1. Wie kann man die Einmischung durch Familie eindämmen?

    Speziell meine Mutter bringt immer wieder Aktionen, die einen Keil zwischen sie und mich treiben. Beispiel: Unsere zweijährige Tochter war nie die größte Esserin, ist aber absolut altersgerecht in ihrer Entwicklung (was ich weiß, weil wir zu allen Us gehen und viele Freunde in ihrem Alter haben). Mein Bruder hat jedoch als Baby Schwierigkeiten bei der Ernährung gehabt und meine Mutter ist einfach nicht davon abzubringen, dass meine Tochter genauso ist und dass nur sie das Problem erkennt. Sie kocht dann bei jedem Besuch Brei und versucht ihn ihr zu füttern - meine Tochter isst fast von Anfang an aber nur Festkost (gesunde Sachen, Süßes bekommt sie kaum) und mag keinen Brei. Meine Mutter findet das unnormal und hat es sogar geschafft, meinen Mann dazu zu bringen sich Sorgen zu machen. Ich finde das so sinnlos und auch kontraproduktiv - wenn meine Mutter meine Tochter ständig als schlechte Esserin darstellt und ihr versucht Brei reinzuzwängen, ist das m.E. der beste Weg, wirklich ein Problem "heranzuzüchten" wo keins ist. Ich habe schon oft versucht meiner Mutter meine Einstellung zu dem Thema zu sagen, aber sie verweist immer auf ihre Erfahrung als Mutter von zwei Kindern usw. ...Wir wohnen übrigens im Nachbardorf und Besuch von uns wird zweimal wöchentlich erwartet. Neulich waren sie bei uns und haben bemerkt, dass in unserem Haus eine Sache repariert werden muss. Es war nichts Eiliges und mein Mann hatte grade Stress bei der Arbeit, deshalb hatte er die Reparatur aufgeschoben. Ich habe auch gesagt, dass es kein Problem ist. Einen Tag nach dem Besuch hat meine Mutter mir Geld für einen Handwerker in den Briefkasten geworfen mit den Worten, wir sollen uns gut um unser Eigenheim kümmern. Es war bestimmt nett gemeint, aber fühlt sich so übergriffig an. Es gibt fast wöchentlich solche Einmischaktionen. Ich weiß, dass ich nur mein eigenes Verhalten ändern kann und nicht ihres, aber wie? Wie kann ich deutlich Grenzen setzen, ohne Streit anzufangen bzw. wieder zum rebellischen Teenager zu werden? (Seltenere Besuche habe ich schon versucht, aber wenn wir uns dann wieder sehen, ist die Einmischerei nochmal doppelt so schlimm - sie malt sich dann in der Zwischenzeit wieder irgendwelche Probleme aus, die wir gar nicht wirklich haben.)

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    • # 1
    • 07.07.2019
    • frei
    Also für mich ist das ganz einfach, aber ich bin auch echt ne Harte.
    Ich habe auch keine Angst vor Liebesentzug. Damit meine ich nicht, dass es mir nichts ausmachen würde, sondern dass ich bereit wäre, das zu ertragen um der Sache willen.
    Und die Sache ist Grenzen setzen.

    Ja, ich habe leicht reden, denn die Menschen sind verschieden und wenn du in dieser Hinsicht so wärst wie ich, hättest du das Problem nicht. Und so kann ich dir nur sagen, was ich tun würde und das ist das, was du ohnehin weißt, dich aber nicht zu tun getraust:
    Verbitte dir in aller Deutlichkeit die Einmischung, was sollte da sonst helfen ?

    Konkret: sage ihr, dass sie keinen Brei kochen soll, erst recht nicht deine Tochter damit füttern. Dass du ihre Anregung zur Kenntnis nimmst, sie aber nicht umsetzen wirst und verlangst, dass sie das akzeptiert. Und dass du, falls das nicht klappt, den Kontakt so gestalten wirst, dass sie keinen negativen Einfluss ausüben kann, also sie nicht mehr in deinem Haus empfangen, sondern zu ihr kommen wirst und dass sie deine Tochter solange leider nicht treffen kann, bis sie es akzeptiert, dass du keine Anregungen, erst recht keine Taten mehr erhalten möchtest.

    Schaffst du das ? Das zu sagen und auch zu tun ?
    Falls nicht, wird sich nichts ändern. Warum sollte es ?

    w 52
     
  3. Hallo Jinni,

    du musst lernen, dich abzunabeln und klare Grenzen zu setzen. Wir beide sind im gleichen Alter. Ich bin schwanger und mein Partner und ich heiraten demnächst. Wir wohnen ca. 200 km entfernt von meinen Eltern, aber natürlich gibt es trotzdem auch immer mal wieder Versuche meiner Mutter, sich einzumischen. Sie meint es gut, aber natürlich nervt es.

    Da hilft es nur ganz klar Nein zu sagen und deinen Eltern zu verdeutlichen, dass du erwachsen bist und deine Entscheidungen für dich und deine Familie alleine triffst. Um diese klaren Worte wirst du nicht herumkommen und wahrscheinlich wird es auch Streit geben. Trotzdem muss deine Mutter endgültig mal verstehen, dass sie sich nicht einzumischen hat. Es ist nicht ihre Entscheidung, sondern deine. Ich habe meiner Mutter in irgendeiner Sache auch mal ganz klar gesagt: "Entweder du lässt es, oder wir kommen euch nicht mehr besuchen." Das solltest du dann auch nicht nur so dahersagen, sondern dann tatsächlich durchziehen.
    Falls gar nichts anderes hilft, müsst ihr den Kontakt zu deinen Eltern vorübergehend abbrechen oder wegziehen.

    Es ist eine extreme Grenzüberschreitung, dass deine Mutter deiner Tochter essen reinzwingt, was sie nicht mag. Das resultiert aus veralteten Vorstellungen davon, was gesund ist und was nicht. Ich weiß nur, dass meine Großeltern mir mit ähnlichen konservativen und strengen Essensregeln die Lust auf bestimmte Lebensmittel für den Rest des Lebens versaut haben. Ich war schon älter als deine Tochter, ich hab aber immer noch Horrorvorstellungen davon, wie ich mir damals das Essen reinzwingen musste, obwohl mir bei jedem Bissen das Würgen kam und ich mich fast übergeben hätte.
    Auch das mit dem Geld geht gar nicht. Ich würde mir solche Einmischungen ganz klar verbitten.

    Meine Mutter merkt mittlerweile, wann sie den Punkt bei mir erreicht, an dem sie sich zurückhalten sollte. Das kannst du auch schaffen.
     
