• 10.04.2018
    • Svenja30

    Wie sollte ich mich ihm gegenüber verhalten?

    Hallo zusammen,

    Vor 2 Tagen ist die Mutter meines Freundes mit dem ich 2 Monate zusammen bin plötzlich und unerwartet gestorben. Sie war noch sehr jung (54) Er wohnte mit ihr alleine in einer Wohnung die Eltern sind getrennt.
    Seitdem ist er wie ausgewechselt. Er will nicht mehr telefonieren schreibt kaum noch und zieht sich komplett von mir zurück. Wir führen eine Fernbeziehung und sehen uns nicht so oft.

    Er schreibt mir zwar morgens noch : morgen mein Schatz ich liebe dich , das war’s dann aber auch schon ich vermute er macht das nur um mich nicht zu verletzen. Aber es geht nicht um meine Bedürfnisse sondern an erster Stelle steht jetzt die Trauer.
    Ich hab Verständnis dass er seine Ruhe braucht will aber einfach nur für ihn da sein.

    Sollte ich ihn fragen ob wir uns am Wochenende sehen sollen bzw. ob das eine Ablenkung für ihn wäre? oder wäre das zu aufdringlich? Wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten? Soll ich mit ansehen wie er sich mehr und mehr zurückzieht?
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
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    • # 1
    • 10.04.2018
    • Unugunu
    Schwer zu beantworten, jeder trauert ja auf seine Art. Schreib ihm doch einfach, dass du allzeit bereit bist um für ihn da zu sein, es genügt eine kurze Nachricht. Dann weiß er, dass du für ihn da bist aber auch, dass er entscheiden kann, wann ihm das gut tut. Als mein Vater gestorben ist, wollte ich auch erst mal nichts und niemanden sehen und war in einem emotionalen Ausnahmezustand. Da hätte mir das auch geholfen, zu wissen, dass da jemand ist, der an mich denkt, aber mir die Zeit lässt, die ich brauche.
     
    • # 2
    • 10.04.2018
    • Lionne69
    Sage ihm, was Du empfindest - dass Du ihn unterstützen möchtest, gerne für ihn da wärst.
    Frage ihn, was ihm gut tut, was er braucht.
    Schlage vor, dass Du zu ihm kommst, und dann sei einfach für ihn da.

    Wenn Du ein Gespür hat, merkst Du, ob ihm dann mehr nach Ruhe ist, nach Halt, nach Rausgehen in die Natur, etc.
    Nicht unbedingt reden, nur zuhören, da sein.
    Wenn er nicht explizit sagt, dass er seine Ruhe haben will, würde ich ihm anbieten, einfach da zu sein. Ohne dass er aktiv sein muss.
     
    • # 3
    • 10.04.2018
    • EarlyWinter
    Sag ihm einfach, dass du gerne für ihn da bist wann immer er dich braucht. Dass du dich aber nicht aufdrängen möchtest und seine Art zu trauern respektierst. Dass du ihn liebst und immer gerne für ihn da bist, egal ob zum Trösten oder Ablenken oder als handfeste Unterstützung. Sei einfach offen und ehrlich dann muss keiner etwas interpretieren. Mein herzliches Beileid unbekannterweise.
     
    • # 4
    • 10.04.2018
    • Freyfrau
    Liebe Svenja, wenn du geschrieben hättest, die Mutter sei vor 2 Monaten gestorben, hätte ich in gewisser Weise Verständnis. Aber vor 2 Tagen!! Das ist alles ganz frisch, die Trauer quasi noch in der Schock-Phase. Bitte lass ihn in Ruhe und tritt zurück. Ja, biete ihm an, für ihn dazusein. Aber dann warte, ob er davon Gebrauch machen möchte oder nicht. Es geht jetzt gerade wirklich nicht um dich. Das ist normal und verständlich. Wenn du jetzt "bockst", kannst du viel kaputt machen. Lass ihn bitte trauern.
     
    • # 5
    • 10.04.2018
    • Neues Glück
    Liebe FS, wie hast du denn vom Tod seiner Mutter erfahren? Hat er dich angerufen? Dann würde ich ihn auch anrufen und ihn wissen lassen, dass es dir für ihn sehr leid tut - falls du das nicht bereits getan hast. Du könntest ihn z. B. fragen, ob es ihm gut tun würde, wenn du ihn am Wochenende besuchst - in der Wohnung wird er sich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes verlassen fühlen. Du kannst ihn fragen, ob du etwas für ihn tun kannst, ihn fragen, ob er sich freuen würde, wenn du ihn bei einem oder mehreren seiner Wege/Tätigkeiten begleiten würdest. Du kannst ihm anbieten, dass er sich zu jeder Zeit bei dir melden kann, wenn er jemanden zum Reden braucht.

