er Sex möchte, oder verführst du ihn wenn du Lust auf Sex hast?

    3. Das sich eine gewisse Routine eingeschlichen hat und es nicht mehr so aufregend ist, ist nicht verwunderlich nach 30 Jahren. Die Frage ist, was stellst du dir unter "Abwechslung" vor?

    Ein bisschen frischen Wind in eine Beziehung zu bringen, gerade wenn man noch Sex miteinander hat, ist nicht so schwer. Da gibt es viele Möglichkeiten und du solltest mit deinem Mann sprechen, was für ihn ginge und was seine Grenzen überschreitet. (Sex Toys, Sex in Freien usw).

    Möchtest du aber fremde Haut spüren, wäre die Frage wie soll das Aussehen? Offene Beziehung, gemeinsamer Besuch im SC?

    Überlege dir in Ruhe was du möchtest und dann rede offen mit deinem Mann! Sei dir aber bewusst, dass wer zu viel will, am Ende mit nichts da steht! Überspanne den Bogen nicht und vor allem werde dir im Klaren, welche Rolle dein Mann in deinem Leben noch spielt und spielen soll!?

    Ich glaube so richtig klar bist du dir darüber nicht, oder?
     
    • # 7
    • 19.06.2017
    • Amytan
    Nachlassende Lust auf Sex hat sehr unterschiedliche Gründe. Deshalb wirst du, liebe FS, hier auch kein Allheilmittel lesen, du musst - idealerweise zusammen mit deinem Partner - schon selbst herausfinden, was euch wieder öfters unter die gemeinsame Bettdecke bringt.

    Ich habe fast 30 Jahre mit meinem Mann zusammengelebt, die Beziehung scheiterte aus anderen Gründen - also nicht aus mangelnder Lust aufeinander. Sicher hatten wir in den letzten gemeinsamen Jahren nicht mehr so viel Sex, wie zu Beginn unserer Beziehung, damals fielen wir schon im Flur übereinander her, wenn wir nach Hause kamen (aber irgendwann bricht man sich dabei dann doch die Knochen ...). Unser Sexleben ging in all den Jahren, auch den späteren, mit sehr viel Fantasie einher, immer wieder musste einer von uns geschäftlich unterwegs sein und die Heimkehr war dann jedes mal ein Fest.

    Beide hatten wir ein Eigenleben, d.h. wir hingen nicht rund um die Uhr zusammen, brachten damit aus den jeweiligen Ecken Interessantes mit nach Hause. Wir verreisten auch immer wieder ohne einander, was aber die gemeinsam verbrachten Urlaube nicht verdrängte. Wir gingen offen miteinander um, doch behielt jeder von uns daneben seine eigenen kleinen Geheimnisse. Wir blieben neugierig aufeinander - ein wichtiges Detail, auch für den gemeinsamen Sex.
    Wir begehrten uns und flirten noch heute miteinander, wenn wir uns zu einem gemeinsamen Essen und zum Quatschen treffen. Das schadet unseren neuen Beziehungen kein bisschen.

    Manchmal gab es auch Ausbrüche (ich meine sexuelle), doch so lange sie nicht andauerten, belebten sie eher unsere gemeinsamen Erlebnisse. Wir fanden nicht selten dabei heraus, was wir uns geben konnten ... und Versöhnungssex kann großartig sein.

    Als "Belebung des Sexlebens" würde ich das allerdings nicht einsetzen. Das funktioniert nur ohne große Verletzungen, wenn beide damit klar kommen.
     
