1. Wie hoch sollte die Toleranz bei der Partnerwahl sein?

    Hallo,
    ich (w/40) bin neu hier und nach einer 8monatigen Beziehung frisch getrennt.
    Mein Expartner (38) hat mir gleich beim ersten Date erzählt, dass er in jungen Jahren einige Psychiatrieaufenthalte hatte und einen Selbstmordversuch.
    Beim kennenlernen hatte er zudem keinen Job und wohnte vorübergehend bei seiner Mutter im Haus.
    Da ich in meinem Leben schon viele Menschen getroffen habe, die schon Krisen im Leben hatten und doch wieder auf die Beine gekommen sind, hab ich mich (trotzdem) auf ihn eingelassen, fand es sogar mutig, dass er so ehrlich damit umgeht. Auch vom Thema Arbeitslosigkeit kann heutzutage jeder betroffen sein, auch davon hab ich mich erst mal nicht abschrecken lassen.
    Wir waren dann einige Monate sehr glücklich, er hat auch einen Job in einem Unfallrehazentrum gefunden.
    Was ich in dieser Zeit deutlich wahr genommen habe, war ein ganz vergiftetes Familiensystem mit seiner Mutter. Diese habe ich als verlogen und manipulativ kennen gelernt. Männersüchtig und Alkoholkrank. Es stellte sich heraus, dass sie ihren Sohn seit 15 Jahren zwingt, Neuroleptika zu schlucken. Spielte sich dauernd in den Vordergrund, als engagierte Mutter.
    Vor zwei Wochen hat er seinen Job wieder hingeschmissen und ist wieder zu seiner Mutter gezogen.
    Jetzt meine Frage: Hätte ich ihn gleich am ersten Abend wieder weg schicken sollen? War ich zu tolerant, zu offen? Ich bin ein Mensch, der fest im Leben steht, Verantwortung über einen kranken Vater hat und über diverse Klein- und Großtiere. Ein Helfersyndrom habe ich nicht, sondern eher einen gesunden Egoismus. Kann Nein sagen, mich abgrenzen und gehe meinen Weg stetig.
    Vor der Beziehung war ich über 10 Jahre single. Mein letzter Partner hat mir sehr viel gegeben am Anfang, war einfühlsam und engagiert in unserer Beziehung. Wo also ist die Grenze zwischen Toleranz, Offenheit, und Vernunft?
    LG
     
    Moderationsanmerkung: Bitte achten Sie künftig auf eine korrekte Rechtschreibung. Vielen Dank.
  2. Die Seite wird geladen...

    • # 1
    • 27.02.2016
    • void
    Deinen Toleranzbereich legst Du selber fest und dazu ist es gut, wenn man sich gut kennt und weiß, was man will und wo man Kompromisse machen kann.

    Ich würde es auch nicht unter Toleranz sehen, dass Du Dich mit dem Mann getroffen hast, sondern unter mangelnde Lebenserfahrung. Wenn einem jemand gleich beim ersten Date sehr viel von sich erzählt und darunter sowas ist, kann es gut sein, dass er es noch nicht hinter sich gelassen hat, dieses Problem. Sonst würde ihm was anderes einfallen als Gesprächsthema.

    Das sind auch Punkte, die von potentiellen Partnern Toleranz verlangen.
    Es muss sich halt irgendwie richtig anfühlen und anscheinend tat es das. Nun bist Du um eine Erfahrung reicher und ihr wart doch auch eine Zeitlang glücklich - wieso ist das auf einmal verkehrt gewesen?

    Ich finde es dumm, Menschen auszusortieren, weil man Schubladen im Kopf hat. Aber es gibt bestimmte Anzeichen. Die sind hier für mich, dass er beim ersten Date gleich sowas erzählt.
    Ich weiß ja nun nicht, wie das Gespräch sonst noch war, also ob er es Dir nur gesagt hat, weil schon mal jemand aufgrund einer abgeschlossenen Vergangenheit negativ reagierte. Aber mein Eindruck ist, dass er es erzählte, weil er es noch gar nicht verarbeitet hat, und am Ende stellte sich das ja auch so raus.
     
