1. Wie komme ich über diese Trennung hinweg?

    Hallo Ihr Lieben,
    ich habe hier vor 2 Jahren einen Mann kennengelernt. Wir waren 1 Jahr und 3 Monate zusammen. Es passte sehr gut und war eine schöne Zeit. Wir waren in Familien- und Freundeskreise ggs gut integriert und das Wichtigste:

    Ich habe ihn geliebt!
    Und er mich auch, zumindest sagte er das und ich fühlte es.

    Wir wohnen 140 km voneinander entfernt und zu 80% kam er am WE zu mir, da ich zu der Zeit einen alten, kranken Hund hatte und mein Kind erst 14 war.

    Wir sahen mittelfristig keine Möglichkeit näher zusammenzuziehen, da seine Arbeit sehr speziell ist und er sie nur an seinem Wohnort oder noch weiter weg ausführen kann.
    Ich hingegen habe an meinem Wohnort ein sehr gutgehendes Unternehmen, welches auch ortsgebunden ist.

    Das alles wussten wir natürlich vorher, haben uns aber verliebt und wollten zusammen sein.

    Er hat mich im letzten Jahr dann ohne Vorwarnung verlassen, weil er keine Fernbeziehung ohne Perspektive wollte. Bis heute hat er keine neue Freundin.
    Am Anfang wollte ich ihn umstimmen und er machte mir noch kurz Hoffnung. Ich dachte, ich überlebe das nicht. Habe wochenlang getrauert, mich mit einer Affäre abgelenkt.
    Danach kam der Hass auf ihn, weil er unsere Liebe verraten und weggeschmissen hat. Ich komme aus diesem Kreis von Trauer und Wut nicht heraus.
    Habt ihr einen Rat oder Erfahrung, wie lange dieses Loslassen dauert?
     
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  3. Du machst die typischen Phasen der Trennung durch. Nicht Wahrhabenwollen, dann Wut und Hass. Leider dauert das Ganze oft länger, als man anfangs glaubt. Vor allem, wenn man geliebt hat. Man liebt nicht alle Tage, und nicht jeder Flirt, nicht einmal jede ernste Beziehung ist mit der tiefen Liebe verbunden, die man im Leben für nur sehr wenige Menschen empfindet. Ich kann Dir aber sagen, dass Du da raus kommst. Du kannst es auch selbst befördern, indem Du ausgehst und Dich einfach mal mit einem anderen verabredest. Selbst wenn Du noch nicht so weit bist, eine neue Beziehung einzugehen, allein das Umsehen wird Deinen Blick ein kleines bisschen verändern und den Heilungsprozess beschleunigen. Hör trotzdem immer gut auf den Bauch! Die Trennungsgründe wirst Du möglicherweise erst Jahre später kennen oder verstehen, und letztlich spielen sie keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Du aus diesem emotionalen Tief rauskommt. Fast jeder hatte es einmal oder sogar mehrmals. Es gibt wieder Sonnenschein.
     
  4. Aus Erfahrung weiss ich , je heftiger die Gefühle, desto grösser der innerer Widerstand. Lässt du ALLE deine Gefühle zu oder versuchst du dich abzulenken oder zu funktionieren? Ich hatte mal so eine Geschichte,an der ich fast zerbrochen wäre. Ich habe versucht die starke , "souveräne" zu spielen. Habe im Kopf Gedanken kreisen lassen,warum weshalb. Irgendwann mal hatte ich weder Kraft noch Lust zu leiden. Um meinen Kopf zu beruhigen,habe ich an ihn einen Brief geschrieben. Ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht,sondern gesagt,wie ich mich fühle. Dass ich ihn sehr geliebt habe,dass ich verletzt war,als er dies oder jenes genacht hat. Also alles Ich- Bottschaften. Ich habe gemerkt, dass es mir ein bisschen besser ging. Danach habe ich mir einen Abend , wie ich sage, des Selbstmitleid gegönnt. Ich habe alle Gefühle zugelassen-Wut,Trauer,Angst,Verlassensein usw. Ich habe das nicht analysiert oder daran gedacht,sondern richtig mitten in Schmerz reingefühlt und mir Augen aus dem Kopf geweint,bis nichts mehr kam. Kurz vor dem Einschlafen ,weil ich fix und fertig war,habe ich plötzlich gespürt,wie irgendwas mein Körper verlassen hat und ich auf einmal ruhig und losgelöst wurde. Ich habe nichts mehr gespürt- keine Wut, kein Schmerz, keine Sehnsucht. Ich war wie befreit. In Psychotherapie werden Traumatas unter anderem durch Wiedererleben geheilt. In moderner Welt gibt es leider kein richtiger Raum mehr für Gefühle, der Mensch muss schnel wieder fit sein. Liebeskummer- vergiss den Typen,nimm den nächsten. Kopfschmerzen- schnell eine Tablette. Das ist Weglaufen und je länger läuft man weg, desto heftiger holt es einen ein. Deine Gefühle wollen eins- endlich wahrgenommen werden. Gib ihnen Raum.
     
