• 10.02.2017
    • Kirschblüten

    Wie kann sich unsere Beziehung weiterentwickeln?

    Hallo,

    das ganze ist ein schwieriges Thema, aber ich möchte gerne wissen was andere dazu sagen.
    Ich und mein Freund sind beide 29, er wohnt noch bei den Eltern und ich in einer Wohnung.
    Wir sind jetzt bald 3 Jahre zusammen und ich würde gerne mal zusammenziehen, jedoch hat sich mein Freund bisher geweigert. Er muss seine Eltern nämlich finanziell unterstützen, weil sie sich sonst die Wohnung angeblich nicht leisten können. beide sind in Pension und reisen sehr viel, 3 Wochen China, 2 Wochen Brasilien.... haben ein Haus, vermieten eine Wohnung,.. zumindest wirkt es nicht so als wären sie "arm".
    Jetzt kommt dazu dass sein Vater einen Unfall hatte und bettlägrig ist. Natürlich kümmert sich mein Freund um ihn. Seine Geschwister sind quasi nie da zum helfen (wohnen auch nicht mehr daheim) und spannen seine Mutter noch zum Babysitten und Haushalt machen ein, während mein Freund sich (neben einem Vollzeitjob im Krankenhaus) um seinen Vater kümmert.
    Diese Situation belastet unsere Beziehung da er nicht bei mir übernachten kann/darf und er immer auf Abruf bereit ist. Treffen können wir uns nur 2-3 Stunden weil er dann wieder heim muss seine Mutter ablösen.
    Natürlich übernachte ich bei ihm aber man kann sich vorstellen dass es nicht prickelnd ist wenn seine Eltern im Nebenzimmer sind und alles hören was wir reden.
    Ich kann voll und ganz verstehen, dass er sich um seinen Vater kümmert. Ich tue dasselbe da mein Vater alleine ist und niemanden hat. Trotzdem lebe ich auch mein Leben, mein Dad würde auch nie verlangen dass ich immer bei ihm bin. Außerdem teile ich mir die Arbeit mit meinem Bruder, der jedoch oft wegen der Arbeit unterwegs ist.

    Ich weiß nur nicht wie das weitergehen wird... ich wünsche mir Familie und will mir mit meinem Freund eine Zukunft aufbauen. Nur geht das schwer, wenn er daheim wohnt. Durch die Krankheit seines Vaters wird er sich noch weniger lösen können.
    Diese Situation ist einfach total scheiße.... einerseits kann ich verstehen dass sich mein Freund kümmert aber andererseits leidet unsere Beziehung darunter. Trotzdem will ich ihm keine Vorwürfe machen weil es um seinen Vater geht.... auch wenn es mich total fertig macht.
    Manchmal hab ich sogar das Gefühl dass ihm das eh so passt... dass er nicht ausziehen muss bzw einen Vorwand hat daheim zu wohnen :(

    Vielleicht hat jemand ja schon Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben oder eine andere Sichtweise vermitteln.
     
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    • # 1
    • 10.02.2017
    • INSPIRATIONMASTER
    Er selbst entscheidet das, sonst niemand, ihm ist das so recht, die Schein - Argumente Vater und Co. benützen zu können!!
    Da du das verstehen kannst, kannst du damit leben, ich kann das nicht verstehen!
    Natürlich! Er möchte nicht mit dir zusammen leben! Solche Erfahrungen sind ausreichend bekannt. Mein Tipp: bleibe bei ihm und warte unendlich oder aber verlasse ihn, du wirst es nicht ändern!!
     
    • # 2
    • 10.02.2017
    • void
    Also reisen können sie dann nicht mehr, wenn der Vater einen Unfall hatte und nun bettlägerig ist, und ich denke auch nicht, dass es am Geld gelegen hat. Mir scheint auch, dass Dein Freund (noch) keine Ambitionen hat, aus dem Elternhaus auszuziehen, warum auch immer.
    Mit Dir zusammenziehen kommt ihm auch nicht in den Sinn, dh. er vermisst nichts in seinem Leben, was das betrifft.

