1. Wie kann es weitergehen?

    Guten Morgen

    Ich lese hier immer ganz viel mit und , da ich gerade recht verzweifelt bin, wollte ich um Hilfe bitten!

    Ich bin mit meinem Freund seit 7 Jahren zusammen, wir haben eine Tochter . Vor 1,5 Jahren hatten wir ziemliche finanzielle Probleme, da ich nach der Elternzeit mit dem Abzählen eines Kredits und dem geringeren Gehalt nicht hinbekommen bin und ihm länger nix davon gesagt hatte. Darüber war er sehr verärgert und enttäuscht! Mittlerweile ist alles abbezahlt und finanziell ist alles in Ordnung! Ungefähr seit dieser Zeit schläft er nicht mehr mit mir. Er hat , berufsbedingt, letztes Jahr ein Burn out gehabt und ziemliche Depressionen. Teilweise saß er tagelang nur auf dem Sofa und jeder Handgriff fiel schwer . Er arbeitet wieder , aber die Tendenz das einfache Sachen im Alltag zu viel sind bleibt! Ich arbeite auch und mache nebenbei eben einfach alles!

    Ich gehe jetzt regelmäßig mit zu seinem Therapeuten, was auch hilfreich ist , aber es hilft immer nur kurz. Er hatte uns geraten uns langsam anzunähern. Ich habe so sehr den Wunsch nach Zweisamkeit. Es muss gar nicht Sex sein. Massieren oder auch einfach mal tiefsinnige Gespräche führen oder Schach spielen ... er geht meistens ins Bett. Und mein Wunsch / Bedürfnis ist ihm egal. Er versteht nicht, wenn ich dann traurig oder wütend werde. Das ist zwar auch nicht optimal, aber ich kann ja nicht dauerhaft alle Gefühle unterdrücken, damit es ihm gut geht. Auch auf Sex will ich einfach nicht verzichten auf Dauer!

    Habt ihr einen Rat? Liebe Grüße
     
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  3. Es ist ihm egal und er versteht es nicht, weil er noch immer krank ist und gerade so irgendwie funktioniert.

    Dass er jetzt seine Krankheit vorschieben könnte, um sich nicht mit Dir beschäftigen zu müssen, davon schreibe ich jetzt aber nichts.

    In diesem Sinne: Bist Du Dir sicher, dass er wirklich zum Therapeuten geht? Würde das mal überprüfen. So eine Depri ist schon eine feine Sache, um den Partner abprallen zu lassen.

    ErwinM, 49
     
  4. Liebe Ella. Wenn jemand weiß, wie sich Antriebslosigkeit anfühlt, dann bin ich es. Leider leider habe ich mehrere Stoffwechselerkrankungen, die mir das Leben schon ganz schön schwer gemacht haben.

    Erst letzten Sommer saß ich hier wie betäubt in meinem Büro und habe eigentlich nur noch geschafft, nicht vom Stuhl zu fallen.

    Aus meiner langen Odyssee weiß ich, dass vieles, was die Medizin nicht greifen kann gerne mal mit Burnout oder vegetativer Dystonie erklärt wird, wie es mir früher bescheinigt wurde. Nun bin ich bei mehreren alternativen und integrativen Ärzten gelandet, die sich weitab von der üblichen Schulmedizin bewegen und siehe da, ich habe Hilfe bekommen und Antworten.

    Man schätzt, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Patienten in psychiatrischen Krankenhäusern einfach nur Mangelzustände oder Schilddrüsenprobleme hat. Ein Beispiel ist Eisen: nach schulmedizinischen Einschätzungen stand ich ganz gut da. Und trotzdem haben mir die Eiseninfusionen zu neuer Lebenskraft verholfen. Was ich Dir damit sagen möchte:

    Hinter dem Verhalten Deines Partners kann sich sehr sehr viel verstecken und die Diagnose "Burnout" ist eben auch ein Auffangtatbestand. Meine ehemalige Hausärztlin konnte mir auch nicht weiterhelfen. Ich wünsche Dir / Euch, dass Ihr Euren Weg finden werdet. Viel Glück.
     
