1. Wie kann ich den narzisstischen Alkoholiker jemals verstehen?

    Es fällt mir nicht leicht von meiner Geschichte zu erzählen. Jedoch hoffe ich auf Antworten die mir helfen das zu verstehen.
    Ich war 10 Jahre mit einem Mann zusammen, der eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat und zudem Alkoholiker ist.
    Die ersten 6 Jahre erschienen mir damals nicht sonderlich auffällig. Wir haben ziemlich schnell einen Sohn bekommen und unsere Liebe war sehr groß. Mein Mann war sehr fürsorglich und gut zu mir. Schon damals trank er allerdings meineserachtens zu viel Alkohol aber weil er so erfolgreich im Beruf war und sein wollte, war der Alkohol für ihn eine Art Entspannung. Die ersten Jahre, trank ich gern ab und zu mal abends mit ihm Wein und der Sex war in dem Zustand besonders. Allerdings eher für ihn. Er war immer schon sehr egoistisch auf dem Gebiet und liebte es, wenn ich mich ihm unterwarf. Oftmals hatten wir Streit weil ich meine Bedürfnisse einforderte, sie allerdings selten befriedigt wurden. Und so spielte ich das Spiel erstmal 7 Jahre mit. Ich sorgte mich und Kind und er um alles andere. Ich habe ihm mein ganzes Leben in seine Hand gelegt. Er kümmerte sich um Finanzen um Termin und um vieles mehr.
    Nach 6 Jahren kam unser zweiter Sohn zur Welt und dann veränderte sich alles. Sein Alkoholkonsum würde größer, meiner war nicht mehr existent. Der Sex war dementsprechend auch nicht mehr besonders und ich find das rebellieren an.
    Nach 7 Jahren trank er schon tagsüber und unsere Ehe war praktisch zu Ende. Auf Druck meinerseits ging er in eine drei wöchige stationäre Therapie, wo er nach einer Wochen für Tage verschwand. Nach ein paar Tagen bekam ich den Anruf seiner Affäre. Seit zwei Monaten traf er sich mit einer Frau die mit ihm trank und hemmungslosen Sex hatte. Ich verließ ihn. Aber auch das dauerte nicht lange und er versprach mir alles. Er ging in eine zwei Monatige Therapie und schien den Alkohol im Griff gehabt zu haben. Doch leider veränderte sich sein Wesen nicht. Vor vier Monaten erfuhr ich wieder von Frauen und unzähligen Rückfällen. Diesmal musste er komplett ausziehen. Trotzdem wollte er ständig bei mir und den Kindern sein. Währenddessen bekam er die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung und versprach sich nun gezielt behandeln zu lassen. Vor einem Monat erfuhr ich, dass er nicht nur einmalige Dates hatte, sondern auch eine sieben monatige Affäre mit einer 24 Jährigen. Nun sitzt er mal wieder in der Klinik, hat seinen Job verloren und „glaubt“ eine Frau zu lieben, die sieben Monate im Alkohol- und Drogenrausch sich ihm unterwarf und ihm nun die Hand hält, während alle anderen sich von ihm abgewendet haben.

    Warum fällt es mir immer noch schwer, zu verstehen wie das passieren konnte. Kann so ein Mensch sich überhaupt ändern? Seine Psychiaterin sagte mir, er wird sich nie dauerhaft ändern können. Muss ich das tatsächlich so akzeptieren.
    Und was erwartet mich noch?
     
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  3. Naja das ist eine Persönlichkeitsstörung, die dein Mann hat. Das ist eine Behinderung. Der Mann kämpft dauerhaft mit seiner eigenen Psyche. Da kannst du überhaupt nichts machen, beeinflussen, erwarten. Aber du hoffst und glaubst daran, etwas durch deine Art ändern zu können. Du bist aber nicht die Medizin seines Lebens, sondern eine ganz normale Person.
    Die Art wie die Beziehung aufgebaut wurde, war ja schon etwas suboptimal. Das positive Verhältnis beruhte auf Alkoholkonsum.
    Hier lohnt es sich für dich vielleicht nochmal zu reflektieren, welche Erwartungen du an zukünftige Partnerschaften stellst.

    Wenn die Ärztin das sagt, wird es wohl so sein.
    Was erwartet dich noch?
    Genau das wie es bisher gelaufen ist. Warum sollte sich da plötzlich etwas daran ändern nach all der Zeit?
    Das ist doch bisher auch nicht gelungen.
    Die Frage ist wohl eher, warum hoffst du noch auf eine Änderung?
    Glaubst du, es gibt für dich keinen anderen Mann?

