1. Wieso die Altlasten-Allergie?

    Manche hier scheinen nahezu allergisch auf sogenannte Altlasten zu reagieren. Kind aus früherer Beziehung? Schicksalschlag erlebt? Krankheit? Berufliche Neuorientierung? Weiche von mir!

    Ich konnte diese Altlasten-Allergie ehrlich gesagt noch nie so wirklich nachvollziehen. Starke Persönlichkeiten werden im Feuer geschmiedet. Reife kommt durch Erfahrung und Erfahrungen haben es nun mal an sich nicht immer positiv zu sein.

    Also wieso die Altlasten-Allergie? Wäre es nicht sogar sicherer sich jemanden zu suchen, der Altlasten hat und damit umgehen kann, als jemand der keine Altlasten hat und man entsprechend nicht wissen kann wie diese Person reagiert, wenn das Schicksal doch mal zuschlägt?
     
  2. Je älter man wird, desto mehr "Altlasten".
    Das bringt das Leben mit sich.

    Aber was sind Altlasten?
    Exen, Kinder? Wer so urteilt, sagt etwas über sich. Menschen sind keine Altlasten, Kinder erst recht nicht.

    Gemeisterte Probleme? Durchlebte und bewältigte schwierige Lebensphasen, Krisen? Sicher auch nicht.
    Hatte jeder mehr oder weniger. Das formt die Persönlichkeit. Das macht diesen individuellen Menschen aus.

    Altlasten sind für mich unverarbeitete schwierige Erlebnisse, Erfahrungen.
    Negative Prägungen, anerzogene Verhaltens- / Gedankenmuster. Manch unbewusstes.
    Auflösbar, wenn man sich dem stellen möchte.
    Es können Verpflichtungen sein, die noch bis heute wirken, und als negativ empfunden werden. Schulden, andere Verbindlichkeiten.
    Altlasten, mit der Betonung auf Last.

    Das, was hier oft angeführt wird, ist das Argument von Beziehungsvermeidern, ein weiterer Punkt auf der unendlichen NoGo Liste.

    M, 54
     
  3. Es kommt darauf an, was man als Altlast degradiert!?
    Wenn jemand KINDER als ALTLAST bezeichnet, fliegt er raus.
    Das macht dann keinen Sinn.
    Allerdings haben manche eben schlechte Erfahrungen gemacht mit Beziehungsanbahnungen, in denen der potentiell neue Partner gar nicht offen für eine neue Beziehung war, weil noch im Trennungskrieg mit der Ex/dem Ex, noch nicht darüber hinweg oder sonstige psychische Belastungen.
    Manchmal ist nicht die Zeit für eine Beziehung, wenn man zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist - und dann muss man eben mal 1,2,3 Jahre alleine leben, weil man nicht den Kopf und die Zeit für etwas Neues hat.
    Wenn jemand in seinem Profil schreibt: KEINE Altlasten, dann ist das für mich negativ behaftet, denn ich bin über 40 und frage mich dann, was dieser Mensch denn bisher in seinem Leben auf die Reihe bekommen haben will, wenn er weder Frau noch Kinder hat und lebt, als wäre er 25.
     
  4. Hallo Metin,

    ich unterscheide - Tatsachen und Altlasten.
    Tatsachen sind eben so - hier muss ich entscheiden, ob mir die Tatsache gefällt oder nicht. Hier ist mir persönlich der Umgang mit diesem Faktum wichtig.
    Tatsachen werden für mich dann zu Altlasten, wenn sie die Person so beschäftigen, dass das Gejammer über diese Tatsache das ganze restliche Leben versaut.
    Daher für mich das Fazit - Tatsachen kann ich akzeptieren oder nicht. Altlasten dagegen will ich nicht akzeptieren.
     
  5. Es geht nicht um Altlasten, sondern um den Umgang damit. Es gibt nun mal nicht soviele Menschen, die eine konsequente sachliche Trennung hinter sich haben oder adäquaten reifen Umgang mit den eigenen Kindern. Oder die Probleme als Herausforderung und nicht als Belastung und Schicksalhadern betrachten. Die Ziele haben und bereit sind, Verantwortung für eigenes Leben und Verhalten zu übernehmen. Viele stehen nicht mal zu eigenen Bedürfnissen und Gefühlen, sondern brauchen "Anleitung " von außen. Die Lebensenergie wird nicht größer, sondern mit den Jahren kleiner und die Kraft reicht, gerade mal eigenes Leben zu meistern und nicht noch jemanden mitschleppen zu müssen. Und seien wir ehrlich, die momentane Gesellschaft ist schon recht egoistisch und ich-bezogen geworden, da will man Spaß und nicht noch fremde Probleme aufhalten.
     
  6. Ich sehe das eigentlich genauso wie du. Ich finde es auch eher suspekt wenn einer mit über 40 nichts erlebt.

    Ich hätte keinen neuen Partner mit kleinen Kindern gewollt, aber nicht weil ich dies als Altlasten empfinde, sondern weil ich das daraus für mich resultierende Leben mit ihm nicht führen möchte.

    Hingegen ein Schuldenberg, der nicht nicht absehbar zurückzuzahlen ist, wäre eine abschreckende Altlast für mich, weil auch das mein aktuelles Leben mit ihm beeinträchtigen würde.
     