  3. Hallo Zita,
    Ich finde , du hast alles richtig gemacht.

    8 Monate sind nicht lange, um einen neuen Menschen kennenzulernen. Du warst anfangs offen, hast ihm eine Chance gegeben, die jeder verdient und dann schnell gemerkt, dass es doch nicht passt.

    Irgendwann hast du das 1. Mal das Bauchgefühl gehabt,dass es mit Euch beiden nicht passt. Hier würde ich ansetzen. Wann und warum hattest du das Gefühl? Kannst du dich auf dein Bauchgefühl verlassen? Wielange hast du dann noch gewartet, um die Beziehungsanbahnung abzubrechen? Meinst du selbst, dass du dich schneller entscheiden hättest sollen? Wenn ja, warum hast du es nicht getan?
     
  4. Spontan fiel mir zu der Geschichte ein, ich finde es gut und richtig, dass du ihm/ euch eine Chance gegeben hattest. Und dann: der arme Junge, warum kann er sich immer noch nicht von dieser Horrorperson von Mutter lösen? Das müsste er unbedingt, sonst kann er sein Leben echt nicht mehr zum Positiven wenden. Keine Partnerin der Welt kann ihm das abnehmen.
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
  5. Die Frage sollte nicht lauten: Wo ist die Grenze zwischen Toleranz, Offenheit und Vernunft sondern vielmehr: Wo sind deine Grenzen? Eine psychische Erkrankung kommt ja nun nicht aus dem Nichts zur Tür herein geschneit. Natürlich gibt es Auslöser und häufig sind diese Auslöser auch im Elternhaus zu finden. Wenn er in seinem Entwicklungs- und Gesundungsprozess noch nicht so weit ist sich aus schädlichen Elternbeziehungen zu lösen dann ist es eben so. Damit steht es dir jederzeit frei zu entscheiden ob du mit der Siuation weiterhin zurecht kommst oder doch wieder deine eigenen Wege ziehst.
     
  6. Das hat definitiv überhaupt nichts mit Toleranz zu tun. Toleranz ist für mich akzeptieren eines Menschen trotz vielleicht befremdlichem Anderssein.
    Du wolltest einfach nicht allein sein, und hast deshalb die Augen zu gemacht. Revidieren läßt sich die Vergangenheit nicht, also ist die Frage müßig.
    Befremdlich finde ich, wie perfekt du in das kaputte System eingestiegen bist:
    Das glaubst du ja selbst nicht, oder?
    Als Lebenserfahrung abhaken.
     
  7. Du warst nicht zu tolerant, sondern einfach bedürftig und wohl süchtig nach einer "endlich" gefundenen Beziehung bzw. jemand der Dich wollte.

    Viele Frauen, aber auch Männer, blenden dabei alles andere aus, auch den Verstand, denn man/frau nimmt zwar negative Signale wahr, übersieht sie aber ganz schnell, weil sie/er unbedingt Zweisamkeit will.

    Nach einiger Zeit des Rausches kommen allerdings die Schattenseiten wieder ans Licht und die Probleme.

    Meiner Meinung nach sollte die Sucht nach Partnerschaft niemals die Realität ausblenden, denn sonst landet man in einem Dilemma wie die FS.

    Und ja, es war ein Fehler mit einem, sorry, psychisch angeknacksten Mann etwas anzufangen. Ich hatte früher zwei Freundinnen, welche an Depressionen litten, oft übel gelaunt, energieschwach, unzuverlässig, heute bin ich froh, so eine Bekanntschaft nie wieder zu vertiefen, egal wie nett diese Leute auch scheinen, sie sind ein Energieräuber. Also Vorsicht ist besser als Nachsicht.
     