    Wie wäre es denn, wenn ihr in eine Wohnung zieht? Wohnt ihr in der gleichen Stadt, müsste einer viele Kompromisse machen, also lange fahren, wenn der jeweilige Vater gepflegt wird oder wenn es zur Arbeit geht? Könntet ihr euch eine Wohnung leisten, die mit Haus und Garten (?), die Dein Freund jetzt hat, mithalten kann?
    Das alles können ja Überlegungen von ihm sein, dass es ihm nicht sinnvoll erscheint auszuziehen. Und vielleicht will er auch nicht mit Dir zusammenziehen, dh. er müsste eine eigene Wohnung haben, die ihm aber wenig nutzbringend erscheint, wenn er nur zum Schlafen dorthin kommt, da er erst Vollzeit im Krankenhaus arbeitet und dann den Vater umsorgt. Dafür ist es ihm vielleicht zu teuer?

    Auf jeden Fall scheint ihm sein Leben, so wie es ist, richtig und er macht anscheinend keine Pläne für EUCH wie Du. Dass es ätzend ist, wenn die Eltern nebenan sitzen, muss ihm ja auch klar sein. Vielleicht ist er auch emotional abhängig, z.B. wenn die Mutter immer jammert, wie wenig sich die anderen Geschwister kümmern und ihn lobt, dass er wenigstens da ist. So ein Lob kann sehr schädlich wirken.
     
    • # 3
    • 10.02.2017
    • prinzessin22589
    Der wird nie ausziehen und das nicht weil es nicht geht, sondern weil er nicht will. Er schläft ja nicht mal bei dir und du machst das alles so mit. Dein Freund hat in seinem Leben seinen Eltern die aller erste Priorität zugeordnet und der Beziehung die allerletzte. Du hast jetzt 2 Möglichkeiten, entweder du lebst damit und findest dich damit ab und hörst auf darüber nachzudenken und dich zu ärgern, denn ändern wird sich daran nie etwas, oder du trennst dich und suchst dir einen Mann der etwas für dich empfindet und der eine Zukunft mit dir aufbauen möchte, eine Familie mit dir gründen möchte. Dein jetziger Freund wird das nie, ist dafür ungeeignet.
     
    • # 4
    • 10.02.2017
    • Moona
    Wenn dieser hier keine Eltern hätte, die ihm Verpflichtungen bringen, dann hätte er einen anderen Weg gefunden, Dich, liebe Fragestellerin, gekonnt auf Distanz zu halten. Sehr gekonnt sogar. Denn moralische Verpflichtungen lassen sich schwer wegdiskutieren, verschaffen ihm ein ständig verfügbares Instrument, um Dich auf Distanz zu halten und sich selbst vor Deinen Beziehungswünschen zu schützen.

    Ich will jetzt nicht religiös werden, aber bei solchen Konstellationen muß ich immer an das Bibelwort denen:"...... und darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und er wird zu seiner Frau halten und die beiden werden ein Fleisch sein........"

    Dein Wunsch nach Familie und Zusammenziehen wird er Dir nicht erfüllen. Und zwar nicht, weil er nicht kann, sondern, weil er nicht will. Und nun bist Du dran. Denn er wird nichts ändern. Warum denn auch. Läuft doch prima. Er hat nur so viel Partnerschaft, wie er will. Hier wird sich nur was ändern, wenn Du was änderst. Und ich befürchte, dass Du hier aufs falsche Pferd gesetzt hast.

    Wieder einmal ein Beispiel, wie facetten- und ideenreich Beziehungsvermeider vorgehen. Und nun rate mal, wer hier der Mops ist. Andere haben Kinder oder schieben die Arbeit vor. Irgendwas findet sich immer.
     