    Wenn er sich jetzt zurückzieht, kann es gut sein, dass er sich geniert, dir seine Trauer zu zeigen - so lange seid ihr ja noch nicht zusammen. Sag ihm, dass du gern für ihn da sein möchtest. Zeig ihm, dass du Verständnis für ihn hast. Dein Freund macht ja große Gefühlsschwankungen durch: zuerst die Verliebtheit auf der einen Seite und der einschneidende Verlust auf der anderen.

    Als mein Vater plötzlich verstarb, hat sich für mich die Welt kälter angefühlt, die ersten Tage danach hatte ich das Gefühl. Ich glaube nicht, dass es für deinen Freund aufdringlich ist, wenn du als seine Freundin den Kontakt zu ihm suchst. Ich denke, dass er dich gerade jetzt braucht. Ich wünsche dir viel Kraft und Mut - Tod macht uns allen Angst - ihn auf seinem schweren Weg zu begleiten. Aber wenn er spürt, dass du wirklich für ihn da sein willst, wird euch das zusammenschweißen. Alles Gute!
     
    • # 6
    • 10.04.2018
    • realwoman
    Hm, schwierig.Ich denke,in solchem Zustand sind die Menschen nicht in der Lage zu entscheiden,ob sie jemanden sehen wollen oder nicht.Es hängt davon ab,wie euer Verhältnis sonst ist.Seid ihr beide Kuscheltypen,würde ich einfach fahren ohne grossreden.Koch ihm leckeres Essen,ruhig vorkochen für mehrere Tage,hilf beim Putzen,wenn Wohnung zugemüllt ist und er die Wand anstarrt.Frag ihn nicht, wie es ihm geht, drück ihm Glas Wein in die Hand und setzt dich dazu.Sei einfach da.Bitte keine mitleidige Blicke(du armer).Vll.kannst du ihm einen Kuscheltier mitbringen,für die Zeit ,wenn du nicht da bist.Er ist zwar ein grosser Junge,aber momentan ohne Mutter ist er ein kleines Kind.Wenn er ehe distanzierte Typ ist,schick ihm ein "Notfallpaket"-Karte,Wein,Snacks dazu oder ein Essenskorb.Fass ihn nicht mit Samthandschuhen an und hab keine Scheu,mal daneben zu greifen,wichtig, dass du selber stabil bleibst, dass er nicht das Gefühl hat,sich noch um dich kümmern zu müssen.Verlass dich auf dein Gefühl und mach,was du für richtig hältst.
     
    • # 7
    • 10.04.2018
    • Natali5
    Liebe FS,

    mein Vater ist völlig überraschend mit 56 Jahren gestorben, da war ich 25. Das war ganz ganz schrecklich für mich. Einen geliebten Menschen plötzlich zu verlieren ist ein traumatisches Erlebnis, die Trauer hat mich fast zerrissen. Das kann man glaube ich nur dann wirklich nachfühlen, wenn man es selbst erlebt hat.
    Dein Freund ist nun erstmal wie „aus der Welt“, er muss das verarbeiten. Und das kann dauern, im Moment ist er vermutlich noch im Schockzustand. Lass ihm Zeit. Du kannst ihm Unterstützung anbieten, aber bitte nur ganz zurückhaltend und er darf dann allein entscheiden, wie diese aussehen könnte. Bitte äußere nichts wie „ablenken“ oder „auf andere Gedanken kommen“ oder ähnliches, denn das könnte bei ihm sehr negativ und wenig feinfühlig ankommen, denn nach einem schlimmen Todesfall können und wollen viele Betroffene sich nicht ablenken, denn sie sind gerade beim Abschied nehmen. Ich weiß noch, dass ich es damals ganz schlimm fand, wenn mein Umfeld mich „ablenken“ wollte. Das war so weit weg von meinem Seelenzustand und ich fühlte mich dadurch bedrängt, schnell wieder „normal“ funktionieren zu müssen. Das kann man aber nicht, denn das Leben ist nicht mehr so wie vorher und darauf muss man sich erstmal einstellen. Das sog. Trauerjahr ist keine willkürliche Erfindung, sondern es ist tatsächlich so, dass das erste Jahr, in dem man alles zum ersten Mal ohne den Verstorbenen durchleben muss, erstmal bewältigt werden muss. Danach wird es leichter.