  5. Ich kann mich da nur anschließen, diese Phasen sind normal und vor allen Dingen wichtig! Wenn es eine Beziehung war, die Dich wirklich berührt hat, ist es gut für Dich, diese Phasen zu durchlaufen. Du wirst eine Menge über Dich lernen, wenn Du bereit bist, genau hinzuschauen, was war und wie Du Dich fühlst! Also: Nicht mit dem Schicksal hadern und den Mann verfluchen (oder nur ein bisschen) und das Ganze als Chance begreifen. Ich hatte diese Gefühle nach dem Scheitern meiner Ehe, ich habe fast drei Jahre gebraucht, aber ich habe so viel über mich gelernt und kann sagen, dass ich heute ein anderer Mensch bin ... ich mag mich jetzt viel lieber! Lass Dir Zeit und geh‘ pfleglich mit Dir um, viel Glück wünsche ich Dir!
     
  6. Eins steht fest, Du schaffst das auch! Mein Ex und ich waren über acht Jahre zusammen und lebten 900 Km auseinander. Dass das nicht hält, ist irgendwie klar. Bei Euch mit einem räumlichen Abstand von 140 Km kann ich das nicht so recht nachvollziehen. Aber genau deshalb, sei froh, dass Du ihn hinter Dir hast. Er war feige, sonst nichts. Bist Du Dir sicher, dass er keine neue hat?
    Wahrscheinlich waren die Gefühle nur einseitig, denn wenn man sich wirklich liebt, findet man Lösungen... Alles Gute!
     
  7. Ich glaube, der Mann litt oder leidet genauso, auf seine Art. Er hat nicht aus heiterem Himmel Schluss gemacht, sondern eine absolut nachvollziehbare Begründung genannt. Vorher ist er dir zu 80 Prozent entgegengekommen. Vielleicht war das in anderen Beziehungsfragen ebenso? Vielleicht warst du dir seiner zu sicher und merkst erst jetzt, wie er dir fehlt. Mit der Affäre -sofern er davon mitbekommen hast- hast du ihn möglicherweise zusätzlich und unnötig verletzt.

    Auch ich lebe von meinem Freund 80 km entfernt, eine gute Stunde Fahrzeit. Wir sind seit knapp zwei Jahren zusammen, haben beide Kinder. Sein Sohn ist 13, meine Tochter wird bald studieren. Es war abgesprochen, dass ich zu ihm ziehe, wenn sie aus dem Haus ist. Ich merke, was für eine schwere Entscheidung das ist, obwohl es mir relativ leicht fallen würde, eine vergleichbare Stelle an seinem Wohnort zu finden. Dafür habe ich hier tolle Kollegen, einen sehr guten Freundeskreis, der mir viel bedeutet, Wohneigentum und liebe meine Heimat. Er ist selbstständig und hat einen festen Kundenkreis vor Ort, würde aber definitiv auch bei mir Kunden oder Arbeit finden.