    • # 5
    • 10.02.2017
    • Jana_09/15
    Die (Wohn-)situation hab ich jetzt nicht ganz verstanden.
    Leben alle zusammen in dem Haus der Eltern oder in einer Wohnung? Hat der Freund eine eigene Wohnung dort, oder nur ein Zimmer? Verpflegt und versorgt er sich selbst, oder macht alles Muddi (Kochen, Waschen..)? Warum müssen die Eltern dort wohnen bleiben und können sich keine kleinere (günstigere) Wohnung nehmen?

    Und: ist der Vater nun auf unabsehbare Zeit bettlägerig oder nur kurzzeitig nach seinem Unfall?
     
    • # 6
    • 10.02.2017
    • Lebens_Lust
    Eine schwierige Situation, die ich aus einer ähnlichen Konstellation sehr gut kenne.
    - Finanzielle Unterstützung der Eltern muss nicht darin bestehen, bei ihnen zu wohnen.
    - Eltern sollten so weit auf eigenen Füßen stehen, dass "Kinder" ihr Einkommen für den Aufbau ihres eigenen Lebens nutzen können.
    - Ihr seid beide Ende zwanzig, seine Eltern werden noch relativ jung sein und die Situation kann ewig andauern. Jetzt wird der Vater gepflegt, dann wird die Mutter gepflegt, weil sie natürlich nicht alleine bleiben kann, dann ist er 50. Für die Geschwister eine bequeme Situation, die er teuer bezahlt. Wenn ein Haus da ist, ist auch Geld da, um Pflege zu bezahlen.
    - Eure Beziehung ist nach drei Jahren auf dem Stand, dass ihr zusammenziehen solltet, wenn ihr Familie haben möchtet. Nicht im Haus seiner Eltern...

    Aus meine Perspektive solltest Du unmissverständlich klarmachen, dass diese Situation für Dich auf Dauer nicht tragbar ist. Die Konsequenz, wenn auch schmerzlich, solltest Du tragen, wenn er nicht einlenkt. Aus meiner Erfahrung ist das für ihn keine einfache Situation. Wenn er wirklich komplett bei seinen Eltern wohnt, wird es für ihn schwierig sein, das zu ändern. Wenn er es nicht ändert, wirst Du keine dauerhafte Beziehung mit ihm haben und auch keine glückliche Familie. Ziehe die Bremse rechtzeitig, auch wenn es Dir schwerfällt.
    Es ist sein Leben, es ist Dein Leben. Niemand ist verpflichtet, sein eigenes Leben komplett zu vernachlässigen, um Eltern zu helfen. Das mag für Dich hart klingen, aber, wie oben schon geschrieben, ich habe eigene Erfahrungen. Es geht auch, ohne dass Dein Freund sich opfert, wenn auch unbequemer für die Beteiligten. Du musst Dich nicht beteiligen.
     
    • # 7
    • 10.02.2017
    • schwalbenweg
    Du siehst und fühlst absolut richtig. Dein Freund hätte schon längst eine Lösung für eure Zukunft finden müssen und können, wenn ihm die wichtig wäre.

    Ihm gefällt es so. Zum einen hast du dich ihm immer angepasst, zum anderen scheint er den Wunsch nach einem richtigen Zusammenleben mit dir nicht zu verspüren. Du musst also für dich eine Entscheidung treffen.

    Ich würde ihm deutlich sagen, dass du die Situation immer unverbindlicher und unbefriedigender empfindest und ihn um eine Lösung bitten. Verzichte dabei mal auf dein Dauerverständnis und stelle deine Wünsche in den Mittelpunkt. Er ist fast 30 und die Eltern für ihre finanziellen Belange selbst verantwortlich. Bei Reisen und Immobilienbesitz müssen sie halt umdisponieren, dieses Argument ist unhaltbar. Schwieriger ist das mit der Pflege, aber auch dafür gibt es andere Lösungen. Vorausgesetzt dein Freund will sich 1) abnabeln und 2) mit dir zusammenleben und eine eigene Familie gründen.

    Unternimm wieder mehr mit Freunden und fahre nicht mehr so oft in das Haus seiner Eltern. Entweder wird er dich vermissen und sich was Tragfähiges einfallen lassen oder du musst dich ihm weiter anpassen oder dein Leben ohne ihn gehen.