    Du kannst das akzeptieren. Muss ihn deshalb nicht komplett emotional abstossen, ihn verstossen. Er wird immer der Vater der Kinder sein. Aber eine andere Draufsicht auf die Umstände würden dir gut tun. Nämlich wenn du sein Verhalten auch tatsächlich als Störung ansiehst, als Erkrankung. Und da kann man eben keine Erwartungen mehr stellen, sondern nur das nehmen was kommt.
    Deinen Kindern bleibt da auch nichts anderes übrig.
    Es ist wichtig, dass du für deine Kinder stark bist gegenüber dieser Situation. Die rätseln sonst auch noch ein Leben lang, was sie falsch gemacht haben könnten, so dass das alles so gekommen ist.
    Die brauchen das Wissen, dass der Mann erkrankt ist und dies die Ursache für seinen Lebenswandel ist.

    Du schaffst das. Lass dir von guten Freunden erklären, wie du mit den Finanzen umgehst, oder hole dir professionelle Hilfe. Das kannst du alles. Das ist kein Hexenwerk.
    Und dann erlaube dir wieder zu leben. Dich auch unabhängig von deinem Mann zu sehen.

    Viel Glück.
     
  4. Dir fehlt es schwer zu verstehen, weil du die ganze Zeit die Augen vor der Realität verschlossen hast. Jetzt bist du aufgewacht und entsetzt. Du hast dich selber ignoriert. Das tut sehr weh. Solange du hoffst- solange existiert die "böse" Welt nicht. Wie ein kleines Kind, dass Augen zumacht und glaubt, unsichtbar zu sein. Das ist Schutzmechanismus. Du hast viele Jahre vergeudet und merkst, das war alles vergeblich,deine Rechnung ist nicht aufgegange
    Zum anderen bist du in Co- Abhängigkeit gerutscht. Schau, was in deiner Kindheit los war- meistens war da ein Elternteil, das Aufmerksamkeit gefordert hat und der Hausfrieden von seinen Launen abhängig machte. Triffst du solche Problemmenschen, springt bei dir sofort das Programm- sich darum kümmern und umsorgen. Dieser Alkoholiker zeigt dir immer wieder,dass du deine Belange ignorierst. Solange du ihn verstehen willst, solange lenkst du deine Aufmerksamkeit von dir. Willst du ihn verstehen? Wozu? Lerne zuerst ,dich zu verstehen.
     
  5. Die Psychaterin hat recht, er wird und kann sich nicht ändern.
    Du hast die Verantwortung für Deine Kinder, setz sie bitte nicht weiter dieser ungesunden Athmosphäre aus.
    Ordne dein Leben neu ohne ihn.
    Ach ja, du solltest auch der Frage nachgehen, warum du dich ihm völlig unterworfen hast.
    Welche Muster sind bei dir vorhanden und müssen bearbeitet und angeschaut werden.
    Wenn dies nicht geschied, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dir ein ähnlicher Mann begegnet.
    Alles Gute,
    Clarissa
     
  6. ....das, was du dir aufbaust und gestaltest.

    Liebe FS,

    akzeptiere musst du nichts, aber dein Leben und das, deiner Kinder gestalten und verantwortungsvoll handeln.
    Du bist in dem Wissen, dass es mit deinem Mann nichts mehr wird, alles andere erübrigt sich. Geh einen geraden Weg, ohne ihn, wenn du nicht mit in den Sumpf gezogen werden wirst. Dein Mann kann sich nicht mehr ändern, wichtige Gehirnfunktionen sind schon längst weggebrochen. Aber du bist im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte. Es gibt Verstrickungen im Leben, die kann und muss man nicht verstehen. Dich musst du aber verstehen lernen, dann weißt du, was dich im Leben erwartet.

    Ich wünsche dir von Herzen Mut, Kraft und die nötige Weichenstellung, alles Liebe.
     