  8. Du hast ihm eine Chance gegeben, nur hat er sie nicht wahrgenommen. Eine Beziehung macht nur Sinn, wenn Du ihm wichtiger bist als seine Mutter. Aber er ist jemand, der die Pillen vom Seelenklempner ja anscheinend mama zu liebe einnimmt.

    Die Frage, ob bereits beim Kennenlernen eine vernünftige Chance auf eine Beziehung bestand, können wir Dir nicht beantworten, da wir nicht dabei waren. Aber das Risiko bei all diesen Pillen und Pillchen vom Seelenklempner ist doch, daß am Ende schwache Persönlichkeiten raus kommen - die sich zu oft treiben lassen .... schwer zu beschreiben.

    Und bei jemand der Pillen nimmt ist eh Vorsicht angesagt - stell Dir mal vor, Du mußt durchs Leben laufen. Beim Laufen gibt es Waldwege, Feldwege, Schottewege, Teerstraßen, Wege bergauf, bergab, manchmal muß man einen Bach irgendwie überqueren ... wenn man durchs Leben läuft ist es genauso, nur spürt man mit all dem Mittelchenzeugs vom Seelenklempner oft nicht mehr, welchen Weg des Lebens man gerade läuft.
     
  9. Ich frage mich, warum eine Frau in dem jungen Alter 10 Jahre Single war?

    Ich frage mich, warum sie diesen Mann als Partner bezeichnet. Denn nach so kurzer Zeit einer Beziehung, wovon 6 Monate eigentlich die Kennenlernphase sind, kann man nicht davon sprechen, so denke ich, dass der Andere ein Partner ist.

    Bei mir wären beim ersten Date alle Warnglocken angegangen und hätte kein weiteres Interesse gehabt, den Mann näher kennen zu lernen. Wie soll ein Mensch mit solchen Problemen, der dazu sein eigenes Leben nicht auf die Reihe bekommt, eine gesunde Beziehungen auf erwachsener Ebene führen können?

    Ich frage mich, warum die FS hier wildfremde Menschen fragt, wie sie das Thema sehen, anstatt sich selber zu fragen, was sie dazu gebracht hat, sich auf diesen Mann einzulassen.

    w
     
    Moderationsanmerkung: Beitrag wurde durch einen Moderator editiert
  10. Wenn Jemand sowas beim (ersten) Date erzählt, dann scheint er mir eine Psychotherapeutin zu suchen. Aber Eine, die ihm nur Angenehmes sagt, damit er sich nicht mit dem Unangenehmen auseinander setzen muß.
    Salopp:"Heile mich, aber tu mir nicht weh."

    Da kann man das Date noch über sich ergehen lassen, und am nächsten Tag absagen, weil man sich für ihn überfordert sieht = nicht stark genug.

    Das Problem ist nicht, dass Jemand in einer Lebenskrise steckt.
    Das Problem hier ist es, dass er es (auf diese Art) nannte.
    m.E. um Mitleid zu erregen, und via Helfer-Syndrom die Frau für sich zu gewinnen.
    Die wird wohl ein Arzt verschreiben, und er nötig haben ?
    Denn ohne Rezept keine Medikamente.Die Mutter achtet darauf, dass er sie auch einnimmt ?

    Ich kannte früher einen Mann (45+) der psychisch krank war, und Psychopharmaka brauchte. Aber sie nicht immer einnahm, mit entsprechenden Folgen. Nämlich, dass er psychisch wieder kleine und große Fehler beging, oder gar sein Zusammenbruch. Dann kamen seine Eltern, nahmen ihn wieder zu sich nach Hause, und achteten darauf, dass er regelmäsig seine Medikamente einnimmt.

    Dieser gutaussehende und redegewandte Mann fand immer Frauen, um bei ihnen auf deren Kosten zu wohnen. Denn er selber hatte keinen Job, und suchte auch keinen. Er fühlte sich "zu höherem berufen." und wollte z.B. eine EDV-Firma gründen. Hatte aber kaum Ahnung, sondern Wahnvorstellungen davon.