    • # 8
    • 19.06.2017
    • Melodie
    Es gibt keinen Übersättigungsfaktor wenn man von Anfang an mit einem Menschen zusammenkommt in der der sexuelle Faktor fenomenal unwiederstehlich ist.Und zwar Gegenseitig.Wenn es egal ist ob der andere aus der sogenannten Unterschicht kommt,Putzfrau ist,Kleiner Künstler,falsche Haarfarbe,falsches Gewicht,Tattos,Piercings, Schwarz,Gelb
    ,Rot oder was weiß ich ist.Niemals wird dieses Verlangen nach Sex mit genau diesem Partner aufhören oder sich mindern wenn die körperliche Anziehung am besten gepaart mit Respekt und wahrer Liebe vom ersten Tag an wie ein traumhafter Sog in die Beziehung mündet,weil es biologisch und spirituell einfach logisch ist.
    Das Problem bei der kopfgesteuerten Partnerwahl ,das von allem ein bisschen vorhanden sein soll,ist der Preis den man zählt das mit absoluter Sicherheit irgendwann die Luft,die Spannung aus der Beziehung geht.Und dann glaubt man das es normal sei das nach zwanzig Jahren man mit Anstrengung auf zweimal im Monat Liebe machen kommt.
     
    • # 9
    • 19.06.2017
    • QFrederick
    Guten Morgen liebe FS,

    erst einmal Glückwunsch für Eure 30 Jahre, ganz so viel haben wir leider nicht geschafft, und schön dass im Zusammenhang mit Sex auch mal der Begriff Erotik fällt.

    2 x im Monat Sex ist nicht der Brüller, aber auch nur, wenn man weiß, was bei Euch alles (nicht) zu diesem gehört.

    In unseren 26 Jahren hat meine Frau gefühlt ein Duzend Mal die Initiative ergriffen und mich noch wesentlich weniger überrascht, und nicht nur da. Zumindest war ich der wesentlich aktivere Teil und habe sie bis zum Schluss begehrt. Aber wir haben auch eine Innigkeit und Nähe ge- und erlebt, die ich bis heute, 4 Jahren danach, weder an mir noch an anderen wahrgenommen habe oder wahrnehmen kann, über Sex weit hinaus geht und die mich immer noch nicht loslassen lässt.

    Heute habe ich ein Vielfaches an sexueller Aktivität und merke immer wieder, dass dies für mich nicht alles und bei weitem zu wenig ist für eine Partnerschaft.

    Wenn Du mehr Sex willst, investiere mehr. Du weißt was Du willst also werde aktiv. Redet über Eure Wünsche und Vorstellungen. Sollte Dein Mann nicht mitspielen (wollen oder können), dann kannst Du immer noch Optionen außerhalb Eurer Ehe ziehen. Meins wäre es nicht, dann habe ich keine Partnerschaft oder beende diese.

    Als ein Neuer anstand war meine Frau kurzzeitig kaum wiederzuerkennen. Mittlerweile hat sie schmerzhaft begriffen, dass sexuelle Variationen nicht alles in einer Partnerschaft ist und ohne Herz und Kopf die Nadel am Ende immer wieder an dieselbe Stelle springt auch wenn es eine andere Platte ist.
     
    • # 10
    • 19.06.2017
    • Wenuss
    Vielen Dank für Eure Nachrichten. Es geht mir bei meiner Frage nicht darum, «mein Problem» hier öffentlich zu diskutieren. Ich suche für mich einen gangbaren Weg, verheiratet zu bleiben und dabei glücklich zu sein. So viele Ehen gehen in die Brüche. So bin ich einfach neugierig, welche Erfahrungen Ihr macht.

    Natürlich reden wir über unsere Bedürfnisse. Auch nach 30 Jahren Partnerschaft, haben wir beide unterschiedliche Bedürfnisse, welche auch durch Diskutieren nicht wegzureden sind. Gewisse Dinge kann und soll man doch nicht ändern, sonst entsteht nur Zwang. Kreativ sein und abwechselnd die Initiative ergreifen ist ebenfalls kein Thema. Es ist halt eine gewisse «Gewöhnung» und wie Noreia so treffend sagt «gehen Liebe und Lust zunehmend getrennte Wege».

    Schön für Dich Vikky, dass Du eine neue Liebe gefunden hast. Ich wünsche Dir, dass Ihr diese Verliebtheit noch lange geniessen könnt.

    Beim Zugestehen von Freiheiten habe ich jetzt nicht als erstes ans Fremdgehen gedacht. Alleine in die Ferien fahren ist für mich auch schon eine grosse Freiheit, die ich geniesse. Aber ja zugegeben, Lust zu flirten hätte ich schon....
     