  7. Lieber FS, was meinst du, warum laut deiner Aussage, Menschen auf Altlasten allergisch reagieren?

    Bestimmt haben diese Menschen, wie ich auch, schlechte Erfahrungen in meinem Fall mit Männern gemacht, die ihre negativen! Altlasten nicht bearbeitet haben und mit einer Selbstverständlichkeit erwartet haben, dass ich diese mittrage und erdulde.

    Hierbei ging es um finanzielle Probleme, Schulden, priv. Insolvenz, psychische Probleme und mit Anfang 40 schon gesundheitliche Probleme durch ungesunde Lebensweise und Ernährung. Da waren die viele Labbereien über die böse Ex noch harmlos.

    Ich habe in meiner ganzen langen Datingzeit keinen einzigen Mann kennengelernt, der seine negativen Altlasten gesehen und alle abgearbeitet hat, oder soweit bearbeitet hat, dass sie keine negativen Auswirkungen auf eine neue Beziehung haben. Im Gegenteil, die Next bzw. sollte dazu, wenn auch bestimmt nicht immer mit Absicht, dazu benutzt werden, dem Mann zu helfen diese negativen Altlasten abzuarbeiten. Aber nicht mit mir.

    Heute, inzwischen Ü55, ohne Schulden, oder sonstige Probleme, die eine Beziehung ernsthaft gefährden könnte, lerne ich weiterhin Männer kennen. Die klasse Männer in meinem Alter, wo gutes Potential zu sehen und zu erleben ist, sind alle fest vergeben, ziemlich lange, oft auch an wesentlich jüngere Frauen. Der Rest..... erklärt sich von alleine. Das ist für mich die Realität.

    Ich danke diesen Männern, dass ich inzwischen lernen durfte, dass das Single-Sein mir eine Lebensqualität gebracht hat, die so gut ist, was ich hätte früher niemals glauben wollen, dass ich dieses gute Leben schwer aufgeben werde, nur für ein bisschen Liebe. Die Bilanz stimmt derzeit für mich, früher hat sie nicht gestimmt. Viel zu viel investiert und zu wenig dabei raus gekommen.

    W Ü55
     
  8. Nehmen wir mal als Beispiel einen geschiedenen Mann, 40+, mit kleinen Kindern.

    Eine AE mit ebenfalls noch kleineren Kindern käme da vermutlich eher als neue Partnerin in Frage als eine kinderlose U30, die entweder gar keine Kinder will oder eigene. Das ist einfach nicht mehr seine Zielgruppe, da kann er über mangelnde Akzeptanz lamentieren, soviel er will.

    Mir stellt sich die Frage, ob es dir nur darum geht, dass deine "Altlasten" akzeptiert werden?

    Wie sieht es umgekehrt aus?
    Eine Frau mit Kind, gesundheitlich angeschlagen, daher in Umschulung und finanziell unter Druck, wäre also kein Problem für dich? Glaub ich dir nicht.
     
  9. Ich mag den Begriff „Altlasten“ nicht. Ab einem bestimmten Alter hat doch jede(r) Erfahrungen gemacht und hoffentlich verwertet bzw. verarbeitet. Was ich nicht mag und beim Dating auch außer acht lasse, sind Männer, die seit mehreren Jahren getrennt leben, aber keine Scheidung auf die Reihe bekommen. Vielleicht wäre da tatsächlich der Begriff „Altlast“ angemessen: eine alte Last, die sie noch mit sich herumschleppen und die einen Aufbruch in eine Zukunft erschweren.

    VG
    w55
     
  10. Ich könnte mit damit leben, wenn jemand arbeitslos ist oder einen Hauptschulabschluss hat, solange er ein optimistischer Mensch ist und mich nicht abwertet, weil ich studiert habe.

    Schulden sind für mich auch ok, solange ich nicht wieder jemanden durchfüttern muss. Ich neige zu Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft, das könnte dann für mich zum Problem werden. Aber es liegt dann an mir, mich besser abzugrenzen.

    Ansonsten hätte ich kein Problem damit, wenn jemand wenig Geld hat.
    Einen bescheidenen Lebensstil finde ich sympathisch, solange der Mann nicht geizig ist. Aber selbst geizige Männer waren schon in meinem Leben.

    Ach, ich akzeptiere eigentlich relativ viel. Nur:
    Minderjährige Kinder würde ich bei einem Partner nicht mehr wollen.
    Ich hatte eine enge Beziehung zu dem Kind meines damaligen Partners aufgebaut (seine kleine Tochter lebte die Hälfte der Woche bei uns) und nach der Trennung war dann alles vorbei. Ich habe das Kind nie wieder gesehen. Das möchte ich mir nicht noch einmal antun. Außerdem habe ich selbst keine Kinder, warum soll ich dann so leben, als hätte ich welche.

    Ich finde ohnehin, dass es besser passt, wenn beide Partner schon Kinder haben und nicht nur einer.
     
  11. Der Begriff »Altlasten« steht für mich ausschließlich für »unbewältigte« (d.h. nicht verarbeitete) Vergangenheit. Hier wäre ich vorsichtig, denn das bedeutet, dass der mit Altlasten Behaftete entweder noch mitten drin steckt in seinen Problemen oder aber dass er sich scheut, diese anzugehen.

    Was oft mit Altlasten verwechselt wird: das gelebte Leben. Und das gehört - ab einem gewissen Alter, also nach der Teenie-Zeit - für mich unbedingt dazu. Was will ich mit einem Partner, der noch feucht hinter den Ohren ist? Das bringt ihn und mich nicht weiter, ich strebe ja in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit.