    Alles Gute und es tut mir sehr leid
    w/44
     
    • # 8
    • 10.04.2018
    • Svenja30
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Mein Freund ist auch erst 28.
    Er sagte er ruft heute Abend an ich werde ihn vorsichtig fragen ob er lieber ein paar Tage seine Ruhe möchte oder ob er es ok findet wenn wir Kontakt haben und ich für ihn da bin.

    Sein Vater wohnt etwas weiter weg ist aber momentan noch bei ihm um alles zu erledigen. Er ist auch direkt am Montag wieder zur Arbeit um sich abzulenken.

    Den Tod hab ich am Telefon erfahren wir hatten eine Verabredung er hat mich morgens angerufen es stimmt mit seiner Mutter etwas nicht.
     
    • # 9
    • 10.04.2018
    • Thanis
    Liebe TE,

    wenn jemand, den man sehr liebt plötzlich stirbt, ist man ja meist wie in so einer Art Schockzustand. Ich würde ihn fragen ob oder wann Du kommen kannst, denn zur Beerdigung wirst Du ja eh da sein.

    Ich hab meine Eltern durch einen Unfall verloren, da war ich nicht mal 19. Wäre ich da alleine gewesen, hätte ich bestimmt was ziemlich dummes angestellt. Darum frag ihn, was er möchte.

    Alles Gute
     
    • # 10
    • 10.04.2018
    • Laubsk
    Du solltest ihn nicht fragen, ob ihr euch sehen sollt. Du solltest ihm sagen, dass du am Wochenende zu ihm kommen willst, weil du als seine Freundin in dieser Situation bei ihm sein willst. Das ist völlig natürlich und keineswegs aufdringlich. Du musst dann auch gar nichts Besonderes machen. Einfach nur da sein. Es geht jetzt nicht um dich.

    Und dein Freund zieht sich nicht von dir zurück. Er ist jetzt mit anderen Dingen beschäftigt. Er meldet sich sogar morgens, um dir zu sagen, dass er dich liebt. Mehr kannst du jetzt wirklich nicht verlangen.

    Wenn eure Beziehung gewachsen wäre, würde ich sagen, dass man in so einer Situation - falls es die Lebensumstände auch nur irgendwie erlauben - sofort die Zelte abbricht, um zum Lebenspartner zu fahren. Aber eure Beziehung ist noch sehr frisch. Zudem habt ihr euch womöglich noch gar nicht so oft gesehen. Von daher ist in diesem Fall auch das Wochenende okay. Ein Nichtkommen von dir würde ich als deutliches Signal werten, dass du dich nicht an seiner Seite siehst.
     
    • # 11
    • 10.04.2018
    • Jana_09/15
    Wie weit wohnt ihr voneinander entfernt?

    Ich fand in Trauerphasen immer schlimm, wenn Leute sich nicht trauen, Kontakt aufzunehmen, weil sie Angst haben, zu stören.
    Ätzend fand ich auch immer die Sprüche "Sag Bescheid, wenn du reden willst/ich was für dich tun kann.." - konkrete Vorschläge sind für einen Trauernden besser anzunehmen oder abzulehnen. Nicht jeder wird sich wirklich melden, wenn er reden will.
    Sei ruhig diskret und verständnisvoll aufdringlich. Ruf ihn an, frag ihn ob er sprechen möchte. Es ist okay, wenn er nicht will, aber gib nicht auf. Frag am nächsten Tag wieder.
    Sag ihm, dass du am kommenden Wochenende zu ihm fahren möchtest. Gib ihm Gelegenheit, anzunehmen oder abzulehnen.

    Ist es dir möglich, einige Tage bei ihm zu bleiben, Urlaub zu nehmen? Er wird furchtbar viel Organisatorisches zu erledigen haben. Es ist eine Hilfe, wenn er von dir begleitet wird.

    Wenn du da bist, lass ihn das tun, wonach ihm ist. Wenn er schweigen oder weinen will, sei einfach nur da, halte dich mit tröstenden Floskeln zurück. Wenn er redet, lass ihn reden worüber immer er mag. Es werden sprunghafte, wenig zusammenhängende Gedanken sein. Geh mit jedem Gedankensprung mit, egal wie wirr sie dir erscheinen mögen.