    Dann fand er eine Frau, die ihn sogar heiratete. Und versorgte, denn sie betrieb erfolgreich drei Friseursalons. Aber nach einem Jahr Ehe reichte sie die Scheidung ein.

    Inzwischen hat er es kapiert, bleibt Single, nimmt selber seine Medikamente, und jobbt in Teilzeit.
     
  11. Manche sind nach zehn Jahre Single-Dasein nicht mehr so wählerisch. Und klammern sich an schier jeden Ausweg ?

    Das ist menschlich. Trotzdem sollte man vorsichtig kritisch sein, bevor man sich auf Jemanden einlässt. z.B. damit man seine Zeit nicht mit dem Falschen verschwendet.

    Auch ich bin Jemand, der dem kennenlernen mehr Zeit und Raum gibt, bevor man sich entscheidet. Aber ich erkenne ggf. schon beim ersten Date so große Probleme, auf die ich gerne verzichte. Und auf diese Frau als Verursacherin. Auch wenn ich vielleicht ein weiteres Jahr Single sein muß.
     
  12. Ich denke, man kann die Frage nicht mit ja oder nein beantworten. Nach meiner Erfahrung kann man sich mit einer Beziehung schon sehr viele Probleme ins Leben ziehen und im Nachhinein denkt man, hätte ich besser nicht gemacht. Ist die Frage, ob man in der Situation eine Alternative hatte, ob man die Wahl hatte und die Wahl zwischen was?
    Und dass ihr zusammen gekommen seid war kein Zufall. Ich meine das nicht esoterisch sondern auf Lebensstile und Möglichkeiten bezogen. Ich meine damit auch nicht "gleich und gleich zieht sich an", aber ich denke, dass es etwas über einen selbst aussagt, mit wem man zusammenkommt.
    Es versucht zu haben war gut und es hat dich weiter gebracht und beim nächsten Mal wird es besser, weil du mehr Erfahrung hast.
     
  13. Bei mir wär die Sache sofort vorbei gewesen, wenn ich erfahren hätte, dass er nen Selbstmordversuch hinter sich hat und Psychopharmaka nimmt.

    Andererseits hast Du jetzt die Erfahrung gemacht und 8 Monate sind nicht die Welt.
    Wie oft befindet sich Menschen jahrelang in einer destruktiven Beziehung.

    Aber ich frage mich ebenso wie sämtliche Vorschreiber, wie jemand nach 10 Jahren Singledasein, sich auf so jemanden einlässt.
     
  14. Hallo Zita,

    Wo Deine Grenzen sind, kannst Du nur alleine beurteilen, und Ich denke, Du hast zu jedem Zeitpunkt bei dieser Beziehung die für Dich stimmige Entscheidung getroffen.

    Persönlich - ich finde es gut, einen Menschen erst mal eine Chance zu geben, statt ihn in eine Schublade zu stecken und ihn vielleicht sogar vorzuverurteilen.
    Er war gleich offen - spricht ja auch für jemanden, ist wirklich ein sehr heikles Thema, wie man hier an den Reaktionen sehen kann.

    Ihr habt Euch weiter kennen gelernt, Du hattest auch eine gute Zeit. Nur leider war und ist seine Geschichte richtig akut, und es ist nicht mal ein wirklicher Veränderungswille vorhanden.
    Da dann sehr gesund egoistisch zu sein und die notwendige Konsequenz zu ziehen - zeigt doch, dass Du gut auf Dich selbst und Deine Grenzen achtest und genügend Selbstfürsorge besitzt.
    Deine Zweifel - für mich unbegründet, ich finde Deine Haltung sehr positiv.

    Alles Gute.
     