  4. Willst du Frieden, bereite dich für den Krieg. Wie du das Problem mit deiner Mutter löst, hängt davon ab, welcher Typus du bist. Ich bin sehr geduldig, explodiere irgendwann mal und dann kann ich alles sagen, dann ist es mir egal, wie das aufgenommen wird. Ich habe mehrere solche Explosionen gebraucht, um meiner Mutter Paroli bieten zu können. Du musst auch bedenken, dass es auch vom Typus deiner Mutter abhängt, ob der Konflikt zu lösen ist. Ist deine Mutter grundsätzlich übergriffig und sich nicht mit sich reden lässt, hilft hier leider nur absolute Kontaktreduzierung auf erträglichen Maß. Ist es deiner Mutter nur langweilig, weil Kinder gross und sie unterbeschäftigt ist, schenk ihr einen Hund. Oder lass sie öfters mit Enkelkind, so dass sie froh ist, irgendwann mal nichts von dir hören zu müssen. Sei auch mal übergriffig, kommentiere ihr Essverhalten, Ordnungssinn oder wie sie ihren Ehemann behandelt. Geh an ihre Schränke oder Rüge sie, dass sie wieder Geld ausgegeben hat. Dreh eben den Spieß um.
    Mir hat geholfen, dass ich zu meiner Mutter gesagt habe - wenn sie mich zu adäquaten Menschen erzogen hat, brauche ich ihre Ratschläge nicht, sondern komme alleine klar. Wenn sie meint, mich belehren zu müssen, dann hat sie mich schlecht erzogen. In diesem Fall brauche ich keine Ratschläge von einer Mutter, die nicht in der Lage ist, eigene Kinder grosszuziehen.
     
  5. Ich würde meiner Mutter unmissverständlich und letztmalig erklären, dass sie sich an meine Anweisungen zu halten hat, wenn nein, würde ich meine Tochter ihr nicht mehr anvertrauen, du bist die Mutter, nicht sie, Punkt, anders geht es wohl nicht.
    Was erwartet wird, würde mich keineswegs interessieren, ich bin kein Sklave von jemand, auch nicht von Mutter.
    Was,du erwartest, sollte doch ausschließlich interessieren, habe den Eindruck, dass du dich ganz schön unter ihre Pantoffel gelegt hast, warum lässt du dich so über dich bestimmen?
    Ich als dein Mann hätte ihr das Geld wieder in ihr Briefkasten gelegt mit den Worten, dass ich das nicht mag und sie das nichts angeht.
    Du, dein Mann reden nicht aufrichtig und nicht authentisch mit deiner Mutter, das Spiel geht deshalb immer so weiter sogar in verstärkter Form, ich als dein Mann würde das nicht zulassen!
     
  6. Es ist deine Mutter, doch nicht die deines Freundes! Dann hau halt mal auf den Tisch und sag, dass es so nicht geht! Am besten per Telefonhörer ihr ordentlich die Meinung geigen.
    Deinem Mann ist es wohl egal, ob das Kind jetzt Brei kriegt oder drei Bonbons mehr.

    Dann geh nicht hin und fertig.

    Deine Mutter, nicht unsere. Sag ihr, sie soll abhauen. Lösch ihre Nummer!

    Rebellische Teenager haben noch die Fähigkeit "Nein" zu sagen und zu gehen, wenn ihnen was nicht passt. Das wird von der Gesellschaft zwar manchmal als unreif angesehen, ist aber ganz oft die richtige Lösung. Jetzt mit über 30 kannst du dich nicht mehr wehren, weil du zwar den Wunsch zum Rebellen hast, aber da kein Dampf mehr kommt.
    Streit muss man hinnehmen, wenn man sich durchsetzen will.
    Hör mit den Besuchen auf. Sag einfach, jetzt ist genug. Man muss auch gar nicht mehr hingehen. Einmal in paar Wochen reicht, bis sie es zu schätzen weiß, wenn du mal da bist.
     
    • # 6
    • 07.07.2019
    • void
    Hm. Also Du bist und bleibst das Kind, das weniger Erfahrung hat, also KANNST Du gar nicht klüger sein. Dann müsste sie ja erstmal akzeptieren, dass SIE umdenken muss.
    Ich würde ihr mal sagen, dass ich das Problem mit dem Nicht-Essen schon mit einem Arzt besprochen habe und der mit seiner Erfahrung sagte, es sei alles im grünen Bereich. Das ist zwar doof, weil Du damit die Kompetenzen an Arzt und Mutter übergibst, die sich dann streiten müssten, aber Du kommst dem ja gar nicht bei, wenn Du sagst, dass Du selbst allein und ohne ärztliche Beratung entschieden hast, dass alles gut ist mit der Ernährung. Und so ist es ja sicher auch nicht, Du gehst ja zu den Untersuchungen.

    Was gar nicht geht, ist, dass sie Deiner Tochter Brei reinstopfen will. Ich hoffe, das war nur so geschrieben und sie zwingt das Kind nicht mit Gewalt, irgendwas zu schlucken.

    Sie versucht, für euch zu sorgen, weil ihr die Kinder seid. Dir geht es vielleicht irgendwann mit Deiner Tochter auch so, dass Du ihr das alles noch nicht so zutraust, wie sie sich selbst alles zutraut und auch schaffen würde.

    Ich denke, Eltern können sehr, sehr schwer begreifen, dass ihre Kinder erwachsen sind und alles allein hinkriegen können. Sie haben sie stolpern sehen beim Laufenlernen, haben sich gekümmert, wenn was in der Schule nicht lief usw.. Und jetzt sehen sie, wie ein Haus gebaut wurde oder einfach nur bezogen wurde, sehen, dass was kaputt ist und denken, sie müssten sich kümmern, weil das ja nicht richtig aussieht und behoben werden muss. Und wenn Deine Mutter auch noch weiß, dass ihr wenig Zeit habt, wenig Geld habt usw., dann sucht sie nach ner Lösung. Das ist zwar ein Infrage-Stellen Deiner Kompetenz, aber eigentlich auch doch nicht. Du musst ja Deiner Mutter nichts beweisen wie einem Chef, der Deinen Fähigkeiten nicht traut. Der wird keine emotionalen Gefühle für Dich haben und Dir auch nicht helfen wollen, sondern nur guckt, ob Du es bringst oder nicht.

