1. Wie weit reicht Eure Toleranz ?

    Nur einmal aus reiner Neugierde gefragt ...
    Wie weit würde Eure Toleranz reichen, wenn sich eine neue Bekanntschaft/möglicher Partner, als von der gesellschaftlichen Norm abweichend herauskristallisieren würde ?
    Sei es nun, dass jemand ein futuristisches Faible hat - (Treckis), Manga-Fan ist, dem Mittelalter verhaftet - oder (wie ich - als Schwarzromantikerin) in der Goth-Szene unterwegs ist.
    Vielen sieht man ihre Neigungen ja im Alltag bei den ersten Treffen nicht sofort an ... dann lernt man den Menschen näher kennen und - entdeckt plötzlich - ups ...
    Würdet ihr euch mit der Thematik auseinandersetzen ? Den Menschen weiter als denjenigen sehen, der Euch gefallen hat ?
    Oder überwiegen dann die Vorurteile und ihr würdet Euch - möglichst freundlich/amüsiert lächelnd - sofort verabschieden ...
     
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  3. Ich bleibe mal bei deinen Beispiel mit der Gothic-Szene.
    Ich mag kein schwarz, ich mag es bunt!
    Ich kann auch mit der ganzen Todessymbolik und diesen Unterweltsdämonen nichts anfangen. Sie machen mir Angst.
    Auch Gespräche über Okultismus bringen mir nichts. Bei mir wärst du also raus. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass du dich überhaupt für mich interessieren könntest. Unsere Schnitmenge dürfte zu klein sein.
    Mit einer Mangafrau, so sie sich nicht täglich so stylt, hätte ich keine Probleme. Also es kommt immer auf die jeweilige Macke an.
    Sind das nun Vorurteile oder ist das Erfahrung? Bezüglich der Gothic habe ich diesr Erfahrung grmacht.
     
  4. Das kommt wohl ganz auf die Toleranz an, die mir entgegengebracht wird. Wenn man es schafft, dass jeder seinen Bereich ausleben kann und gleichzeitig noch gemeinsame Interessen da sind, dann funktioniert das.

    Meistens gibt es aber diese Toleranz nicht, wenn die Dinge zu extrem ausfallen. Da müsste sich dann einer aufgeben und sich dem anderen zu sehr anpassen. Du musst dir nur vorstellen, dass dein zukünftiger Partner von dir möchte, dass du ihn in eleganter Kleidung irgendwohin begleitest....würdest du das tun? Gerne? Wie oft?
    Oder stell dir einfach nur einen überzeugten Veganer mit einer überzeugten Fleischesserin vor....man kann sich zwar damit beschäftigen, aber es wird nicht funktionieren, weil da jeder auf seiner Variante bestehen würde.

    Aus Neugierde würde ich mir vieles anschauen, denke aber, dass es recht früh zu Unwohlsein auf beiden Seiten kommen wird.
     
  5. Schwierige Frage ..... klingt zunächst einfach, aber hat es in sich .
    Um beim Star Trek zu bleiben - geht sie auf ein treffen und stylt sich entsprechend, wäre das für mich völlig ok. Lässt sie sich aber diese komischen Riesenohren operieren, wäre es mir too much.
    Liebt sie die 20 er darf sie sich gerne entsprechend stylen und die Musik hören etc ... aber bitte nicht ausschliesslich.

    Es sollte alles alltagskompatibel sein. Und nicht dazu ausarten, dass in einer Traumwelt gelebt wird. Ich habe ja auch meine Macken und möchte ja auch so akzeptiert werden, wie ich bin. Mir ist auch wichtig, nicht alles mitmachen zu müssen. Ich mag keine Star Trek Filme, will mir also nicht täglich einen ansehen. Und ja, ich denke, dass derjenige, der eine solche spezielle Vorliebe pflegt auch die Aufgabe hat, dem anderen zumindest ein wenig aus dieser Welt nahe zu bringen. Ich würde mir das also anschauen und anhören. Dafür gibts dann aber auch eine Lektion in Sachen BMW ....
     