  5. Ich vermute, er hat dich in einem anderen Licht gesehen. Ihr seid eine Familie, wie kommt es, dass du a) Kredit aufnimmst, dass du dir nicht leisten kannst und b) eigensinnig handelst und reitest deine Familie in finanzielle Schwierigkeiten? Dein Freund hatden Engpass mit dir durchgestanden, weil er sich vielleicht verpflichtet fühlte und dich liebt, aber der Knick ist da und er kann nicht mehr so weiter mit dir leben. Er ist mit dir durch Kind verbunden und kann da nicht raus.Du hast sein Vertrauen kaputt gemacht . Ich würde auch depressiv werden.
     
  6. So dümpelt er dahin und alles wird ihm hinterhergetragen von seiner Mutti....also Dir.
    Millionen Paare leben so.
    Die Frauen machen das mit, immer noch. Das wird wohl nie aufhören. Hauptsache der Erziehung folgend, dass man als Frau gefälligst einen Kerl zu haben hat mit dem man zusammenlebt.

    Nun leben wir schon in fast dem einzigsten Land der Welt wo man als Frau, selbst bei Arbeitslosigkeit allein eine Wohnung bewohnen darf und trotzdem liest man immer wieder diese Beiträge....unfassbar.

    Ich würde ersticken vor Frust und Wut.
     
  7. Jeder soll genau das tun, was er glaubt tun zu wollen, ich würde bei einer solchen Partnerin nicht bleiben, meine kostbare Lebenszeit ist mir zu kostbar für solche leidvollen Beziehungen. Ich werde in keiner Beziehung bleiben, wo ich leide! Eine Beziehung sollte für mich, Liebe, Freude, Entspannung Bereicherung Erfüllung, Ergänzung und gegenseitige Wertschätzung sein!
     
  8. Nicht so schnell (ver)urteilen, liebe @realwoman: oft treten Partner - hier vielleicht der Mann? - recht autoritär auf, erwarten, dass die Frau und Mutter alles gebacken bekommt, wenn auch wenig Geld da ist. Und manche Frau - hier vielleicht die FS? - traut sich nicht um Hilfe zu bitten, weil sie glaubt, »versagt« zu haben, weil sie nicht das liefern kann, was er erwartet wird. Wir wissen es nicht.

    Sie hat sich geöffnet, mit ihm geredet, ich glaube, das ist schon schwer genug - da braucht es nicht noch Vorwürfe aus dem Forum! Klar kann er darüber verärgert und enttäuscht sein, doch stünde ihm ein bisschen Nachdenken-über-die-Ursachen nicht schlecht. Anschließend den Sex zu verweigern (klingt fast nach Strafe aus dem Mittelalter) und nun in Depressionen zu verfallen, halte ich selbst für eine unreife Reaktion. Nein, ich verharmlose Depressionen nicht, doch schreibt die FS auch, dass diese wohl »berufsbedingt« seien. Also müssten beide, als Paar, sich mal diese Seite ansehen, was sie mit der Therapie ja wohl auch tun.
    Therapien verändern aber nicht von-gleich-auf-jetzt, sie brauchen Geduld. Und diese wünsche ich @Ella86, auch wenn es manchmal schwer fällt.
     
  9. Wenn er psychisch krank sein sollte helfen keine Argumente. Hilfreich bei Depressionen sind Psychopharmaka und ggf. Psychotherapie.

    Manche schwören wie @Moona auch auf diverse alternative Ansätze um mit dem was sie beschreibt oder sogenannten inneren Blockaden klar zu kommen. Diesbezüglich habe ich meine Zweifel. Aber warum nicht ausprobieren.

    Du kannst ihn weiterhin begleiten, selbst flankierend therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen bzw. ab einem von dir zu definierenden Punkt sagen jetzt reicht es.

    Was "jetzt reicht es" bedeutet definierst du. Du kannst deine Beziehung vollständig beenden, pausieren lassen oder wenn es dir nur um Sex geht mit ihm ab- oder unabgestimmt öffnen.
     
