• 15.02.2017
    • tiefblick77

    Wo hört "Freundschaft plus" auf, wo fängt Partnerschaft an?

    Hallo miteinander,

    "Freundschaft plus" scheint ja aktuell schwer angesagt zu sein. Allerdings kenne ich inzwischen aus dem Bekanntenkreis auch Fälle von "Freundschaft plus", die sich aus meiner Sicht überhaupt nicht von einer traditionellen Partnerschaft unterscheiden lassen.

    Ich kenne z.B. eine Frau um die 30, die führt seit mehreren Jahren eine Beziehung mit einem Mann, die sie als "Freundschaft plus" bezeichnet, und sie legt großen Wert darauf, dass dieser Mann nicht ihr Freund oder Partner ist, sondern eben nur ein Freund. Die beiden treffen sich aber fast täglich, sind intim miteinander, gehen beieinander ein und aus, und haben sogar Schlüssel von ihren Wohnungen ausgetauscht. Sie hat ihn auch schon vor längerer Zeit im Freundes- und Familienkreis vorgestellt und die beiden haben des öfteren auch Auseinandersetzungen und Streitigkeiten wie man sie eigentlich nur aus Partnerschaften kennt.

    Da frage ich mich doch: Wo hört eigentlich "Freundschaft plus" auf, und wo fängt eine klassische Partnerschaft an? Wird eine Beziehung erst dadurch zur Partnerschaft, dass man sie auch als solche bezeichnet?

    Oder kann es vielleicht sein, dass viele Menschen heute unerreichbar hohe Anforderungen an eine Partnerschaft stellen und dabei vergessen haben, dass die meisten Partnerschaften auch früher eigentlich nie wesentlich mehr waren als langjährige intime Freundschaften?
     
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    • # 1
    • 15.02.2017
    • sonrix
    Die klassische Partnerschaft fängt mit Sicherheit da an, wo reifere Menschen den Begriff "Freundschaft plus" nicht kennen, weil sie keine Vorabendserien aus Hollywood sehen.

    Den Zustand, den "Freundschaft plus" beschreibt, halte ich persönlich nicht für erstrebenswert.

    Eine verbindliche sprachliche Konvention für den Zustand von Beziehungskonstrukten gibt es jedenfalls nicht.

    Und was da beschrieben wird deutet darauf hin, dass in der oben beschriebenen Paarbeziehung Wert auf formale Unverbindlichkeit gelegt wird.

    Was man auf die Packung drauf druckt, muss aber nicht dem Inhalt entsprechen. Es gibt schließlich auch viele kirchlich geschlossene Ehen, die eher losen Freundschaften ohne Sexualität gleichen.
     
    • # 2
    • 15.02.2017
    • Lionne69
    Es ist vielleicht für jeden anders, das was Du beschreibst, klingt von außen nach Partnerschaft, aber keiner weiß, wie es innen aussieht.

    Ich lebe gerade in einer solchen Art F plus, dem anders ist es einfach nicht zu bezeichnen. Viel mehr F als plus, auch wenn ich mir eigentlich viel mehr plus und viel mehr Partner wünschen würde, gewünscht hätte.
    Was macht den Unterschied? Mir fehlt Nähe, mir fehlen Alltagsplanungen, -verbindlichkeiten, wie die Überlegung, wann sehen wir uns, was machen wir am Wochenende, verabreden wir uns überhaupt.
    Das meiste geht nur spontan, und ist nicht berechenbar. Selbst vorherige Planungen haben sich schon am konkreten Tag durch Funkstille einfach erledigt.
    Nachdem aber schon öfters fiel, er könne nur spontan, er brauche diese Freiheit, möchte sich nicht eingeengt fühlen, frage ich nicht mehr dezidiert.
    Ich plane mein Leben, meinen Tag, treffe Verabredungen, und wenn er Zeit und Lust hast, und es dann bei mir passt, dann sehen wir uns.
    Diese Zeiten sind dann durchaus sehr schön - wobei auch da mir die Nähe fehlt - und das gesamte Plus.
    Nach außen sieht es wie Paar aus, mein Gefühl?
    Anfänglich wäre mehr denkbar gewesen, inzwischen ist es einfach zu einer Freundschaft plus mutiert, und irgendwann fällt auch das Plus.
    Dass mir Nähe fehlt, das Prickeln, dass ich mir unsicher bin, weiß er übrigens, kann es nur nicht nachvollziehen.

