• 14.06.2017
    • silencea

    Wie definiert ihr Verbindlichkeit in einer Beziehung?

    Inspiriert durch einen Parallelthread und durch das Thema Treue (das mir persönlich sehr wichtig ist), stelle ich euch nun diese Frage.

    Es gibt Männer (auch Frauen), die gerne unverbindlich leben und gerne Spaß haben: Treffen, Kino, Reisen, Wandern, Kuscheln, Sex, Gespräche… alles ist möglich, jedoch als Affäre. Exklusivität (Treue) wird ausgeschlossen.

    Wenn sich nun so ein Mann zu einer Frau bekennt und eine Beziehung eingeht, wovon unterscheidet sich nun die Beziehung zu den vorherigen Affären, außer dem Bekenntnis? Woran macht Mann dann die Beziehung fest, wenn er auch schon vorher ein paar mal mit der Frau geschlafen hat, um die sexuelle Kompatibilität zu prüfen?
    Ist es also ratsam das Thema Verbindlichkeit erst mal nicht anzusprechen, um den Mann so für eine Beziehung zu begeistern? Aber wenn er schon alles (auch Sex) von der Frau bekommen hat, warum sollte er dann noch verbindlich sein wollen, war er bei den Affären doch ja auch nicht?

    Im Moment stehe ich da total auf dem Schlauch und hoffe ihr könnt etwas Licht ins Dunkel bringen.
     
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    • # 1
    • 14.06.2017
    • BlackBetty
    Ich bin von vielen Beiträgen der letzten Tage ähnlich verwirrt wie du.

    Beziehungsarbeit ist anscheinend ein rotes Tuch für viele - genauso oft wird aber mangelnde Kommunikation in einer Beziehung bemängelt: er/sie will nicht darüber reden, aber wenn man reden will, ist es nörgelnde Beziehungsarbeit.

    Verbindlichkeit? Nimmt angeblich den Spaß. Ab dem Moment, in dem man sich zueinander bekennt, wird man also automatisch zum langweiligen Paar, das sich nichts mehr zu sagen hat, unternimmt nichts mehr zusammen, hat keinen Sex mehr, findet sich doof: und das hängt an der Titulierung! Wenn man es nicht sagt, dann passiert es nämlich nicht!
    Man darf sagen, dass man einen Mann sucht, mit dem man alt werden will - aber dass man eine Beziehung sucht, darf man auf keinen Fall sagen. und und und.
    Solche Beispiele gibt es haufenweise (und das von den selben Foristen) - fürm ich ist das Wortklauberei, mit der man einfach so lange rumargumentiert, bis die anderen aufgeben, weil man die eigene Position so oft verschwurbelt hat, dass sie kaum mehr irgendeinen Bereich nicht abdeckt.
     
    • # 2
    • 14.06.2017
    • Tomyi
    Ich verstehe unter "Verbindlichkeit" die Eigenschaften, dass Absprachen, Absichtserklärungen, Vereinbarungen usw. zuverlässig eingehalten werden. Ein Mensch verhält sich verbindlich, wenn ich mich darauf verlassen kann, dass der Mensch auch zuverlässig tut, was er vorher angekündigt hat.

    Es gibt Männer, die vorher schon erklären, dass sie auf viele Frauen stehen, sich mit anderen Frauen treffen usw. Frauen überhören das nur gerne und meinen "den ändere ich schon noch, wenn ich erst mit ihm zusammen bin".

    Bei Deinem Mann kannst Du darauf schauen, ob er umsetzt, was er Dir vorher erklärt, oder nur schwätzt. Du kannst schauen, ob er sich verbindlich entscheidet, oder sich alle Optionen offen halten will.
    Also tönt er nur groß davon, welche Unternehmungen er mit Dir macht und was er alles für Dich in Bewegung setzt, oder realisiert er seine Ankündigung?
    Legt er sich bei Treffen und anderen Vereinbarungen mit Dir fest, oder lässt er lieber die zeitliche Komponente offen und verschiebt Termine, will flexibel bleiben?

    Ein Mensch ist grundsätzlich eher verbindlich oder locker. Das gilt oft nicht nur für einen Teilbereich wie Sexualität, Familie, Beziehung, sondern Verbindlichkeit ist eine Lebenseinstellung.