    Leider hast du zwei Jahre zu lange deine Bedürfnisse zurück gestellt. Es wird höchste Zeit, Klartext zu reden und notfalls die Konsequenzen zu ziehen. Ewiges diskutieren und unzufrieden sein bringt nämlich gar nichts.
     
    • # 8
    • 10.02.2017
    • kobaltblau
    Also mich würde am meisten stören, dass er nicht mal einen normalen Abend mit Frühstück am nächsten Morgen mit dir verbringen kann, das ist schon sehr einschränkend, du lebst wie ein Single. Finde ich etwas seltsam. Da sich sehr wohl auch die Mutter mal einen Abend allein kümmern kann, sollte das doch machbar sein? Hat er gar kein Bedürfnis mal einen Abend aufzutanken auswärts?
    Auch dass vor der Krankheit des Vaters schon so wenig Tendenz da war sich abzunabeln, für 29 Jahre etwas kurios, aber gut, mir sind derart suspekte Familienverhältnisse schon begegnet. Ich würde hier eher Abstand nehmen, wenn du eine gesunde normale Familie aufbauen willst.
     
    • # 9
    • 10.02.2017
    • Tom26
    Hmmm ... da sind einige Fragen offen:
    Wie wohnt er denn dort ? Nur ein Zimmer ? Oder eigene Wohnung im Haus der Eltern ?
    Vater ist bettlägerig ...ok ... bleibt das für immer so ? Oder ist er in 2 Monaten wieder halbwegs fit ?
    Ist die Zeit überschaubar, würde ich in jedem Falle warten.
    Ist er der Typ "Muttersöhnchen"?
    Scheut er generell davor zurück, Verantwortung zu übernehmen ?
    Spart er so evtl auf eine Eigentumswohnung ? Oder zahlt eine ab ?

    So kann man nicht wirklich was dazu sagen ... sorry
     
    • # 10
    • 10.02.2017
    • Kirschblüten

    Seine Eltern haben eine Wohnung und er wohnt dort in seinem Kinderzimmer.
    Wie das mit seinem Vater weiter geht ist schwer zu sagen, er muss OPs machen. Von wieder gesund über komplette Lähmung bis zum Tod ist alles offen :(
    Muttersöhnchen Würde ich fast sagen... er betont immer er wäre sehr selbstständig etc, aber musste feststellen dass nicht alles stimmt. Manchmal kocht er, aber Wäsche waschen macht zb seine Mama. Einmal hat sie sogar sein Zimmer aufgeräumt bevor ich gekommen bin.
    Abzahlen tut er nichts und das Argument mit sparen kommt auch auf. Er spart sich halt viel Geld wenn er so lebt und er spart für uns. Nur kA wann er genug gespart hat um auszuziehen.

    Warum seine Eltern sich keine kleinere Wohnung nehmen weiß ich nicht. Es sind beide über 60 und wollen vl dort bleiben. Außerdem weiß ich ja nicht ob seine Aussage stimmt. Vielleicht habem seine Eltern eh kein Geldproblem....

    Seine ganzen Freunde wohnen zudem noch in der Nachbarschaft. Das is auch ein Grund warum er dort leben will. Wir haben uns geeinigt eine Wohnung zu nehmen die "in der Mitte" liegt. So komme ich schnell zu meiner Familie und er auch.
    Haben sogar schon ein paar Wohnungen angesehen aber mehr nicht.
    Achja wir wohnen in derselben Stadt.

    Vor der Erkrankung seines Vater hat er schon bei mir geschlafen, manchmal auch 4 Tage hintereinander, jedoch meint er er muss/will auch zumindest einmal in der Woche daheim schlafen (er hat auch Nachtdienste). Das mit der Krankheit ist erst seit einem Monat so schlimm geworden.

    Ich hab schon oft überlegt ob ich es beenden soll... aber wenn ich es jetzt tue lasse ich ihn in dieser schweren Zeit alleine. Und natürlich steh ich dann als Arsch da weil ich kein Verständnis für seine Situation habe...
     