    Gib ihm das Gefühl, dass du an seiner Seite bist. In Worten, in Taten und in Präsenz.
    Wertschätze seine Mutter. Sie war ihm sehr wichtig, lass deine eigenen Erinnerungen an sie gefühlvoll einfließen, beteilige dich finanziell am Trauerkranz oder was immer geplant ist, hilf ihm, die Verwandten und Bekannten zu benachrichtigen, die Zeitungsanzeige zu schalten, das Grab auszusuchen etc. Nimm ihm wenn möglich Organisatorisches ab, was du abnehmen kannst.
    Sorge dafür, dass er isst, wenigstens ein bisschen, und dass er genug trinkt. Dafür sorgen heißt: setz ihm was vor.
    Und mach dich darauf gefasst, dass das nicht in 2 Wochen ausgestanden sein wird. Es wird lange dauern. Alles Gute.
     
    • # 12
    • 10.04.2018
    • Svenja30

    Ja wir haben uns bisher 5 mal gesehen... ich hab den Eindruck dass er auch nicht telefonieren möchte mir ist das aber extrem wichtig zu wissen ob er Zeit braucht oder ob es ok ist wenn wir uns schreiben
     
    • # 13
    • 10.04.2018
    • Goody
    Ich würde am Wochenende zu ihm fahren und dann sei einfach da.
    Hab´keine Angst ihn anzusprechen. Wir haben völlig verlernt den Tod als etwas ganz natürliches anzusehen und deshalb fällt es uns oft so schwer etwas zu sagen oder wir haben Angst etwas falsches zu sagen. Dein Freund ist im wahrsten Sinne des Wortes untröstlich. Hier hilft kein Wort, sondern eine stille Umarmung, ein Blick, eine Geste die ihm sagt: ich bin da, wenn Du mich brauchst.
    Dieses Ablenkungsgerede fand ich persönlich immer völlig daneben. Ich will mich nicht ablenken: Ich bin traurig und erlebe einen nie gekannten Schmerz. Wie kann ich mich da ablenken? Ich will weinen, hadern, zetern und meinen Schmerz fühlen. Das ist wichtig. Gerade wenn ein geliebter Mensch so früh geht.
    Deshalb sei bei ihm, vielen fällt es schwer um Hilfe zu bitten gerade in den Situationen wo es am wichtigsten wäre.
    Rede nicht auf ihn ein oder beschwichtige seine Trauer und bemühe nicht die Allgemeinplätze die es so gibt. Ich fand das immer schrecklich. Nehme ihn in seiner Trauer wahr und ernst. Alles Gute für Euch w/53
     
    • # 14
    • 10.04.2018
    • Martina698
    Ich finde es von Menschen immer schlimm, wenn sie sich ungefragt aufdrängen oder ungefragt vor der Haustüre stehen - auch wenn es der Partner ist. Für mich ist das die absolute Horror-Vorstellung. Du weißt nicht, wie eng die Beziehung mit euch nach 2 Monaten ist, und ob ihn das bedrängt oder stresst. Viele Frauen übergehen da die Grenze bei Männern, auch dass sich viele mit ihren Gesprächen aufdrängen. Gerade Männer lösen ihre Probleme gerne still.

    Ich würde ihn weder fragen, ob man sich sieht und trifft, noch einfach unaufgefordert zu ihm fahren. Ich finde, sowas macht man einfach nicht, wenn man nicht eingeladen ist und nicht weiß, ob man erwünscht ist.

    Ich würde ihm schreiben, dass du für ihn da bist, wenn er Hilfe oder Unterstützung braucht, die Dinge zu regeln, und ihn dann bis nächste Woche in Ruhe lassen. Es muss viel geregelt werden. Versicherung, Beerdigung, Termine, Miete, Geld. Ich glaube, da ist jetzt echt weder Zeit für Gespräche noch Treffen. Das ist doch purer Zusatzstress.
     
    • # 15
    • 10.04.2018
    • pixi67
    Auch wenn meine beste Freundin nicht meine Partnerin ist, so ist ihre Mutter auch plötzlich gestorben.

    Ich habe ihr gesagt, dass sie mir sagen kann, wie sie mich braucht.
    Ich wäre da zum weinen und anschreien, zum Kochen organisieren aber ich möchte nichts aufdrängen...
    Sie kann mich "abrufen", tut sie es nicht, lasse ich sie in Ruhe.