    • # 14
    • 28.02.2016
    • Zita
    Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge..
    Ich war so lange single, weil meine Lebensumstände es auch lange nich zuliesen, jemanden in mein Leben zu lassen. Es war turbolent. Mein Vater ist schwer erkrankt, lange Zeit. Jetzt ist er auf dem Weg der Genesung, nach vielen Jahren. Bei mir gab es auch berufliche Themen, die mich sehr runter gezogen haben. Diese Themen wollte ich erst mal bearbeiten, dass die Basis eben passt und frei ist, wenn jemand in mein Leben kommt. Dann war es so, dass meine Lebensumstände gepasst haben, aber mir ist niemand begegnet, wo der Funke übergesprungen ist. So verghen dann eben 10 Jahre. Bin auf jedenfall keine verstaubte alte Jungfer :)
    Auf den letzten Mann habe ich mich letztendlich eingelassen, weil ich seine Gesellschaft sehr angenehm erlebt habe. Als wir uns kennen gelernt haben, nahm er über 1,5 Jahre schon keine Giftpillen mehr.
    Ich lernte einen einfühlsamen Menschen kennen, freudig, genussvoll und leidenschaftlich. Hab mich wohl und geborgen gefühlt. Wir unternehmen viel zusammen, hatten gleiche Interessen usw. Er war vom ersten Tag an bei mir in meiner Wohnung. Hat mich getröstet, als mein letzter Arbeitgeber in die Insolvenz ging und ich meine Kollegen verlassen musste. Hab gleich im Anschluss eine neue Stelle gefunden.
    Doch dann kam es zum Eklar. Dann kam die sog. Mutter ins Spiel, die sich in einen banalen Streit eingemischt hat. Ihm ging es nicht gut, dann wurde er von ihr und vier Bekannten der Familie so lange bearbeitet, zum Arzt geschleppt, die Fürsprache übernommen und er wurde wieder auf Neuroleptika eingestellt. Wie schon sein Leben lang. Meiner Meinung nach hat er das Zeug nicht gebraucht wegen eines Stimmungstiefs. Da hab ich das vergiftete Familiensystem kennen gelertn und mich auch gleich abgewendet von dieser Rabenmutter. Unsere Beziehung ging durch diese Tabletten kaputt, da es die Gefühltebene emenz zerstört und lahm gelegt hat. Er wollte keine körperliche Nähe mehr zu mir und hat sich Stück für Stück zum Robotter entwickelt. Das hat ihn dann auch den Job gekostet, weil er auf Patienten nicht mehr eingehen konnte.
    Er ist dann freiwillig in die Rolle des kranken Sohnes zurück zu seiner Mutter.
    Klar bin ich wütend, dass es so verlaufen ist und ich zweifle an meiner Offenheit und Tollerant. Deshalb das Posting.
    Vielen Dank nochaml an Euch alle... LG
     
  15. Liebe FS,
    ich habe nicht den Eindruck, dass es bei Dir eine Frage von Toleranz ist, sondern dass Du ein zu stark ausgebautes Kümmergen hast, vermutlich weil Du keine Partner hast.

    Sorry, dass ich das so sage, aber genau so liest sich Helfersyndrom. Dass man sich um seine kranken Vater kümmert finde ich selbstverständlich, sofern er in der Nähe wohnt ud ein verträglicher Mensch ist.
    Allerdings haben sämtliche alleinstehende Menschen, die ich kenne und die sich neben einer Berufstätigkeit um "diverse Groß- und Kleintiere" kümmern (sofern kein Landwirt) einen erheblichen sozialen Schaden. Sie haben allesamt so viel damit zu tun, dass sie keinen Partner daneben haben können und kein Mann das mitmacht - Frauenphänomen.
    Gesunder Egoismus ist nicht Deins, da hast Du ein falsches Selbstbild.

    Und noch mal "Nein", Du hast keine Ahnung und keine Lebenserfahrung.
    Diese Medikamente bekommt jemand bei schweren psychischen Erkrankungen dauerhaft von einem Facharzt verschrieben. Deren Einnahme muss ärztlich überwacht werden (Wirkstoffspiegel, Veränderungen im Blutbild). Wenn die Mutter ihn zur Einnahme zwingt, dann weil er lebensuntüchtig ist und das nicht selber hinbekommt. Sie tut es, weil sie weiß, was passiert, wenn er die Medikamente nicht nimmt.