  6. Mir ist es egal, was die Umgebung von meinem Freund denkt. Ich bin selbstbewusst genug zu meiner Wahl zu stehen. Ob jemand bestimmter Szene gehört, interessiert mich nicht, viel wichtiger ist mir der Charakter des Menschen. Ich kenne genug Normalos, die ich an die Wand klatschen würde und auch einige Schrägvogel, die absolut sympathisch sind. Aber. Es würde trotzdem bei mir nicht funktionieren, wenn die Interessen sehr weit auseinander liegen. Emo, Gothik oder dergleichen interessiert mich Null, deswegen kommt auch so ein Mensch mir nicht ins Haus. Als Freund vielleicht, aber hier ist es auch- was verbindet uns? Hat nichts mit Verurteilen zu tun, sondern mit mangelnder Passung. Genauso wenig mag ich Hundeliebhaber, Camper oder Künstler. Ist einfach nicht meine Welt.
     
  7. Kommt drauf an.
    Wenn es n Tick ist, der selbst oder fremdschaedigend ist (Drogen, Sadismus, o.a.) bin ich weg.
    Ansonsten finde ich harmlose freaks liebenswert und oft interessanter als Leute die kritiklos und leidenschaftslos in die deutsche funktionalisierte 08;15 Schablone passen.
    Vorausgesetzt sie sind..siehe nachbarthread..psychisch stabil.
    Ich finde zum Beispiel Oeko freaks, Naturliebhaber total sexy. Die stehen wenigstens für was.
    Zu Gothic hab ich wenig Bezug. Aber zB ne Bekannte mit dieser Neigung, die ich als sehr sympathisch und authentisch wahrnehme..
    Kommt also..wie immer im Leben...drauf an :)
     
  8. Ich fänds spannend und interessant. Ob sich dann was daraus entwickeln kann hängt vom jeweiligen Einzelfall ab, aber ein pauschaler Ausschlussgrund wäre das eindeutig nicht. Den Begriff Schwarzromantikerin habe ich noch nie gehört/gelesen, klingt aber irgendwie cool. So manche düster-mystische Gothicoutftis mit viel Schwarz und Dunkelrot find ich sogar ausgesprochen sexy. Wär also sogar ein Pluspunkt.
     
  9. Ich wäre da tolerant, solange diese Vorlieben z.B. bei entsprechenden Events ausgelebt werden. Ein Gothik, Mittelalter oder Startreck Fan, der dies auch im Alltag ständig zur Schau trägt, wäre mir dann zu extrem. Das gilt aber auch für alle anderen Hobbies. Wenn gar kein Raum mehr für andere Interessen da ist, finde ich das zu einseitig.
     
  10. Ich würde auch sagen wie @godot , kommt ganz drauf an.
    Treckis, Mangas, Star Wars Nerds, Rockabillys usw....
    Das sind alles sehr coole Szenen. Das könnte ich absolut verknusen. Fände es sogar interessant.

    Aber worauf du eigentlich hinaus willst, ist die Goth-Szene.
    Hier kommt es sehr auf die Intensität an. Wenn sich jemand nur entsprechend styled, um zu einem Konzert zu gehen, dann ist das zu verknusen.
    Insgesamt ist mir diese Szene aber auch zu düster und zu sehr dem Tode zugewandt. Man fragt sich schon, bei dem ein oder anderen, ob da nicht evtl psychische Probleme dahinter stecken.
    Wenn dann die ganze Wohnung wie das Innenleben einer Gruft dekoriert wäre, und zudem schaurige depressive Musik läuft, wäre das absolut nicht meine Welt.
     
  11. Mir wäre das völlig wurscht, wenn ich mit dem Thema selbst was anfangen könnte, was mein Umfeld denkt. Ich kenne einen Typen, der läuft mit goldenen Schnabelschuhen etc. pp durch die Gegend. Das fände ich z.B. Negativ schräg und dieser Mensch hätte bei mir nichts verloren. Wenn es aber was ist, dem ich grundsätzlich gegenüber aufgeschlossen wäre (egal was) würde ich es vielleicht selbst ausprobieren.
     
  12. Liebe Fs, ist Dir klar, dass "tolerieren" lediglich "dulden" und "ertragen" bedeutet?

    Menschen suchen nicht einen Partner, den sie dulden und ertragen können. Das wäre viel zuwenig für eine Beziehung.