  7. Das alles ist sehr komplex und es ist gut, dass du mit der Psychiaterin gesprochen hast. Vielleicht lässt du dich auch weiterhin therapeutisch begleiten um die Situation für dich in den Griff zu bekommen. Denn ich vemute ebenfalls sehr stark, dass dein Mann sich niemals ändern wird. Das ist eine Persönlichkeitsstruktur, erworben in frühester Kindheit, das wird man nicht los. Oder nur mit sehr viel Mühen und Ausdauer über Jahre hinweg mit psychotherapeutischer Begleitung. Die meisten Menschen verfügen aber nicht über diese Ausdauer und diesen unbedingten Willen, etwas zu ändern. Oft werden Therapien nach gewisser Zeit abgebrochen mit der Aussage "Bringt mir nichts".

    Dazu die Alkoholsucht. Ich würde dir raten, dich jetzt um dich und die Kinder zu kümmern. Bau dir ein eigenes Leben auf und lass deinen Mann erst einmal los. Er muss selber die Kurve kriegen. Du bist überhaupt nicht für ihn verantwortlich.
     
  8. Liebe FS,

    Beim Lesen deines Beitrags bekomme ich Gänsehaut . Ich habe großen Respekt vor deiner Offenheit und den Mut dich hier an das Forum zu wenden.

    Nein !

     
  9. Du bist selber co-abhängig, also krank. Einen Narzissten und Alkoholiker kann und darf man nicht verstehen wollen. Brich den Kontakt für immer ab! Du reitest dich in eine Katastrophe! Lerne, unabhängig zu werden. Dieser Mann ist schwach und schwache Männer zerstören eben Familien.
    Du hättest gehen sollen, bevor du dich unterwirfst. Hälst du dich selber für so wenig wert? Arbeite mal besser an deinem Selbstwert!
     
  10. Liebe Boechen,
    du hast mit einem psychisch arg kranken Mann viele Jahre verbracht und auch noch Kinder bekommen, obwohl auch damals schon nicht alles in Ordnung war, wenn du ehrlich zu dir selbst bist.

    Dieser Mann wird sich nicht ändern. Wenn er tatsächlich eine NPS hat, ist diese nicht bzw. sehr schlecht heilbar, da er ja seine Probleme gar nicht sieht (und daher keinen Grund sieht, an sich zu arbeiten).
    Wenn doch mal nicht alles rund läuft, sind eher die anderen schuld...

    Bitte informiere dich gründlich über die Krankheit deines Mannes. Und auch zum Thema Co-Abhängigkeit. Dann weißt du in etwa, was dich noch erwarten würde, wenn du bei ihm bleibst - und welche Folgen das für die Kinder haben könnte.

    Es ist sehr schwer, aus einer solchen Beziehung heraus zu finden; es wäre hilfreich, wenn du dir dabei ggf. professionelle Unterstützung suchst.
    Dort wird es dann nicht darum gehen, ihn zu verstehen, sondern dich zu verstehen und warum du dir diesen Mann als Partner ausgesucht hast.

    Alles Gute!
    W 38
     
  11. Ich denke nicht, dass man alle anderen Menschen wirklich verstehen kann. Ändern sowieso nicht. Du kannst ihn akzeptieren wie er ist und für Dich die Wahl treffen, ob Du das mitmachen möchtest oder nicht.

    Mir erscheint, auch im Hinblick auf Kinder, durchaus vernünftig, eher über eine Trennung nachzudenken. Vielleicht macht es Sinn, wenn Du mal ein Gespräch dazu mit seiner Psychologin führst.
     
  12. Ihr habt Recht. Ich habe mich ihm unterworfen und mein Leben in seine Hände gelegt. Ja, ich bin auch Co-Abhängig.
    Es fällt mir schwer das Ganze zu verstehen, weil er ohne den Alkohol so perfekt erschien. Er hat sich um die Kinder gekümmert, wirkte ausgeglichen, war mein Ruhepol. Wenn ich Hilfe brauchte, war er da. Im Nachhinein würde ich sagen, er hat sich mehr um mich gekümmert als ich um ihn. Bis natürlich der erste offizielle Ausbruch kam.
    Auch jetzt wirkt er wieder so vernünftig. Er ist nur für ein paar Monate in der Klinik, weint nur, ist erschrocken über sich selbst, sagt mir das er sich das nie verzeihen wird, was er den Kindern und mir angetan hat, ist aber in dem Punkt auch ehrlich und sagt, dass er nicht mal weiß ob er es nicht wieder tun würde.
    Wenn ich all das höre und sehe wie schlecht es ihm geht, hoffe ich, dass er diesmal aufwacht.
    Aber nicht falsch verstehen, diese Ehe ist für mich definitiv beendet. Mein Herz liebt ihn und will ihn (leider), mein Verstand hat aber inzwischen eingesehen, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Selbst wenn ich wollte, könnte ich das nicht verzeihen.
    Natürlich weiß ich, dass mein Verhalten auch nicht richtig ist und werde mir auch diesbezüglich helfen lassen. Die Feststellung, dass ich keinerlei Wut empfinde nach all dem was passiert ist, entsetzt mich schon sehr. Wie blind bin ich nur geworden.
     