    Du versuchst Dir ein tolles Selbstbild aufzubauen, aber Du warst blind wegen "Beziehunsgbedürftigkeit".

    Es ist richtig, man kann in eine psycvhische Krise rutschen. Die Welt ist zu komplex für viele Menschen. Sie sind für den schnellen Wandel nicht richtig ausgestattet. Man kann auch arbeitslos werden. Aber wenn ein Mann, der älter als 25 ist dann heim zu den Eltern rennt, weil er nicht mehr klarkommt, dann sage ich "Finger weg", denn der taugt nichts als Partner im Alltag. Denn "heim zu Mama" ist auch nicht viel anders als "betreutes Wohnen" - generell nicht lebenstüchtig.
     
  16. Ich verstehe dein Problem nicht? Was willst du jetzt?

    Lief bei dir alles glatt im Leben? Oder gehörst du zu den langweiligen Personen, bei denen einfach nichts interessantes im Leben passiert? Warum bist du nicht froh, dann so einen Partner zu haben, der dir bisschen frischen, neunen Wind um die Nase bringt, denn scheinbar lebst du in einer Regenbogenblase mit deinem Vater ohne Außenwelt, fernab der Realität!

    "Nein sagen, mich abgrenzen und gehe meinen Weg stetig." Davon sehe ich nichts! Setze um, was du predigst und jammere nicht! Niemand muss sich mit einem Partner herumplagen. Auch dein Freund ist ein Individualist mit eigenen Problemen, nicht maßgeschneidert aus dem Katalog.

    Ich frage mich, wie man überhaupt Zeit für einen Partner haben kann, wenn man daheim die Eltern pflegt? Geht nicht, denn dein Partner verlangt volle Aufmerksamkeit: reges Sexualleben, Unterhaltung und eben Toleranz in (nicht nur bei körperlichen, sondern auch psychischen) Krankheiten. Viele vergessen das. Eine Beziehung besteht zu mindestenes 80% eben nicht aus Sonnenschein, Händchenhalten und positive Stimmung.

    Selbstmordgedanken, Depressionen, Arbeitslosigkeit, Therapie, etc. ist ja wirklich nichts aufregend Neues. Fast jeder Mensch wird damit einmal im Leben konfrontiert, oder sollte es, um damit umgehen zu können.
    Schlimm sind die Generationen, bei denen es noch verpöhnt war, über sowas zu reden, denn es sind in Wirklichkeit mehr Leute davon betroffen, als darüber öffentlich reden können, ohne ausgebuht zu werden. Gerade als Erwachsener kann man über sowas eigentlich mit niemandem mehr reden, weil die Außenwelt dann nur herkommt und sagt: "Selber schuld, du bist ja erwachsenen genug."
    Das Thema ist viel komplexer als du denkst.
     
  17. Klingt für mich so, als ob sich da 2 Ertrinkende aneinander geklammert haben. Übrigens, du bist nicht seine Ärztin, oder?
    Sei froh, daß du eine weitere Lebenserfahrung gemacht hast, die dich vielleich als Mensch weiterbringt in deiner eigenen Entwicklung und dem klareren Erkennen anderer Menschen und was dir nicht gut tut.
    Da bist du noch sehr am Anfang!
     