    Es geht um Anziehung und Passung.
    Du brauchst einen Mann, der von Dir begeistert ist und zu Dir passt.
    Je extremer der Faible, desto weniger Männer wirst Du finden, die das attraktiv finden. Aber die gibt es.

    Du brauchst einen Mann, der auch Deine Lebenseinstellung, Deine Sicht auf die Dinge teilt.
     
    • # 11
    • 13.04.2019
    • Frau
    Na ja, ehrlich gesagt, finde ich das, was du, liebe FS, aufzählst, nur bei Menschen bis zu einem bestimmten Alter akzeptabel.
    Erwachsene, ab ca. 40 Jahren, mit solchen speziellen Interessen, kann ich nicht so richtig ernstnehmen. Immer, wenn erwachsene Menschen so ein randständiges Hobby sehr stark ausgeprägt betreiben, denke ich, dass derjenige ein "Defizit" hat, welches er damit irgendwie auszugleichen versucht.
    Das finde ich zwar auch, aber, um ein interessanter und liebenswerter Mensch zu sein, muss man mMn weder Freak noch stromlinienförmig angepasster Mitläufer sein. Man kann auch sehr unangepasst, im Sinne von gesellschaftskritisch, und interessant sein, dabei auch psychisch gesund, und muss sich trotzdem keiner dieser speziellen Kulturszenen zugehörig fühlen.



    w53
     
  13. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Mensch mit einem wechselvollen Lebenslauf und ausgeprägten eigenen Eigenheiten mit erheblich mehr Akzeptanz an solche Eigenwilligkeiten heran gehen kann.

    Dabei muss ich aber sagen, dass es in den Grundlinien, Lebenseinstellungen, Charkter etc einfach fassen muss - dann kann der Mann eine ganze Menge schräges Zeug bauen, das ist alles gut. Wenn jedoch die Basis nicht stimmen würde, könnte der Mann die gleichen Mopeds lieben wie ich, wir könnten die tollsten Touren fahren und es bliebe bei einer Kumpelfreundschaft. Defintiv.
     
  14. Hallo FS,

    ich respektiere grundsätzlich jeden so wie er/sie ist und behandel jeden so, wie ich auch behandelt werden möchte.

    Ich bin Black Metallerin, schwarzes Leder, Lederkutte mit Bandpatches, Westernstiefel, Bandshirts, Totenkopfringe oder das umgedrehte Kreuz um meinem Hals gehören 24std am Tag zu mir, meinen Lebensgefühl, wie ich die Welt sehe und was ich am meisten auf der Welt liebe...meine Musik!

    Ich will nichts anderes und ich sehe auch nicht (mehr) ein, mich anzupassen, falsche Rücksicht zu nehmen etc...
    Wozu??

    Ich habe diese Welt nicht gemacht, sie interessiert mich nicht einmal.
    Kapitalismus, Konfirmismus, Ignoranz und Stumpfheit im Allgemeinen haben Überhand, hatten es schon immer.
    Ich will nicht Teil davon sein.

    Ich will gar nicht sein und aussehen, wie alle anderen.
    Ich finde nicht, dass diese Welt viel für Andersdenkende zu bieten hat, da muss man sich seine Freiräume eben selber schaffen.

    Ein 'Normalo' als Partner kommt für mich nicht in Frage, da bin ich heute intolerant, weil ich genug Erfahrungen damit habe, wie es bei mangelnder Passung läuft, bzw. nicht.

    Ich habe mich lange genug angepasst und auf das was ich liebte verzichtet, um liebenswerter zu erscheinen, um einen Partner zu finden, nicht anzuecken etc...

    Der Preis ist mir zu hoch, ich bezahlte mit den, für mich, wichtigsten und besten Facetten meiner Persönlichkeit, amputierte mich quasie selber.

    Aber Tatsache ist, dass ich schon immer aus dem Rahmen gefallen bin und es liebe, zu sein, wie ich bin.
    Ich will gar nicht jedem gefallen und liebe es, aufzufallen, auch mal anzuecken und eben kein schon 100000x gesehener Frauentyp zu sein, auch wenn ich damit niemandem gefalle.
    Ich bleibe lieber Ich!

    Als Frau damit für Männer in der Regel nicht süss, anziehend und sexy genug zu sein, interessiert mich nicht, da ich die meisten 'Normalomänner' nämlich genau so sehe/empfinde.