  13. Liebe FS,

    vielleicht hilft es Dir, wenn Du zum Stichwort "Co-abhängig" recherchierst. Ein Süchtiger kann nur süchtig sein, weil sein Umfeld ihn dabei unterstützt. Es gibt nur einen Weg wie Angehörige damit umgehen können.

    Ein krankes Gehirn kannst Du mit einem gesunden Kopf nicht verstehen.
    Bei den Alkoholikern ist es so, als würde die Alkoholsucht wie ein Alien oder böser Dämon den Körper übernehmen. Das Wesen deines Mannes hat sich durch die Sucht verändert. Die Sucht hat den Körper übernommen und die Sucht will Alkohol trinken. Der Körper wird dem folgen. Er wird alles machen, erzählen und tun, wenn er dadurch wieder an Alkohol kommt.

    Wenn Du das Ergebnis anschaust, ist es natürlich unglaublich, dass Du mit einem Alkoholiker verheiratet bist, der wahrscheinlich in der geschlossenen, stationären Behandlung in einer Psychiatrie sitzt, der Dich betrügt usw.
    Tatsächlich hast Du diesen Mann nicht geheiratet. Du hast den fürsorglichen Mann geheiratet, der einen sensiblen Kern hat. Den gibt es jetzt aber nicht mehr.
     
  14. Liebe FS,

    wenn Du magst, so informiere Dich über al-anon. Das ist die Angehörigengruppe der Anonymen Alkoholiker.
    Die gibt es überall, man kann jederzeit hingehen.
    Dort kannst Du Hilfe finden.

    Alles Gute für Dich
     
  15. Das ist es was mir auch schwer fällt alles zu verstehen, denn da wo er jetzt ist, war er damals nicht! Auch wenn schon damals nicht immer alles richtig war aber er war definitiv anders.
    Oder besser gesagt, ich war anders, so wie er mich "wollte".
     
  16. Du kannst ihn nur verstehen, wenn du selbst deine Sucht überwindest. Die wiederrum überwindest du nur durch Abstinenz, also keine ständigen Gedanken an ihn, an die schönen Zeiten, vielleicht auch nicht an die schlimmen, demütigenden Erlebnisse. Miss ihn an seinen Taten, dann ist ganz einfach erkennbar dass, er dich nicht geliebt hat, weil er nur um sich kreist. Was du als "Liebe" empfandest, war die Projektion deiner Gefühle, denn vieles hat er nur getan, um bewundert zu werden, selbst Glücksmomente zu erleben, dich bei der Stange zu halten oder sich selbst zu bemitleiden. Mir kommt es so vor, als ob du eure gemeinsame Zeit emotional noch immer ein ordentliches Stück idealisierst. Wenn du diese Abstinenz nicht hinbekommst, wirst du ihn nie verstehen, weil du nie der nüchternen Wahrheit ins Gesicht blicken kannst oder willst. Denn die Realität ist ganz einfach zu verstehen, aber wahrscheinlich sehr, sehr schmerzhaft.

    Da er der Vater deiner Kinder ist, wirst du den Kontakt nicht vermeiden können. Einerseits darfst du deinen Kindern den Vater nicht vorenthalten und solltest seine guten Eigenschaften für sie in den Vordergrund stellen, andererseits musst du aufpassen, dass er dich oder sie nicht weiter manipuliert, verletzt, demütigt oder traurig macht. Mach dir lieber Gedanken, wie du diesen Spagat hinbekommen willst. Ich wünsche dir, die Kraft dafür zu finden. Sobald du dich emotional von eurer schönen Zeit gelöst hast und nach vorn siehst, wird dir das auch gelingen.
     
  17. Wenn der berufliche Status eines Menschen das einzige Auswahlkriterium bei der Partnerwahl ist, kommt sowas bei raus.