    • # 11
    • 10.02.2017
    • annie83
    Liebe FS
    Ich denke, mit etwas Distanz betrachtet ist ein Fehl-Management der familiären Ressourcen zu vermuten. Die Mutter könnte sich um den Vater kümmern, spielt stattdessen Babysitter für die Enkel. Die (älteren?) Geschwister wälzen ihre Aufgaben an die bereits belasteten Eltern ab, statt dass sie den Ernst der Lage erkennen. Sie wissen ja, der Bruder ist noch zuhaus' und schaut schon zum Rechten.
    Da dein Freund Krankenpfleger ist, vermute ich bei ihm eine Art Helfersyndrom. Er will für alle da sein. Dabei macht er es vielleicht seinen Patienten recht, den Eltern und Geschwistern, für dich und ihn reicht's dann nicht mehr.
    An deiner Stelle würde ich ihm - gewaltfrei und ohne böse Unterstellungen - mitteilen, dass du auch Bedürfnisse hast. Dass du ihn liebst und vermisst. Dass du ihn einerseits verstehst, andererseits es so für dich zu wenig ist. Überleg' dir vielleicht einen ersten Schritt, den du dir wünschen würdest. Ich persönlich würde erstmal wünschen/fordern/erbeten, dass er die Wochenenden in deiner Wohnung verbringt. Die Geschwister können dann gern mal bei den Eltern vorbeischauen und helfen. Ansonsten kann er mit den Geschwistern auch überlegen, einen externen Pfleger anzuheuern, denn für Verwandte ist Pflege sehr belastend.
     
    • # 12
    • 10.02.2017
    • moringa
    Für jede Beziehung, bzw. jegliches eigene Leben ist diese Situation der Killer. Wenn der Vater nicht in absehbarer Zeit wieder fit wird, wie will dein Freund das dann organisieren? Sein ganzes Leben lang um ihn herumspringen? Seine eigene Zukunft opfern? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Menschen die andere pflegen nach einer Weile einfach ausgelaugt sind. Die eigenen Interessen bleiben auf der Strecke und sich abzunabeln fällt immer schwerer aufgrund von schlechtem Gewissen, Verpflichtungsgefühl etc. Da muss man leider, so dumm es sich anhört, lernen egoistisch zu sein.

    Es ist dennoch komisch, dass er schon davor nie ausziehen wollte. Mir wäre mein eigenes Wohl wichtiger. Ich strapaziere doch meine Beziehung nicht dermaßen, damit meine Eltern riesen Urlaube machen können. Wenn sie wirklich so knapp dran sind, dann sollen sie sich eine kleinere Wohnung zulegen. Er könnte sie ja dennoch ein wenig finanziell unterstützen wenn sie es so nötig haben, aber eine eigene Wohnung hätte ich mir längst gesucht.
    Das Verhältnis in dieser Familie klingt sehr merkwürdig. Da hilft nur ihm ganz konkret zu sagen, wie unglücklich du mit dieser Situation bist. Wenn er das nicht einsieht oder ggf. sich einfach nicht abnabeln will, musst du dir überlegen, ob du noch weiter damit leben kannst.
     
    • # 13
    • 10.02.2017
    • Pfauenauge
    Dein Freund hat bereits eine Hauptbeziehung, die zu seinen Eltern.
    Eine Beziehung kann sich nur weiterentwickeln, wenn beide mitziehen. Dann Freund vertieft gerade die Beziehung zu deinen Eltern. Da kannst du gar nichts machen, ausser ein klärendes Gespräch führen und Konsequenzen ziehen.
     
    • # 14
    • 11.02.2017
    • Jana_09/15
    Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist ein Auszug für ihn wahrscheinlich unmöglich, und ich kann das nachvollziehen. Gerade jetzt, wo sein Vater (seit einem Monat) so schwer erkrankt ist und überhaupt unklar ist, ob er diese Erkrankung überleben wird.
    Das ist wirklich sehr ungünstig und wenig gefühlvoll, ihn im Moment mit deinen Wünschen nach Zusammenziehen zu belasten. Er wird wahrlich gerade andere Sorgen haben, und auch Angst um seinen Dad.