    Das mit dem Sex und hat er schon, warum soll er noch... würde ich an Deiner Stelle nochmal hinterfragen. Ich gehe davon aus, dass Du eine erwachsene Frau bist.
    Der Sex ist kein Zuckerl für den Mann, das Du ihm gibst, sondern der Sex ist dafür da, damit Du als Frau Spass hast mit dem Mann, den Du begehrst. Also ein ganz anderes Thema.
     
    • # 3
    • 14.06.2017
    • Moona
    Also wenn ich Dich richtig verstehe liebe Silencea, dann glaubst Du, mit einem Mann eine Beziehung eingegangen zu sein, der früher unverbindlich gelebt hat in der Hoffnung, dass er nun verbindlich, sprich treu ist. Ansprechen willst Du es nicht, weil Du Angst vor der Antwort sprich Reaktion hast oder vielleicht auch nur vor der Wahrheit.

    Du hast gehofft, ihn mit Sex zu domestizieren bzw. hast nun Angst, dass Du hiermit Dein Pulver schon verschossen hast und er überhaupt keine Veranlassung mehr sieht, verbindlich zu sein. Da hast Du nichts falsch gemacht, denn so einen wird man weder mit Sex noch ohne Sex domestizieren. Im letzeren Fall zieht er weiter. Gar kein Problem für ihn. Wenn er Sex bekommt, dann nimmt er ihn natürlich auch noch mit. Warum auch nicht, wenn er das so leicht bekommen kann.

    Ich kann Dir genau sagen, was Dein Problem ist: Du wünscht Dir eine verbindliche exklusive Beziehung und hast Dir hierfür ganz genau den völlig unpassenden Mann ausgesucht. Vermutlich findest Du die wirklich Anständigen langweilig, aber dieser fordert Dich heraus.

    Ich sehe keine Gründe, warum er sein Schema ändern sollte. Läuft doch prima. Sogar mit Dir. Er bekommt alles und muß noch nichtmal auf Fragen in Richtung Verbindlichkeit antworten. Alles völlig unkompliziert für ihn.
     
    • # 4
    • 14.06.2017
    • void
    Das finde ich nicht richtig. Es klingt zum einen so, als gäbe es nur Männer, die durch Verbindlichkeit verschreckt werden. Das ist ja nicht so. Es wünschen sich auch Männer eine Beziehung und Verbindlichkeit und kämen nicht auf die Idee, noch über Treue reden zu müssen, weil das für sie auch klar ist. Aber es gibt auch die anderen und zu Zeiten von Single-Börsen, wo sich sogar auch verheiratete Männer tummeln und so tun, als wollten sie eine Beziehung, ist es schwierig, unterscheiden zu lernen, welcher Mann eine Beziehung will, die so definiert ist, wie die Frau das will. Es werden ja gern Listen gemacht mit Verhaltensweisen, an denen man das anerkennen können soll, und ich denke auch, man "müsste" es am Mann irgendwie merken, aber natürlich wird das nicht stimmen. Es gibt auch perfekte Täuscher.

    Also ich bin dafür, das Thema nicht auszuklammern, allerdings wüsste ich jetzt nicht, wie ich sagen sollte "ich such schon was Festes", um dann irgendwelche Punkte abzugrasen wie sexuelle Treue, alle Exen wirklich hinter sich gebracht usw. Also man findet meiner Ansicht nach sowieso nichts raus durch Fragerei. Man muss sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Ich frage mich auch, wie ich äußern würde, dass ich nur ne schön-Wetter-Affäre haben will, niemals zusammenziehen will usw..