    Seine Psychiaterin hat Recht.
    Was Dich erwartet? Es liegt an Dir. Du kannst Dich trennen. Was hast Du zu verlieren?

    m, 39
     
  18. Da gibt es nichts zu verstehen, liebe FS.

    Der Mann folgt einem anderen Auftrag. Dein Auftrag ist es, die REISSLEINE zu ziehen und Dich und die Söhne in Sicherheit zu bringen.
    Es ist alles verloren. Rette Dich, wenn Du kannst.

    Checkliste machen, dann alle Punkte abarbeiten. Punkt für Punkt. Bis Du eine Wohnung hast, woanders, weiter weg von dem Ort, wo die Tragödie stattfand/stattfindet.
     
  19. Warum willst Du ihn überhaupt verstehen? Warum erkennst Du nicht einfach, dass Du so ein Leben nicht führen willst, lässt Dich scheiden und führst mit den Kindern ein eigenes Leben. Du glaubst nicht, wie gut das sein kann.

    Er wird sich eh nicht kümmern weil Alk und hemmungslose Frauen für ihn interessanter sind.
     
  20. Verstehe Dich so gut... Du liebst die guten Seiten dieses Mannes (Familiensinn, Stärke, wenn Du Hilfe brauchtest usw). Du bist traurig, weil er und esohne seine Alkoholproblem perfekt sein könnte. Doch Du musst der Realität ins Auge sehen. Er ist auch diese schlechte Seite. Er ist nicht perfekt. Und aufgrund dieser schlechten Seite gibt es keine Zukunft für Euch. Dabei spielt auch Gewohnheit eine Rolle, wenn Du Glück hast. Insofern wird es Dir in einem Jahr nach Abstinenz von ihm schon ganz anders gehen. Dann hast Du Dich automatisch distanziert.

    w30
     
  21. Liebe FS

    Ich denke, das Handeln deines Mannes ist verständlich dadurch, dass Narzissten tief drinnen oftmals Angst haben vor dem Versagen, vor dem Kleingemachtwerden oder Verlassenwerden. Daher kontrollieren sie ihr Umfeld, wollen es durch Erfolg, Rhetorik oder Dominanz beherrschen. Die chronischen Ängste, Selbstzweifel, den anfallenden Stress über Frustrationen und Rückschläge mit Alkohol zu ertränken, liegt da auch nicht fern.
    Vielleicht ist mit der Geburt des zweiten Kindes für ihn der Druck gestiegen, für die Familie finanziell aufzukommen, oder er erlebte dich als verändert und das löste mehr Stress und dann mehr Konsum aus. Und irgendwann war es eben körperliche Sucht und hatte eine Eigendynamik.
    Dass Patienten während eines Klinikaufenthalts mit anderen Patientinnen Affären beginnen, ist auch nicht so abwegig, passiert eigentlich noch öfter. Man ist in einer fremden Umgebung, sucht Anschluss. Das Ego ist massiv angeknackst (die eigene Frau droht mit Trennung, ist angewidert, beschwert sich), also sucht man Bestätigung und Selbstaufwertung.
    Dein Mann war mal beruflich erfolgreich und als Ehemann und Vater nicht immer ein unbrauchbarer Säufer. Das ist jetzt leider so gekommen und wird sich vielleicht auch nicht mehr ändern lassen. Trotzdem finde ich es respektlos von der Psychiaterin, wenn sie so über deinen Mann spricht. Als wäre er schon immer ein Versager, Süchtiger etc. gewesen und als wärst du eine Idiotin, dass du dich überhaupt noch um ihn sorgst oder dich für ihn interessierst.
    Das ist doch eine gute Einstellung. Dass du ihn liebst, spricht doch auch für die frühere Qualität der Ehe, die du nicht vergessen hast. Das finde ich besser, als nur über ihn herzuziehen. Dennoch, die Konsequenz ist richtig. Er hat zuviel Geschirr zerbrochen, als dass diese Ehe gleichberechtigt und vertrauensvoll geführt werden könnte. Du wirst selber auch krank, wenn du neben den Kindern auch noch für ihn sorgen willst. Du brauchst die Energie jetzt für dich und die Kinder. Er hat seine Klinik, seine Mitpatienten, seine Therapeuten, die ihm weiterhelfen sollen. Du bist davon jetzt entlastet.
     