    Dir klarmachen, dass Du nichts beweisen musst. Mehr abnabeln, also nicht alles, was sie sagt und tut, als Beleidigung Deiner Kompetenzen nehmen, sondern als mütterliche Sorge.
    Und dann, wo es nicht nötig ist, wie z.B. beim Geld für die Hausreparatur, kein Drama draus machen, einfach ein Rück-Geschenk machen, Theaterkarten, Präsentkorb, ... Das macht in meinen Augen ein Erwachsener. Das Kind kreischt, es verdiene selbst Geld, könnte allein alles reparieren, die Eltern sollten das endlich kapieren, und schmeißt das Geld zurück in den Briefkasten.
    Das löst jetzt nicht das Breiproblem. Dafür habe ich keine Lösung außer "der Arzt hat gesagt ...", und ich würde mein Kind dort nicht allein lassen, wenn ich Angst haben müsste, dass ihm Essen aufgezwungen wird.
     
  7. Dein Mann muss sich hier positionieren. Er hat die Distanz ... sie ist nicht seine Mutter.
    Glaube mir einfach - für viele Mütter sind die Töchter ewige Töchter. Das Wort eines Mannes - egal ob das deines Mannes, deines Bruders oder deines Vaters wird immer mehr Gewicht haben. Ganz einfach, weil deine Mutter so tickt.
    Ich kenne das selbst - die Tochter meiner Freundin holt mich ab und an "zu Hilfe". Erkläre ich meiner V gegenüber unter 4 Augen, dass ich den Plan ihrer Tochter gar nicht schlecht finde .... stimmt V plötzlich zu und ist stolz auf ihre Tochter. Sie ist dieses Verhalten von ihrer Mutter gewöhnt. V kann ihrer Mutter auch nichts recht machen - bis ihr Vater oder ich ein Machtwort sprechen. Dann ist V plötzlich die Tollste, Beste, Schönste ..... und ein leuchtendes Vorbild für ihre kleine Schwester. Warum das so ist ? Ich weiss es nicht. Und zum Glück ist V nicht so schlimm wie ihre Mutter .....
     
  8. Sie wird übergriffig, weil du es zulässt. Anscheinend hast du dir da immer zuviel gefallen lassen.
    Frag sie mal unter 4 Augen, warum sie dir jegliche Fähigkeit absprechen will. Wenn du sooo unfähig bist, dann war doch aber IHRE Erziehung, die sie dir angedeihen ließ, nicht die Beste?!;-)
    DU bist die Mutter und IHR seid die Hausbesitzer. Sie kann VORSCHLÄGE machen, ENTSCHEIDEN tut ihr. Punkt.
    Da musst du wohl durch, es jedem recht machen zu wollen geht eben nicht.
    Mit dem Essen vom Kind...was mag deine Mutter nicht? Das bringst du ihr mit, du hast gehört, der Arzt hat gesagt, dass es gut für sie ist.
    Spiegel vorhalten, manche begreifen es nicht anders.
    Dein Kind muss lernen, selbst darauf zu achten, wann es satt ist und was es nun mal gar nicht mag.
    Vielleicht ist das Leben deiner Mutter nicht ausgefüllt, sie hat zuviel Zeit. Sie soll sich ein Hobby suchen.
    Oder mach eine klare, schriftliche Ansage, in der du das sachlich aber bestimmt formulierst.
    Du musst dich abnabeln, so bringt das nichts.
     
  9. Du hast es selbst gesagt - total übergriffiges Verhalten. Ich denke, sie.sieht in dir einfach immer noch das kleine Mädchen, um dass sie sich kümmern möchte, wohl auch ein ordentlicher Schuss Kontrollzwang mit dabei.
    Das ist einfach zu viel. Was täte ich? Konsequent nur ins Haus lassen, wenn sie deine Regeln akzeptiert. Dem armen Kind Essen aufzwingen ist heutzutage echt fies, ein Kind verhungert nicht bei gedecktem Tisch, sagt einem jeder Kinderarzt. Die anderen Vorfälle: Versuche dich in Deeskalation, "freundlich und bestimmt" nein danke sagen, am besten mit objektivem Tonfall und ohne Gefühle, denn Streit bringt euch ja nix. Ich würde mir statt mich zu ärgern denken "sie weiß es halt nicht besser". Leichter gesagt als getan ;)
    Wichtig für dich: Löse dich aus deiner Tochterrolle. Da ihr anscheinend immer sehr nah beieinander wohntet, konntest du dich vielleicht nicht so gut abnabeln, hole es jetzt im Guten nach, ohne Groll. Versuche, deine Mutter und dich als eigene Erwachsene zu betrachten, so als wärt ihr neue Nachbarn, die einander respektieren, auch wenn man sich über die Verschrobenheit des Nachbarn wundert. So gewinnst du innerlich den nötigen Abstand und kannst einen neuen Platz im Familiengefüge einnehmen.
    Z.B. beim Brei, solange das in deiner Anwesenheit ist, würde ich deiner Mutter einfach verbieten, der Tochter den Brei aufzuzwingen. Du bist die Mutter, setz dich durch. Wenn deine Tochter bei Oma ist, sollen sie machen, was sie wollen, aber dein Haus, deine Regeln. Setz dich durch.
    Natürlich rufe ich mejne Mutter immer an, wenn ich traurig bin oder einen Rat brauche. Aber ich habe mich abgenabelt. Wenn heute unpassende Kommentare über meine Kleidung o.ä. kommen, gehe ich darüber hinweg, als hätte ich es nicht gehört, so vermeide ich Streit und jeder wahrt sein Gesicht, aber meine Mutter merkt, dass ich in der Hinsicht nicht mehr das kleine Töchterchen bin und sagt inzwischen nur noch selten was. Und ehrlich: gewisse Dinge gewöhnt man sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr ab, sei nachsichtig mit dejner Mutter. Ich weiß, wie es ist, anderen Leuten immer wieder mit dem gleichen Charakterzug auf den Senkel zu gehen, trotzdem komme ich kaum davon los... ;)
    Ach und Geld (für den Handwerker) nimmt man doch immer gern, sieh ejnfach das Positive daran!
    W35
     
  10. Hallo FS,

    Du solltest hier IMHO als Erwachsene agieren und Dir jegliche unerwünschte Einmischung höflich und konsequent verbieten. Und das ohne Diskussionen.

    Wenn Deine Mutter diskutieren möchte, Dein Mann und Du aber nicht, dann unterbindet Du das konsequent, wie Du es bei anderen Personen auch tun würdest. Das kannst Du durchaus freundlich machen, es muss ja nicht schnippisch sein.
    Nur eben konsequent sein und bleiben.

    Mir scheint Du hast Dich mit Deinen 33 Jahren immernoch nicht von Deiner Mutter abgenabelt und fühlst Dich noch als Kind.
     