    Schreib ihm, dass Du nicht weisst was er im Moment braucht.
    Du aber für ihn da bist, sobald er was sagt.
     
    • # 16
    • 11.04.2018
    • Lionne69
    Telefonieren ist manchmal schwierig.

    Man fühlt sich überfordert, möchte trotzdem auch aufmerksam sein gegenüber dem anderen Menschen und ist gerade eigentlich sprachlos.

    Ruf ihn noch einmal an, sage ihm, dass Du kommst. Und wenn er nicht widerspricht, fahre.

    Ich umgekehrt, würde es von einem Mann zwar nicht erwarten, aber wenn er in dieser Situation nicht da wäre, bräuchte ich ihn gar nicht mehr. Das ist allerdings eine Persönlichkeitssache.
    Sagt er Nein, dann bleibt nur Zurückhaltung.
     
    • # 17
    • 11.04.2018
    • Cho Oyu
    Vor kurzem ist von einer Freundin von mir der Vater gestorben. Ihr Freund ist abgetaucht, weil er nicht wusste wie er damit umgehen sollte. Er ist meiner Ansicht nach ein Hypochonder und er hat sich nach drei Wochen beschwert, weil sie sich nicht nach seinem Zustand gefragt hatte. Das einzige, was sie sich gewünscht hatte von ihm war, dass er fragt, wie es ihr geht und ob er sie in dieser Zeit unterstützen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Beide waren auch noch nicht lange zusammen.
    Frag ihn, ob Du bei ihm sein sollst, was er braucht, was er sich von Dir wünscht in dieser Situation. Aber zwing ihm nichts auf. Du gibst ihm den Ball, und wenn er möchte, dass Du zu ihm kommst, dann mach es bitte - ohne irgendein Programm. Hör zu.

    Die anderen beiden sind mittlerweile getrennt wegen der Situation. Er hat nicht verstanden, dass sie sich das einfach nur da sein gewünscht hatte.

    M 48
     
    • # 18
    • 11.04.2018
    • Lebens_Lust
    Ja, das ist aus meiner Sicht in Ordnung so. Biete ihm an, vorbeizukommen, ihn zu unterstützen und für ihn da zu sein. Es ist schwierig einzuschätzen, ob er lieber alleine sein möchte, gerade, weil die Beziehung ja noch relativ jung ist. Also formulieren "Ich würde gerne vorbeikommen und Dich unterstützen." Und Unterstützung am ehesten im "da sein". Vielleicht kannst Du etwas kochen, vielleicht bei ein paar anstehenden Aufgaben unterstützen. Wirklich trösten können kannst Du in dieser Situation mit überraschendem Tod der Mutter sicher kaum.
    Und ansonsten: einfach Verständnis haben, wenn er sich im Moment nicht meldet. Er hat den Kopf sicher mit anderen Dingen voll...
     
    • # 19
    • 11.04.2018
    • Svenja30
    Hab gestern 9 Minuten mit ihm telefoniert er will dass ich schreibe wie immer und will nicht darüber sprechen . Wir sehen uns vielleicht am Samstag aber nicht bei ihm er möchte raus
     
    • # 20
    • 11.04.2018
    • frei
    Du hast ihn also insgesamt 5x gesehen.
    Als das sechste Treffen anstand, ist die Mutter gestorben, jetzt werdet ihr euch also zum sechsten mal treffen.
    Ich würde sagen, ihr seid am Anfang der Beziehungsanbahnung. Ihr befindet euch in einer Phase, in der man schaut, ob man den anderen näher kennenlernen möchte.

    ...ich druckse ein bisschen rum, weil ich mich kaum traue, etwas Bestimmtes zu fragen.
    ...erst noch was Unverfängliches: warst du schon mal bei ihm ? Hast du da die Mutter kennengelernt ? Oder wenigstens gesehen, dass da außer ihm eine ältere Frau wohnt ?

    Ihr werdet mich jetzt alle hauen, aber mir drängt sich ein Gedanke auf.
    Habe ich euch schon mal von meinem Beziehungsanbahnungstypen erzählt, der ein Treffen absagte, weil just in diesem Moment das Kind seiner besten Freunde an einem Hirntumor gestorben ist ? Ja, ich weiß, ich habe das schon oft erzählt. Seltsam, dass sich daran muss.