    »Allergie« würde ich das also nicht nennen. Lieber: »Vorsicht«.
     
  12. Lieber Fs,
    ist doch ganz klar, woher die "Altlastenallergie" kommt: die Wenigsten wurden durch das Feuer zu starken Persönlichkeiten geschmiedet sondern noch größere Jammerlappen, als sie vorher waren - also das Gegenteil dessen, was Du annimmst.

    Der Jammerlappen will die negativen Aspekte vorheriger Beziehungen beim neuen Partner abladen ohne dass dieser etwas Positives dafür als Gegenwert bekommt wenn er beim Schultern der Altlasten hilft. Es wird gefordert, dass der neue Partner die Last mittraegt ohne dass er dafür was zu erwarten hat. Diese Forderung wird auch nicht reflektiert. Das ist es, warum mit "Altlastenallergie"/Vermeidungsstrategie reagiert wird - keinerlei positive Erfahrungen.
    Die Frage ist ja auch, worin die Altlast besteht und inwieweit sie auf eine Partnerschaft wirkt.

    Nicht jede Lebenserfahrung und nicht jedes Scheitern im Leben führt zu einer Altlast. Es gibt tatsächlich Menschen, die daraus was lernen und sich ändern - nach meiner Meinung ist das eine Minderheit.

    Man kann aber Lebenserfahrungen sammeln und reifen ohne zu scheitern. Und wer gestolpert ist, kann wieder aufstehen und sich mehr reinhaengen, um den Stolperer wieder reinzuholen. Hier liegen oft die Probleme, dass die Bereitschaft zur Anstrengung fehlt, den eigenen Fehler auszumerzen, die Eigenverantwortung zu übernehmen sondern dass der Stolperer die Mühen lieber jemand anderem aufhalsen möchte.

    Ich habe selber aus einer gescheiterten Langzeitehe Altlasten. Mein Mann hatte auch gescheiterte langjährige Vorbeziehungen, also auch Altlasten, weil sowas nie ohne Leid abgeht.
    Unsere Altlasten passen zueinander: Lebenserfahrungen gesammelt was zu uns passt, was nicht, die Vorstellungen geschärft, wie wir zukünftig leben wollen und den dazu passenden Partner gesucht.

    Fazit: Folgen aus dem Beziehungsvorleben hat jeder der über 25 ist - ihr Ausmass muss zueinander passen und was man bereit ist zu akzeptieren hängt davon ab, wie man leben möchte.
     
  13. Ich stimme dir zu, allerdings ist das nur möglich, wenn ständig und beständig Selbstreflektion geübt wird, und derjenige bereit ist zu lernen und neue Erkenntnisse aus seinen Erfahrungen zieht, um nicht mehr die gleichen Fehler ein Leben lang zu wiederholen, was doch die meisten Leute eben nicht tun.
    FRauen wie Männer sollten sich in Liebe, Freude und Freiheit begegnen, sich gegenseitig wertschätzen, ehren und achten, ohne dabei den anderen oder sich selbst in ihrer Ent-Faltung auch nur im Mindesten einzuschränken. Liebe geht immer mit Freiheit einher. Das, was wir in Beziehungen erfahren, halte ich für extrem wertvoll. Auch die schmerzhaftesten Erfahrungen und Enttäuschungen sind dazu geeignet, uns aufzuwecken aus einem Leben voller Unbewusstheit, Angepasstheit, Unfreiheit. Im Äußeren sind heute die allermeisten Menschen frei. Sie können mehr oder weniger tun und lassen was sie wollen, solange sie das Strafgesetzbuch nicht mißachten.
    Aber innerlich scheinen die wenigsten die Freiheit zu besitzen, genau das tun zu können, was sie glücklich macht. Wirklich glückliche Menschen sind in unserer Welt sehr sehr rar, dies jedoch ist die die Grundlage für eine harmonische und glückliche Beziehung!
     
    • # 13
    • 08.06.2019
    • void
    Hier wurden schon viele Dinge gesagt, die ich ganz genauso sehe.
    Altlasten und gelebtes Leben sind unterschiedliche Themenbereiche. Altlasten sind unverarbeitete Dinge aus der Vergangenheit, durch die ein anderer Mensch belastet wird.
    Altlasten sind daher für mich auch familiengemachte Probleme, die der Mensch mitbringt und sich erst davon lösen muss. Insofern haben auch Beziehungen junger Menschen solche Probleme, allerdings wissen sie das ja noch nicht, arbeiten sich aneinander ab und schaffen so eine gegenseitige Reifung. Sonst gäbe es diese Chance ja gar nicht.
    Wenn man was an Erkenntnissen über sich im Leben schon durch Krisen gewonnen hat, muss man hier nicht mehr "bearbeiten". Also wäre ein Partner, der hier noch unbewusst agiert und es den anderen ausbaden lassen will, eine Belastung. Damit muss sich der mit der Erkenntnis nicht mehr rumschlagen.