    Mir sind Menschen mit 'Spleens' allemale lieber, wie die ganze gleichgeschaltete graue Einheitsmasse da draussen.
    Ich sehe zwar viele Personen, aber nur wenige Persönlichkeiten.

    Nur ein Mann, mit dem ich diesbezüglich eine hohe gemeinsame Schnittmenge habe, der passt auch zu mir und ich finde auch nur die Männer anziehend und sexy, die eben so sind.
    Unter den Black Metallern sind die schönsten Männer zu finden :)
     
  15. Wer oder was ist "die Norm"?

    Mein Kreis sind eher Landwirte, Bushcrafter, Jäger und Angler. Gesellschaftlich nicht beliebt, aber harte Männer und Frauen. Keine Computer-Games, kein Versauern daheim hinter dem PC, kein MGTOW, keine Politik-Dramen, kein Frauen-, Männerhass, kein Mainstream, keine empfindliche Anstellerei, keine Masturbations-Weichschleudern, keine Mamasöhnchen, keine Veganer-Missionierer, keine Hippsters ... Es ist nachzuvollziehen, dass die Welt dort anders tickt und auch der Schlag von Menschen ein völlig anderer ist.

    Scheint mir ein falscher Ansatz zu sein. Nicht die Leute müssen sich für dich interessieren, du musst dich für die anderen interessieren. Zumindest zuhören. Meiner Erfahrung nach findet man dann immer offene Ohren, wenn man Verständnis aufbringt.

    Ich habe keine Problem damit, mit allen Menschen klarzukommen, so lange sie MIR respektvoll entgegen kommen, außer hartnäckigen Missionierern aller Richtungen.

    Ich habe beste Freunde, die sind auch Biker und Rocker, leider bin ich heute aber nicht mehr in dieser Richtung unterwegs, da ich - wie schon sagte - die ganzen Wochenenden meist mit Anglern, Landwirten und Jägern auf Feld und Wald herumhänge. Das ist viel Arbeit und lässt ein Leben in Bars und anderem Ambiente kaum noch zu.
     
  16. Toleranz ist der falsche Begriff. Es geht um Anziehung, Passung und Werte, die in der jeweilgen Szene gelebt werden, ob man jemanden aus der Szene attraktiv findet oder nicht.

    Ich finde niemanden anziehend, der Klodeckel-grosse Löcher in den Ohren hat und 1 kg Eisen im Gesicht, Tattoos im Gesicht und Hörnerimplantate auf der Stirn. Genauso wenig finde ich anziehend wenn jemand mit dicker Paste auf Leiche geschminkt ist (macht alt) und immer in Gruftiklamotten rumläuft. Auch die Musik dieser Szene geht mir auf den Wecker. Daher gibt es keine Alltagskompatibilitaet. Ich stehe auf Normalos.

    In der Mittelalterszene (waren meine Nichte und Neffe einige Zeit), sehe ich für mich eher ein Werteproblem - Aufklärung und Demokratie gab es in der Zeit ja nicht (ist mir aber wichtig).
    Da treiben sich viele ältere Männer rum mit fast paedophilen Neigungen, denen es gelingt jungen, lebensunerfahrenen Menschen ein Charisma vorzugauckeln, was sie nicht haben. Daher können sie Iire Bedürfnisse/Machtbestrebungen dort recht egoistisch ausleben und eine Position einnehmen, die sie unter niemals haben.

    Für mich ist das ein Altersthema. Die jungen Leute in meiner Familie haben das mit Mitte 20 hinter sich gelassen auch weil sie reif genug waren, zu durchblicken was hintergründig in der Szene läuft.

    Ich guck mir das aus Distanz an und wundere mich - schön geht für mich anders, resp. bei 40-jahrigen Mangsgirls im Schulmaedchenlook mit sichtbarem Rueschenslip.

    Solange es meine Lebensbereiche nicht berührt (ich durch solche Marotten nicht belästigt und eingeschränkt werde), kann jeder machen was er will - bin halt tolerant auch gegen Dinge, die ich selber nicht attraktiv finde.
     