    (Ach, und vielleicht ist ein ganz kleiner Valentinsgruß oder zumindest eine kleine Geste, wenn man sich sowieso sieht, doch etwas schönes. Passt aber zum Bild, dass nichts kam. )

    Was ich damit feststelle, für diese Art Beziehung bin ich nicht gemacht, ich muss nicht miteinander wohnen für eine Partnerschaft, aber ich möchte Nähe und Bindung spüren. Dann hat es sich von einer Kennenlernphase zu einer Partnerschaft entwickelt, ohne Fragezeichen und einem neumodischen Titel, und der Unverbindlichkeit jederzeit zu gehen.
     
    • # 3
    • 15.02.2017
    • void
    Ich denke, eine klassische Partnerschaft wird gleich von Anfang an anders angegangen als F+. Also die Voraussetzungen müssen bei Mann/Frau stimmen, dass man sie als Partner sieht, also z.B. verliebt ist in den Menschen oder nicht von vornherein Partnerschaften ausschließt vom Kopf her, damit man sich nicht verpflichtet bzw. emotional bindet. Das könnte sicher trotzdem passieren, weil ja manche auch jammern, dass ihr F+ plötzlich keine Zeit mehr hat, weil er/sie sich verliebte in jemand anderes.

    Ich denke, bei F+ fehlen IMMER die Schmetterlinge im Bauch bei F+, sonst quält sich ja der verliebte Part nur rum mit der Unverbindlichkeit. Und wären die Schmetterlinge da, wär man an einer Partnerschaft interessiert.

    Kann sein, dass die Anforderungen so hoch sind und die Konsummentalität Auswüchse angenommen hat. Es gibt ja auch so viele Möglichkeiten durch das Internet, jemanden kennezulernen. Also das der ultimative Typ noch auftaucht, scheint möglich.
    Aber dass die meisten Partnerschaften früher langjährige intime Freundschaften waren, bezweifle ich stark. Auch die heutigen Partnerschaften finde ich meist überhaupt nicht freundschaftlich, weil nicht mal gemeinsame Hobbys und Interessen vorhanden sind bei vielen Paaren, die ich kenne. Da ging es nur um Ehepaar und Elternpaar sein, und nicht darum, den Menschen als Freund kennenzulernen, es ging darum, für die Rolle im eigenen Leben eine Besetzung zu finden. Z.B. wenn Frau unbedingt Kinder will, braucht sie einen zuverlässigen Mann, am besten finanzstark. Gemeinsame Interessen - Fehlanzeige. FAMILIE soll das gemeinsame Interesse sein, Beziehung soll das gemeinsame Interesse sein, und dann kommen die Enttäuschungen, weil der Mann zu viel Zeit für sich will oder die Frau keine Lust hat, für die Familie alles allein zu tun.

    Auch die Dynamiken in manchen Beziehungen, die Abhängigkeiten und die Unfreiheiten, die Kompromisse und der unterschwellige Groll, der dadurch manchmal entsteht, weil man sich anpassen "musste", passen überhaupt nicht zu Freundschaften, auch wenn dort ebenfalls Abhängigkeiten zu finden sind. Aber man wohnt ja nicht zusammen und kann mehr Abstand haben. Ich denke eher, die wenigsten Beziehungen beinhalten Freundschaft. Ich denke aber auch, dass F+ nicht unbedingt Freundschaft sein muss im Wortsinn, sondern nur das + und ein bisschen Weggehen, weil man dafür sonst niemanden hat.
     
    • # 4
    • 15.02.2017
    • prinzessin22589
    Eine beziehungsweise dann eine Beziehung, wenn man sich zueinander bekennt und Verantwortung für einander übernimmt, natürlich über die Dinge hinaus, die du schon beschrieben hast, was Inhalt der Freundschaft plus ist. Der Unterschied ist die Verbindlichkeit. In der Regel auch die zu Grunde liegenden Gefühle. Einer von beiden scheint nicht genug Gefühle für eine verbindliche Beziehung zu haben oder auch keine Beziehung führen zu wollen, da eben auch Exklusivität bei einer Beziehung in der Regel erwartet wird, die kann man ja von einer Freundschaft nicht erwarten. Freundschaft plus ist ja nichts anderes als eine Freundschaft mit der man auch zusätzlich Sex hat. Mit einer Freundschaft plus plant man aber keine Zukunft, Kinder, gemeinsames Haus, .....
     
    • # 5
    • 15.02.2017
    • noreia
    Das, was unter dem Pseudonym "Freundschaft plus" firmiert, ist meiner Meinung nach meistens nur eine Art Unterleibsinteressengemeinschaft mit etwas Beiwerk. Echte Freundschaft sehe ich da nicht.
    Ich glaube auch nicht daran, dass jemand mit einem wirklichen Freund Sex haben möchte. Für die meisten Leute ist Freundschaft doch per se platonisch.