    Würde ich niemals als "Altlast" bezeichnen.
    Ist keine Altlast, wenn er bewältigt wurde. Aber wenn es z.B. einen Trauerfall gab und der Mensch immer noch trauern muss, findet er vielleicht jemanden, dem es ähnlich geht. Also wenn sich zwei finden, die die selbe "Altlast" tragen, können sie sich vielleicht viel geben.
    Wieso sollte das ne Altlast sein? Die ist ja noch da, also muss der Partner sehen, ob er mit der Einschränkung, die sie bedeutet, klarkommt.
    Versteh ich auch nicht, warum das ne Altlast sein soll.
    Hm. Ist das so? Ich denke, es ist keine Bedingung, dass man viele Krisen gehabt haben muss. Kommt nun drauf an, wie man es definiert. Und das hier:
    kann ja auch passieren.
    Ich finde zwar eine gewisse Zeit des Jammerns und Erholenmüssens richtig, aber nicht aus der Mühle wieder rauskommen zu können, belastet andere. Da braucht man schon jemanden, der über dasselbe nur jammern will.

    Ich denke aber, Du meinst was anderes mit dem Thread. Du meinst, warum man nur "glatte" Menschen will, glaube ich. Das ist zum einen eine kindliche Einstellung. Das Wohlstands- und Konsumkind will keine Probleme und keine Einschränkungen, es will Spaß. Und es ist die Gesellschaft, die viel abverlangt vom Individuum, so dass weder Ruhe noch Zeit bleibt, eine Beziehung mit Problemen haben zu können. Man will sich beim Partner entspannen, nachdem sonst alles mit Stress verbunden ist.
    (Ich bin gespannt, wie sich das noch mit der Umweltbewegung entwickelt, wenn die Einschränkungen auch für die kommen, die denken, dass sie keine haben dürften, weil sie genug Geld verdienen. Das ging ja schon los mit dem Freiheitsgerede, als die Geschwindigkeitsbegrenzung aufkam.)
     
  14. Was ist falsch daran, wenn eine Beziehung dauerhaft mehr Freude bereiten soll als Belastung zu sein?
    Warum soll man in einer Beziehung bleiben, die überwiegend problembeladen ist, einschränkt und belastet? Es geht ja nicht darum, gemeinsam in der laufenden Beziehung geschaffene Probleme gemeinsam zu lösen sondern in die Lasten von jemand eintreten zu sollen - fordernde Haltung.

    Genau, jeder hat selber viel zu schultern und überlegt sich genau, was er sich zusätzlich aufbuerdern kann und ob er da wohl jemanden als neuen Partner bekommt, der für ihn eintritt wenn es bei ihm mal nicht rund läuft. Resp. Wenn man selber schon ein paar Jahre älter ist, hat man weder Energie für unbegrenzte Belastbarkeit noch den Nerv. Insbesondere hat man selber genug erlebt, um beurteilen zu können wie man selber mit einer entsprechenden Lebenssituation umgegangen ist.
    Ich habe während meiner ersten Ehe eine berufliche Umorientierung gemacht - Informatik als Zweitstudium neben einem Vollzeitjob, weil ja eine Immobilie finanziert werden musste. Mir ist nicht nachvollziehbar, was daran eine Altlast für meine neue Ehe sein soll, ist eher das Gegenteil - solide Finanzen.

    Ich denke eher, dass die Art des Umgangs des Altlastentraegers hier berechtigte Zweifel weckt und für die "Allergie" sorgt.

    Die Annahme ist unlogisch. Würden Altlastentraeger ein Verhalten zeigen, aus dem man ableiten könnte, dass sie bewährte Krisenmanager sind, hätten sie keine Probleme einen neuen Partner zu finden. Dieses Problem existiert, weil ihr Krisenmanagement unzureichend ist und den nächsten Schicksalsschlag überwiegend der neue Partner tragen muss.
     
  15. Hi,

    ich finde den Begriff "Altlasten" furchtbar. Welches Kind aus vorheriger Beziehung will schon "Altlast" sein?

    Ich persönlich habe mich in letzter Zeit beim daten auf geschiedene Väter fokussiert.
    Aktuell treffe ich einen, den ich mag.
    Dabei entdecke ich nur Vorteile:
    - das Thema Kinder ist entweder durch oder entspannt, so dass nicht wie bei Exfreunden als Mutti rekrutiert werde, sondern als Frau und Mensch
    - die Männer wirken auf mich weicher, gelassener und reifer als die mitdreissiger ohne Kinder mit Torschlusspanik
    - an der Art wie sie als Väter Verantwortung übernehmen, lässt sich viel über den Charakter ablesen
    - ich habe weiterhin freie Wochenenden u Feiertage für mich, was mir wichtig ist, da ja Kinderzeit eingebaut werden muss

    ..ich sehe..zumindest für jmd wie mich..nur Vorteile...

    Ich habe letztes Jahr einige Männer ohne "Altlasten" (Kinder, überstandene Krisen oder Krankheiten, etc) getroffen und fand sie zT sehr fordernd, platt und "vom Leben unbeleckt" und unreif..wie grosse Jungs halt...
    Das jetzt gefällt mir besser :)
     