    Ich würde erst einmal abwarten, wie sich die Gesundheit seines Vaters entwickelt und den Freund in dieser schweren Zeit so gut unterstützen, wie es eben möglich ist.
    Er scheint generell ein Familienmensch zu sein und ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern zu haben. Das sind Eigenschaften, die du auch nicht bei jedem Mann findest. Eine Familie, die zusammenhält, ist etwas sehr Schönes. Sie wird auch dich eines Tages auffangen, wenn ihr z. B. mal Kinder habt. Das würde ich nicht leichtfertig wegwerfen.

    Mittel- bis langfristig wird eh die Zeit zeigen, wie es mit den Eltern weitergeht. Ob die Mutter allein zurück bleibt, beide in ein betreutes Wohnen umziehen usw. ist alles noch nicht raus.
    Außerdem wird er nach einigen Monaten der intensiven Pflege seines Vaters womöglich sowieso Lust haben, sich ein wenig Distanz von den Eltern zu verschaffen. Was er da jetzt tut und leistet, ist etwas anderes, als sich von Muddi bekochen und bewaschen zu lassen.
     
    • # 15
    • 11.02.2017
    • QFrederick
    Liebe FS,

    er ist es nicht und Du bist eine von nicht wenigen Frauen, die dies nicht wahrhaben wollen und sich schön reden.

    Ich als Vater möchte, dass meine Kinder ihren Weg gehen und sich nicht mit mir im Ernstfall belasten. Dass es anders kommen kann, ist mir bewusst, aber ich habe Vorsorge getroffen und es sollte die totale Ausnahme sein.

    Ich kann Deinen Freund nicht verstehen, und auch nicht seine Eltern.
     
    • # 16
    • 11.02.2017
    • Kirschblüten
    Genau so sehe ich das auch.... sein Bruder ist Arzt und sie könnten sich sicher einen Babysitter leisten, der ihnen mit den Kindern hilft. Und ja Helfersyndrom passt so halb... er bietet sich immer an aber is ziemlich faul, sodass daraus dann oft doch nichts wird.

    Solang die Situation so akut ist möchte ich mal nicht handeln und erstmal abwarten wie es weiter geht. Die beste Situation für alle wäre es natürlich wenn sein Vater wieder gesund wird. Dann können wir uns auf unsere Beziehung konzentrieren. Vielleicht frage ich dann mal warum seine Eltern sich keine kleinere Wohnung nehmen. Das finanzielle Unterstützen ist ja kein Argument, denn da müsste er für immer dort bleiben.
    Sollte seine Mutter allein zurückbleiben würde dieses Argument jedoch wieder stärker werden. Allein hätte sie ja weniger Geld. Allerdings bin ich gar nicht sicher ob er nicht einfach nur Unsinn redet. Er meinte er würde die komplette Internet und Fernsehrechnung bezahlen, vor kurzem meinte seine Mutter er zahle nur 1/4.

    Ich denke einfach er sitzt im gemachten Nest. In seinem Zimmer hat er seine Ruhe, muss nicht aufräumen (es ist der totale Saustall...), kochen muss er selten, Wäsche waschen nicht, seine Freunde wohnen im Nachbarhaus und er spart sich ein Haufen Geld. Zudem sind seine Elter oft weg sodass er praktisch alleine dort ist.

    Ich verstehe es auch nicht, ich würde auch wollen dass meine Kinder ihren Weg gehen und sich eine schöne Zukunft aufbauen. Allerdings kenne ich nur das was er mir erzählt. Vielleicht wollen seine Eltern das auch und er weigert sich? Vielleicht haben sie schon gefragt ob wir nicht zusammenziehen wollen.