    Ein Mann, der geht, wenn es mit der Beziehung zur Festigungsphase kommt oder ein Problem auftritt, der wird auch, wenn er selber denkt, es wäre jetzt anders mit "dieser" Frau, gehen, wenn es zur Festigungsphase kommt. (Das ist nicht auf Tom gemünzt, ich meine das allgemein.) Er macht sich vor, dass es diesmal anders ist, aber wenn er es immer den "falschen Frauen" anlastet, dass irgendwelche Probleme in seinen Beziehungen auftreten, wird er auch mit der, mit der es anfangs anders aussah, nicht zusammenbleiben. Dass man in Beziehungen Probleme lösen kann, hat er ja auch nie gelernt.
    Wenn man freiwillig sagt, dass man nicht viel Energie in eine Beziehung stecken will, was ich legitim finde, dann sind es meiner Ansicht nach einfach Affären. Die kann man von mir aus auch "Beziehung" nennen, allerdings versteh ich darunter, dass man auch in schlechten Tagen zueinander hält, also Probleme auftreten, die beide zu lösen haben. "In guten wie in schlechten Tagen" meint für mich nicht, dass einer krank ist und sonstwas Dramatisches passiert, sondern das Alltägliche, was die Beziehung nicht schön macht, zu bearbeiten, statt zu sagen "geht mich nichts an, ist mir zu viel".
     
    • # 5
    • 14.06.2017
    • Vikky
    Nein, es ist nicht ratsam den Mann durch aufgesetztes, gefälliges Verhalten zu versuchen für eine Beziehung zu begeistern - das funktioniert nicht. Entweder ist der Mann verbindlich und will eine Beziehung mit Dir weil Du bist, wie Du bist oder er will es nicht. Dann kannst Du ihn dafür auch nicht begeistern, egal was Du machst.

    In diesem Zusammenhang gilt: hab' Sex mit einem Mann, wenn DU mit IHM Sex haben willst. Verschwende keinen Gedanken daran, dass der Sex irgendeinen Einfluss auf die Verbindlichkeit/den Beziehungswillen des Mannes hat.

    Richtig erkannt, er will und wird nicht verbindlich sein, weil das nicht zu seiner Persönlichkeitsstruktur gehört.
    btw: warum hat der Mann Sex von der Frau bekommen? Wofür? Erkennst Du das Problem?

    Sex als Tauschobjekt für Beziehungen gibt es nur noch in archaiischen Gesellschaften und dann in der Form: erst Beziehung (Ehe), dann Sex oder als Ehe als Rechtsfolge für Sex.
    Du lebst aber in keiner archaiischen Gesellschaft, ergo bekommst Du auch keine Beziehung, wenn Du "Sex gibst".
    Daraus resultiert: lass' Dich nicht probefahren von einem unverbindlichen Mann in Hoffnung auf eine Beziehung sondern nutze Deine sozialen Kompetenzen um unverbindlichen Mann von verbindlichem Mann unterscheiden zu können. Das geht ohne Sex.

    Alle meine Beziehungen waren verbindlich ohne dass Verbindlichkeit jemals thematisiert wurden. Selbst als ich von meinem Exmann betrogen würde, war er verbindlich und wollte mit mir verheiratet bleiben - ich aber nicht mit ihm.
     
    • # 6
    • 14.06.2017
    • Lionne69
    Liebe Silencia,

    Positioniere Du Dich, wo Du stehst, was Du Dir vorstellst. Klar, eindeutig.
    Auch das gehört zu Verbindlichkeit - Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Eindeutigkeit.

    Das andere wären doch Spielchen, wenn Du ihm erst etwas anderes vorspielst als Du möchtest - es geht nie langfristig gut aus, und die Verletzungen bei Dir noch größer.
    Er ist wie er ist, rede, kläre es, wie er es bei Dir, mit Dir sieht. Und höre auf Dein Bauchgefühl, wie glaubwürdig seine Aussagen sind.
    Ich glaube nicht daran, dass ein Mensch, der eher auf lockere, unverbindliche Beziehungen steht, auf einmal verbindlich wird. Weil man selbst DER / DIEjenige ist?
    Das Forum ist voll von Menschen, die dachten, bei mir ist es anders.

    Gerade die Einstellung zu Treue, Sexualität wird hier immer sehr individuell und oft sehr kontrovers diskutiert, ich denke, gerade bei diesen Themen ist Konsens unabdingbar.

    Sex - bitte nicht instrumentalisieren, entweder willst Du, dann genieße es ohne wenn und aber, oder lass es. Aber nie als Mittel, um was auch immer zu erreichen.
    Geht meist nach hinten los, für die Frauen. Mann lässt sich damit nicht "einfangen", dafür entstehen bei der Frau Gefühle, am Ende steht auch hier Enttäuschung und Verletzung.