    • # 16
    • 09.06.2019
    • void
    Gar nichts, das meinte ich auch nicht. Ich meinte das Konsumverhalten, das man auch einer Partnerschaft aufhalst - der Partner darf keine Probleme "machen", also soll alles fressen, was ihm vorgesetzt wird, damit man sich nicht aus seiner Komfortzone bewegen muss, aber selbst bietet man durch sein egozentrisches Verhalten gerade KEINE Komfortzone. Ich meinte nicht, dass man sich mit einer Beziehung mehr Probleme schaffen sollte und sich aufopfern sollte.
    Ja, deswegen finde ich es auch legitim, wenn jemand z.B. Partner mit kleinen Kindern ausschließt, weil man diese Lebensweise nicht (mehr) möchte. Das diskriminiert die Leute ja auch nicht, es passt einfach nur nicht vom Lebensentwurf her.
    Seh ich auch so. Ich denke, wenn einem schon auffällt, dass ein anderer keine Lebenserkenntnisse gesammelt hat und einen gar nicht versteht in dem Punkt, dass man schon mit Krisen kämpfen musste, dann passt der schon so als Partner nicht. Das sind die Menschen, die die üblichen Antworten geben auf Krisenberichte, so als hätten sie die Antwort darauf, die furchtbar einfach ist und in der Art "wenn man sich geschnitten hat, macht man einfach ein Pflaster drauf". Da kann man nicht viel zu sagen, weil sie es nicht verstehen würden. Sie wissen nicht mal, dass es Dinge gibt, die sie nicht verstehen. Ich meine damit, dass sie nicht mal kennen, dass es Situationen gibt, in denen einfaches Handeln nach Gusto gar nicht geht, weil noch viel mehr dran hängt (z.B. Schuldgefühle, die erstmal erkannt werden müssen, ...)

    Und ich glaube kaum, dass man sich bewusst einen Partner wählt, der durch zig Krisensituationen ging, in der Annahme, davon mal selbst profitieren zu können. Da würde mir dann eher das passende Forum einfallen, in dem man von Leuten lesen kann, die genau solche Krisensituationen kennen, als dass ich dächte, ein Partner könnte mir in meinen kommenden Krisen helfen.

    Ich denke, dass die sich schon zusammenfinden, die sich gemeinsam was geben können, und wenn es ist, dass man ne schlechte Erfahrung macht und daraus lernt. Und dass die, die erwarten, vom Partner bespaßt zu werden, am Ende entweder doch allein sind oder aber lernen, dass auch der andere Spaß haben muss und dazu beide Kompromisse machen können müssen, statt den glattgezogenen superpassenden Partner zu finden, der nie ein Problem hat.
     
  16. Das sind keine Altlasten.

    Altlasten liegen als Last auf einem selbst und belasten damit auch eine Beziehung.

    Ausser Kontrolle geratene Schulden, aktuelle Suchtabhängigkeit oder unbehandelte psychische Störungen sind solche Lasten. Mein chronisches Misstrauen ist eine Altlast.

    Z.B. alte Narben weil man sich in der Jugend geritzt hat würde ich nicht zu solchen Lasten zählen allerdings ist dann schon einiges an Kommunikationsgeschick notwendig um Bedenken auszuräumen.

    Das was jetzt kommt dürfte meiner Beliebtheit nicht zuträglich sein.

    Nicht allzuviele Menschen dürften es als Vorteil ansehen, wenn ein Beziehungspartner wenig Zeit an Wochenenden oder Feiertagen für die Beziehung hat. Wann hat er dann überhaupt Zeit? Und wieviel Zeit ist das? Wie nutzt er die andere Zeit tatsächlich? Wirklich mit seinen Kindern oder ggf. mit etwas ganz anderem.

    Je weniger man sich in einer Beziehung trifft umso wahrscheinlicher ist es, dass das realste an dieser Beziehung Sex und alles andere nur Projektion ist, denn gemeinsamer Alltag existiert eigentlich überhaupt nicht.

    Geht man tatsächlich mit Menschen die bereits Kinder haben eine Beziehung ein ist für mich ganz klar, dass diese Kinder im Laufe der Zeit zu einem integralen Beziehungsbestandteil werden. Daher am Vater-Kind-WE nimmt irgendwann auch die inzwischen etablierte neue Freundin ab und zu teil. Unterbleibt dies dauerhaft ist das Ganze in sich nicht stimmig. Mindestens gibt es eine ungute Konkurrenzsituation.
     
  17. Die wenigsten Leuten gehen adäquat mit ihren Krisen um und gehen gestählt und weise aus ihnen hervor. Die meisten sind ein Wrack, das mit seinen psychischen Problemen, das nächste ahnungslose Opfer demontiert. Beispiel: Die erste Frau meines Vaters hat ihm stets ihren Willen aufgedrängt, nichts ging nach ihm. In seiner zweiten Ehe mit meiner Mutter hat mein Vater dann aufgrund dieser schlechten Erfahrungen und Altlasten den Spieß umgedreht: Alles muss nach Seinem Willen gehen, Kompromisse gibt es nicht. Der Gestörte lebt seine Gestörtheit also auf dem Rücken des neuen Partners aus. Kinder sehe ich nicht als Altlast. Aber gestörte Verhaltensmuster definitiv.

    W31
     
  18. Hi Ejscheff,

    alles gut :) Ich mag Dich und Deine Posts. Kritisches Hinterfragen find ich immer gut, sogar wenns mich betrifft...

    Ich probier da gerade rum.
    Und nur ums sexuelle gehts ihm nicht. Er hat auch ziemlich klare Vorstellung von Treue, nachdem die Ehefrau ihn betrogen hat...