    Ich hatte auch schon überlegt das Thema mal anzusprechen wenn seine Eltern dabei sind... bzw beiläufig zu erwähnen. Villeicht finde ich dann heraus ob seine Eltern ihn nicht gehen lassen wollen oder ob es an ihm liegt?!? Jetzt ist leider ein sehr ungünstiger Zeitpunkt dafür, aber sobald sich die Situation gebessert hat?
     
    • # 17
    • 11.02.2017
    • Lebens_Lust
    Sorry, aber das ist grober Unfug. Er kann nicht. Er steckt in einem Loyalitätskonflikt, aus dem er eben nicht mal eben so raus kann. Und mit "wichtig" hat das nichts zu tun. E fühlt sich schlicht verpflichtet. So, wie:

    die FS ja auch in einem Loyalitätskonflikt steckt. Sonst könnte sie ja auch einfach gehen. Beide haben ein ähnliches Problem, die Bindung an die Eltern ist vermutlich enger als ihre Bindung an ihn.

    Wenn er wirklich will, ist ihm zu raten, sich evt. mit therapeutischer Hilfe zu lösen. Mit Ende 20 noch im Kinderzimmer zu wohnen, hat mit "selbstständig" nichts zu tun. Er ist da offensichtlich komplett verstrickt.

    Es gibt gute Literatur dazu:
    Thieme, Dörte: TRAU KEINEM, DER DEIN BESTES WILL!: EMOTIONALE ERPRESSUNG erkennen - durchschauen - beenden
    Forward, Susan: Vergiftete Kindheit: Elterliche Macht und ihre Folgen
    Brown, Nina W.: Kinder egozentrischer Eltern: Eine Kindheit mit narzisstischen Eltern bewältigen.

    Die Tragweite des Problems ist für Außenstehende nicht zu ermessen. Eltern, speziell Mütter mit Söhnen, betreiben in solchen Fällen massiven emotionalen Missbrauch von klein auf. Die FS muss sich entscheiden, ob sie ihn unterstützen möchte, sich in angemessener Zeit auf normalen Abstand zu lösen oder ob sie das nicht auf sich nehmen will. In jedem Fall würde ich ihr raten, sich nach einem angemessenen Zeitraum (ihrer Wahl) zu trennen, wenn nichts passiert und wenn er das Problem nicht erkennt und angeht. "Ich spare so für uns" ist jedenfalls eine faule Ausrede. Wie hier schon einige geschrieben haben, es reicht, wenn sein Leben hier geopfert wird. Wenn er das längerfristig will, sollte sie nicht ihres auch noch opfern.
     
    • # 18
    • 11.02.2017
    • void
    Also Du schreibst für mich viel Widersprüchliches.

    SIND die Eltern denn nun oft weg und er quasi allein dort, dh. er kümmert sich mitnichten so viel und die Eltern hören eher selten, wenn Du im Saustall bei ihm bist *)? Oder sind sie nicht oft weg und es nervt erst jetzt, weil der Vater krank ist?
    Wohnen sie in einer Wohnung in ihrem Haus, also ist es ein Mehrfamilienhaus, ist es abbezahlt, könntet ihr in die andere Wohnung ziehen, wo jetzt noch Mieteinnahmen von Fremden kommen?

    *) Das könnte Dir auch beim Zusammenziehen blühen. Dann kannst Du wie jetzt die Mutter für ihn sorgen. Von daher würde ich gar nicht bei dem Gedanken hängen bleiben, was ihn dort hält, sondern mal überlegen, wenn es ihn nicht mehr dort halten sollte. Ist es dann noch der richtige Mann für Dich?
     
    • # 19
    • 11.02.2017
    • Kirschblüten
    Vor der Erkrankung seines Vaters waren seine Eltern oft weg. Seit einem Monat ist es so schlimm geworden, dass er immer daheim sein muss/will (wegen des Unfalls von seinem Vater). Davor meinte er immer nur, er könne nicht ausziehen weil er seine Eltern finanziell unterstützt bzw was zur Miete beisteuert. Deswegen müsse er auch mindestens einmal in der Woche daheim schlafen, warum auch immer.