  11. Na gar nicht, offenbar. Wieso ohne Streit? Was ist so schlimm daran? Streite dich vernünftig mit deiner Mutter. Grenzen zu setzen bedeutet nun mal, mit seinem Umfeld, sofern es Grenzen nicht akzeptieren kann, in Konflikt zu geraten. Du hast es mehrfach im Guten versucht, und versuchst du es halt mit einer härteren Gangart. Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, dann muss man das eben so machen. Konsequenz zeigen. Sich abgrenzen und erwachsen sein. Damit klarkommen, dass dann eben das Verhältnis ein bisschen belastet ist. Wenn du wirklich - ich meine wirklich wirklich - nicht möchtest, dass deine Mutter weiterhin überflüssiges Essen in DEIN Kind reinschiebt, dann teile ihr das ganz deutlich mit. Wenn sie daraufhin beleidigt ist, dann musst du das eben aushalten. Du hast die Entscheidungshoheit über deinen eigenen Nachwuchs, da gibt es keine Diskussion darüber, ob sie dereinst mal zwei Kinder großgezogen hat und dadurch mehr Erfahrungen hat. Das interessiert in dem Zusammenhang einfach nicht und du musst dich nicht rechtfertigen. Sie hatte ihre Zeit, das jetzt ist deine Zeit! Sie ist „nur“ Oma, und keine Matrone, die über die gesamte Familie gebietet.

    Weiterhin ist es sehr wunderlich, dass erwartet wird, dass ihr zwei oder dreimal die Woche mindestens bei denen aufschlagen müsst. Wir kann man sich denn in ein solches Korsett zwingen lassen? Das würde mich wahnsinnig machen, wenn ich gezwungen wäre, meine knappe Zeit damit verbringen zu müssen, so oft Pflichtbesuche bei den Eltern zu machen. Das würde ich nicht tun. Schon jede Woche wäre mir zu krass. Und vor allem nicht als Pflicht.

    Offenbar warst du kein rebellischer Teenager, du sagst das fast ein wenig abwertend. Die rebellische Phase als Teenager hat eine wichtige Funktion: nämlich sich abzugrenzen von den Eltern. Irgendwie scheinst du das verpasst zu haben und hast wohl immer noch große Angst davor.

    Nun führst du dein eigenes Leben und hast die eigene Familie und triffst eigene Entscheidungen. Steh konsequent hinter diesen. Du lässt dir vermutlich viel zu schnell die Butter vom Brot nehmen.
     
  12. Es bleibt nur die Konfrontation.

    Du teilst Ihr mir, dass Du das und jenes nicht möchtest. Punkt. Keine Erklärung. Erklärungen werden als Rechtfertigung verstanden, als Aufforderung zum Diskutieren, und Negieren der Forderung.

    Wenn sie das und jenes nicht unterlässt, teilst Du Ihr die Konsequenz mit. Kontaktreduzierung bis Abbruch.
    Keine Einladung zu Dir, kein Einlass, wenn sie so kommt.
    Kein Besuch, oder reduziert. Wenn Ihr bei ihr seid, geht Ihr sofort.

    Hart. Der einzige Weg.
    @frei hat es plakativ formuliert.
    Kannst Du das?
    Alternativ Wegziehen mit ausreichender Distanz.

    Sonst ändert es sich nie.
    Sicher.

    M, 54
     
  13. Liebe Fs,
    ich kann dein Problem nur zu gut nachvollziehen. Habe das gleiche mit meiner Mutter. Ich habe mit 19 ein Kind bekommen und habe eine ebenso übergriffige Mutter.

    Meine Mutter hat unseren damalige finanziellen Engpass immer wieder genutzt, um mich emotional zu erpressen, mir ihren Willen aufzuzwingen, "zum Wohl des Kindes" und sich natürlich einzuschleimen beim Kind mit teuren Geschenken.

    Die Schulprobleme fingen an, als meine Mutter sie nachmittags abholte und sie mit ihr Hausaufgaben machen musste.

    Ja, der einzige Weg sich dagegen zu wehren ist schwer und funktioniert nur genauso wie @frei es beschreibt.

    Ich habe das leider auch erst viel zu spät begriffen und es halbwegs geschafft.

    Das geht nur mit konsequenter Handlung. Solche Mütter sind Narzisten, es geht nicht um die anderen oder die gute Sache, nein, sie wollen sich selbst im besten Licht sehen, sie wollen über alles Kontrolle, immer ihren Willen durchsetzen, du interessierst als Person nicht.

    Es interessiert sie nicht, ob man vielleicht etwas anderes lieber machen will. Meine Mutter schaffte es, JEDEN Abend anzurufen. Nette Worte, böse Worte.... führten nur zu angep... Reaktionen und hielten keine Woche vor. Einzig konsequentes Ignorieren und Notlügen halfen. "Hab ich nicht gehört, war im Garten, Akku leer." Punkt.

    Das Problem ist, dass die Mutter der Fs sicher genauso wie meine ihr ganzes Leben lang schon so übergriffig zum Kind war. Da kann man als Kind kein normales Selbstwertgefühl entwickeln und lernt keine Grenzen zu setzen, (weil das Mutti gar nicht will und ja letztlich Unabhängigkeit von ihr und Nutzlosigkeit ihrer Person aus ihrer Sicht bedeuteten würde) weil man es als völlig normal lernt und erlebt, das Mutti sich über alle nomalen Grenzen hinwegsetzt.

    Genau das trifft es auf den Punkt. Solche Mütter vertrauen sich selbst und ihren Fähigkeiten nicht, deswegen wollen sie Kontrolle.

    Liebe Fs, du kannst deine Mutter nicht ändern... sie ist echt extrem, du kannst nur dein Verhalten ändern und den Kontakt reduzieren.
     
  14. So ein Problem habe ich mit meiner Mutter nur sehr eingeschränkt, aber wenn sie sich mal einmischen will, explodiere ich. Da gibt es immer Streit. Bei niemand anderem ist das so, aber bei meiner Mutter reagiere ich empfindlich. Wenn sie dann eingeschnappt ist für ein paar Wochen, ist das eben so. Danach haben wir dann immer nochmal ruhig über das Thema geredet.
    Außer klar und deutlich sagen, dass man das nicht will, oder das Verhalten spiegeln wie oben vorgeschlagen gibt es nichts, was du machen kannst. Bei mir hat es sehr geholfen, wenn ich sie daran erinnere, wie sehr sie Bevormundung durch ihre Mutter gehasst hat, da ist sie sogar in eine andere Stadt gezogen.

    W, 35
     
  15. Hui, das nenn ich mal eine klare Ansage:
    Da gibt's nur eins: der Frau Generalin Grenzen zu setzen. Essen aufzuzwingen, geht m.E. gar nicht. Wie soll sonst eure Tochter ein Sättigungsgefühl entwickeln? Zumal noch kein Kind freiwillig verhungert ist. Unter den Kindern gibt's schon genügend Übergewichtige.