  17. Sind es Vorurteile oder einfach nur ein....das paßt so gar nicht zu mir.....?
    Ich habe keine Vorurteile gegenüber Menschen, die anders ticken als ich, ich kann aber mit ziemlicher Sicherheit sagen, wer nicht -mehr- zu mir paßt. Hängt auch mit vom Alter ab, denke ich.
    Ich würde mich , wenn es nicht zu mir paßt, selbst bei guter sonstiger Passung, freundlich verabschieden.
    Klar, vielleicht auch amüsiert, kommt ja drauf an, was es ist.
    Die Goth-Szene finde ich sehr düster, traurig, dunkel, eher recht unangenehm.

    Insgesamt denke ich, dass man sich nicht, nur um eine eigene Persönlichkeit zu haben und anders als die anderen zu sein, irgendeiner bestimmten Szene anschließen muß.
    Wir sind doch alle anders als die anderen.
    Deshalb verstehe ich auch nicht, warum man sich einer bestimmten Szene anschließen "muß", um anders zu sein.
    Das machen für mich meistens Jugendliche, um sich von Erwachsenen abzugrenzen, im höheren Erwachsenenalter würde ich mir meinen Teil denken und mich eben freundlich verabschieden.
    W
     
    • # 17
    • 13.04.2019
    • void
    Ich weiß erstmal nicht, was ich denken würde über eine konkrete Gruppenzugehörigkeit. Die zweite Frage ist für mich falsch gestellt, weil ein Detail zum Menschen hinzukam, das man nicht abspalten kann vom Menschen. Man lernt ihn ja nur besser kennen, und wie bei jeder neuen Info muss man dann fragen "gefällt mir das noch". Den Menschen weiter so sehen wie vorher geht nicht mehr. Man muss ihn "neu" für sich entdecken mit dem neuen Wissen über ihn.
    (Es sei denn, es ist einem völlig egal, weil man entweder weiß, dass es das Beziehungsleben nicht beeinflussen wird oder weil man naiv ist und meint, es tangiere einen nie.)

    "Vorurteil" ist ein wertender Begriff, damit klingt es, als sei jeder vorurteilsbehaftet, der einen, der sich zu einer Gruppe zugehörig empfindet, ablehnt. Manchmal ist es ja nicht die Gruppe an sich, sondern die Gruppenzugehörigkeit, weil die Person das Leben eingeschränkt findet mit einem, der sich einer Gruppe zugehörig fühlt, sich immer irgendwie kleiden "muss", Rituale hat, an bestimmten Tagen im Jahr fest irgendwohin fahren muss, nur solche Freunde hat, die über ihre Lieblingsthemen diskutieren usw..

    Eigentlich ist die Frage auch umgekehrt zu stellen: Wie tolerant ist der Mensch, der sich zu einer Gruppe zugehörig empfindet, anderen gegenüber? Muss er andere abwerten, weil er meint, dass nur er das einzig Wahre entdeckt hat, hat er Vorurteile gegen andere?

    Ich denke, ich würde mal gucken, wie sich das Leben desjenigen so gestaltet. Wenn ich das zu einschränkend empfinde, ist der Mensch für mich unattraktiv. Nicht, weil ich Vorurteile habe, sondern weil mir sein Leben durch seine Gruppenzugehörigkeit zu bestimmt ist und ich denke, er wäre mit einer Person, die genau an demselben Freude findet, besser dran, weil die gern mit auf irgendwelche Treffen der Gleichgesinnten geht.
     
  18. Ich bin eigentlich allem Toleranz gegenüber, was mir nicht schadet. Was aber nicht unbedingt heißt, dass ich dich als Partnerin wählen würde, denn das würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. 1. Weil ich mit dem Thema in meinem Alter nichts mehr anfangen kann und andere Stile bevorzuge und dabei auch bleiben möchte. 2. Weil mir wichtig ist, dass man gemeinsame Interessen und Leidenschaften pflegt und das auch zusammen macht, ohne dass einer immer woanders ist oder daheim bleibt. Sonst ist die Beziehung von vornerein unbefriedigend.
    Ich würde jetzt auch nicht mehr zwangsläufig in Gothic-Bars gehen. Ein Gothic-Partner schließe ich daher für mich kategorisch aus oder ein Mensch, der nichts weiter macht, außer auf Partys zu gehen.
    Tue das für dich, denn du bist jung, du musst dich ausleben und suche dir klevererweise einen Mann, der ähnlich wie du tickt!
    Ich würde mich auch nicht mit einer Punkerin oder Lolita zusammentun. Was nicht heißt, dass ich das nicht akzeptiere!