    Die Abgrenzung von Freundschaft plus zu einer "richtigen" Beziehung sehe ich in der fehlenden Verbindlichkeit. Für eine richtige Beziehung reicht es, aus welchen Gründen auch immer, eben nicht.
    Beziehung light sozusagen. Als statt Freundschaft plus eher Beziehung minus.
     
    • # 6
    • 15.02.2017
    • Lebens_Lust
    Das darf doch jeder für sich unterscheiden und ich finde die Wortwahl auch nicht so wichtig.
    Für mich ist der Übergang zwischen F+ und Beziehung da, wo ich in einer Beziehung längerfristig plane und auch Parallelkontakte ausschließe (in einer F+ kann ich das, muss es aber nicht).
     
    • # 7
    • 15.02.2017
    • tiefblick77
    Wenn es danach ginge, dürfte man sich ja nie festlegen, denn den "ultimativen" Partner hat doch wohl fast niemand. Wir sind schließlich alle nur Menschen und haben auch unsere Schwächen.

    Mit Freundschaft meine ich in erster Linie, dass man gut miteinander reden kann, sich vertraut und sich bei Problemen gegenseitig unterstützt. Gemeinsame Hobbies sind dafür nicht zwingend erforderlich. Ich habe auch Freunde, mit denen ich streng genommen keine gemeinsamen Hobbies teile.
     
    • # 8
    • 15.02.2017
    • Pfauenauge
    Nun, man kann sich eben immer aus der Affäre ziehen, wenn einer mehr Verbindlichkeit will. Der Partner darf keine Ansprüche äußern. Wenn beide das so wollen, ok.
    Meist leidet aber einer, der sich mehr Nähe und Verbindlichkeit wünscht, während der andere sich in der Unverbindlichkeit wohl fühlt. Scheint so modern zu sein, weil man Bindungsängste ausleben kann, und trotzdem nicht allein ist. Auch bei Menschen beliebt, bei denen eine Ehe mit allem drumherum und dran bereits vor die Wand gefahren wurde, alles für die Ehe getan hatten und jetzt nur noch Beziehung Light wollen, den Sex natürlich gern mitnehmen.
     
    • # 9
    • 15.02.2017
    • tiefblick77
    Aber es gibt doch nicht wenige Menschen, die beteuern, dass ihr Partner bzw. ihre Partnerin zugleich auch ihr bester Freund bzw. ihre beste Freundin sei. Nach Deiner Definition wäre das ja per se ausgeschlossen.
     
    • # 10
    • 15.02.2017
    • Tini_HH
    Finde die Beziehung deiner Freundin auch seltsam? Vielleicht sind beide etwas beziehungsgestört und unter der Definition Freundschaft plus können sie besser miteinander zusammen sein.
    Das hört sich für beide weniger verpflichtend an und sie müssen keine Zukunft miteinander planen.
    Für mich klingt das traurig, denn bei Freundschaft plus ist die Beziehung beendet, sobald einer von beiden einen anderen menschen kennen und lieben lernt - das ist dann der Deal. Und es kann weitergehen, wenn beide wieder Single sind.
    Ich denke, deine Freundin macht sich da etwas vor.
    Sie wäre nicht erfreut, wenn ihr Freundschaft-plus-Freund ihr verkünden würde, dass er jetzt eine "richtige Freundin" hätte.
    Ich glaube übrigens nicht, dass man in einer Affäre oder Freundschaft plus nicht verliebt ist, wie @void sagt:
    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man auch in seine Affäre sehr verliebt sein kann, dass nur die Gesamtumstände nicht so passen, dass es eine feste Beziehung werden kann oder man nicht den Mut dafür hat.

    In deinen konkreten Fall mit deiner guten Freundin habe ich aber das Gefühl, dass sie sich etwas vormacht.
     
    • # 11
    • 15.02.2017
    • Tomyi
    Die Übergänge sind sicher fließend.

    Für mich bedeutet Partnerschaft, dass man sich vor Dritten zueinander bekennt als Paar. Das Paar "beschließt" also gemeinsam, dass es jetzt zusammen sein will und trägt diesen Beschluss nach außen.
    Das als Paar Zueinanderbekennen ist für mich der Unterschied zur Affäre, guter Freundschaft usw.
     
    • # 12
    • 15.02.2017
    • Goody
    Den Begriff kannte ich vor diesem Forum überhaupt nicht. Und heute weiß ich, dass ich einmal ein Jahr eine Freundschafts Plus Beziehung hatte. Sie war unverbindlich. Von beiden aus. Keiner wollte mehr und das war gut so. Wir trafen uns unregelmäßig, unternahmen was, hatten sehr guten Sex. Nach einem Jahr war´s vorüber, wir trennten uns einvernehmlich und gehen heute 1-2 mal im Jahr miteinander zum Essen. Beide sind wir mittlerweile in festen Beziehungen.
    Verbindlichkeit ist das was Freundschaft Plus von einer echten Partnerschaft/Beziehung unterscheidet. Diese hat Perspektive und man lässt sich aufeinander ein. Wer sich nicht festlegen möchte ist mit dem Modell Freundschaft Plus gut bedient. Für mich wäre es heute nichts mehr. Ich möchte wissen zu wem ich gehöre und wer zu mir.
     