    Unterm Strich wart ihr beide nicht bereit, euer gewohntes Umfeld aufzugeben bzw. nach tragbaren Alternativen zu suchen. Als einzig akzeptabelen Grund deinerseits sehe ich deine Tochter, aber selbst da hättest du zumindest zu 50 Prozent zu ihm fahren können und ihm zusichern können, später noch öfter bei ihm zu sein. Als Selbstständige hast du sicher viele Pflichten und Verantwortung, kannst aber auch besser deinen Arbeitsalltag gestalten, deligieren oder "kleinere Brötchen backen". Ich finde es schade, dass ihr keinen Weg gefunden habt. So bleibt nur eine schmerzhafte Trennung. Hättest du keine Affäre gehabt, hätte ich dir geraten, nochmal ernsthaft mit ihm nach einer Lösung zu suchen, denn ich könnte mir schon vorstellen, dass er ein ernsthaft interessierter, liebenswerter Mann ist und ihr nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habt. Ein bisschen schreibe ich das auch für mich, es zeigt mir, dass man für die Liebe auch mal über seinen Schatten springen muss und sich nie zu sicher sein sollte.
     
  8. Tja, kommt darauf an, was DU für ein Typ bist ...
    Eher emotional? @realwoman hat dir einen Rat gegeben, der wirken könnte...
    Eher rational? Dann lass ihn los - innerlich. Du weisst selber, er war kein Schlechter. Du weisst selbst, dass du seine Andeutungen nicht hören und verstehen konntest und wolltest. Zwinge dich dazu - wünsche ihm alles Gute für die Zukunft. Dann quälen dich deine Gedanken sehr schnell weniger, irgendwann gar nicht mehr.
    Ansonsten - lenk dich ab. Frauentypisch mit Shopping und neuer Frisur, allgemein durch Sport und Arbeit, Ausgehen und Freunde ....
    Good luck
     
  9. Guten Morgen,

    liebe FS,
    du könntest noch den Tisch mehrmals rundbeißen, wenn du runde Formen liebst und einen kostengünstigen Zahnarzt hast....

    Ich kann deine Gefühle verstehen, maße mir aber nicht an, das Verhalten deines Ex zu beurteilen, da fehlen jede Menge Infos.
    Ich denke aber, dass es Anzeichen gegeben hat, eine Trennung findet nicht von jetzt auf gleich statt. Vielleicht seid ihr Zweibeiden, diese kleinen Signale übergangen, habt sie nicht für wichtig erachtet, oder verdrängt.

    Du hängst jetzt wütend im Löwenkäfig fest, hast dich festgebissen.
    Da hilft nur, Wände verrücken und neue Räume schaffen: Einen für die schönen Erinnerungen und einen anderen für etwas Neues, was nicht in Gestalt eines neuen Partners, erschaffen werden muss.
    Mir haben Projekte jedweder Art geholfen, wie Möbel rücken, umstellen, Neugestaltung meiner Räume und meine Kunden, die ich zufriedenstellen durfte. Ebenso der Dialog mit der Natur und die eigene Betüddelung mit schönen Dingen, das Schwimmen in meiner mentalen Neugestaltung, die Hochhäuser bis zum Himmel entstehen ließen und vieles mehr. Das hatte mich immer weggebracht von dieser Enge, die sich um mein Herz legte. Allerdings war ich sehr darauf bedacht, Hass nicht in mein Herz zu lassen. Denn Hass lässt nicht zu, dass man Wände verrücken und mental Hochhäuser bauen kann.

    Liebe FS, es ist schon eine Weile her, meinst du nicht, dass du jetzt eine andere Entscheidung treffen solltest, statt dich mit würgenden Warums, Wiesos, Weshalbs, Wut und Hass zu beschäftigen und alles bis zum Erbrechen zu zerlegen, um Schuld, Fehlverhalten auf deiner und der anderen Seite raus zu bröseln. Die machen es nicht leichter, sondern häufen unnötigen Seelenmüll an. Selbstreflektion ja, aber bitte in Maßen.

    Nun und nur die Götter wissen, ob es dich nicht vor etwas bewahrt, was dich vielleicht viel mehr aus dem Gleis gerissen hätte. Ich durfte diese Erfahrung machen und hüte mich heute davor, gegen das Schicksal so aufbrausend zu monieren. Hätte ich in frühester Zeit diese Trennung akzeptiert, wäre stark genug gewesen, um nicht neuerlich mich auf Etwas einzulassen, was mich 10 Jahre meines Lebens gekostet hatte, ein Wust von Enttäuschungen, Täuschungen, Verrat und ganz besonders einen sehr großen materiellen Schaden zu verarbeiten und zu verkraften, wäre mir erspart geblieben. Dieser Cocktail hat mich gerüttelt und geschüttelt und unnötig viel Energie gefordert.
    Heute sind Trennungen etwas, was mich lehren lässt, meinem Ziel näher zu kommen, auch wenn ich hoffe, dass mein Liebster nicht für ewig, so doch für immer, an meiner Seite weilt. Aber ich weiß, es gibt für Nichts eine Garantie, kann aber mit meinem Liebsten zusammen an einer Garantieverlängerung arbeiten.
     