  10. Hallo,

    Seine Depression kam lt. deiner Aussage von einem Burnout.
    Das heisst, bestimmte Dingen haben ihn derart überfordert, dass er geradezu handlungsunfähig wurde. Wahrscheinlich spielten da viele Umstände mit rein.
    Was machen diese Personen. Sie lassen dann alles an sich abprallen, weil sie den Anforderungen nicht mehr gerecht werden können.
    Jeder ANSPRUCH ist zu viel.
    Solange du Ansprüche stellst, Erwartungen an ihn richtest, egal welche, wird er sich zurückziehen.
    Alleine die Existenz der Familie kann ihn da unter Druck setzen.
    Der Druck funktionieren zu müssen. Der guten Vater und Ehemann zu sein, der gute Lover zu sein, der gute Geldbeschaffer zu sein, der Beschützer zu sein usw. usf. Vielleicht hat er sich diesbezüglich nach seinen Fähigkeiten entsprechend abgerackert und am Ende war es doch nicht genug.
    All diese eigentlich normalen Ansprüche überfordern bei dieser Erkrankung.
    Selbst die täglichen Erledigungen sind dann zu viel.
    Körper und Geist streiken. Da hilft dann auch kein Red Bull mehr.
    Nur die Zeit kann das wieder reparieren. Durch Regeneration, Ruhe, Sicherheit ohne Existenzangst.
    Man darf halt einfach keine Erwartungen an einen kranken Menschen stellen.
    Wenn er merkt, dass du das verstanden hast, dann wird er vielleicht wieder auf dich zugehen.

    Gute Besserung für deine Familie
     
  11. ja das sehe ich auch so. Leider wird in dieser Hinsicht zu wenig getan. In sämtlichen Büchern steht, dass man sich den Ferritinwert anschauen soll, denn dieser ist bei vielen zu niedrig. Was machen die Ärzte? Sie schauen sich nur den Hämoglobinwert an und wenn dieser einigermaßen passt, hast du laut Arzt keinen Eisenmangel. Das stimmt aber nicht, weil Ferritin viel aussagt.

    Alles verzwickt irgendwie.
     
  12. Ich verstehe dich sehr gut, es ist hart, so leben zu müssen und nicht zu wissen, worauf man überhaupt noch hoffen soll. Vielleicht wird es wieder gut vielleicht aber auch nicht. Du musst entscheiden, was du (v)ertragen kannst, ohne selbst krank zu werden. Das nützt niemandem. Du bist auch nur ein Mensch und hast deine Bedürfnisse, deine Schmerzen und deine Grenzen.
    Aber: sicher ist, solange er von deiner Seite eine Anspruchshaltung und Erwartungen verspürt wird es mit euch und mit seiner Gesundheit nicht besser, sondern schlechter. Es setzt ihn nur noch mehr unter Druck und es ist Stress pur für ihn, dauernd Ausweichmanöver zu erfinden. Es ist ein Teufelskreis für euch beide.
    Wenn du nicht komplett die Erwartungen ablegen und ihn einfach nur lieben kannst wird es mit euch nicht gut ausgesehen. Es gibt keine Garantie, dass es gut ausgeht wenn du einfach für ihn da bist aber wenn du das nicht schaffst, gibt es keine Chance.
    Aber niemand hat das Recht, dich zu verurteilen wenn du die Situation nicht länger ertragen kannst und willst. Du musst auch für nichts büßen, jeder macht Fehler und muss nicht dafür für den Rest des Lebens im Staub kriechen. Aber ihn kann man auch nicht verurteilen für seine Krankheit.
     
  13. Ich befürchte, da ist viel wahres dran.
    Für die FS heisst das, dass sie sich nun am besten trennt und auch die Kinder mitnimmt, damit der Mann überhaupt mit seinem Leben wieder auf die Beine kommt.

    Der FS wird das freilich wenig nützen; die Partnerschaft wird auch später wohl nicht wiederbelebt werden können.
    Aber wenigstens die Kinder haben dann wieder einen (wenn auch nur alle 14 T, viellei9cht später auch 1/2 -Modell) für sie "funktionsfähigen" Vater.