    • # 11
    • 19.06.2017
    • leff
    Ich empfehle die Bücher von D. Schnarch: Intimität und Verlangen oder Die Psychologie der sexuellen Leidenschaft. Schau im Inhaltsverzeichnis nach, welches Dir mehr zusagt.

    Aber vorsicht: Diese Bücher sind KEINE einfache Anleitung zu einem prallen Sexleben, sondern fordern einiges an Beziehungsarbeit. Wenn ihr wünscht, weiter zusammenzubleiben und die Leidenschaft füreinander wieder zu entdecken, dann findet ihr dort viele hilfreiche Denkanstösse.

    Du schreibst, ihr hättet unterschiedliche Bedürfnisse. Ja, klar. Hoffentlich auch. Aber wie willst Du denn unterschiedliche Bedürfnisse wegreden? und warum? - ich habe noch nie gehört, dass das funktioniert...

    Es geht nicht darum, unterschiedliche Bedürfnisse zum Verschwinden zu bringen, sondern in diesen Unterschieden die Liebe und die Leidenschaft wieder zu beleben.

    Natürlich kann man die Partnerschaft auch aufgeben und Neues suchen - und finden. Das ist reizvoll, und hilft ja auch: Die Hormone tanzen wieder und alles ist toll und wunderbar. Eine Zeit lang. Und dann ist alles wie vorher, einfach mit einem anderen Partner, an dem Dich dann andere Dinge stören.

    Also: Wenn ihr eine Chance seht, ergreift sie. Aber Achtung: Das wird nicht ohne Konflikte abgehen. Ich rede aus eigener Erfahrung. Es brauchte viel Arbeit und Zeit. Aber heute bin ich, obwohl seit fast 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, mehr denn je verliebt in sie. Und was sexuell alles abgeht, das hätte ich mir nie vorstellen können.

    m44
     
    • # 12
    • 19.06.2017
    • Vikky
    Ok, mal ein paar Tage allein oder zusammen mit einer/mehreren Freundinnen wegfahren finde ich total normal in einer Ehe oder verbindlichen Beziehung. Da käme ich nicht auf den Gedanken, das als "ich will ein paar Freiheiten" zu verstehen.

    Beim Flirten, grad fern der Heimat bin ich defensiv - man weiss nie, wie die Dinge sich dann entwickeln und zack ist man mit einem Mal geschieden, ungewollt. So ist es meinem Ex widerfahren. Aus Flirt wurde wohl Affäre und aus seiner Affäre machte ich Scheidung.
    Ich habe aber auch kein Bedürfnis mit irgendwem zu flirten wenn ich gebunden bin - das macht es einfach.
     
    • # 13
    • 19.06.2017
    • neverever
    Das! Würde ich gerne öfter hier lesen. Finde ich Richtig Klasse wenn zwei die so lange zusammen sind und sich nichts schlimmes gegenseitig angetan haben, wo einfach nur die Luft raus ist aus den vielen vielen Gründen die man hier oft zu lesen bekommt und dann dennoch diesen Weg finden. Leider sehr selten aber Richtig gut.
    Herzlichen Glückwunsch Euch beiden.
    m46
     
    • # 14
    • 19.06.2017
    • manchmal
    Moin,

    in meiner sehr langen Ehe hatten wir letztlich auch, eigentlich fast immer, etwas weniger Sex, als ich gerne gehabt hätte. Der Grund war, rückschauend erkannt, dass ich irgendwann keinen Bock mehr darauf hatte, immer die Initiative zu ergreifen, und dass wir beide zu stolz (?) waren, diese Sache zu thematisieren. Wir haben in der Tat NIE drüber gesprochen, wie oft denn gut wäre, manchmal war sie ganz überrascht, durchaus positiv, wenn ich ZB im Urlaub, mehrere Tage nacheinander den Anfang machte ("Ui, was ist denn mit dir los?"), aber ohne meine Initiative wäre eben auch da nichts passiert. Bei einigen, wenigen, Trennungsgesprächen wurde dann der zuletzt ganz fehlende Sex durchaus angesprochen, als Symptom dafür, dass wir uns auseinandergelebt hätten. Fehlender Sex war nicht der Trennungsgrund... aber die oben geschilderten Abläufe hatten meine Bereitschaft, in die Beziehung noch mal zu investieren, doch erheblich geschwächt.