    Aus der Diskozeit bin ich seit 20 Jahren raus. Du würdest mit mir also auch nicht glücklich werden. Egal, wie hübsch und schön du bist, ich würde dich also ablehnen, weil es nicht lediglich aufs Aussehen drauf ankommt, sondern viel mehr, welcher gemeinsamer Alltag dahinter steckt und ob man möglichst in vielen Dingen kompatibel ist.
     
  19. Aber das ist doch alles Firlefanz. Von der gesellschaftlichen Norm weiche ich selbst ab, das heißt aber nicht, dass ich deshalb toleranter wäre. Haha.
    Das was du aufgezählt hast, ist doch nicht wirklich wichtig. Das wichtigste ist doch, dass man in den wesentlichen Bereichen in die gleiche Richtung schaut.
    Außerdem kann ich dem ganzen "Passung-Gelaber" hier nicht zustimmen. Als ob zwei Menschen wie Puzzle-Teile zusammenpassen könnten. Aus dieser Passung-Sicht spricht zumeist nicht mehr als Intoleranz und Engstirnigkeit. Zum zweiten ist diese Sicht nur passiv und versperrt Entwicklungsmöglichkeiten.

    Ob ich mich mit der Thematik auseinandersetzen würde, würde von der speziellen Thematik abhängen. Solange sie mir nicht ihre Steckenpferde als das einzig Wahre verkaufen will und sie ihre Spleens mit Humor sieht, soll mich das alles nicht stören.
     
  20. Liebe Malificent
    Es kommt ein wenig darauf an, würd ich mal sagen.
    Je wichtiger und zentraler das Faible für den Partner ist, desto wichtiger wäre mir, dass ich die Leidenschaft zumindest teilweise nachvollziehen kann. Weil es ja dann auch grosser Bestandteil des gemeinsamen Lebens würde und zur Identität des Betreffenden gehört.
    Über die Goth-Szene habe ich so wenig Wissen, dass da auch wenig Vorurteile sind. Vielleicht denke ich entfernt an schwarze Kleidung, melancholische Menschen, düstere Musik. Das reicht jetzt noch nicht aus, mich in die Flucht zu schlagen.
    Wenn jemand ausgeprägter Star Wars-Fan wäre und das ein intensives Hobby für ihn wäre, dann wär's das aber gewesen, weil ich diese Filme blöd finde.
     
  21. Vielen Dank für Eure Antworten ... sehr spannend, diese unterschiedlichen Sichtweisen ...
    und auch ... die obligatorischen Vorurteile ...
    Für mich ist diese Szene - trotz der Spielereien mit bestimmten Klischees - extrem lebensbejahend ... gerade, weil eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und auch den düsteren Seiten der menschlichen Seele stattfindet. (Meine Sichtweise ... in Punkto : "was ist Goth" eigentlich - ist sich nicht einmal die Szene selbst einig - da gibt es so viele Spielarten)
    Bei allen Konzerten und Festivals, die ich bisher erleben durfte, stiess ich immer auf äusserst fröhliche Menschen, dazu noch höflich, rücksichtsvoll und aufmerksam ... mir viel
    lieber als "Alta, DIgga, Schwör" und prolliges Auftreten.

    Nein - ich meine bewusst "tolerieren" ! - dies genauso akzeptieren, als Facette meiner Persönlichkeit, wie ich auch die Facetten meines Partners akzeptiere.

    Selbstverständlich interessiere ich mich für denjenigen, der mich kennenlernen wollte. Nur gesetzt den Fall, ich begegnete ihm bisher in normalem "Alltagsschwarz" und erzähle dann z.B., dass ich auf ein Festival der "anderen Art" fahren möchte. - das wird dann bei ihm sicher Fragen aufwerfen ... so herum sollte der Ansatz gedeutet werden ...