  22. Erkrankt Boechen.
    Bedeutet, eine Krankheit taucht auf. Wie eine Erkältung, wie Krebs, wie Parkinson. Nur eben auf psychischer Ebene. Das solltest du als aller erstes verstehen.
    Krankheiten können schlechter werden, oder besser, ganz verschwinden, oder unheilbar sein. Sie können akut sein, oder chronisch. In Phasen auftreten oder allgegenwärtig sein. In Ups- and Downs ihre Ausprägung finden. Euphorie und Depression.
    Natürlich gibt es Ursachen. Diese können sowohl genetischer Art sein, als auch traumatischer Natur. Persönlichkeitsstörungen können durch Prägung im Elternhaus entstehen, z.B. durch ein empathiearmes und gefühlskaltes Elternhaus. Sie können begünstigt sein durch einen ungesunden Lebenswandel, wie z.B. Rauchen, oder Alkoholkonsum. und andere Drogen, können ebenfalls Auslöser sein, für psychische Erkrankungen. Diese Substanzen können zudem das Gehirn massiv schädigen.
    Jeder kann krank werden Boechen.
    Und jeder kann psychisch krank werden Boechen.
    Verstehe das.
     
  23. Solche ähnlichen Fälle gibts hier beispielsweise zuhauf....Berlin:

    Kennengelernt in den Restwehen der DDR, in den Wendewirren...Kind gezeugt, Verzweiflung, Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Alkoholismus.
    Kind wird größer, jetzt sind diese Kinder alle so um die 20 und drüber....

    Fazit: Jahrelanges/jahrzehntelanges On/Off....Geldmangel, die Frauen fanden keinen richtigen Absprung von diesen Männern und sind ALLE, ausnahmslos....,selbst schwere kranke Alkoholikerinnen mit lauten rauhen Stimmen geworden...grölend in den Kneipen der Clans, oft am Spielautomaten hockend.
    Es gibt sogar noch welche die arbeiten gehen, viele direkt in diesen Assistampen als Thresenkräfte, wo der Abschaum der Umgegend 24/7 ein-und ausgeht...


    Liebe FS,
    es ist jetzt egal, wo der Typ ist, damals war oder psychisch krank ist oder sonstewas treibt irgendwo....
    Wenn Du den Absprung jetzt nicht findest, kommst Du in Teufels Küche....und da versuche dann mal in paar Jahren noch rauszukommen!
    Lieber jetzt als nie.
    Viel Glück.
     
  24. Das hat nichts mit der Geburt des zweiten Kindes zu tun.

    Im ersten Abschnitt beschreibst Du sauber, wie Narzisten ticken. Dann solltest Du auch den allgemeingültigen Ratschlag kennen, den es gegenüber Narzisten zu beherzigen gilt:

    Einem Bogen machen.

    Da hier zusätzlich noch ein Alkoholproblem besteht, ist der Sachverhalt noch deutlicher.

    m, 39
     
  25. Boechen,
    du hast jetzt die fantastische Chance DICH selbst zu verstehen und die alten Muster zu durchbrechen .Du musst und brauchst ihn nicht zu verstehen,das ist sein Kuchen.Nicht Deiner.
    Warum hast du dich so klein gemacht ? Warum willst du immer noch mit jemanden Zusammensein der dich so widerwärtig behandelt hat ?
    Warum machst du dir jetzt schon wieder um IHN Gedanken als deine Energie dir selber zu widmen ?
    Eins muss dir klar sein,er konnte es nur mit dir so machen weil du es zugelassen hast.Warum ?
    Gutmütigkeit und Emphatie sind hohe Werte die du im Überfluss hast.Aber wie du siehst sind Narzissten darauf angewiesen und fühlen sich von solchen Menschen magisch angezogen. Vielleicht solltest du lernen das man deine Gutmütigkeit nicht wieder ausnutzt und erkennen wo klare Grenzen gesetzt werden müssen. Dann docken solche Zeckenmenschen erst gar nicht mehr bei dir an.
    Befreie dich von ihm und fange ab sofort an es dir schön zu machen und deine eigenen Themen zu bearbeiten. Genau da gehört deine Energie hin und nicht zu Ihm.
     
    • # 24
    • 12.07.2018
    • void
    Nur ein paar Gedanken zu diesem einen Aspekt. Dass er Dich unterwerfen wollte beim Sex, lass ich mal außen vor. Es geht mir um das gespaltene Bild, was Du hast von ihm, denn er ist ja nicht der Mann ohne Alkohol, es ist der Mann, der sich ohne Alkohol einfach nur anders verhält, als wenn er Alkohol getrunken hat, und der viel Alkohol trinkt. Das ist EIN Mann, nicht zwei, "der Perfekte und der Schlimme mit Alkohol im Blut".