    Dass die Großeltern ihre Enkel sehen wollen und auch ein Mitspracherecht und Ermessenspielräume beim Babysitten brauchen ist schon klar. So wie ich das jedoch lese, ist deine Mutter schon sehr übergriffig. Du kommst nicht dagegen kann, weil du ja nicht rebellisch, sondern nett sein willst. Entweder, du springst über deinen Schatten und setzt ihr deine Grenzen in aller Deutlichkeit und Bestimmtheit oder die Übergriffigkeiten werden schlimmer und du gehst vor lauter Rechtmachenwollen unter.

    Insofern hoffe ich, ihr seid nicht auf ihre Babysitterdienste angewiesen, bzw. plant sie möglichst nicht nach der Elternzeit ein (-> schafft Abhängigkeiten).

    Alles Gute
    (W51/2 erw. Kinder)
     
  16. Mütter können der reinste Horror sein - gerade gegenüber Töchtern. Viele Töchter kennen das.

    Leider geht das nicht selten mit versteckter Erpressung einher: Dinge, die als »Hilfe« angeboten werden
    gehören auch dazu.
    Sobald du hier zugreifst, bist du schon zur Dankbarkeit verpflichtet - nicht alle, aber einige Eltern erwarten das. Ich habe das bei meinen Großeltern meiner Mutter gegenüber schon früh beobachten können und ließ es - schon aus diesem Grunde - bei mir nie zu; wobei meine Mutter lernfähig war.

    Bei dir, liebe @Jinni, gibt es nur eines: konsequent ablehnen. Geld zurück in den Briefkasten der Mutter stecken, mit einem knappen Nein-danke. Klare Ansage, dass ihr, als Eltern zusammen mit eurem Kind, bestimmt, was dieses isst: nämlich das, was ihr schmeckt und was gesund ist. Keine Einmischung in Essverhalten und Erziehung von Seiten der Großeltern. Ansonsten: klarer Rückzug von dir und deiner gesamten Familie.
    Die häufigen Besuche (in beide Richtungen) würde ich drastisch reduzieren und auf dem Absatz kehrt machen, sobald sich eine Einmischung in eure Familienangelegenheiten am Horizont abzeichnet. Wichtig ist dabei, dass du und dein Mann an einem Strang zieht, sonst spielt sie euch sehr schnell gegeneinander aus.

    Einen Arzt, wie oben vorgeschlagen
    würde ich nicht vorschieben, wer bist du denn, dass du dich hinter Dritten verstecken musst?

    Bei alledem riskierst du Streit. Doch was ist so schlimm an einem Streit? So lange er nicht verbal (oder gar körperlich) ausartet, ist Streit eine positive Sache, denn er verteidigt den eigenen Standpunkt und bringt meist Licht in abwegige Gedanken und Handlungen. Streiten kann man lernen, ohne dass dabei jemand unterhalb der Gürtellinie angegriffen wird. Mir selbst ist er wichtig und ich fühle mich dabei ernster genommen, als wenn jemand immer brav meine Vorstellungen abnickt.

    Liebe FS, lerne, deinen eigenen Standpunkt klarzumachen und dort, wo es angebracht ist, ihn durchzusetzen. Es geht um DEINE Familie, die selbst gewählte neue und nicht mehr um die Ursprungsfamilie mit einer Mutter, die dich noch maßregeln wird, wenn du 60 Jahre alt bist - wenn du das zulässt!
     
  17. Ich würde den Post von @Joggerin voll unterschreiben, und auch ansonsten wurde hier, glaub ich, von allen die Position vertreten, dass es ohne Grenzen setzen nicht besser wird, und das geht bei chronisch übergriffigen Menschen nicht ohne Streit und Auseinandersetzung. Ich möchte hier nur die Perspektive deiner Tochter noch anfügen. Meine Großmutter war so eine, die meiner Mutter unbedingt klar machen musste, dass sie die Hosen anhat. Es wurden auch Pflichtbesuche erwartet (und wie hab ich die gehasst) und sie kontrollierte und kommentierte andauernd den Umgang meiner Mutter mit mir, und vor allem mit mir, nicht so sehr den Brüdern. Und was machte meine Mutter, die eh selbst schon kontrollierend war? Die versuchte es dann noch, ihrer Mutter recht zu machen, um zu beweisen, dass sie es "konnte", indem sie sich zu einer Art Wettbewerb hinreißen ließ, wer es besser konnte. Sie hat mich nicht vor den Übergriffigkeiten meiner Großmutter beschützt. Ich war dann in der Folge verwirrt und unsicher und wusste nur eins: ich habs nicht richtig gemacht - und wenn Oma da ist ganz besonders nicht - und sie überbieten sich irgendwie in der Beurteilung darin, wie unrichtig ich bin. Was ich damit sagen will : du erntest von deiner Tochter keinen Respekt für dein Verhalten, wenn du sie nicht beschützt - und du zeigst ihr auch nicht, wie man Grenzen achtet, weil du selbst es nicht kannst. Wenn du dich um das Thema nicht kümmerst, ist es wahrscheinlich, dass du ein sehr unsicheres Kind bekommst oder eines, dass anderer Menschen Grenzen nicht beachtenswürdig findet.
    Ich finde es deshalb super, dass du dich jetzt kümmerst. Du müsstest tatsächlich auch herausfinden, ob die Interventionen deiner Mutter tatsächlich gut gemeint sind oder nur so verkauft werden. Mir klingt es nämlich danach, dass sie dich klein halten will und muss, weil sie nicht anders kann, als ihre Umgebung zu kontrollieren. Gut, meine Antennen mögen biographisch bedingt übersensibel sein, aber du beschreibst eine extrem schwierige Mutter, das Stichwort Narzissmus ist gefallen und ich glaube nicht zu Unrecht.
    Es ist sehr schwer mit einer solchen Mutter in der Biographie selbst seine Kinder zu schützen. Mir hat es sehr geholfen, mich um meinen Selbstwert zu kümmern - wächst dieser, wächst auch die Fähigkeit, Grenzen zu setzen. Ich habe mir da helfen lassen - und wünschte ich hätte damit eher begonnen.
    Ansonsten frage ich mich auch : Wo ist der Vater? Es ist auch seine Aufgabe, das "Revier" zu markieren.
     
  18. Jedes Kind ist anders. Ihre Erfahrungen, die sie bei euch gemacht hat, müssen bei deinem Kind also absolut nicht hilfreich sein.