    Ansonsten müsste die FS damit klarkommen, dass er sich in den nächsten Jahren ohne große Aufrmerksamkeit für sie, durchs Leben "durchkämpft" (so ähnlich wie jetzt gerade). Das wird für alle sehr schwer, kann aber letztlich dann auch funktionieren.Da müsste die FS aber über Jahre zurückstecken.

    Irgendwann wird er wieder aus dem Tief heraus kommen. Das kann u.U. aber Jahre dauern ..... darüber muss sich die FS im Klaren sein.
     
  14. Das kann ich bestätigen. Das machen Frauen so,
    Sie nehmen (um den Mann nicht mit Sorgen zu belasten) heimlich einen Kredit auf, den sie nicht zurückzahlen können, in der größten Not offenbaren sie sich dem Mann und was macht dieser?
    Er reibt sich auf, um die Schulden mit abzuzahlen, bekommt dabei einen Burnout und will deswegen keinen Sex mehr, weil die Krankheit und der Vertrauensverlust an ihm zehrt.

    Ganz klar, daß solches Verhalten eines Mannes nicht toliererbar ist.

    Frauen müssen da stark bleiben und solchem Verhalten keinen Vorschub leisten. Das Beste wäre in diesem Fall, daß die FS ihm ein Ultimatum stellt: "entweder demnächst Sex oder Trennung". Anders sehe ich keine Möglichkeit mehr.

    Allerdings bleibt auch noch diese Möglichkeit:
    Ach nee, war ja anders:

    Hilft also auch nicht weiter.

    Also doch Ultimatum.

    mMensch50
     
  15. Die FS ist mit dem Freund seit 7 Jahren zusammen und hat auch mit ihm ein Kind - ich nehme an, sie weiß, wie er tickt. Wenn 86 Geburtsjahr ist, ist sie vielleicht 32,also auch kein unerfahrenes Mädchen. Wenn durch Kredit Familie in die Schieflage gerät, dann geht es nicht blos um 500 Euro. Wenn ich kein Geld habe, dann kann ich nichts ausgegeben. Ich nehme kein Kredit auf, um mir was zu gönnen, was ich mir nicht leisten kann oder damit ich besser betucht vor dem Mann dastehe. Aus dem Post der FS lese ich keine Einsicht in ihre Handlungen und dementsprechend keine Schlussfolgerung der weiteren Entwicklung. Es war ok, dass der Mann finanziell eingesprungen ist, aber nicht ok, dass er kein Sex will, schließlich hat sie "Bedürfnisse". Ich lese viel vom "ich" , aber wenig von "wir". Vielleicht tue ich der FS Unrecht, aber irgendwie Habe ich in diesem Forum gelernt, zwischen Zeilen zu lesen und somit befürchte, dass die FS die Lage sehr beschönigt dargestellt hat.
     
  16. Es ist keinesfalls so hoffnungslos.
    Das kann u.U. auch "nur" eineinhalb bis zwei Jahre dauern, bis er sich wieder aufgerichtet hat, wenn die Umstände passen.
    Eine Trennung wäre da wohl kontraproduktiv. Das wäre eine neue Baustelle, die zudem Existenzängste auslösen könnten. Man liesse ihn dann auch noch alleine zurück.
    Die richtigen Umstände könnten ein Jobwechsel sein, bis hin zu Medikamenten, die ihm helfen könnten in den Alltag zu finden, bis hin zu einer tiefenpsycholgischen Therapie.
    Das macht er ja auch schon und ist bereit dazu etwas zu tun, damit es ihm besser geht. Man darf eben nicht erwarten, dass jener nach ein paar Therapiesitzungen aufspringt und ganz der Alte ist. Natürlich ist das ein Prozess.
    Ich halte es nicht für sinnvoll, jene Betroffenen abzuschreiben.
    Denn es ist keine Seltenheit, dass Menschen an diesen Punkt kommen in ihrem Leben. Eine Lebenskrise nennt man das.

    Nein das kannst du nicht.
    Du musst natürlich selber wissen, was dir im Leben hilft.
    Entscheiden, ob dir eine Trennung gut tut, wenn du dann neu durchstarten kannst.
     