    • # 8
    • 18.06.2018
    • frei
    Wie lange es dauert, können wir nicht wissen, aber eins ist sicher: irgendwann ist es vorbei.

    Irgendwann kannst du wieder lachen.
    Irgendwann merkst du, dass du den ganzen Tag nicht an ihn gedacht hast.
    Irgendwann kommt der Punkt, an dem es dir egal ist, ob er eine Neue hat.

    Ich finde, es sieht ziemlich gut aus, wie du die Phasen der Verarbeitung beschreibst.
    Auch die Wut.
    Ich finde, du bist auf einem guten Weg und am Ende wirst du wieder fröhlich sein, so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Lass einfach zu, dass du da jetzt durch musst, ich denke, je eher du es akzeptierst, dass du jetzt traurig oder wütend bist, umso schneller ist es vorbei.

    Stell dir zwei Arten von Schmerzen vor.
    Das eine sind diffuse Schmerzen in den Beinen, mal sind sie da und dann wieder nicht. Du erkennst keinen Zusammenhang mit Belastungen und du rennst von Arzt zu Arzt, aber keiner kann dir direkt helfen. Das ist mies und es macht Angst, nicht ?
    Angst, dass es vielleicht nie mehr besser wird und wie dann das Leben aussieht.

    Und jetzt stell dir vor, du bist hingefallen und hast dir allerübelste Schürfwunden zugezogen, die höllisch brennen.
    Kriegst du es da auch mit der Angst ? Nee, richtig ? Weil du weißt, dass in vier Wochen wieder alles verheilt sein wird oder in zwei.

    Stell dir deine Situation als Schürfwunde vor.
    Du weißt doch ganz genau, wo der Schmerz herkommt.
    Und ganz genau, dass er irgendwann vorbei sein wird.
    Also brauchst du keine Angst zu haben.

    Geh einfach durch das Jammertal durch, am Ende stehst du wieder auf dem Berg und da scheint die Sonne.

    w 51
     
  10. Wenn ich jetzt ein Mann wäre, würde ich Dein EP Profil besuchen und mal schauen was Du in Deinem Profil versprichst.
    Oder hast Du in Deinen Texten Deine Wut und Deine Trauer thematisiert? Absolut daneben sich in so einer Phase auf einer PB anzumelden.
    Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und fang nicht an mit Männern zu spielen, weil Du meinst er hätte Dir etwas getan. Er hat einfach für sich entschieden, dass ihr keine Perspektive habt.
     
  11. Es ist ziemlich genau so, wie @frei es beschreibt: Irgendwann kommt der Tag, an dem Du abends feststellst, ups, ich habe heute gar nicht an ihn gedacht ... Das wird eine große Befreiung sein, kann aber dauern. Mir persönlich hat es sehr geholfen, dass ich mich irgendwann von ihm und seinem Verhalten gelöst habe und bei mir geblieben bin. Mein eigenes Verhalten analysiert habe und mich dann auch ernsthaft gefragt habe, warum ich in bestimmten Situationen eben so und nicht anders gehandelt habe. Damit hatte ich dann so viel zu tun, dass er immer mehr in den Hintergrund rückte! Und ich lernte mich von Woche zu Woche besser kennen. Nutze diese Chance und habe keine Angst! Wenn Du versuchst zu verdrängen, wird es Dich einholen. Bei hoher Emotionalität können Panikattacken uvm auftreten. Friseurbesuche und Shoppen können für ca. drei Stunden ablenken, sind aber definitiv keine Hilfen auf Dauer
     
  12. Vielen Dank für Eure vielen Denkanstöße, Tipps und Erfahrungen! Es hilft auch zu wissen, dass wohl viele Menschen solche Verluste erfahren haben.

    Ich dachte auch, wenn man sich liebt findet man einen Weg. Zumal wir beide sehr gut verdienen und sogar Mal über eine Drittwohnung in der Mitte nachgedacht haben.