    • # 13
    • 15.02.2017
    • pixi67
    Ich habe das auch im Internet schon oft gelesen und besagte Herren einfach mal gefragt.
    Viele wollen einfach eine nette Affäre und finden Freundschaft + nur netter ausgedrückt.

    Es hängt, wie hier schon oft erwähnt an dem Ausschluss der Verbindlichkeit.
    Sozusagen das Kleingedruckte, egal wie ich mich Dir gegenüber verhalte...ich habe Dir nichts versprochen.
    Duschen ohne nass zu werden!

    Somit geht es wohl nicht so wie ich und der FS es sieht...Eigentlich ist es doch eine Beziehung.
    Es geht um: ich kann gehen wann ich will, andere haben wenn ich möchte, ich muss nichts absprechen und sogar nach Jahren kann ich sagen: ich habe dir nie etwas versprochen, wir sind ja nicht zusammen.
     
    • # 14
    • 15.02.2017
    • Freyfrau
    Wir genießen die Freiheit, unsere Beziehungen zu einem großen Anteil selbst zu definieren. Deine Frage, tiefblick77, rührt aus einem "dealen" mit diesen Definitionen her. Es gibt eben eine große Grauzone zwischen einem klassischen Ehepaar und einer Sexaffäre. An der Definition ihrer Verbindung können per se nur die beiden selbst arbeiten, die daran beteiligt sind.

    Das müsstest du genauer beschreiben. Was ist denn der Unterschied zwischen "früher" und "heute"? Welche "unerreichbaren hohen Anforderungen" stellen denn Menschen heutzutage deiner Meinung nach an eine Partnerschaft? Ich kann die Argumentation, die du hier anklingen lässt, nicht nachvollziehen. Eine klassische Partnerschaft zwischen Mann und Frau in einer Ehe ist immer noch mehr als eine "intime Freundschaft", sie ist auch eine Wirtschafts- und Versorgungsgemeinschaft, sie dient dazu, gemeinsam Kinder zu zeugen und großzuziehen und sie ist die gesellschaftlich immer noch am höchsten akzeptierte Form des Zusammenseins mit den meisten Rechtseinräumungen. Das ist das Äußere. Das Innere ist wieder Definitionssache. Da wäre eine intime Freundschaft quasi der Idealfall von Ehe. Doch gerade das wird eben durch die Mühle des Alltäglichen eher ausgewaschen und nicht selten bleibt dann statt der Freundschaft eben eher die Wirtschafts- und Versorgungsgemeinschaft übrig.

    Darum suchen ja Menschen vermehrt danach, Beziehungen zu schaffen, die nicht diesen alltäglichen Aspekt haben. Sie versuchen damit, die romantische Seite an der Verbindung länger zu halten. Wenn man sich abends ausschließlich zu Sex und Essen trifft, hat man die Freiheit und die Wahl, ob und wieviel man vom Alltag erzählt, ob man über Nacht bleibt und ob man eine Zahnbürste im Bad des anderen deponiert.
     
    • # 15
    • 15.02.2017
    • Freyfrau
    Mhm. Kommt drauf an, was du mit "Verbindlichkeit" meinst.

    Unterscheidungskriterien sind meiner Meinung nach:
    - keine von beiden langfristig gepante "Zukunft", keine geplante Elternschaft und meist auch kein Zusammenwohnen
    - kein gemeinsamer Freundeskreis, kein gemeinsames Erscheinen auf privaten Einladungen

    Alles andere "changiert" - verbindlich kann es durchaus sein, weil ja auch die intime Freundschaft gepflegt und verabredet sein will.
     
    • # 16
    • 15.02.2017
    • moringa
    Eine ganze Reihe Freunde und Bekannte von mir sagen seit Jahren "ich suche nichts festes" und haben dann auch solche F+, die meiner Meinung nach eine Beziehung sind, mit dem Unterschied dass beide Partner sich etwas vormachen. Meistens steht mindestens einer auf den anderen.

    Würde das so gut funktionieren wie einige sich das vorstellen, wäre es ja super. Man schläft mit jemandem, ist vielleicht darüber hinaus noch befreundet, unternimmt ab und zu etwas, aber man kann nicht verletzt werden, weil man ja nicht liebt. Schade nur, dass mir Freundinnen dann vorjammern, der Typ würde sich nach dem Sex immer gleich davon machen anstatt zu kuscheln, oder sie beschweren sich, dass er nicht an ihren Geburtstag denkt.