  18. Wenn du mich fragst, hättest du gleich zu Beginn mit entsprechendem Selbstwert erkennen müssen, dass es von Anfang an nicht passt! Und für mich wieder einmal eine klassische Bestätigung, dass Frauen, die über längere Zeit Single sind/waren zu wenig kritisch für eine neue Beziehung sind, da sie nicht mehr länger alleine sein wollen, was selten so gut geht! Ich überlasse die Grenze zwischen Toleranz, Offenheit, und Vernunft ausschließlich meinem Bauchgefühl. Mein Bauch ist viel intelligenter als mein intelligenter und konditionierter Kopf! Um dies so umzusetzen ist es jedoch Bedingung, dass man sich selber sehr, sehr gut kennt!
    Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, da es gleich zu Beginn schon so aussah, dass es nichts wird und diese sog. Chance auf volle Kosten (emotional wie rational) auf das Konto der FS gehen wird! Deine Toleranz, Offenheit, und Vernunft wurde ganz einfach von ihm missbraucht und du hast es einfach zu spät bemerkt! Lerne daraus, um nicht dieselben Fehler zu wiederholen!
     
  19. Menschen mit nicht verarbeiteten Problemen ziehen auch immer wieder Menschen mit Problemen an.

    Die FS war, auch nach langer Singlezeit, immer noch nicht mit sich im Reinen, sie hätte noch Zeit dafür gebraucht.

    Diese hat sie sich nicht gegeben und vor lauter Sehnsucht endlich mal wieder jemanden zu haben sich "vorschnell" in eine Sackgasse begeben.

    Nur Menschen mit verarbeitetem Seelenleben und Optimismus sollten sich wieder binden bzw. wieder auf Suche gehen, diese bekommen dann das was sie ausstrahlen, jemand der ebenfalls innerlich clean ist.
     
  20. Grundsätzlich finde ich gut, dass du einen Menschen nicht gleich aussortierst, nur weil er mal eine psychische Krise hatte. Oftmals sind sensibele Menschen betroffen, die nicht alles mitmachen, was die Leistungs-, Konsum- oder Spaßgesellschaft gern hätte. Solche Menschen verfügen auch im Positiven über besondere Gaben. Ein Suizidversuch ist aber schon recht heftig, da hätte ich genauer nachgefragt. Wie sich nun zeigt, hat er noch immer erhebliche Probleme, die eine tragfähige Beziehung unmöglich machen. Das hättest du mit Sicherheit eher erkennen können, viel eher.

    Ich glaube, du hast selbst einige Baustellen, die du dir nicht eingestehen willst. Es ist zu einseitig, seiner Mutter, dem tablettenverschreibenden Arzt oder sonstwem die Schuld am Scheitern eurer Beziehung zu geben. Es liegt aber vor allem an ihm, dir bzw.euch beiden. Schönfärben nützt nichts, du musst dich der Realität stellen und bei deinem Leben anfangen.
     
  21. Liebe Zita,
    Für mich ist das Warnsignal, dass er es dir gleich beim ersten Date erzählt hat. Das liesse darauf schliessen, dass das Thema "psychische Krankheit" noch sehr präsent ist in seinem Leben. Das hätte bei mir zu einem Rückzieher geführt. Ja, er war offen und das ist schön in einer Therapie. Aber nicht beim ersten Date.
    Früher hätt' ich mich vielleicht dazu hinreissen lassen, einem gestrauchelten Mann wieder auf die Beine helfen zu wollen. Heute würde ich ihn gern kennenlernen, wenn er auf beiden Beinen steht.
    Was nicht heissen will, dass ich meinem Partner in schwierigen Zeiten nicht beistehen würde. Es geht mir einfach darum, was man von einer neuen (!) Bekanntschaft erwarten kann. Und dieses Verständnisvolle und Unterstützende bekommt ein Mann von mir erst, wenn gegenseitige Liebe da ist und ich weiss, er hält auch zu mir.
     