    Und ja, es gab wohl doch Anzeichen, die ich nicht sehen wollte. Ich hatte gesagt, ich wolle nicht mit ihm und meinem Kind unter einem Dach wohnen, weil die beiden keine besonders gute Beziehung zueinander hatten, bei Teenies auch normal, denke ich. Dies wurde allerdings mit der Zeit immer besser.

    Trotzdem wollte ich erst in einigen Jahren zusammenzuziehen (in die Mitte). Dass es ihm soo wichtig war, kommunizierte er nicht eindringlich oder ich hab's nicht kapiert.

    Als ich dann checkte, dass er unzufrieden ist, war es schon zu spät und meine Gesprächsangebote blockte er ab.

    Und Thanis, Du hast Recht, man sollte sich nicht auf Singlebörsen rumtreiben, wenn man emotional noch nicht wieder frei ist. Das tun sehr viele, aber das ist ein anderes Diskussionsthema.

    Also, danke nochmal für Euren Zupsruch
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
  13. Hallo @Miamara,

    wie lange genau es dauert, ist unterschiedlich.

    Beschleunigen kann man es NICHT, indem man "einfach mal mit einem anderen ausgeht" oder "feiern geht" oder "sich in die Arbeit stürzt". All dies funktioniert NICHT, wenn man zügig loslassen will.

    Das einzige das hilft ist: Alles fühlen. All die Liebe, die noch da ist, all die Wut, den Hass.

    Manchmal kann sich das anfühlen, als hört das Herz auf zu schlagen.und man stirbt vor Trauer. Oder als ob es nie aufhört.

    Die oben genannten Dinge, wie "feiern gehen", "arbeiten" etc. schaffen Linderung, indem sie einen ablenken vom fühlen. Das fühlt sich besser an, weil man, da man ja abgelenkt ist, nicht weint, z.B.


    Insgesamt führen alle Ablenkungsmanöver jedoch dazu dass der Trauerprozeß länger dauert.

    Es kann sinnvoll sein, sich abzulenken, weil der geballte Schmerz vielleicht zu viel ist und es nur ertragbar ist häppchenweise Schmerz zu fühlen.


    Bei mir ist es nun 2,5 Jahre her. Ich war immer wieder schon einmal an dem Punkt, dass ich geglaubt habe, es sei endlich geschafft - doch dann sitze ich doch plötzlich abends wieder da und weine um meine verlorene Liebe.


    Bei einer guten Freundin hat es über 10 Jahre gedauert. Andere verarbeiten anscheinend sehr schnell.


    Ich glaube, wenn man wirklich geliebt hat dauert es sehr lange. Es geht mit dem anderen Menschen, mit dem man innig verbunden war, ein Teil von einem selbst. Das ist das, was sich so.anfühlt als ob einem ein Teil des Herzen herausgerissen würde.

    Man wandelt sich. Glaubenssätze zerbersten. Die Definition von dem was "ich" ist zerfällt in tausend Teile und man.erfindet sich neu. Das alles braucht seine Zeit.

    Wichtig ist: Besonders gut zu sich sein. Geduldig sein. Und gute Freunde, die empathisch zuhören können.
     
  14. Guten Morgen,

    du irrst, das ist keine kurzweilige Ablenkung, auch kein Verdrängen, sondern eine Verschiebung der Energie. Trauer ja und alles, was dazu gehört und dann einen Schlussstrich ziehen und sich anderen Energien zuwenden. Wenn man das aber weiterhin braucht, Leid und Trauer gerne spüren möchte, dann muss man das tun.
    Zu einem wirklichen Ab- und Verarbeiten gehört auch eine Konsequenz, die Bereitschaft einen Punkt zu setzen und sich dem Leben wieder zuzuwenden.

    Die FS will das nicht mehr, so habe ich das gefühlt gelesen und so braucht sie sicher keine Tipps, wie man sich in dieser Trauer badet und suhlt und welche Zeit es dauern könnte. Zeit ist nicht statisch und es liegt an einem Selbst, wieviel Zeit und Raum man seinem Drama geben will.
    Wenn man keine Seelendiät durchhält, läuft man ewig und ein lebenlang mit dieser Trauer im Schlepptau und verbaut sich seine Zukunft, verschwendet Lebensenergie. Wenn wir ständig unsere Wunde kratzen, wird sie immer wieder aufbrechen und nicht heilen können. Damit etwas heilen kann, müssen wir uns aus der Trauerkammer rausbegeben und uns auf das aktive Leben konzentrieren und tätig werden.
     