    Viele wollen das nicht wahrhaben, weil eine richtige Beziehung in den Augen einiger ja sooo anstrengend ist. Da frage ich mich, ob eine F+ tatsächlich so viel einfacher ist!? Ich denke man baut immer eine gewisse Erwartungshaltung auf, wenn man mit einem Menschen regelmäßig Kontakt hat. Vor einigen Jahren hatte ich auch mal geplant so etwas zu starten, weil ich lange keinen Mann für eine Beziehung kennenlernte. Tatsächlich hatte ich an einen Mann für eine F+ fast die gleichen Ansprüche. Er muss ja trotzdem halbwegs gutaussehend sein und seinen Charakter müsste ich auch mögen. Trotzdem darf ich mich ja nicht verlieben, er muss also auch etwas abturnendes haben. Um ehrlich zu sein, habe ich diese Konstellation nie gefunden.
     
    • # 17
    • 15.02.2017
    • Evi09
    Genau diese 2 Worte sehe ich als Schlüsselworte an.
    Keine Weiterplanung, Entwicklung der Beziehung in Sicht -
    bei einer F+ fehlt die Verbindlichkeit. Es wird locker gehalten, man kann Sex mit anderen haben. Ich könnte diese Art von Beziehung nicht führen, wenn ich verliebt wäre, aber als Übergangslösung könnte dies ja passen. Nur wenn einer sich dann verliebt, zerbricht die Konstellation...
     
    • # 18
    • 15.02.2017
    • Sandy77
    Ich finde die Grenze zwischen einer Partnerschaft und Freundschaft plus ist da schwer zu ziehen. Ich persönlich halte nichts von dem "neuen Trend", denn entweder habe ich einen Partner, der total hinter mir steht oder eben nur gute Freunde, mit denen ich mir jedoch nie vorstellen könnte intim zu werden. Ich glaube auch, dass diese Art von Freundschaft so beliebt ist, da sich viele Personen vor Verbindlichkeit und Verantwortung fürchten (so meine Erfahrung im Bekanntenkreis) und deshalb ich es eine gute Lösungsmöglichkeit. Man bekommt quasi alles was man möchte, jedoch muss man sich zu nichts verpflichten, jeder lebt in den Tag hinein.
     
    • # 19
    • 15.02.2017
    • tiefblick77
    Ich habe den Eindruck, dass viele auf den "perfect match" warten. Und da man ja grundsätzlich nie sicher wissen kann, ob da draußen nicht noch jemand herumläuft, der theoretisch noch besser passen würde als diejenigen, die man bereits kennt, sind sie dann überhaupt nicht bereit, sich auf einen nicht 100℅ perfekten Partner festzulegen. Aber Menschen sind nun einmal nicht perfekt, und auch in Sachen Partnerschaft muss man ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft besitzen.

    Das heißt natürlich nicht, dass man faule Kompromisse eingehen sollte, durch die man sich komplett unglücklich macht, aber wenn es für eine jahrelange F+ reicht, dann sollte es sich eigentlich auch für eine Partnerschaft (wer es mag auch eine offene) reichen.
     
    • # 20
    • 15.02.2017
    • Leopardin
    Ich hatte noch nie eine sogenannte Freundschaft plus und weiß sicher, dass ich eine solche bis zu meinem Lebensende auch niemals haben werde.

    Was soll denn das überhaupt? Entweder bin ich mit einem Menschen fest zusammen und tue ALLES mit ihm einschließlich das Bett teilen oder es geht nur rein platonisch.

    Interessiert mich ein Mann auch sexuell bin ich bereit für eine stinknormale und tagtäglich praktizierte Beziehung mit ihm. Dann sage ich es auch genau so und muss nichts anderes erzählen. Jeder, der quer agiert lügt sich doch selbst etwas in die Tasche. Nach außen F+, unter vier Augen „normale“ Partnerschaft mit allen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen.

    Eben wie die Frau, die hier ganz speziell geschildert wird. Die macht sich doch auch selbst etwas vor. Traut sich wahrscheinlich nur nicht, auch nach außen zu dem zu stehen was sie so fabriziert. Dass der Kerl das überhaupt mitmacht!? Verstehe ich nicht. Wahrscheinlich denkt sie die Menschen um sie herum sind blöd und schnallen das nicht.

    Fest zusammen oder nicht zusammen. Würde die Menschheit insgesamt verbindlicher handeln gäbe es viel viel weniger emotionales Leid auf der Welt. Jeder wüsste woran er ist. Beim Partner und auch sonst. Selbst dieses Forum wäre überflüssig, denn keiner müsste in Sachen Beziehungsstatus nachfragen.
     