    Genauso ...
    Im Grunde führe ich ein absolut bodenständiges Leben. Geregelte Arbeit, seit 28 Jahren in einer Firma, die Wohnung in einer Mischung aus Landhaus - und Romantik/Barock-Style eingerichtet, ich liebe die Natur (bin gerade auf der Suche nach einem Kleingarten), höre an Musik so gut wie alles - von Oper über Rock/die 80iger sowieso ...
    Der Kleidungsstil je nach Tagesform. Meist in recht schlichtem Schwarz. Ab und an darf es auch gern etwas mehr sein ... - Elegant - liebend gern ... Lack und Nieten gehen aber auch ... lach ...
    Hauptsache, nicht "uniformiert" - oder am besten noch in diesem Outfit, als sei man gerade vom Sportplatz gekommen.
     
  22. Absolut !!!
    Deckt sich aber auch mit den Menschen, die in der Woche ihrer Arbeit nachgehen, zum Feierabend mit 2/3 Bier auf dem Sofa versinken, am Wochenende dann einmal über einen Flohmarkt schlendern, sich dann wieder vor den TV packen
    - und ... dies dann "Leben" nennen ...

    Nein ... du legst doch nicht ab, was du bist, nur, weil eine Altersgrenze überschritten ist.

    Psychische Probleme sind dort nicht häufiger vertreten, als überall anders auch - mit dem Unterschied - dass dies im normalen Umfeld oft nicht thematisiert wird.

    Was mir besonders gefällt, ist auch, dass sich bei Konzerten und Festivals alle Altersgruppen treffen und mischen . Da passt es einfach und niemand wird schräg angesehen ...

    Sollen Menschen jenseits der 60 denn nur noch zum Tanztee gehen dürfen ?

    Ich kenne Paare, dieses Alters, die zu Festivals fahren - perfekt gestylt ... das ist einfach nur wunderschön ... und hat garantiert nichts mit deren labiler psychischer Verfassung zu tun.


    In meiner vergangenen Beziehung waren meine Outfits wesentlich eleganter, als seine Jeans und - ... "okay ... ich quäle mich dann mal in ein Jacket".


    @Avida

    Das nenne ich doch mal ein Statment !
    Allerdings bin ich mehr ... zwischen den Welten unterwegs ... während du deinen Weg ganz klar definierst ...
     
  23. Was ist jenseits der Norm?

    Bei allen Extremen wäre ich vorsichtig, aber wen jemand ein intensives Hobby hat, warum nicht? Ich würde, wenn es für mich nicht völlig abwegig ist , mir auch mal anschauen . Manches passt für noch tendenziell eher als anderes.
    Ich kannte einen Mann aus der Gothik Szene, ich fand ihn absolut interessant und liebenswert. Für mich kam er nicht in Frage, weil mir einfach viel zu korpulent, ansonsten wäre es durchaus denkbar gewesen.

    Ein Mann muss ja auch bei mir tolerant sein, ich brenne ja irgendwo auch für mein " Hobby" - das taugt nicht jedem.

    Entweder mag ich den Menschen wie er ist, mit allen Neigungen, Hobbies, Interessen, oder ich lasse es.

    W,49
     
  24. Manchmal ist Toleranz gar nicht planbar.
    Teilweise gibt es eine fast körperliche Reaktion, noch bevor irgendwelche Argumente im Kopf auftauchen.
    Sozusagen ein: Rums und man ist völlig ernüchtert und diesem Tief folgt auch kein emotionales Hoch.

    So habe ich Dinge, bei denen ich den Menschen weiterhin tolerieren kann, mich auch über seine Gedankenwelt etc austausche aber gleichzeitig für mich als Partner ablehne.
    Im allgemeinen, wenn es einen Einfluss auf mein Leben hätte.
     
  25. Ich finde es grundsätzlich schön und interessant, wenn Menschen für etwas brennen - und ich mache da keinen Unterschied, ob das Star Trek, Triathlon, Pferde oder Rollenspiele sind. Wenn ich einen Menschen mag, dann hat sein Faible für "seine Sache" sicherlich dazu beigetragen, ihn zu genau diesem Menschen zu machen...und ich würde mich sicher darauf einlassen und mit eintauchen.