    In meiner Vorstellung dieses Kümmern eine ungesunde Anpassung an andere, die denken "hui, so ein toller Mensch, ich fühl mich richtig wohl bei ihm", dabei gar nicht merken, dass es auch Selbstverleugnung beim Kümmerer ist. Ich bin nicht vom Fach und erkläre es mir nur so, weil auch ich meine Bedürfnisse verleugnet habe und mich mehr um Erfüllung der Wünsche anderer gekümmert habe als um mich (*): Das staut sich an, ohne dass der Kümmerer das merkt. Denn der andere Mensch müsste die Aufgabe übernehmen, die Bedürfnisse des Kümmerers zu erahnen und auch von sich aus zu erfüllen, wie der Kümmerer es macht. Nur passiert das ja nie, weil der Partner des Kümmerers "gesund" ist und erstmal auf sich achtet und dann auf einen anderen, und einfach denkt, der Kümmerer passt so super und will das alles so auch, was er tut.

    (*) Das ist keine Selbstlosigkeit, das ist, weil man gern geliebt werden will, toller als andere gefunden werden will, besonders sein will für den Partner, Harmonie haben will, und/oder weil man schon immer gewohnt war, dass auch in der Kindheit verlangt wurde, dass manch anderer Leute Bedürfnisse viel wichtiger sind als eigene elementare Bedürfnisse.
    Hinzu kommt, dass man es dann auch verlangt, geliebt zu werden, wenn man sich verleugnet. Also Dankbarkeit, Huldigung und Wunscherfüllung auf den Gebieten, wo man sich nicht kümmert. Bei Deinem Mann anscheinend beim Sex. Da hattest Du zu leisten, ohne Bedürfnisse zu haben.
    Von Narzissten weiß man ja auch, dass sie viel Anerkennung brauchen, und vielleicht auch viel dafür tun.
    Vielleicht lohnt es sich, mal anzugucken, wie seine Eltern mit sich und ihm umgegangen sind, und wie deren Geschlechterbild ist.

    Wenn sich der Mensch so um andere kümmert und seine Bedürfnisse nicht wichtig findet, sind die nicht weg, sondern stauen sich im Keller. Irgendwann ist er voll, dann bricht es auf, wird betäubt und der Keller kann von neuem gefüllt werden.

    Soll keine med. Erklärung sein, nur ein paar Gedanken dazu, dass man bei Superpassung und wenn ein Mensch sich immer kümmert und aufzuopfern scheint, mal genauer hingucken muss, ob da nicht auf der einen Seite eine starke Selbstverleugnung stattfindet, auf der anderen Seite zu viel Anerkennung gebraucht wird und viell. sogar vom Partner Selbstverleugung verlangt wird (von Dir beim Sex, wobei das auch Machtgehabe sein wird). Und dass man den Partner nicht spalten sollte in zwei.
     
  26. Hallo Boechen,

    obwohl es schwer ist: Trennung ist das einzige, das gerade auch im Hinblick auf Familie, bleibt.

    Ein Mensch mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung ist sicher ein Mensch, den es fast mehr zu bedauern und zu bemitleiden, denn zu verurteilen gilt, denn im Grunde genommen sind sie Gefangene ihres Selbst.

    Aber das ändert nichts an dem Umstand, dass diese Menschen sich nicht bewusst machen, was sie tatsächlich anderen mit ihrem Verhalten antun. Sie wähnen sich im Recht, leben in ihrem Universum, haben ihre Realität und ihre ganz eigene "Gesetzgebung" - und das wird sich bis zum Ende hin niemals ändern.

    Alle anderen in ihrem Umfeld sind Figuren, die nach Belieben geliebt oder abgestraft werden ... Es gibt zu der Thematik ein paar sehr gute Plattformen, jede Menge Infos - der Grundtenor ist überall im Endeffekt der gleiche: Trennen und/oder weitgehend einen Bogen machen, Distanz halten, ...
    Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung schaffen es, andere "an die Leine" zu nehmen, in eine emotionale Abhängigkeit zu führen, ohne dass die Betroffenen das unmittelbar für sich so erkennen können. Je länger es dauert, desto nachhaltiger die Wirkung/Abhängigkeit ...

    Ein Verlust an Selbstwertgefühl, das nur durch die positive Ansprache/Anerkennung durch den Narzisst scheinbar wieder aufgebaut werden kann. Aus Partner/Familienmitglied wird Opfer. Die seelischen/emotionalen Schäden - nachhaltig, u.U. lebenslang.