    • # 21
    • 15.02.2017
    • QFrederick
    Hallo FS,

    ich finde Deine Frage sehr interessant, aber wollte "eigentlich" keine Antwort geben, weil erstens die, auch hier, hinterlegten Definitionen vorbestimmt und brandmarkend sind und ich zweitens mit dem Begriff F+ nicht wirklich etwas anfangen will. Du merkst ja schon die Hilflosigkeit der Antworten die selbige zu finden.

    Ich führe momentan aus meiner Sicht keine Partnerschaft im klassischen Sinne.

    Wir sehen uns 2-3x die Woche, könn(t)en uns jederzeit aber häufiger spontan sehen, haben jeder ein eigenes Zuhause, unternehmen gemeinsam viel, unterstützen und helfen uns, kennen Familie, Verwandte und Freunde und wir sind uns, für uns selbstverständlich, exklusiv was geistige, emotionale und körperliche Nähe und Vertrautheit betrifft. Der große Unterschied für mich ist, dass ich mir (momentan) nicht mehr vorstellen kann mit jemanden mein Reich dauerhaft zu teilen. Es fühlt sich gut an nach Belieben schalten und walten zu können und ich liebe sowie brauche meinen Rückzugs- und Gestaltungsort. Hinzukommt, dass in unserem Alter (neue/gemeinsame) Kinder, wir haben beide selber je 2, keine Rolle mehr spielen.

    Was ich hier an schwarz-weißen Antworten auf Deine Frage lese mag ich nicht (mehr lesen). Es fühlt sich nicht gut an und ist so auch nicht meine Erfahrung. Ich lese da viel Ungemach und -mut.

    PS: Heute kommt mein bester Freund auf eine Stippvisite vorbei und gemeinsam mit meiner Freundin und Tochter kochen, quatschen und genießen wir zusammen bis die Herdplatten (ver)glühen. Über den Rest schweigt ein Gentleman und genießt. :)
     
    • # 22
    • 15.02.2017
    • Pia62
    Guten Morgen liebe FS,

    für mich hört Freundschaft + da auf, wo man sich mit der Option *feste Beziehung* verbindlich aufeinander einlässt. Für mich gibt es diese Option nicht, weil sie zu mir nicht passt.
    Freundschaft + beinhaltet Unverbindlichkeit und geöffnete Hintertürchen. Man lässt sich aufeinander ein, auch wenn die Gefühle nur sparsam sind, man ist nicht wirklich verliebt. Alles ist frei.....und das Miteinander gestaltet sich nach Bedarf und man genießt zusammen das Schöne. Das kann trotzdem sehr inniglich sein und sich für andere fest anfühlen. Die Unverbindlichkeit steht aber immer dazwischen.
    Es gibt dennoch viele Mißverständnisse und teilweise erheblicher Tempotaschentuchkonsum, weil man die jeweils eigene Wahl einer Beziehungsoption verschweigt und sie nicht mitteilt. Der eine möchte mehr, es entwickeln sich Gefühle etc.pp. und einer wird im Regen stehen. Bisher habe ich noch nie erleben dürfen, dass daraus etwas Verbindliches wurde.
    Für einige ist es besser, als gar nichts, für den anderen eine Zwischenstation, bis die Liebe auftaucht, für andere ein Trend, mit dem man sich schmückt, für einige ideal, weil man mehrere Freundschaften + pflegen kann und immer einer präsent ist.
     
    • # 23
    • 15.02.2017
    • pixi67
    @QFrederik...
    Ja ich finde gerade Dich den richtigen Ansprechpartner;-)
    Für mich liest Du Dich immer wie ein sehr verbindlicher Mensch. Du reflektierst viel,überlegst wo Du stehst und nennst die Dame auch Deine Freundin.
    Nicht zusammen leben, kein Nest mehr zu planen etc ist zb für mich emotional keine Absage an eine Partnerschaft. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie von Dir keine Unterstützung erfährt, wenn es ihr nicht gut geht. So wie ich Dich lese, wärst Du auch emotional da, wenn sie ein Ohr oder einen Schoss braucht.
    Wenn ihr Euch zb voneinander entfernt...Ist es dann nicht auch eine "Trennung "? Besprecht ihr nie ein " uns " oder plant gemeinsame Zeit.

    Für mich ist so etwas eine Partnerschaft, auch ohne klassische Familienstrukturen.
    In dem Moment wo man auf einander acht gibt und emotional verbindlich ist.