    • # 15
    • 08.02.2019
    • void
    Ich denke, der Mann hat noch immer seelische Probleme, also wohl Depressionen. Wenn ich das richtig verstehe, zahlt ihr gemeinsam einen Kredit ab, aber Du konntest nach der Elternzeit nicht mehr in Deinen alten Job zu alten Bedingungen zurück, sondern hast weniger verdient, ihm aber nicht gesagt, dass für Dich kaum was übrig bleibt. Vielleicht bezahlst Du auch ne Menge für das Kind und er nicht? (So eine Haltung kenne ich aus meinem weiteren Bekanntenkreis.)
    Also jedenfalls wusste er nicht, dass Du den Kredit nicht mehr zu dem Teil abbezahlen kannst, den ihr vorher ausgemacht hattet, und weil Du nichts gesagt hast, hat er gedacht, dass Du denkst, er verdiene zu wenig Geld? Oder wie hast Du Dir die Zusammenhänge gedacht, dass seine Krise anfing, als der Kredit abbezahlt war?

    Und Du betreust auch noch das Kind.

    Ich finde die Situation außerordentlich schwierig. Alles richtet sich nach dem Zustand des Kranken. Man ist still, wenn er Ruhe braucht, freut sich, wenn es ihm mal ein bisschen gut geht, versucht alles mögliche, dass er sich mal wohlfühlt. Das kann schon ein Leben im Schatten werden, ich finde es schwer sich abzugrenzen.
    Der Mann ist ernsthaft krank, wenn er Depressionen hat. Was ich tun würde, ist mich informieren, wie es ernährungsmäßig aussieht. Erst neulich habe ich gehört, dass Vit. B12-Mangel seelische Krankheiten auslösen kann. Wenn Du kochst, kannst Du ja auch drauf achten. Zu Bewegung raustragen, kannst Du ihn ja nicht.

    Das geht ja nun gerade mal erst ein paar Monate. Ich weiß nicht, ob Du Deinen Partner liebst. Falls ja, liegt Deine Haltung wohl nur daran, dass Du denkst, er hätte schlechte Laune oder könnte sich mal zusammenreißen und wieder "normal" werden. Aber bei psychischen Krankheiten geht das so nicht. Das sind wohl "echte Stoffwechselkrankheiten". Soll heißen, dass sein Verhalten Dir gegenüber nicht seine Gefühle Dir gegenüber ausdrückt, wenn er keine Krankheit hätte. Das bringt nun nicht viel, weil es sich für Dich ja doch so anfühlt, als würde er Dich zurückstoßen. Aber wenn er wirklich krank ist, kommt sein Verhalten daher und nicht, weil er Dich im gesunden Zustand wegschieben würde.

    Was würdest Du tun, wenn er eine andere Krankheit hätte mit Krankenhausaufenthalt oder Bettlägerigkeit, bei der Zweisamkeit nicht geht? Würdest Du dann so denken wie jetzt?
    Es ist immer auch eine schwere Belastung für Angehörige von seelisch Kranken. Sie können selbst depressiv werden, weil es sich überhaupt nicht mehr um ihre Bedürfnisse dreht. Vielleicht kannst Du Menschen finden, denen es ähnlich geht, wenn Du jetzt nicht gleich alles hinschmeißen willst.
     
  17. Klar weiß die FS, wie ihr Partner »tickt« - vielleicht ist gerade das der Grund, warum sie so unter Druck stand, dass sie sich nicht getraut hat, mit ihm über den finanziellen Engpass zu reden.
    Wenn du, liebe @realwoman, keine Einsicht herauslesen kannst, so mag es daran liegen, dass die FS hier kein mea culpa lang und breit anführen möchte - kann ich nachvollziehen.
    Du magst herauslesen, dass sie ihre Situation beschönigt darstellt, ich lese heraus, dass ihr Mann sie wie ein Kind behandelt und mit Liebesentzug bestraft. Das ist auch dann nicht gerechtfertigt, wenn er (mit ihr zusammen!) die finanzielle Schieflage wieder bereinigt hat.