    Bleib selbst geradlinig, und stehe zu Dir - auch das gehört zu Verbindlichkeit.
     
    • # 7
    • 14.06.2017
    • silencea
    Liebe @Moona, wo hast du das denn gelesen? Wie ich oben geschrieben habe, wurde die Frage durch einen anderen Thread und andere Menschen inspiriert. Ich selber habe zur Zeit keine Beziehung und auch keinen Mann im Auge- soviel zum Thema Interpretation. Trotzdem begehre ich Erleuchtung.

    Ich gebe zu, die Formulierung war unglücklich gewählt. Ich hätte schreiben sollen: "Wenn der Mann alle Vorteile einer Beziehung genießt (Spaß, Nähe, Zärtlichkeit) warum sollte er dann verbindlich werden, wenn er in der Zwischenzeit auch andere Frauen daten kann." Ich hoffe ihr wisst, was ich meine...

    Wenn aber Männer erst die sexuelle Harmonie testen müssen/ wollen und es für sie zum kennen lernen dazu gehört, bevor sie vielleicht verbindlich werden, so müssen sich Frauen doch
    lassen. (Vorausgesetzt natürlich, die Frau ist in den Mann auch verliebt) Wenn Frau vor dem Sex das Thema Verbindlichkeit oder Treue anspricht, sind doch gefühlte 80% gleich weg, die sehr wohl eine Beziehung leben können, weil sie sich eingeengt fühlen.
    Bei 2 Foristen ist es doch auch so gewesen, dass das Thema vor der Beziehung nicht angesprochen wurde, dennoch befinden sie sich in einer Beziehung.
    Deswegen blicke ich da immer noch nicht ganz durch.
     
    • # 8
    • 14.06.2017
    • schneesternli
    @Vikky: Ich weiss nicht, was du unter Verbindlichkeit verstehst, aber wenn ich mich richtig an deine Geschichte erinnere, hat dein Mann dich jahrelang hinter deinem Rücken betrogen, das würde ich nun nicht gerade als verbindliche Beziehung bezeichnen. Machen wir uns nichts vor: Verbindliche von unverbindlichen Partnern zu unterscheiden, ist auch mit etwas Menschenkenntnis nicht trivial. Ich glaube auch nicht an die hier weitverbreitete These, dass es eine scharfe Trennlinie gibt. Es gibt sicher die Extreme, also zB Männer wie @Tom26, für die Verbindlichkeit so etwas wie die Höchststrafe ist, und auch dein Kandidat, @silancea, scheint in diese Richtung zu tendieren. Diese geben sich aber oft zu erkennen und somit sollte sich dann niemand hinterher beklagen oder sie bekehren wollen. Sehr oder ziemlich verbindliche Männer gibt es durchaus, es sind einfach nicht diese Typen, die dich an der Bar ansprechen oder online gleich mit Konplimenten überhäufen. Sie sind etwas wählerischer und gehen alles etwas langsamer an, da sie ja etwas Langfristiges suchen. Ausserdem sind Partner, die verbindliche Beziehungen suchen, einfach nicht so oft auf dem "Markt", auch das nur logisch. Daher empfehle ich Geduld und genaueres Hinsehen. Ein Kleid umzutauschen ist wesentlich einfacher als es abzuändern, wenn es nicht passt!
     