    Deshalb habe ich die selbe Frage im Kopf, wie der FS.
    Sex und sich auch sonst gut verstehen, heisst für mich Nähe haben.
    Sich mal mit sich oder anderen Dingen beschäftigen halte ich auch in der Partnerschaft für normal.
    Eine Freundschaft + wäre bei mir: nichts zusammen planen. Wobei ich das doch mit Freunden auch tue und auch dort bin ich pünktlich, sage frühzeitig ab, bin nicht so egoistisch sondern auch mal da wenn ich gebraucht werde.
    Somit habe ich mit meinen Freunden schon eine " Beziehung ".

    Für mich hiesse Freundschaft +...man trifft sich mal für Sex oder Kino.
    Geht aber emotional nicht aufeinander ein, hilft sich nicht, plant nicht und baut keine nähere Beziehung auf.

    Somit lieber @QFrederik hast Du nach meiner Definition eine Beziehung. Auch wenn diese anders ist oder nicht voller Geigen vom gemeinsamen Leben geträumt wird.
    Wie Paare es gestalten ist so bunt, wie die Menschen selbst, sie sollten sich nur da einig sein.

    Die plusser gehen vielleicht auch nach Jahren nicht mehr ans Telefon und brauchen nichts zu besprechen. Wer sich trennt hatte auch eine Beziehung, wer darüber traurig ist sowieso....egal welchen Namen man dem " Kind" gab.
     
    • # 24
    • 15.02.2017
    • neverever
    Ich glaube ich habe auch sowas! Also wenn ich hier so lese was für den ein oder anderen Freundschaft plus ist, dann trifft das auch bei mir zu. Ok wir leben zusammen. Aber alles andere trifft doch auch zu. Wir verbringen Zeit zusammen wenn wir möchten und Zeit finden. Wir haben Sex wann wir möchten. Wir helfen einander wie Freunde das eben auch machen( sollten). Wir verpflichten uns zu rein gar nichts. Wir müssen keine Verbindlichkeiten aushandeln, sondern machen alles so das es für beide passt. Wenn wir morgen neue Partner kennen lernen, ist es genau so schnell vorbei. Auszug, Reglung der Dinge, fertig. Ich glaube Menschen die eine Beziehung ohne Verpflichtungen und Erwartungen des " anderen" führen, einfach weg sind von der Klassischen 70er Jahre Beziehung. Solche Menschen haben eine Freundschaft mit der sie auch vö...... dürfen. Andere nennen das Beziehung, wieder andere nennen es Ehe. Der Deckmantel ist hier m.M.n. verdreht. Alles andere ist für mich Affaire. Besetzt oder frei spielt keine Rolle. In erster Ehe hatte ich tatsächlich eine Ehe/Beziehung. Es gab das Plus aber wenig bis keine Freundschaft. Heute habe ich Freundschaft und Sex vorab und obendrauf eine Partnerschaft und bald die Ehe. Es ist andersherum irgendwie.Ich verwirre wieder. Was ich sagen möchte. F+ wie es hier beschrieben wird ist ein Mythos den sich manche Menschen einbilden. Wer mir erzählt er fühle nicht, belügt sich selbst.
    m46
     
    • # 25
    • 15.02.2017
    • neverever
    Genau das konnte ich leider nicht so gut ausdrücken wie du. Wird man in meinem folgenden Post oder vorangegangenen, was zuerst wenn überhaupt geschaltet wird erkennen. F+ ist ein Mythos. Oder ich nenne es mal Deckmantel für Menschen, die sich nicht trauen es Partnerschaft zu nennen, weil sie Gefangenschaft befürchten. Ich fühle mich in meiner F+/Beziehung/Ehe nicht mehr gefangen. Bin freiwillig anwesend und darf meine Bedürfnisse äussern und finde dafür auch ein offenes Ohr.
    m46
     
    • # 26
    • 15.02.2017
    • void
    Naja, wer ist "man"? Klar kann sich einer festlegen, wenn er verliebt ist und wirklich auch eine Beziehung haben will. Die, die so rumsuchen und Angst haben, den Besseren zu verpassen, sind meiner Ansicht nach nur Beziehungsvermeider, sie machen es sich nur vor, dass sie gern eine Beziehung hätten. Ich meine damit nicht Leute, die daten und dann aussortieren und es ist vielleicht kein Passender bei, sondern die, die immer wieder ein Haar in der Suppe finden, das meist nicht mal was mit dem Menschen zu tun hat ("passt alles, aber er ist kein Akademiker").

    Okay, aber auch hier kann ich Dir auf Anhieb sagen, dass das bei den Paaren, die ich kenne, mit dem Reden NICHT gegeben ist. Es gibt welche, die sich immer noch streiten wie vor hundert Jahren um die selben Dinge (es geht um Rechthabereien und Selbstdarstellung), da würde ich sagen, dass die Liebe schon da ist, weil es, wie Du schreibst, bei Problemen gegenseitige Unterstützung gibt. Und es gibt die, wo einer verstummt ist. Da wird sich auch zurückgezogen, wenn der andere Probleme hat bzw. der kommt mit den Problemen gar nicht erst zum Partner.
     