  15. Das Loslassen dauert so lange, wie Du Dir das Leben nicht angenehm und bequem ohne Partner einrichtest und Dich quälst. Sei gut zu Dir! Geh zum Friseur, koch Dir Dein Lieblingsessen, decke den Tisch königlich mit Deko, Kerzen und allem, kauf einen riesigen bunten Strauß Blumen und stell ihn in die Wohnung, geh zur Massage, kauf Dir ein tolles Kleid und setz Dich damit bei Sonnenstrahlen in ein Café nach einem Einkaufsbummel, kauf Dir ein symbolisches Schmuckstück für diese Zeit....... Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    Erst dann wirst Du heilen und wachsen!
     
  16. Auszug aus dem Lied: Es kummt wieder a Sommer

    I bin seltsam ratlos, kann nur sag'n, dass i des kenn
    Ma muß wenn was feststeckt, si was Neich's (Neues) überleg'n
    A wirklich Lösung, diest nur selbst finden kannst
    Die wird ihr' Zeit brauchen - aber sie kommt, hab ka Angst

    Es kommt wieder a Sommer und der fangt di dann auf
    I weiß, das klingt ziemlich flach, doch i schwör absolut drauf
    Die schlimmste Zeit verliert ihr'n Druck
    Wenn i ma klar mach, 's kommt a bess're
    Später denk i lächlend zruck

    Letztendlich sehe ich das auch so. Ich bin jetzt seit mehr als drei Jahren getrennt. Sie ist gegangen - im sehr guten, weil bestimmte Dinge nicht mehr passten. Wir haben uns geliebt. Sie hat es nicht mehr gefühlt. Erst vor wenigen Wochen gab es den ersten Tag, an dem ich nicht mehr an sie dachte. Und dennoch werde ich noch in den letzten Zügen meines Lebens an sie denken. So einen Menschen finde ich nie wieder.
    Wichtig war bei meinem Ritt durch die Hölle, das zulassen der Gefühle. Je tiefer ich mich hab fallen lassen, desto besser ging es mir danach. Verstecken, einen auf Verdrängung machen hat überhaupt nicht geholfen.

    Lass es zu. Ich drück Dich

    M 48
     
  17. Ach herrje, hier nochmals die FS.
    Ist das nicht einfach zuu traurig?
    Es ist schon schwer, überhaupt jemanden zu finden, mit dem es passt.

    Und wenn dann noch gleichzeitig bei beiden die Liebe hinzukommt, sollte man meinen, man bekommt es hin, trotz nicht optimaler äußerer Umstände.

    Ich tue mir bewusst viel Gutes und trauere auch bewusst, dies allerdings sehr oft und dann kommt Wut und Verachtung hinzu, weil ich mir sicher bin, dass es ihm auch sehr weh tut.
    Er ist so ein Typ, der gerne seine Vorstellungen durchsetzt und wenn dies nicht klappt, trotzig reagiert.

    Ich habe auch Angst, dass wenn ich mich irgendwann nochmal verlieben sollte, es versemmeln werde weil ich nicht mehr vertrauen kann und denke:"Heute sagt er bestimmt, er geht!"
    Wirklich kompliziert alles.
     
  18. Den Verstand zu benutzen ist immer hilfreich, natürlich. Nur ist Schlussstrich ziehen eine Kopfsache ist. Man kann leider nicht willentlich entscheiden,wann man zu leiden aufhört. Aus eigener Erfahrung weiss ich , und viele Foristen werden es bestätigen und Cho Oyu hat auch gerade geschrieben, je tiefer man sich in die eigene emotionale Hölle begibt, desto freier fühlt man sich und desto schneller verläuft das Abschliessen.
     