    manchmal
     
    • # 15
    • 20.06.2017
    • Tulaya
    Mit zwei Mal Sex im Monat wäre ich nicht zufrieden und mein Mann wohl auch nicht - obwohl wir auch zwanzig Jahre "auf dem Buckel haben". Wir sind insgesamt sehr sehr körperlich miteinander, kuscheln viel, gehen aber auch zusammen zur Sauna, Schwimmen, zu Partnermassagen oder probieren irgendetwas Neues aus. Uns tun Paarzeiten gut, gerade in stressigen Zeiten halten wir ziemlich akribisch einige Rituale wie möglichst einen Spaziergang am Tag oder unseren gemeinsamen Kaffee/Tee. Wir massieren uns gegenseitig (gehen gerne mal zusammen zur Tantramassage), nehmen uns Zeit für Umarmung und Küssen, schreiben uns Zettelchen, reden viel.... Viel Gemeinsamkeit, aber ganz wichtig: auch eigene Wege gehen, sich pflegen und hübsch machen, sich selbst möge, respektvoll miteinander umgehen und respektvoll auch mal streiten. Bei uns scheint das auszureichen, um immer noch mehr als zweimal in der Woche Lust aufeinander zu haben. Und für den besonderen Kick, gehen wir gerne mal in den Swingerclub oder praktizieren MM(M)F.
     
    • # 16
    • 21.06.2017
    • Alegría
    Zurückgehender Sex in einer langen Beziehung ist völlig normal - wie ich auch einmal gelesen habe in einem hochinteressanten Interview mit einem amerikanischen Sexualpychologen, das vor einigen Jahren in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war. Entscheidend ist doch, ob noch Liebe und (echte) Kommunikation in einer Beziehung vorhanden sind. Wenn dies der Fall ist, dann dürfte das Liebesleben eingespielt sein, aber auch innig und vertraut. Ist doch wunderbar! Ich denke, wir leiden heute daran, bei allem die Superlative mitnehmen zu wollen. Ja, klar, wahrscheinlich wäre nach 30 Jahren der Sex mit einem anderen Partner aufregender, da neuer. Ob man dafür eine gewachsene Partnerschaft aufs Spiel setzen will, sollte man gut abwägen. So manche(r) hat es später bereut. Ob man tatsächlich in einen Swinger-Club gehen will, wie hier häufig als Ratschlag empfohlen wird, muss man natürlich selber wissen. Für mich wäre dies gleichbedeutend mit einer kompletten Entfremdung von Körper und Seele. Daneben fände ich eine Affäre mit Betrug (was ich entschieden ablehne) noch human. Meine Meinung.
     
    • # 17
    • 22.06.2017
    • Stern12345
    Sehe ich genauso!

    Natürlich ist Vertrautheit nicht mehr so aufregend, aber selbst in einer neuen Beziehung steht man irgendwann wieder an der gleichen Stelle.

    Ich gebe dir völlig recht, dass der Mensch heute immer das absolute Maximum anstrebt und dabei vergisst, was eine Partnerschaft die über viele Jahre harmonisch war und gewachsen ist, eigentlich für ein großer Schatz ist.
    Wer alles will, hat am Ende oft nichts.

    Es spricht nichts dagegen die Sexualität mit dem Partner etwas zu beleben, aber ich persönlich würde das nur innerhalb der Beziehung tun, denn für mich würden sich daraus nur neue Probleme ergeben, die mir das Abenteuer nicht wert wären.
    Das ist aber nur meine persönliche Meinung und welcher Weg für die FS und ihren Mann der richtige ist, kann ich nicht beurteilen.
    Nur sollten sie nicht aus den Augen verlieren, was sie aneinander schätzen und haben.