    Sehe ich auch so. Als Kind wurde ich im Kindergarten gezwungen aufzuessen, weil man das halt so macht, auch wenn es mir nicht geschmeckt hat oder ich bereits satt war.
    Ich reagiere heute noch leicht allergisch, wenn jemand der Meinung ist, ich muss das jetzt sofort unbedingt probieren, weil das ja sooo gut ist.. Vielleicht schmeckt es ja auch wirklich gut, aber das Gefühl wieder etwas aufgezwungen zu bekommen kommt trotzdem jedesmal hoch...
    Bei manchen Gerichten wird mir seitdem immer noch schlecht, wenn ich sie nur rieche.
    Deine Tochter mag jetzt schon keinen Brei & soll ihn trotzdem essen!
    (Sorry ich an deiner Stelle würde meine Mutter fragen ob sie einen Vogel hat)

    Das muss jetzt sicher nicht bei jedem Kind passieren, aber ich würde vermeiden wollen, das mein Kind die eigene Großmutter in Zukunft mit Zwang verbindet. Aus ärztlicher Sicht besteht auch kein Grund zur Zwangsernährung, also soll sie damit aufhören & damit ist die Diskussion beendet.

    Mach deiner Mutter vielleicht mal klar, dass sie sich langfristig gesehen vermutlich nicht sehr beliebt machen wird beim Enkelkind, wenn sie es zu etwas zwingt.
    Es klingt schon sehr, als würdest du deine eigene Mutter mit Zwang & Übergriffigkeit in Verbindung bringen, wie fühlt sich das an, willst du das für deine Tochter? Soll die sich genauso fühlen wie du jetzt, wenn sie an ihre Oma denkt?
    Ich denke, man will sein Kind doch mit gutem Gewissen in die Hände der eigenen Eltern geben können..

    Du hast jetzt die Chance es für dein Kind besser zu machen als deine Mutter. Setze Grenzen
     
  19. Die Quote an schädlichen Müttern ist viel höher als man denkt.
    Der Mythos Mutter, oft nicht ansatzweise gerechtfertigt.

    Mütter sind ihren Kindern aufgrund der Biologie am nächsten. Das Kind ist darauf angewiesen, der Mutter zu gefallen. Haben deswegen den destruktivsten Einfluss.
    Manipulation, Erwartungsdruck, Abwertung, Eifersucht, Übergriffigkeiten, Rollenumkehr.
    Ein Thema, das tot geschwiegen wird.
    Es gibt schlechte Mütter.

    In meiner Praxis haben die meisten Patienten, Männer und Frauen, Probleme mit ihren Müttern. Probleme auf Grund ihrer Mütter.

    Jinni, Grenzen ziehen. Du darfst das. Du verdienst Dir damit nicht ihre Liebe, odee Anerkennung.
    Falls Du es alleine nicht schaffst, suche Dir Unterstützung.

    M, 54
     
  20. Liebe Void, liebe Hammel,

    das halte ich für den komplett falschen Ansatz. Wer ist die FS denn, dass sie sich als Erwachsene noch rechtfertigen muss? Solange keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, maße ich mir als (zukünftige) Mutter an, über die Erziehung meiner Kinder alleine mit meinem Mann zu bestimmen. Wir beide haben das Sorgerecht und sonst niemand. Das mache ich auch nicht vom Ort abhängig. Auch im Haus meiner Eltern wird mein Kind so erzogen wie ich es für richtig halte, sonst war es es das mit den Großelternbesuchen.

    Die meisten Essensregeln von früher werden übrigens heute nicht mehr vertreten. Es wird gegessen was auf den Tisch kommt und man darf nicht aufstehen bevor der Teller nicht leer ist, gibt es heute nicht mehr. Auch die Ansichten darüber, was gesund ist, haben sich gewandelt. Für meine Oma als Kind der Kriegsgeneration waren Kalorien etwas gutes. Sie hat uns Kinder regelrecht gemästet. Heute würde jeder mit dem Kopf schütteln.

    Nicht wenn man dadurch bevormundet wird. Meine Eltern zahlen z.B. jetzt zu unserer Hochzeit was dazu. Können sie gerne machen, müssen es aber nicht. Jedenfalls geht damit kein Recht einher, sich in den Ablauf und die Gestaltung unseres Tages einzumischen. Wäre das mit dem Geld verbunden, würde ich meinen Eltern sagen, ich möchte kein Geld von ihnen. Wenn es dann ausarten würde - naja, wäre traurig, aber im Zweifel wird die Familienfeier abgesagt oder auf die Personen verkleinert, die sich für uns freuen wollen. Da wäre ich konsequent.
    Das wird aber zum Glück nicht passieren, denn meine Mutter ist nicht annähernd so übergriffig wie die der FS. Im Übrigen habe ich sie recht gut "konditioniert", so dass sie merkt, wann Schluss ist.
     
  21. Ich kenne das Thema von meinen Eltern und den Kindern meines Bruders. Die Kinder meines Bruders sollen nach Wunsch meiner Schwägerin keine Süßigkeiten bekommen, denn ihr älteres Kind ist schon zuckersüchtig. Meine Eltern betreuen die Kinder und geben ihnen heimlich Süßigkeiten. Seitens meiner Eltern ist das ein bisschen Helferkomplex und ein bisschen Klugscheißerei. Es hat massive Konflikte gegeben. Letztlich hat meine Schwägerin die Kinder meinen Eltern nur noch selten überlassen. Meine Eltern sind immer noch überzeugt davon, die besseren Eltern für ihre Enkel zu sein. Sie mäkeln dann auch dauernd an der Unordnung im Haus meines Bruders herum, und "oh Gott, das Kind hat etwas in den Mund gesteckt, was auf dem Boden lag". Weder mein Bruder noch meine Schwägerin waren jemals gut darin, Grenzen zu setzen. Der Entzug der Enkelkinder hilft keinem. Einzig helfen klare Worte. Diese klaren Worte müssen sehr oft wiederholt werden. Streit ist unvermeidlich und Teil des Erwachsenwerdens. Hier müssen Rollen neu verteilt werden.
     
  22. Ich habe mit 30 das erste mal wirklich darauf bestanden, daß etwas so gemacht wird, wie ich es wollte. Es ging damals zwischen meinem Vater und mir zwar nicht um meine Tochter, aber auch um Erziehung im weiteren Sinne.
    Mein Vater fand es absolut spaßig, meinen damaligen Welpen mit Essen vom Tisch zu füttern. Ich verbat mir das mehrmals, doch er hörte nicht darauf. Wir waren zu Besuch dort. Ich konnte mich eigentlich nur noch durch aufstehen und gehen aus der Situation retten. Aber es war mir ernst, todernst. Wir haben seitdem keinen Kontakt mehr, das ist jetzt 20 Jahre her.
    Damit will ich sagen, man muss mit den Konsequenzen leben können, die dabei entstehen können. Ich konnte das. Der Kontaktabbruch kam übrigens durch meinen Vater, er kam nicht mit meinen Widerworten klar. Die restliche Familie zog gleich, so dass ich heute nur noch meine Tochter habe. Ich komme damit klar, es ist gut so wie es ist.
     