    Der Saustall is nur wenn ich nicht da bin. Komme ich auf Besuch räumt er (oder seine Mama) auf.

    Seine Eltern und er wohnen in einer Mietwohnung in der Stadt.
    Das Haus ist ein abbezahltes Ferienhaus wo sie viel Zeit verbringen. In dem Ferienhaus vermieten sie einen Teil als Wohnung um sich etwas dazuzuverdienen.

    Wenn wir Zeit miteinander verbringen in meiner Wohnung ist er nicht ganz so faul. Er hilft mir im Haushalt, kocht und geht auch einkaufen. Er kümmert sich auch sehr lieb um meine Haustiere. Ab und zu lässt er sein Zeug liegen aber dann mache ich ihn darauf aufmerksam und er räumt es dann auch weg.

    Ich kann mir ja eigentlich gut eine Zukunft vorstellen mit ihm nur das Problem ist wirklich, dass sich nichts weiter entwickelt. Was andere in den ersten Monaten machen hat bei uns über ein Jahr gedauert (zb Freunde kennenlernen)!!!
    Durch die Erkrankung seines Vater haben wir momentan sogar einen Rückschritt gemacht.
    Allerdings meinte mein Freund heute am Telefon, dass er wieder mehr bei mir sein wird wenn der "Stress" vorbei ist, ohne dass ich etwas angemerkt habe. Aber "mehr bei mir sein" heißt er schläft ein- zweimal bei mir, was mich nach fast 3 Jahren nicht mehr zufrieden stellt :(
     
    • # 20
    • 12.02.2017
    • void
    Also finanziell seh ich das auch als Ausrede, wenn die Eltern ein Ferienhaus haben, das nicht noch abbezahlt werden muss.
    Hmm... Irgendwie hat er ja ein schönes Nest, wenn sich seine Mutter um seinen Kram kümmert und seine Freunde drumrum wohnen.
    Die Verletzung des Vaters steht nun über allem, ich denke auch, dass er wirklich emotionale Schwierigkeiten hätte, gerade JETZT ausziehen zu sollen, wo er drei Jahre schon mit Freundin so lebt.

    Ich denke nicht, dass es gut ist, wenn man den Partner zu irgendwas zwingen muss, das er nicht von sich aus will. Weil es ihm ja kein Bedürfnis ist, von sich aus den Zustand zu ändern. Aber irgendwie musst Du ja auch für Dich so leben können, wie Du willst. Das ist immer schwierig, wenn sich ein Paar zusammengefunden hat, weil dann das Glück des einen abhängt vom Verhalten des anderen, und schon ist das Dilemma zwischen den Bedürfnissen und den Kompromissen da.

    Ich meine, Du könntest jetzt für Dich feststellen, dass Du nicht Wand an Wand mit den Eltern bei Deinem Freund schlafen willst. Und dann übernachtest Du dort nicht mehr. Das ist nun gerade in dieser Zeit, wo es um den Vater so schlecht geht, auch mies, aber wenn klar ist, dass es ihm wieder besser geht und er nicht so viel Umsorgung von Deinem Freund braucht, würde ich das mal anklingen lassen.
    Man kann ja immer nur selber gucken, wo die eigenen Toleranzgrenzen sind. Es ist schwierig, weil man der Liebe wegen ja öfter mal zu vielem bereit ist und erst nach und nach merkt, dass man es nicht will bzw. denkt, das wird schon, aber es kommt nix. Aber wenn man das nicht anspricht bzw. nicht sogar für seine Bedürfnisse eintritt und bestimmte Dinge nicht mehr tut, auch wenn es Distanzvergrößerung zum Partner bedeutet, kommt ja nie das deutliche Signal, dass es einem ernst ist mit der Beschwerde.
    Aber man kann eigentlich immer nur sein eigenes Verhalten dabei sehen, denn man kann nicht verlangen, dass ein anderer sich einfach dahingehend selbstlos anpasst, gerade auch, wenn es um Konflikte geht "Familie vs Partner".
     

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