    Ich glaube, ich teste gerade diese "Sorte" Mann, weil ich ja sonst immer extrem fordernde Männer hatte, wo ich immer ein schlechtes Gewissen gemacht bekam, wenn ich Zeit für mich brauchte. Die mich gleich als Mutter rekrutieren wollen.
    Da ich ziemlich sensibel bin und zum Ueberleben dringend immer wieder einen Alleine Tag brauche, um die Arbeit u den ganzen Stress draussen zu verdauen, konnte das...aber auch aus anderen Gründen... nicht klappen. Diesen Druck und auch das anschließend knallhart fallengelassen oder ausgetauscht werden, wenn ich dieses Bedürfnis anmelde, dass ich nicht 24;7 parat stehen kann, will ich nicht mehr erleben.
    Es ist unglaublich schmerzhaft, erst aufs Podest oder in den Himmel gehoben zu werden und dann bei nicht-gleich-springen und permanent die Bedürftigkeit des anderen füttern, gleich entthront, ignoriert oder dafür "bestraft" zu werden.

    Ich schau s mir halt an.
    Alle Wochenenden und Feiertage sind natürlich nicht blockiert..es gibt ja noch die Mutter dazu.
    Ich hab prinzipiell einen sehr guten Draht zu Kindern. Die Rolle "der Tante" klappt sonst auch bei Freundinnen gut.

    Aber torschlusspanische Männer, die sich voller Ansprüche und Erwartungen auf mich stürzen, und dann ebenso schnell abkühlen, wenn ich noch andere Lebensinhalte anmelde, machen mir Angst.

    Solches Verhalten geht mit Vaterpflichten nicht.
    Ich suche wohl den Gegenentwurf, weil was NICHT klappt, weiss ich ja.

    Vielleicht gehts gut.
    Vielleicht nicht.
    Unverbindlichkeit oder Affäre will ich ja auch nicht. Aber das hab ich auch kommuniziert.

    Ich werde berichten :)
     
  19. Ich bin eher dafür sachlich mit Worten umzugehen.
    Für mich ist Altlast ein nur Begriff, eine verkürzte Form, mit der man versucht einen komplexeren Sachverhalt auf ein Wort zu bringen. Insofern bin ich emotionsbefreit und sehe den Begriff ansich neutral, im Sinne von:
    Belastung aus einer alten Beziehung, die in die Gegenwart und möglicherweise noch lange in die Zukunft wirkt.

    Eine Last wiederum ist nicht neutral sondern etwas was Bemühungen erfordert.
    - Der eine ist fähig und trainiert und hat wenn er sozial geschickt ist (sich konstruktiv aus der Vorbeziehung lösen konnte) immer noch jemanden in einer neuen Form an seiner Seite, der ihm weiterhin hilft, diese Last aus dem gemeinsamen Leben zu schultern (verlässliche Unterhaltszahlungen, verlässtlicher Kinderkontakt, kei Einmischen in neue Beziehungen). Dann ist die Belastung einer neuen Partnerschaft durch die alte Last gering oder nicht vorhanden
    - Der andere ist unfähig/unwillig und untrainiert, hat eine Trümmerscheidung mit permanet nachwirkenden Störfaktoren hingelegt. Dann ist die Belastung der neuen Partnerschaft durch die Tatbestände der vorherigen Beziehung hoch.

    Genauso ist es mit Allergie - bezeichnet nur eine (Über-)Reaktion des Immunsystems auf einen Reiz - hier des sozialen Immunsystems.
    Der eine springt auf diesen Reiz mehr oder weniger stark an, der andere auf einen anderen, der Dritte auf garnichts - abhängig vom Leben was man führt/führen möchte.
    - Wenn beide dauerhaft eine Fernbeziehung führen wollen, mit überwiegend digitalem Kontakt (WA-Beziehungen), dann können vielmehr "Altlasten" akzeptieren weil sie auf Distanz nicht wirken, als wenn man in einem gemeinsamen Haushalt leben will.
    - Wer ein hohes, sicheres Einkommen hat statt Schulden aus Vorbeziehungen, muss von einem neuen Partner kein starkes finanzieles Engagement fordern
    - ....

    Es geht doch nur um Passung im Hinblick auf eine neue Partnerschaft. Wenn es bei dem FS nicht klappt mit einer neuen Partnerin, dann muss er nicht den vermeintlichen Alttlast-Allergikern vorwerfen, dass sie an seinem Elend schuld sind sondern bei sich gucken, was seine Reizstoffe sind, die er in eine neue Beziehung bringt und für welche Zielgruppe das kein Reizstoff ist.

    Und das gilt übertragen für alle Arten von Altlasten. Die Altlast ansich ist kein Problem sondern
    - die Art des Umgangs damit in der Gegenwart
    - die Unfähigkeit, sich die richtige Zielgruppe zu suchen
    - das Gejammer, weil es keinen Reset-Knopf für das Leben gibt, mit dem man die Folgen der selbstgemachten Fehler rückstandslos für das eigene Leben sozialisieren kann.
     
  20. Ja und ?
    Wo ist das Problem?
    Ich würde so ein Leben, "wie mit 25" gerne führen und denke wehmütig an diese Zeiten zurück, wo ich niemanden Rechenschaft ablegen musste, ich einfach sein konnte, wie ich wollte.

    Mit Familie ist das undenkbar.

    Mit "Altlasten" verbinde ich nur alte Beziehungen, die Verpflichtungen auslösen.
    Da ich auch beruflich mit realen "Altlasten" (z.B. verseuchte Böden) zutun habe, fand ich den Begriff und die Bedeutung oft sehr passend und in manchen Auswirkungen auch durchaus vergleichbar.
     