    Das einzige, was du tun kannst, ist, dir selbst zu helfen, nach vorne zu blicken und dein Leben in die Hand zu nehmen - ohne ihn.
     
  27. Die FS tippt wohl hier nicht mehr...

    Mit der letzten weiblichen Bekanntschaft habe ich auch ähnliches durch, so furchtbar, daß mir nix anderes übrig blieb, obwohl ich sie sehr mochte, als den Kontakt erst zu ungef. 85 % und dann am Ende zu 100 % zu cutten.

    Auch dort waren diese Abhängigkeitstendenzen täglich zu beobachten, sie ließ sich von ihrem Typen aufs Niederträchtigste behandeln, der trat ihr sogar in den Bauch etc...ganze Palette.
    Nachts brüllte er auf der Straße alkoholisiert und zugedrogt rum und andere voll peinliche Auftritte, überall.
    Er hatte auch irgendwelche wiligen Frauen für Sex, für Kochen.
    Von ihr nahm er ständig Geld, welches er niemals zurückzahlte und jedes Mal gab sie ihm wieder Geld, Bargeld.

    Sie kochte von ihrem Geld für ihn wie eine Wahnsinnige, in der Hoffnung auf Liebe, sie kaufte ihm Geschenke, sie kaufte ihm alles immer wieder. Von ihm kam nie etwas...keine Geschenke für sie, keine Beteiligung an ihren hohen Nebenkosten, Miete...Kühlschrank...nichts. Ihre Blumen auf ihrem kleinen Balkon riss er raus und schmiß sie auf die Straße....und andere schlimme Vorfälle.

    An Weihnachten und Geburtstagen sitzt sie allein in ihrer Wohnung mit schreiendem Baby....er kommt logisch nicht. Er kommt nur wenn er Geldscheine haben will. Er belästigt sie mit täglichen kranken Nachrichten auf dem Handy, Bedrohungen, Beleidungen...alles was man sich vorstellen kann.
    Wenn es ihr gelingt, überhaupt mal eine Freundin zu finden, bedroht er diese und vertreibt die potentielle Freundin. Dieser Alkoholiker-Drogi hat mehrere Kinder gezeugt mit verschiedenen Frauen, auch mit ihr. Um keines der Kinder hat er sich jemals gekümmert oder auch nur einen Pfennig, später Cent, bezahlt.

    Ich habe ein Jahr lang, mit langen Pausen dazwischen versucht, ihr zu helfen, auf sie einzureden, mit den Drogen und dem Alkohol SOFORT aufzuhören, sich zu lösen, sie zu überzeugen dort wegzuziehen, sie zu überzeugen, sich eine andere Handynummer zuzulegen etc.....Nichts kam bei ihr im Kopf an.
    Was tut sie?

    Sie wartet auf ihn. Sie ist schwer drogenabhängig.
     
  28. Ich möchte definitiv nicht mehr mit ihm zusammen sein und bin es auch nicht mehr! Das derzeitige Gefühl ist leider purer Hass. Für einen empathischen Menschen sind solche Handlung fast schon unvorstellbar, trotz des Wissens um diese Erkrankung.
    Ich muss definitiv an mir arbeiten und mit professioneller Hilfe herausfinden warum ich so vieles zugelassen habe.
     
  29. Ja Boechen,aber sei bitte milde mit dir.Mach dir keine Vorwürfe .Du sollst ja heilen und nicht noch mehr im Sumpf versinken.Was glaubst was ich schon für Fehler gemacht habe und mir an die Stirn danach gefasst habe .
    De Kunst ist nur nicht noch einmal die gleichen Fehler zu machen.
    Außerdem ist Hass besser als Depression.Hass ist extrem kreativ wenn du ihn in positive Energie umleitest. Durch einen Kummer habe ich meine schönsten Bilder gemalt und erfolgreich verkauft ( als Hobby ). War nie geplant.
    Lass dir was einfallen.Auf was hast du Lust.
     
  30. Lt. S.. Freud sind wir alle Menschen Narzissten, aber hier sind es immer nur die andern und niemals einer selber
    Wahrscheinlich muss ja die FS schon eine Narzisstin sein, da sie als Partner einen Alkoholiker hat.

    Das Problem fing schon in meine Augen bei der Partnerwahl an.
     

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