  23. Du kannst dir das auch einfach verbitten.
    Ohne Argumente, ohne Verständnis-Heischen.
    Ohne in der Woche darauf wieder bei deinen Eltern zu stehen, weil das erwartet wird.
    Das Geld hast du ihr doch hoffentlich mit deutlichen Worten zurückgeschickt.

    Meine war auch so und als ich 30 war, hatte ich endgültig genug : Ich verbot ihr das Haus und brach den Kontakt für einige Jahre komplett ab.

    Klarheit und beinhart Grenzen setzen, haben mir in meinem Leben vieles erleichtert, und ich bin eigentlich ein Lämmchen, wenn man mich gut behandelt

    Aber ich habe auch schon meiner Schwiegermutter vor 15 Jahren angedroht, sie aus meiner Wohnung zu werfen - und sie hat haargenau gewusst, dass ich es auch getan hätte, wenn sie sich nicht sofort eingekriegt hätte.
    Danach waren wir die besten Freundinnen.

    Was ich sagen will: Die Freiheit der anderen hört genau dort auf, wo die deine beginnt.

    Wenn du dahinterstehst, kann deine Mutter gar nichts machen und wird zähneknirschend klein beigeben, jede Wette.

    w, 52
     
    • # 24
    • 08.07.2019
    • void
    Das wollte ich auch nie in Abrede stellen. Mir ging es darum, dass die FS sich aus dem Konflikt mit der Mutter, die sich für "die Kompetenz" hält, sozusagen HEIMLICH rausnimmt und sie auf die "andere Kompetenz", den Arzt" hinweist. Ich denke nicht, dass die junge Mutter nicht auf den Arzt hört, also sie wird schon einiges Wissen und ihre Beruhigung, dass alles korrekt läuft mit der Kindesernährung, vom Arzt haben. Also muss sie sich doch nicht mit der Mutter anlegen, als hätte sie selbst ein eigenes Ernährungskonzept entwickelt, sondern kann sagen, dass der Arzt auf ihrer Seite ist und eben kein Brei gegessen werden muss und das Kind normalentwickelt ist.
    Die Mutter wird immer denken, sie wüsste es besser als die Tochter, weil sie älter ist und mit 2 erwachsenen Kindern ja nun mehr Erfahrung hat. Aber eventuell würde sie sich nicht mit einem Arzt anlegen. Da denke ich, ist der Arzt ist immer mehr als die Tochter in Sachen Meinung zu Kindesernährung.

    Das kannst Du fragen, wenn Dir irgendein Mann oder eine andere Frau, die sich für kompetent hält, blöd kommt. Aber ist es die Mutter, die die Tochter wohl noch als Kind sieht, weil sie sie ihr Leben lang kennt und gesehen hat, was sie alles für Fehler machte. Das kriegst du mE auch niemals raus aus den meisten Eltern. Und ich finde, die eigenen Eltern verzweifelt davon überzeugen zu wollen, dass man erwachsen und kompetent sei, statt eben Maßnahmen zu ergreifen, dass sie einem nicht ins Leben funken können, ist nicht abgenabelt. Man könnte auch sagen: Wer ist die FS denn, dass sie andere Erwachsene davon überzeugen will, dass sie kompetent sei. Sie sollte sich einfach so benehmen, statt rumzudiskutieren. Wird Brei gegeben, wird nicht mehr zum Essen besucht und das Kind nicht dort allein gelassen.
    Was leider nicht geht, ist, die Betreuungsarbeit der Mutter in Anspruch nehmen, aber Vorschriften machen wollen. Eigentlich sollte es klar sein, dass sich an die Regeln gehalten wird, die die Kindesmutter vorgibt, aber wenn die Oma das nicht machen will, weil sie sich auch sagt "wer bin ich denn, dass ich mir von meiner gerade mal 33jährigen Tochter, die noch keine Kinder großgezogen hat, Vorschriften machen lasse, wo das Kind schon so dünn ist", muss man konsequenterweise auf die Betreuungsarbeit verzichten.

    Es ist die Frage, ob man sich darüber mehr als nötig zoffen will/muss oder nicht. Wenn heimlich was gegeben wird, was ich als Mutter nicht wollte, würde ich das Kind dort nicht allein lassen. Ich würde aber wollen, dass der Familienerhalt nicht durch irgendwas gefährdet wird, das nicht nötig ist.
     
  24. Ich hatte dich verstanden, habe aber die gleichen Einwände: Wird nie funktionieren und ist nicht ehrlich. Auch ist es völlig an den Bedürfnissen des Mädchens vorbei gedacht. Das Mädchen isst gern, was die Großen essen. Völlig normal. Da braucht man keine ärztliche Sicht. Über das Essen werden die schlimmsten Konflikte ausgetragen zwischen Müttern und Töchtern - hier auf dem Rücken des Enkelkinds. Das ist grausam.
    Genau, das finde ich auch. Absolut wichtiger Punkt. Aber sagen, der Arzt hat aber gesagt, ist rumdiskutieren. "Hör zu Mama, dein Einsatz in Ehren, aber du hast deine Fehler gemacht und ich mach meine, du akzeptierst bitte meine Regeln und mischst dich nicht ein" , ist eine klare Ansage. Die ist aber nicht mir nichts dir nichts durchsetzbar. Dann wird die Undankbarkeitstränendrüse gedrückt, ala ich darf den Babysitter machen aber sonst bin ich zu nichts gut... usw. Muss man kontern ala:" Das magst du gern so sehen, ich würde mich freuen, wenn wir ein gutes Verhältnis schaffen könnten, was bedeutet, dass in meinem Haus meine Regeln gelten, und zwar auch für dich. "
    Wenn das Enkelkind alleine dort ist, kann es ganz gut gehen - solche Mütter, wie die FS sie beschreibt, triangulieren aber. Sie nutzen die Situation, um schlechte Stimmung zu machen - erzeugt ein Gefühl von Macht, und das brauchen sie. Meine Großmutter zum Beispiel hatte gar kein Interesse daran, Zeit mit mir alleine zu verbringen. Die Großeltern, die sich gern und viel auch einbringen, und gern Zeit mit den Kindern alleine verbringen, die meinen es wahrscheinlich tendenziell gut, und die kann man mit etwas Geschick und Glück auch zur Einsicht bringen.
    Es ist hier die Großmutter, die durch ihre Übergriffe gefährdet. Das muss man ihr klar machen. Es gibt einige, die das nie verstehen - das sind diejenigen, die dann leider ihre Enkelkinder nicht oft zu Gesicht bekommen - und zwar mit Recht.
     