    • # 27
    • 15.02.2017
    • void
    Eine Affäre ist für mich was ganz anderes als ein F***-Buddy. Letzterer kommt mal hin und wieder vorbei, wenn Not am Mann oder an der Frau ist, ansonsten unternimmt man mal was, vielleicht läuft das ganze von außen sogar so wie eine Partnerschaft. Alles geht entspannt ab. Ich denke, eine Affäre ist viel heißer als F+, wo nur gekratzt wird, weil es gerade mal wieder juckt. Bei ner Affäre ist für mich immer magische sexuelle Anziehung gegeben, bei F+ fehlt gerade die. So kenne ich das als Definition, wenn ich schon mal Frauen gehört habe, die von ihren F+ berichteten. Es ist einfach angenehm mit dem Mann, der Sex ist unaufgeregt, nicht heiß, tut einfach gut, weil man jemanden zum kuscheln oder zum Geschlechtsverkehr hat.

    Als ich das erste mal von F+ gelesen und gehört habe, dachte ich: Was soll das sein? Ich geh doch nicht mit einem Mann ins Bett, der mich als Mann nicht richtig anmacht?

    Aber genau das taten alle Frauen, von denen ich gelesen oder gehört habe, die eine F+-Geschichte hatten. Der Typ war ganz nett, man unternahm auch was, aber es kribbelte halt nicht, und das war die Begründung für die Frau, den Mann nicht als Partner zu sehen. Diese Frauen hatten sowieso einen großen Kreis Menschen, die sie als Freunde bezeichnet haben, also gab es durchaus bessere Freunde, aber die hatten Partnerinnen, mit denen sie Partnersachen unternahmen und Sex hatten.

    Ich weiß von keiner Frau, die mit ihrem besten Freund eine F+-Geschichte hat. Das mag es geben, aber hier würde ich mich wirklich fragen, warum man dann keine Partnerschaft draus macht, weil Schmetterlinge ja in jeder Beziehung zumindest weniger werden, wenn nicht ganz verfliegen. Also das, was so ein "Freundschaftspaar" hat, wäre schon in meinen Augen die Basis für eine lange gute Beziehung. Aber hier fehlt den Menschen vielleicht auch am Anfang der Kick des Verliebtseins, den sie brauchen, um in eine Beziehung zu starten.
     
    • # 28
    • 15.02.2017
    • Hallo?
    Auch in einer klassischen Beziehung, muss man diese Dinge nicht automatisch planen. Zumindest was die Punkte zwei und drei betrifft. Denn nicht jeder möchte Kinder und nicht jeder möchte zwangsläufig zusammen ziehen, siehe LAT Beziehungen.

    Aber im Kern würde ich deiner Aussage trotzdem zustimmen. Bei einer F+ geht es eher darum den Augenblick zu genießen, ohne große Pläne für die Zukunft zu schmieden. Etwas negatives kann ich darin nicht sehen, denn allzu oft gehen solche Pläne eh nicht in Erfüllung und Beziehungen gehen auseinander, trotz oder vielleicht auch, weil zu viel geplant wurde.

    Ich habe mit F+ durchweg sehr positive Erfahrungen gemacht. Denke aber auch, das es dabei sehr auf den jeweiligen Typ ankommt. Menschen die eine andere Person gleich völlig vereinnahmen möchten, jede freie Minute zusammen verbringen wollen und ähnliches, für die ist das sicherlich nichts.

    Wie diese F+ dann im Detail aussieht, wie viel Zeit man z.B. zusammen verbringt, wie verbindlich das ganze ist, das hängt von den Beteiligten Personen ab. Daher gibt es die ganze Bandbreite, von nur mal zum Sex treffen, bis zu gemeinsamen Wochenendtripps und man kennt auch die Familie und Freunde der anderen Person.
     
    • # 29
    • 15.02.2017
    • Nordbrise
    Ich glaube, da gibt es nahezu unendlich viele Nuancen zwischen Partnerschaft und Freundschaft Plus.
    Was der eine als Partnerschaft sieht, empfindet der andere als Freundschaft plus.
    Selbst in Freundschaften gibt es schließlich "Verbindlichkeit" und Exclusivität.
    Bei wieviel "Wir" und gemeinsamer Planung beginnt Partnerschaft? Wann ist eine Freundschaft plus doch mehr?
    In unserer Zeit gibt es m.E. keine klar definierten Checklisten, die einen Beleg für die eine oder andere Beziehungsform liefern.
    Vielleicht hilft der Begriff "Mingle" weiter.