  19. ...diese Höllen-Variante hatte bei mir nicht funktioniert und darum habe mich am männlichem Verhalten orientiert....Holz hacken, Höhle und Friedenspfeife mit sich rauchen.
    Heilungsprozesse lassen sich abkürzen, bevor sich das Gefühl, nicht mehr vertrauen zu können, festfrisst. Ich hatte keine Angst vor neuen Enttäuschungen, weil ich vertrauensvoll wusste, das es auch gut gehen kann. Das bedeutet für mich Freiheit und das Gefühl, es abgehakt und verarbeitet zu haben.
     
    • # 19
    • 19.06.2018
    • frei
    Ich denke, diese Angst ist nicht unbegründet.
    Alles was wir erleben, hinterläßt Spuren, wir haben keinen Reset-Knopf.
    Ich habe das hier schon ab und an erzählt: auch ich wurde mal ohne Vorwarnung verlassen und war danach nie mehr so unbeschwert wie davor.
    Ohne Vorwarnung ist natürlich Quatsch, es gibt immer Anzeichen. Ich hatte sie nur nicht erkannt. Im Nachhinein dann aber doch und in späteren Beziehungen habe ich Anzeichen gesehen, auch wenn gar keine da waren.

    Ich war danach sehr empfindlich, sicher zu empfindlich, aber dass du dich nun nicht mehr so komplett entspannen wirst, halte ich für nicht unwahrscheinlich.
    Man nennt das 'lernen'.
    Versuche, mit deinem Verstand gegen dieses Gefühl zu setzen. Dir zu sagen, dass der Künftige ein anderer Mann mit anderem Verhalten ist.
    ...naja, das weißt du selbst...

    Mir sind aber noch zwei Ideen eingefallen, wie du vielleicht deinen Schmerz etwas lindern kannst.
    Vielleicht passen die nicht zu dir oder sind zu banal, aber ich sage es einfach, ok ?
    - wenn ich mich über etwas aufzuregen drohe, überlege ich, ob mir die Sache in z.B. einer Woche oder einem Jahr, je nachdem, noch wichtig erscheinen wird. Ob ich in einem Jahr noch daran denke. Wenn ich das verneinen kann, und das kann ich wohl nahezu immer, kann ich mich auch jetzt gleich abregen.
    Das klingt banal, aber bei mir funktioniert es.
    Bei dir vielleicht auch ein kleines bisschen.

    - ich leide, ich schäme mich für etwas, etwas tut mir weh. Dann denke ich an andere Menschen. Ich bin auf der Straße und gucke mir andere an. Die alte gebeugte Frau, die alleinerziehende Mutter, das schöne Mädchen, ein kleines Kind, die Kassiererin...und denen erzähle ich von meiner Schmach oder meinem Schmerz. Werden die entsetzt sein ? Mich zutiefst bemitleiden ? Nein, sie werden sich an den Kopf greifen und mir von ihren Problemen erzählen, die ich wiederum nicht so wahnsinns schlimm finde ( nehmen wir schlimme Dinge mal aus ).
    Auch diese Überlegung hilft mir, zu erkennen, dass alles relativ ist. Dass die Welt sich weiter dreht, obwohl ich mich gerade bis auf die Knochen blamiert habe.
    Stichwort: ich nehme mich nicht so wichtig.
    Mir hilft das ungemein.

    Liebeskummer tut irre weh, gar keine Frage, aber die Welt dreht sich weiter und du wirst wieder fröhlich sein. Garantiert.

    w 51
     
  20. Ich weiß, dass man das in Deiner Situation nicht hören möchte, aber die Zeit bringt es. Lebe weiter, mach "Dein Ding", suche Gesellschaft von anderen. Nach und nach verblasst der Kummer.

    Streiche ihn aus Deiner "Liste" der Kontakte: Nicht mehr schreiben, kein Kontakt mehr. Er lebt sein Leben. Basta. Hat Dich nicht mehr zu interessieren. Nochmal basta !
     
  21. @Mintgrün

    Mega-toller Beitrag. <3

    Genau das hat mir gut getan. Ich hab verrückte Shoppingtouren gemacht..und jetzt eine Minirocksammlung und ausgefallenen Schmuck.

    Beides zieht Blicke auf sich. Also...hab ich meinen Liebeskummer verwandelt in viele Möglichkeiten, einem neuen Mann ins Auge zu fallen.

    Ich hab genau das Richtige getan. Danke, das hab ich gerade durch Deinen Beitrag verstanden. <3
     

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