  21. Es gibt ja den schoenen Begriff "toxische Beziehung".
    Das triffts ganz gut.
    Menschen, deren Kontakt einen schwächt, ermüdet statt erfreut.
    Wo man sich hinterher krank fuehlt, müde und leer.
    Ich glaube jedoch es hat mehr mit Reife, Persönlichkeit und dem Willen zur Eigenverantwortung zu tun.
    Als mit Altlasten.
    Ich kenne hochneurotische Menschen, die kaum schlimmes erfahren haben.
    Und ganz tolle beziehungsfaehige Menschen, die durch die Hölle gegangen sind.
    Und umgekehrt.
    Wie mancher hier erwähnt, der Umgang damit entscheidet wohl...
     
  22. Für mich definierte ich "Altlasten" oder "No-Gos" so, daß absehbar eine Beziehung zu einer Frau mit solchen mein Leben sofort und bedeutend verschlechtern würde. Für die meisten Suchenden wie auch für mich sind wohl unheilbare Geschlechtskrankheiten (HIV und Co.) bzw. darunter einzukategorisieren; ebenfalls lehne ich einen Lebensstil ab, der solche Erkrankungen und Infektionen mit Nachdruck einfordert (ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wahllosen Zufallsbekanntschaften, egal ob vor oder während sie mit mir zusammen ist). Kinder wären bei Witwen kein Problem gewesen, andernfalls sollte man sehr genau schauen, warum der Expartner abserviert wurde bzw. wer das war (, falls bekannt ;) ).

    Andere Altlasten mit Langzeitwirkung sind Drogenabhängigkeiten (von Medikamenten über Alkohol bis hin zu dem härtesten), ehemalige(?) Prostitution und promisker Lebensstil, Mitwirken in pornographischen Filmen, und nicht zuletzt psychische Erkrankungen. All dies sah ich im wirklichen Leben, war nicht attraktiv. Ich hatte besseres vor, als mit solchen Frauen mitzuscheitern.

    Die von mir genannten Altlasten wirken sich auf jede mir bekannte Beziehung und Partnerschaft negativ aus.
     
  23. Ah...das ist besser verständlich.
    Die meisten Menschen meinen mit Altlasten ja Kinder aus Exbeziehungen, Schulden etc.
    Du beschreibst jedoch problematisches und destruktive Verhaltensmuster!! die zum großen Teil auch Charakter sind und schwer veränderbar (Sucht, Promiskuität etc).
    Das sind eher konstante Störungen als "Altlasten". Und wahrscheinlich für die meisten ein Hinderungsgrund (OT: Frauen in der Prostitution wurden in über 80% dF entweder als Kinder schon missbraucht oder werden mit Gewalt dazu gezwungen. Meist durch Netzwerke der Menschenhändler. Ich persönlich möchte daher einem Mann, der im Bordell war, und dieses Gewalt und Missbrauchsmilieu aufrechterhält, nicht mal die Hand geben. Dass die Frauen, die das gemacht haben, dadurch beziehungsunfaehig werden, glaub ich sofort. Es ist kein " Beruf wie jeder andere", es ist bezahlte Vergewaltigung. Die Narben sind entsprechend so wie Du es erfahren hast.)
     
  24. Also dann mal los auf das Thema "Altlasten", die hat jeder und keiner kann sich davon freisprechen, egal ob Frau oder Mann. In meiner Zeit als suchender Mann habe ich schon so einige Profile von Damen gelesen Zb. "Mann gesucht der mit beiden Beinen im Leben steht, der keine Altlasten mit sich bringt und bereit ist ein neues Leben mit mir zu beginnen" <---Nehmen wir das doch gleich als beispiel. Wenn Mann und Frau sich findet, sich versteht, es mehr wird als nur ein Date oder ONS. Nach sagen wir sechs Monaten des miteinanders, sich verstehen, respektieren, Freiräume zugestehen, folgt dann eines Abends im Bett liegend. Also beide liegen im Bett kuschelnd und wollen keinen Sex, sie wollen reden, beide sind neugierig und wollen etwas über den neuen Partner erfahren. Nun denn wenn beide nicht Lügen wollen sondern die Wahrheit erfahren möchten. Kommt es dann nicht von sich aus selbst das man über die Vergangenheit redet? Die Wahrheit über seine Partnerin od. Partner hängt immer mit der Vergangenheit zusammen, daran führt kein Weg vorbei. Doch was geschieht wenn die Vergangenheit des Partners ziemlich hart war, seine Kindheit bescheiden. Tja, was dann? Ende aus, Schluss, die Beziehung gleich in der Nacht beenden obwohl man etwas über den Partner/Partnerin erfahren wollte ? Was dann, steht der Partner dann nicht mehr mit beiden Beinen im Leben oder die Partnerin nur weil beide Altlasten haben, die aus der Vergangenheit stammen? Meine Meinung wäre, "die Vergangenheit ist ein ewiger Begleiter, sie soll uns auch begleiten jedoch nicht beherrschen" !
    Schriftrolle
     
    • # 26
    • 12.06.2019
    • void
    Auch beim sachlichen Umgang mit dem Wort bzw. GERADE, wenn man sagt, es sei sachlich, würde es ja in Bezug auf das Kind heißen, es sei eine Last wie Schulden, eine unverarbeitete Scheidung oder ein verseuchtes Grundstück z.B..