    Liebe FS, du willst doch ganz sicher bei der Beerdigung dabei sein.
    Frag ihn, wann die ist und wo du hinkommen sollst.

    w 50
     
    • # 21
    • 11.04.2018
    • Svenja30
    Nein ich war noch nie bei ihm wir treffen uns immer in der Mitte.
    Er hat mir mal ein Bild von seiner Mutter gezeigt mehr nicht..
    Ich denke mal bei sowas macht man keine Witze?
    Er hat gestern von selbst gesagt wir sehen uns vielleicht am Samstag als ich ihm abends nochmal geschrieben habe ob er meint das würde ihm gut tun hat er die Frage ignoriert... aber nochmals auf Samstag ansprechen möchte ich eigentlich nicht unbedingt
     
    • # 22
    • 11.04.2018
    • realwoman
    Liebe Frei,seltsam,dass mir auch solcher seltsamer Gedanke gekommen ist .Hau raus.Du meinst,er will sie absägen und könnte sowas erzählen,als OB die Mutter gestorben ist.Hm.Zwei Menschen mit gleichem Gedanken.Ich hoffe sehr,dass das so nicht wäre.Aber in diesem Fall wäre seine Mutter lebendig,so schlecht ist auch nicht, für die Mutter.
     
    • # 23
    • 12.04.2018
    • Moona
    Liebe Svenja. Sei ganz ruhig, zugewandt, aber nicht aufdringlich. Eines kann ich Dir versichern: wenn er Dich will, dann wird er Himmel und Erde in Bewegung setzen, dass der Tod seiner Mutter (gehen wir mal davon aus, dass das stimmt) kein Problem für Eure Beziehung(sanbahnung) sein wird.

    Als ich meinen Freund vor genau drei Jahren kennenlernte, gerade mal nach 6 Wochen ist sein Vater an Krebs gestorben, recht überraschend. Da bekam ich es mit der Angst zu tun. War aber gar nicht nötig. Er hat zwar ein oder zwei Termine abgesagt, aber gleich andere Termine vorgeschlagen, der Kontakt ist nie abgerissen.

    Da ich noch nicht in die Familie eingeführt war, bin ich auch nicht mit zur Beerdigung. Aber kurz danach habe ich sie alle kennengelernt. Ja, damals haben mich auch Ängste geplagt, ich verstehe das. Viel Glück.
     
    • # 24
    • 12.04.2018
    • Svenja30
    Liebe Moona ,

    Vielen Dank dein Beitrag gibt mir Kraft.

    Was versteht man eigentlich unter aufdringlich? Ich schreibe ihm täglich und rufe nie ohne dass er mir die Erlaubnis gegeben hat an.

    Ist morgens mittags und abends schreiben schon aufdringlich in so einer Situation?
     
    • # 25
    • 12.04.2018
    • Lebens_Lust
    Das würde ich auch behaupten, ein Partner, der das anders sieht, wäre indiskutabel.

    Allerdings ist es in der Beziehungsanbahnung, wenn die neue Freundin nicht bekannt ist und sie die Mutter gar nicht und den neuen Partner wenig kannte, schon verständlich, dass die Beerdigung vielleicht auch nicht als richtiger Zeitpunkt empfunden wird, sie bekannt zu machen. Ich kann dieses "mal rauswollen" schon auch nachvollziehen. Wenn er die Beziehungsanbahnung fortsetzt, dürfte die Geschichte wahr sein.
     
    • # 26
    • 13.04.2018
    • frei
    Du schreibst ihm dreimal täglich und fragst dann auch ab und zu, ob du ihn anrufen darfst und ab und zu erlaubt er es dir ?
    Oh wei !
    Du fragst, ob du aufdringlich bist.
    Naja, das ist Geschmackssache.
    Nach meinem Geschmack ist das sehr aufdringlich. Das würde mich schon bei gefestigter Gefühlslage komplett überfordern.

    Nochmal zu meiner Theorie:
    Ja, es ist schon ein bisschen weit hergeholt, dass der Typ dermaßen feige ist, dass er so eine krasse Geschichte erfindet, um die FS zu verabschieden. Andere Feiglinge geben sich mit Ausreden, die um einige Nummer kleiner sind, zufrieden: Oma oder Kind oder man selbst im Krankenhaus. Gerade zur Zeit leider echt viel um die Ohren.
    Für spontane Absagen gerne: Auto kaputt, Wasserrohrbruch, Hund kotzt ins Wohnzimmer.