  22. Liebe FS,

    ich finde es grundsätzlich einen sehr schönen Charakterzug von dir, dass dich diese Vorgeschichte von ihm nicht abgeschreckt hat. Ich denke für mich, dass ein Menschenleben ja lang ist, und wenn der Mensch vor -zig Jahren mal in psychischer Behandlung war, kommt es ja auch irgendwie darauf an, wie "krank" er heute so ist. Also ich denke, pauschalisieren kann man nicht in diesem Fall, auch wenn es natürlich einfacher ist, Menschen mit einer solchen Vergangenheit per se auszuschließen, um sich vor dem, was dir jetzt letztendlich passiert ist, kategorisch zu schützen. Das ist ein Weg, meiner währe das nicht, und deiner scheinbar auch nicht. Aber:
    Das Thema mit der Mutter steht auf einem anderen Blatt. Du kennst den Mann erst sehr kurz, weißt nicht, was die Familie in der Vergangenheit mit dem Menschen mitgemacht hat und kannst vielleicht deshalb nicht ganz nachvollziehen, warum sie so mit ihrem Sohn umgeht. Letztendlich hast du ja nur einen Miniausschnitt aus seinem Leben kennengelernt.
    An deiner Stelle würde ich es jetzt gut sein lassen, denn an solchen Menschen kann man sich wirklich abarbeiten und fühlt sich dann selbst total leer und ausgenutzt. Das ist schade, denn letztendlich braucht er deine Hilfe nicht wirklich. Er hat seine Mutter und für den Rest die Ärzte. Lass ihn los. Es hat keinen Sinn und du willst ja auch nicht zu seiner Ersatzmutter mutieren.
     
  23. Ich finde das so überhaupt nicht! Es ist ein Mangel an Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, deshalb finden bestimmte Menschen Zugang zu solchen Menschen, um kostbare und einzigartige Lebensenergie abziehen zu können, wer möchte das schon bewusst zulassen?! Menschen mit entsprechenden Erfahrungen und mit höherem Bewusstsein lassen das zum Selbstschutz nicht mehr zu und das ist gut so! Ich möchte keinen Therapeuten sein wollen/müssen!
     
  24. Grundsätzlich stimme ich dir zu. Es finden immer Menschen mit gleichem Selbstwert oder Komplexen zueinander. Ein Ausnutzer sucht sich nur einen, den er ausnutzen kann, von einem selbstbewussten Menschen kann er nichts bekommen, weil er es gar nicht zulässt. Genauso wie ein Unreifer nur einen unreifen Partner findet. Menschen ohne Selbstbewusstsein finden andere Menschen ohne Selbstbewusstein anziehender, weil sie sich überlegender fühlen.
    Und Menschen mit Helferkomplexen suchen sich gezielt solche Menschen, denen sie helfen müssen.

    Ich finde es hier erstmal unglücklich, dass dieser Mann dir gleich von seinen Problemen erzählt hat. Aber das tun viele und es gehört zu ihm. Du hättest es später herausgefunden und dich dann getrennt. Manche Menschen lieben da lieber die frontale Konfrontation und zu ihm passt eben nur eine Frau, die damit kein Problem und Leben lockerer nimmt als du.

    Ehrlich gesagt passt du von deiner behüteten Art nicht zu so einem "wilden" Mann, der so viel durch hat. Damit kannst du gar nicht umgehen und es macht dich fertig. Hakt es ab und lass den Mann in Ruhe. Steck dein Helfersyndrom in die Schublade, du bist weder Mama, noch Therapeutfür eine andere Person, noch hast du das Recht zu Meckern, und das sollte man auch niemals machen, denn damit sieht man den Gegenüber nicht mehr als vollwertigen Partner.

    Ich mag mir daraus aber nicht herausnehmen, ob der Mensch es wert ist, geliebt zu werden. Wer bin ich denn, dieses Recht zu haben, darüber urteilen zu dürfen? Eventuell hat er ja einen besseren Charakter. Nur für dich ist es eben nicht das Richtige. Ich sehe hier eher, dass du an ihm klebst, wie es häufig üblich ist von Menschen, die "helfen" wollen.
     

Jetzt Partnersuche starten

Ich bin
Ich suche

Es gelten die AGB und Datenschutzbestimmungen. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft erhalten Sie regelmäßig Angebote zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft und weiteren Produkten der PE Digital GmbH per Email (Widerspruch jederzeit möglich)