    Für mich ausschließen kann ich aber, dass ich mit Frauen zusammenkommen würde, bei denen es soweit geht, dass sie auch im normalen "Tagesbetrieb" Gothic-mäßig, im Cpt. Janeway-Outfit oder in Pferdemotiv-Pullis rumlaufen. Da stünde mir dann das Spezialinteresse zu sehr im Vordergrund.
     
  26. Servus!
    das Thema ist für mich spannend, da ich sehr aus der Norm heraussteche.
    Am sichtbarsten ist es wohl an meiner Schuhmode.
    Das tut niemandem was, sorgt aber regelmäßig für Ärger.
    Meine aktuelle Lösung ist, dass es im Klartext im Profil drinnen steht.
    Wie seht ihr den Ansatz?
    Grüße, Stefan
     
  27. Absolut richtig.
    Allerdings fand ich in diesen Kreisen - im gereiften Alter von ca. 35 - eben Menschen, mit denen ich Gedanken, Gefühle und auch den "etwas anderen" Musikgeschmack teilen kann,
    was in dieser Art mit meinem gewohnten Umfeld vorher so nicht möglich war. Dies tat meinen bestehenden "normalen" Kontakten auch keinerlei Abbruch. ... Einfach eine Ergänzung meiner Selbst.

    Ja.
    Dies trifft aber auf jegliche Gruppenzugehörigkeit zu. Der eine engagiert sich in seinem Fussball- Garten - etc. Verein, der andere singt im Chor oder hängt stundenlang am PC für irgendwelche Computerspiele.
    Jeder begeisterungsfähige Mensch hat doch ein bestimmtes Faible für irgendetwas und sucht sich Gleichgesinnte.

    Die Frage ist, wie exzessiv etwas ausgelebt wird ...
    Der Fussballer schwingt sich auch regelmässig in seine Kluft - oder blockiert stundenlang mit seinen Kumpels den heimatlichen Fernseher ...
    "Rituale" und Termine stehen ebenso für jeden an, der irgendeiner Gruppe angehört.

    Meine Formulierung war wirklich etwas unglücklich.
    Die Details eines Menschen entdeckt man ja ohnehin nur nach und nach, je besser man ihn kennenlernt.
    Im besten Fall entstehen man dann auch für einen selber ganz neue Möglichkeiten - wenn man sich gegenseitig auf die Welten des anderen einlassen kann ...
     
  28. genauso !
    Humor - auf jeden Fall ... Selbstironie - total ... wie gesagt ... ich stehe - trotz dieses Splenns - mit beiden Beinen auf dem Boden ... (Allerdings machte es mir riesigen Spass bei Elternabenden "aufgehübscht" zu erscheinen - es gab sogar etliche Mütter, die mir dann sagten : "so würde ich auch gern - traue mich aber nicht" - ... oder meinem ehemaligen "Normalo - Liebsten" vor einem Konzertbesuch zu erzählen : " Es wird dich hier niemand - aussaugen... Zwinker"
    So ein bisschen mit den Klischees spielen - macht ab und an wirklich Spass ... )

     
  29. Oft geht so ein Faible ja mit einer bestimmten Lebenseinstellung einher und ist nicht nur ein bloßes Hobby. Von daher wird die Schnittmenge recht klein sein. Und dann sind die Chancen auf eine funkionierende Beziehung gering.
    Leider stelle ich oft fest (auch beim Lesen der Kommentare in diesem Strang), dass Menschen, die sich einer bestimmten Gruppierung abweichend von der Norm zugehörig fühlen, sogenannte "Normalos" ablehnen und sie für langweilig, stumpfsinnig, kapitalistisch, ignorant und oberflächlich halten. Das geht mir am meisten auf den Wecker. So ein Schubladendenken ist mir zuwider.

    Nicht immer, aber oft steckt hinter der extremen Zuwendung zu einer Gruppierung ein mangelndes Selbstwert, ungünstige Biografien/Kindheitserlebnisse, die man dann durch eine extreme Gesinnung kompensiert, indem man die Mitglieder und das Tun in dieser Gruppierung idealisiert. Dabei gibt es in jeder menschlichen Gruppe (ob normal, ob Gothic, ob Metal, ob Manga) nette und blöde Menschen, reiche und arme Menschen, ignorante und aufmerksame Menschen... Es ist schon viel geschafft, wenn wir das erkennen und aufhören, in Schubladen zu denken.
     

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