    @Ella86 verhält sich ihm gegenüber »großzügiger«: sie bringt Verständnis für ihn auf und begleitet ihn zum Therapeuten. Weil sie offensichtlich erkannt hat, dass sie ein gemeinsames Problem haben. Hier hast du, liebe @realwoman, auch das von dir vermisste »wir«.
     
  18. Liebe(r?) Amytan, der Unterschied zwischen mir und dir ist nicht nur andere Wahrnehmung, sondern auch andere Einstellung. Ich nehme die Realität so wie sie ist, bin weder für Frauen noch für Männer, sondern dafür, sich selber gegenüber ehrlich zu sein. Das tun die meisten Menschen nicht, mehr noch, sie halten ihre Wunschvorstellung für die Realität. Fakt ist, der Mann will kein Sex mit der FS. Warum, spielt erstmal keine Rolle. Sie soll akzeptieren, dass das im Moment so ist, ändern kann sie sowieso nichts. Ein Burnout und Depression ist eben keine Grippe, die nach zwei Wochen geheilt ist. Der Mann ist momentan nicht in der Lage, ihr die Wünsche nach Zweisamkeit und Sex zu erfüllen, ob er nicht kann oder will, ist eine andere Sache. Sie versucht dagegen, ihn zum funktionieren zu bringen, ansonsten ist sie "traurig oder wütend". Sie könnte ihre Bedürfnisse wo anders erfüllen, z. B. verstärktes Kuscheln mit dem Kind, Massage etc. Sie könnte auch fragen, wie es dem Mann geht, warum er sich verschließt und was er überhaupt fühlt. Sie könnte im Internet nach Depressionen suchen und entsprechende Foren bemühen, damit sie weiss, womit sie zu tun hat. Es kann natürlich sein, dass ihr Mann ein feiges Würstchen ist und unfähig ist, zu kommunizieren.Aber er ist nicht da, da kann man über ihn schlecht ein Bild machen,ändern kann man ihn auch nicht. Dafür gibt es hier die FS, die nötige Info liefern kann und auch an ihrer Denkweise und Einstellung arbeiten kann. Ich vermute sehr stark, dass es gravierende Beziehungsprobleme gibt, vor denen die FS die Augen verschließt und kleinmädchenmässig an eine Fee glaubt-ich habe Schulden und wenn ich nichts sage, dann verschwinden sie, wenn mein Mann mich liebt, dann kuschelt er mit mir und massiert mich, ist ja egal, dass er gerade durch Burnout und Depressionen kämpft. Beglichene Rechnung und ein Gang zum Therapeuten sind physische Schritte, die Narben an der Seele sieht man dagegen nicht und sie zu heilen ist eben schon andere Nummer, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
     
    • # 18
    • 11.02.2019 um 01:26 Uhr
    • Amytan
    Hier hast du sicher recht: wir haben eine unterschiedliche Wahrnehmung/Einstellung, wobei ich versuche (ich sage nicht, dass mir das auch immer gelingt) nichts in den oder die Fragende/n hinein zu interpretieren. Denn der begrenzte (Wort)raum, der für die Fragestellung zur Verfügung steht, erlaubt oft nur eine begrenzte Darstellung des eigenen Problems. Dabei bleibt dann auch manchmal der Eindruck, man wäre sich selbst gegenüber nicht ehrlich, übrig.

    Bei @Ella86 könnte ich mir vorstellen (und genauso vorsichtig habe ich weiter oben versucht, mich auszudrücken), dass sie mehr Geld ausgegeben hatte als vorhanden war, weil sie sich nicht traute, das offen im Vorfeld mit ihrem Partner zu besprechen. Vielleicht hat sie das Geld eben für den Familienunterhalt (Essen, Windeln ...) gebraucht, ich würde ihr hier nicht unterstellen, dass sie das Geld dafür eingesetzt hat, um sich »was zu gönnen, was sie sich nicht leisten kann oder damit sie besser betucht vor dem Mann dasteht«, wie du dich weiter oben ausdrückst. Das klingt bei mir sehr nach erhobenem Zeigefinger - den ich selbst einem erwachsenen Menschen nie zeigen würde. Denn leider lässt so ein strenger Hinweis aus dem Publikum (hier: dem Forum) einen verzweifelt Ratsuchenden eher verstummen, der Dialog bleibt aus. Wir erleben es hier.