    Seh ich auch so und würde ergänzen: Und nichts zurückgibt an Positivem, so dass man die Last am liebsten ganz aus dem Leben tilgen würde. Das heißt im Fall des Kindes: Man wünscht sich, es würde nicht existieren.
    Das ist legitim, also ich kritisiere das nicht, wenn man sich sowas wünscht. Ich hoffe dann nur, dass Kind und der Mensch, der es als Last empfindet und sachlich so bezeichnet, sehr schnell getrennte Wege gehen können, weil sich sowas ja nicht verbergen lässt.
     
    • # 27
    • 12.06.2019
    • void
    Klar, aber das ist nicht "in einer Altlast stecken". Altlast ist Unverarbeitetes, ansonsten ist es ja keine Last mehr.

    Hat jemand mit einer schlimmen Zeit abgeschlossen, will er vielleicht nicht darüber zum neuen Partner reden, weil es sinnlos die eigene Stimmung versaut.
    Wenn man gefühlsmäßig offen nebeneinander liegt, halte ich es für möglich, dass man sich auch an die Emotionen von damals noch mal ausführlich erinnern könnte und dann ist trotz Verarbeitung die Stimmung weg. Und es besteht noch die wichtige Frage, WIE der neue Partner mit Infos umgehen kann. Wenn er selbst gefühlsmäßig getriggert wird oder auch nur aus Unverständnis total betroffen ist, weint er am Ende oder beide, und er ist nicht mehr in der Lage, den anderen als die Person zu sehen, die er JETZT ist und die kennengelernt werden will.

    Hat einer nicht damit abgeschlossen, kann es sein, dass er sich nicht triggern will, die Verarbeitung noch im Stillen weitergeht und der Partner damit gar nichts zu tun hat, z.B. wenn es ein fam.Konflikt ist, der sich nicht auf die Bez. auswirkt. Wäre für den neuen Partner auch keine Altlast, weil es ihn nicht betrifft.
    Aber darüber will so einer auch nicht einem anderen ausführlich berichten. Zumal, wenn es Leute betrifft, die der neue Partner noch kennenlernen könnte, und wo man sich wünscht, dass er vorurteilsfrei ist und nicht vielleicht aus irgendeinem Aktionismus heraus Partei ergreift für seinen Partner vor der Familie. Und dann vielleicht noch die im Bett geschilderten fam. Interna als Argument benutzt.

    Hat einer nicht damit abgeschlossen und verarbeitet "nach außen hin", redet er ausführlich drüber und benutzt den Partner als Therapeuten (ich glaube, das geht dann schon vor dem Bett los). Vielleicht passiert, dass einer sein schreckliches Schicksal erzählt und der andere weint für ihn und liebt ihn mit Mitleid. Auch nichts Gesundes für eine Bez..

    Was gehört zur Wahrheit über die Vergangenheit? Wie detailreich muss es denn sein für die Neugier des anderen? Denn KENNENLERNEN bezieht sich ja auf den Menschen, wie er JETZT ist, nicht darauf, was ihm alles Schlimmes widerfahren ist, wenn es sich überhaupt nicht aufs Verhalten HEUTE auswirkt.
    Einen neuen Partner, der rumanalysieren will "hat X erlebt, könnte daher heute Y tun" braucht man auch nicht.

    Ich rede nicht davon, dass man in seiner neuen Bez. unter Altlasten leiden soll. Aber die MERKT man eh und kann sie auch nicht unbedingt durch Ausfragen rausfinden. Und wenn einer zB sagt "ich wurde von der Ex betrogen", kann man noch lange nicht schlussfolgern, dass er nun auch ein Kontrollfreak sein muss.

    Ich finde, man sollte Respekt davor haben, was ein anderer in der Vergangenheit erlebt hat, und deswegen nicht nachbohren. Und man sollte wissen, dass man einem Menschen, den man noch nicht kennt, nicht alles erzählen sollte.
     
  25. Jede unangenehme Erfahrung hat Auswirkungen auf das restliche Leben, ob man sie als negativ interpretieren will, liegt im Auge des Betrachters. Jemand, der von einem Klammerpartner an die Wand gedrückt wurde, wird in einer neuen Beziehung einer Wiederholung vorbeugen. Jemandem mit großem Nähebedürfnis dürfte das unangenehm auffallen, ein anderer hingegen wird davon überhaupt nichts spüren.
     
  26. Es fehlt die Definition für Altlast.
    Vergangenheit hat jeder. Mit den Erfahrungen, Erinnerungen, Prägungen.

    Altlast hingegen beinhaltet das Wort Last.
    Etwas, was in Gegenwart bis Zukunft belastet.
    Das können unverarbeitete Erlebnisse sein, das können Verpflichtungen sein, Verbindlichkeiten.
    Was tatsächlich eine Belastung ist, entscheidet jeder selbst. Da zählt der subjektive Maßstab.

    Bei einer Partnerschaft sollte die Defintion für das Wort Altlast gleich sein.
    Einer sieht Kinder als Altlast, der andere als Geschenk.
    Einer sieht eine aufgelöste Ehe als unverzeihliche Altlast, den anderem stört es nicht.
    Etc.

    Das passt nicht.

    Für mich ist wesentlich, wie geht jemand mit seiner Vergangenheit um. Hadert er, welche Grundhaltung hat er heute, oder akzeptiert er was war und schaut positiv nach vorne.
    Wer positiv nach vorne schaut, nichts belastet, hat keine Altlast.

    M, 54
     

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