  25. Vielen Dank für eure Antworten! Am liebsten würde ich auf jede einzeln antworten, aber das geht natürlich nicht. Ich finde wirklich jede Antwort sehr hilfreich und werde sie bestimmt noch mehrmals lesen.

    Es stimmt, ich will im Allgemeinen „nett“ sein, weil ich Streit, Anschweigen und Kontaktabbruch nicht als produktive Problemlösungen empfinde. Ein Streit mit meiner Mutter ist zudem nahezu unmöglich, weil sie immer behauptet, sich nicht mehr an etwas zu erinnern, bzw. KANN sie etwas nicht so und so gemeint haben, auch wenn es vielleicht so klang, weil sie IMMER NUR das meint, was in meinem besten Interesse ist, und das sollte ich wissen. Sie tut dann so, als würde ich ihr die Worte im Mund herumdrehen und als sei alles eine riesige Verleumdungskampagne gegen sie. Mir ist das dann meistens zu kindisch und ich versuche es wieder gradezubiegen, nach dem Motto „der Klügere gibt nach“… Vielleicht stimmt dieses Motto aber gar nicht. :)
    Zur Breigeschichte: Nein, sie hat meiner Tochter den Brei nie physisch in den Mund gestopft, das habe ich echt blöd formuliert. Da wäre sonst Ende Gelände für mich, das geht gar nicht. Was mich ärgert ist, dass sie ständig mein Urteilsvermögen und auch das klare „Nein“ meiner Tochter hinterfragt und aufzuweichen versucht. Das erinnert mich so an meine Kindheit, ich tu mir (offensichtlich) immer noch sehr schwer mit dem Neinsagen. Für meine Tochter will ich das so nicht.
    Ich versuche das zu machen, was viele von euch vorgeschlagen haben: In konkreten Situationen meine Position klar äußern und dabei bleiben, nicht auf Diskussionen einlassen. Manchmal frage ich mich aber, ob ich mich selbst und meine Mutter mit diesem ständigen Aushandeln von Grenzen nicht unnötig quäle. Vielleicht sollten wir von hier wegziehen – so weit, dass es klar ist, dass man sich nur 1-2mal im Jahr sehen kann. Ich denke, so selten könnte ich das schon aushalten oder ihr sogar einfach ihren Willen lassen. (Ich habe schon mal für zwei Jahre im Ausland gelebt, da war die Situation deutlich entspannter – allerdings war da noch kein Enkelkind mit im Spiel.) Andererseits lebe ich hier gerne und diese Maßnahme scheint dann doch recht extrem…

    @void: Dein Beitrag hat mir von all den wirklich interessanten Antworten besonders zu denken gegeben. Es stimmt, manchmal macht es mich einfach nur sauer, dass meine Kompetenz angezweifelt wird, und das führt dann schon mal zu kindischen Reaktionen („Ich kann das schon selber!“). Aber die echten Probleme fangen für mich an, wenn sie z. B. Ängste säht bei mir oder meinem Mann, dass mit unserer Tochter was nicht stimmt. Meine Kindheit war sehr von diesen eingeredeten Ängsten geprägt und ich habe Jahre gebraucht, um das zu überwinden (bzw. arbeite noch dran). Dass der Arzt sagt, mit unserer Tochter ist alles ist ok, ist natürlich eine Beruhigung und auch ein gutes Argument gegen ihre Einmischung. Aber man kann ja schließlich nicht alle 2-4 Wochen zum Arzt rennen, nur weil man wieder verunsichert ist.
     
  26. ich finde diese Taktik sehr gut. Ich habe so viele Gespräche mit meiner Mutter im guten wie im bösen geführt... selbst wenn ein Einsehen da ist, reisst es langfristig immer wieder ein. Egal worum es geht.Das Beispiel mit dem Hundewelpen ist auch nur eins von vielen, welches mich immer wieder zur Weißglut treibt.. ganz genauso.

    Ich persönlich bin die ewigen Diskussionen leid, da ich mich selbst dann immer wieder aufrege, worüber ich mich letztlich noch am meisten ärgere. Wo ich mich dann schon fragte ob sie - narzistentypisch - daran Gefallen findet, dass ich mich aufrege und sie so schön emotional Kontrolle über mich hat.

    Makaber an allem ist, dass ich erst über eine schlechte Beziehung zu einem narzistischen Mann darauf gekommen bin, dass der wahre Narzist in meinem Leben meine eigene Mutter ist.

    Man könnte in letzter Konsequenz nur den Kontakt abbrechen. Aber das bringe ich nicht fertig, auch wenn ich es oft schon überlegt hatte. Sie hat niemanden außer mir und meiner Tochter - und der will ich das nicht zumuten. Denn sie hat - wer hätte das gedacht - kein gutes Verhältnis zu dieser Oma.

    Denn das:

    ist nunmal ein Fakt und ein Totschlagargument zugunsten der Mutter.

    Nachdem ich herausgefunden habe, dass meine Mutter mich wegen sinnlosigster Kleinigkeit permanent anlügt, nachdem mir im Rahmen meiner Erziehung vermittelt wurde, dass Lügen das allerallerschlimmste auf der ganzen Welt ist, habe ich keine Hemmungen mehr, es ihr gleichzutun, wenn ich damit dann meine Ruhe hab. Mir geht es damit besser.

    Daher würde ich wegen des Breiessens diesem Vorschlag folgen. Damit sie sich wichtig fühlt, kannst du ihr ja sagen, dass du extra den Arzt gefragt hast...
     
  27. Gratulation für deine ganz besondere Reife und Erkenntnis! Ich sehe das explizit auch so! Der Schwachpunkt liegt nicht bei der Mutter von FS sondern ausschließlich bei FS, sie kann das alles anders steuern oder aber alles so weiterhin mitmachen!
     
  28. Nein. Wenn ich jemandem helfe, dann auf die Art und Weise, die hilfsbedürftige Person von mir erwartet und nicht auf die Art, für die ich mich entschieden habe. Ansonsten ist das Ausnutzen von schwächeren Personen und Manipulation - "du bist auf die Hilfe angewiesen, also sei froh, dass man dir überhaupt hilft und stell hier keine Ansprüche."
     

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