    Amytan (♀)
     
  19. Für mich an seiner Stelle wäre dies ein Grund, eine Partnerschaft zu beenden.
    Das ist ein massiver Vertrauensbruch, der hier lapidar übergangen wird.
    Danach überarbeitete er sich bis zum Burnout = Erschöpfungsdepression. Sicher nicht der einzige Grund, aber auch.

    Was machst Du, Ella?
    Noch mehr Druck. Der Mann hat es nur bis zum wieder funktionieren gebracht, mehr ist da nicht.

    Bei Burnout muss das Leben neu gestaltet werden. Wo sind die Stressfaktoren, wo die Überlastungen.
    Du gehst mit zur Therapie? Noch mehr Druck. Wie soll er an sich arbeiten, wenn Du dabei bist?
    Es geht nicht nur um die äußeren Faktoren, die solltet Ihr gemeinsam neu gestalten, dies auch mit therapeutischer Unterstützung.

    Es geht um ihn, dass er lernt, Grenzen zu setzen, eigene Bedürfnisse zu formulieren, eigene Haltungen anzunehmen.
    Dass er sich unter anderem nicht die Schuld an diesem Kredit gibt, sondern den Vertrauensbruch in die Verantwortung schiebt, wo er hingehört, nämlich zu Dir. Wenn sich eine finanzielle Situation in der Partnerschaft verändert, dann redet man.
    Seine inneren Themen kann er nicht bearbeiten, wenn Du dabei bist.

    Es dauert lang, Monate bis Jahre, bis Heilung erfolgt - und nur, wenn man wirklich sein Leben konsequent verändert. An dem Punkt ist er noch gar nicht.
    So führt es nur in den nächsten, größeren Zusammenbruch.

    Er ist noch nicht ansatzweise in der Heilung - auch hier merkt man Deinen Vorwurf und den Druck. Er kann nicht - das ist das Wesen der Krankheit. Wenn es sich so äußert, ist es gravierend.
    Schwierig ist dann der Druck von außen, dabei frustriert es einen selbst, schon bei Kleinigkeiten vor einem gefühlten Berg zu stehen - eine weitere Spirale, jeden Tag das Erleben weiterer Misserfolge, die noch mehr Erschöpfung, Verzweiflung, und noch schwärzere Gefühle gerieren.

    Er müsste aktiv in hochfrequente Therapie, sofortige Auszeit vom Beruf mit Krankschreibung, hier sind psychosomatische Akutkliniken sehr hilfreich um aus der Spirale zu kommen, mit Abstand auf die gesamte Thematik zu schauen, sich zu sortieren, zu lernen, wie man Stress reduzieren kann, wie man Ressourcen findet, aufbaut.

    Es wird bei ihm länger dauern, nach den Symptomen, die Du beschreibst - und wenn es ihm gelingt, wieder gesund zu werden, wird er ein anderer Mensch sein.

    Entweder Du gehst den Weg unterstützend mit, d.h. kein zusätzlicher Druck, Dich kundig machen, mit dem Therapeuten unterhalten, wie Du Dich verhalten solltest - oder Du trennst Dich.
    Es gibt nur die beiden Optionen, auch wenn es hart klingt.

    W,49
     
  20. Er hat zu Dir gehalten, als es Dir schlecht ging bzw. Du schlicht Mist gebaut hast. Jetzt geht es ihm schlecht und, das ist entscheidend, er ist bereit daran zu arbeiten. Das Leben ist eben nicht immer lustig und gerade dann zeigt sich, was eine Beziehung wert ist.

    Wo ist Deine Unterstützung in dieser für ihn schweren Phase? Ich lese eher von mehr Druck. Der Therapeut sagt doch klar: langsame Annäherung. Die geht Dir offenbar nicht schnell genug.

    Platt gesagt ist Deine Auswahl: nimm Dir Zeit oder trenn Dich. Dein Mann hat sich nicht getrennt, als Du selbst Probleme verursacht hast, sondern hat zu Dir gehalten. Für seine Probleme kann er nicht mal was...
     

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