    Und ja, auch ich finde, mit sowas scherzt man nicht ( wobei er nicht scherzen, sondern sich vom Acker machen will...falls es so ist ).
    Und ja, einen Mann, der sowas macht, will man nicht.
    Falls er es macht, stellt sich diese Frage aber nicht, denn das macht er ja, weil er nicht mehr will.

    Ok, warten wir es ab.
    Mal sehen, ob er am Samstag kommt.
    ...sorry, aber ich tippe, er wird kurzfristig sagen, dass ihm das jetzt echt alles zu viel ist und dass er sich wieder melden wird.
    Und dann verläuft es im Sande.

    Genau. Das wird die FS ja bald rausfinden.

    Liebe FS, nimm mich nicht so ernst, ich bin ein wirklich misstrauischer Mensch.
    Ich habe ein diesbezügliches Trauma erlitten, als mein erster Freund am unserem Jahrestag mit mir Schluss machte. Ich stand freudestrahlend mit einer Rose vor ihm und war komplett, also wirklich vollkommen ahnungslos.
    Im Nachhinein habe ich allerdings Anzeichen seiner inneren Verabschiedung gesehen und mir damals geschworen, nie mehr so blind zu sein.
    Ich war 17 und ich sehe mich und ihn und das Zimmer und das Wetter, was er sagt, wie er es sagt, wie er dabei guckt, einfach alles vor mir, als ob es gerade eben war.
    Und ich fühle es, richtig körperlich, was ich damals fühlte.
    Ich habe da einen veritablen Schaden.
    Deshalb sehe ich auch bei dir, was es wahrscheinlich gar nicht gibt.

    Hältst du uns bitte auf dem Laufenden ?

    LG frei, w 50
     
    • # 27
    • 13.04.2018
    • Lionne69
    @frei, Du weißt hoffentlich, dass ich Dich sehr mag, soweit es virtuell möglich ist.
    Gerade weil wir bei manchen Themen ähnlich ticken, Du mich oft zum lachen bringst, und bei anderen ganz anders.
    Hier z.B.
    Ich würde es ähnlich handhaben wie Svenja, mich täglich melden - vielleicht auch nur frühs und abends und fragen, ob mehr erwünscht ist, telefonieren, etc.

    So wie es bei mir ankommt, möchte er mit ihr vor allem Normalität und weder Thematisieren und Samthandschuhe.
    Also würde ich ihm wohl anbieten, ihm jederzeit zu zuhören, ihm sagen, dass wenn er es nicht thematisiert, ich aus Respekt nicht nachfrage, und nicht aus Desinteresse.

    Das Date für Samstag würde ich von meiner Seite aus fixieren - ist ja morgen. Da würde ich nicht die nochmalige Frage abwarten, sondern selbst fragen. Er kann Nein sagen.

    Im persönlichen Rahmen könnte Svenja ihm die Fragen, die sie hat, direkt stellen. Das ist einfacher als per WhatsApp oder Telefon, Blickkontakt ist eine andere Ebene, vor allem bei sensiblen Themen.

    Denn, wie eingangs zu bemerken, tickt jede*r anders.
    Was einem gut tut, ist dem anderen zuviel.

    Svenja, alles Gute.
    Lass Dich nicht verunsichern, folge Deinem Gefühl, und traue Dich zu fragen, wenn Du Fragen hast.
    Interpretationen liegen in 98% der Fälle daneben.
     
    • # 28
    • 13.04.2018
    • Thanis
    Hallo Svenja

    Ich geb zu, ich bin von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen. Nach 5mal Treffen würde ich auch nicht zur Beerdigung, wenn sie überhaupt in traditionellem Rahmen stattfindet, gehen.

    Warte das nächste WE einfach ab, schreib und sprich mit ihm wie Du es bisher gemacht hast.

    Zum Thema vorgetäuschter Tod der Mutter.
    So was Krankes hab ich ja noch nicht gehört. In dem Fall würde ich der Scheintoten den gesamten WA Verlauf per Mail zukommen lassen.
     
    • # 29
    • 14.04.2018
    • Svenja30
    Hallo ihr lieben,

    Also das Treffen heute fand statt. Es war total schön.

    Wir haben kurz über das Thema Tod gesprochen aber er meinte dann es sei noch zu frisch er möchte jetzt nicht weiter darüber reden.
     

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