    • # 9
    • 14.06.2017
    • Tom26
    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
    So kann man deine Frage auf einen einfachen Nenner bringen.
    Du bringst einiges durcheinander - nicht alle Menschen wollen leben wie du.
    Dazu schiebst du gerne "den Männern" die Schuld zu, wenn DU selber Fehler machst.
    Wenn man ein Haus baut, dann fängt man unten an. Man prüft den Untergrund, und plant dann Fundament und Keller. Darauf errichtet man dann das Haus. Die Schnörkelchen und Türmchen - die kommen viel später dran.
    Mir kommt es so vor, als ob du zuerst eine Fassade aus Regeln, Vorschriften, Wünschen und Träumen errichtest - um dann am Fundament - sprich dem Kennenlernen zu sparen. Dazu kommt, dass du dann ein Haus hast, das den Nachbarn gefällt - aber keiner fühlt sich drin wohl. Weil alles erstarrt ist. Alles toll aussieht - sich aber nichts angenehm anfühlt. Und stabil ist auch nix.
    Warum willst du nicht Männer kennen lernen, die vielleicht zu dir passen? Willst du in München bauen, schaust du doch auch keinen Bauplatz in Hamburg an, aber dafür mehrere in München.
    Du brauchst dich doch nicht theoretisch mit Männern beschäftigen, die du sowieso nicht haben willst und die dich auch nicht haben wollen. Wenn du dir einen Mann suchst, der mit dir zusammen ein Haus baut und mit Leben füllt - dann hast du genug zu tun. Dein Mann muss zu dir passen - und du zu ihm. Und wenn er dir dann wichtiger ist als deine Regeln und Schubladen - DANN ist die Chance gross, dass du den richtigen Typ für dich hast.
    Und wenn er das dann auch so sieht - dann kommt die "Verbindlichkeit" von selber.
     
    • # 10
    • 14.06.2017
    • Vikky
    Nein, das müssen sie nicht wenn sie das nicht wollen. Männer müssen keine sexuelle Harmonie testen - sie wollen das. Erkene den Unterschied.
    Die Frau kann den Mann auch testen, wenn sie will.
    Das testen sexueller Harmonie steht in keinem Zusammenhang mit Verbindlichkeit. Verbindlich ist man oder ist es nicht.

    Man kann im Kennenlernprozess durchaus verbindlich sein, d.h. ab einer gewissen Annäherungsstufe nicht mehr parallel daten, sich einlassen und trotzdem kann die Beziehung dann an fehlender sexueller Harmonie scheitern.
    Ein unverbindlicher Mann wird nicht verbindlich, wenn es sexuell harmonisch ist. Er ist mit dem Sex zufrieden und bleibt trotzdem unverbindlich.

    Wenn Du als Frau einen verbindlichen Mann willst, dann solltest Du nur Sex mit einem verbindlichen Mann haben, nicht mit einem unverbindlichen.

    Na und, dann lass' doch die 80% Unverbindlichen und Untreuen bei dem Thema doch wegrennen - das macht das Feld übersichtlicher. Wo ist das Problem? Du willst ja keines dieser Exemplare.

    Dann lies' nochmal genau durch, was ich geschrieben habe: seine Untreue war mein Scheidungsgrund. Er hat mich nicht jahrelang dauerbetrogen, sondern immer wieder. Es gab auch jahrelange Pausen zwischen seinen Affären.
    Er hat sich normalerweise sehr verbindlich verhalten, viel gemeinsames Eheleben, viele gemeinsame Unternehmungen, stressfreier Alltag, Beteiligung an der Hausarbeit....
    Darüber hinaus hatte seine Untreue ein besonderes Erscheinungsbild, z.B. er wollte mich damit bestrafen/ downsizen - typischer Downdatingeffekt. Das ist was anderes als Unverbindlichkeit, sich nicht festlegen wollen. Ein unverbindlicher Mann heiratet nicht.

    Es ist trivial, wenn Frau sich die Welt nicht schönredet sondern die Realität zur Kenntnis nimmt, den Mann sieht, wie er ist, nicht wie Frau ihn sehen will.
    Das Weibliche wegen Beziehungsbegehren "falsch sehen" verhindert, dass Frau unterscheiden kann.
     
    • # 11
    • 14.06.2017
    • Jana_09/15
    Seit wann wollen nur Männer probefahren? Ich als Frau möchte das auch, kaufe doch nicht den Kater im Sack.
    Gehört das nicht zum Kennenlernen dazu, wie alles andere auch?

    Ich glaube, ich hab seit ich ein Teenie war nie ein Gespräch nach dem Motto "Sind wir nun ein festes Paar oder nicht" geführt. Eher genau hingesehen, wie er sich verhält und ob er selbst Verbindlichkeit anbietet oder Floskeln/Taten vorherrschen, die signalisieren, dass er es unverbindlich halten möchte.

    In zweiterem Fall sollte man der Realität ins Auge sehen und sich schnellstmöglich wieder entlieben, anstatt an dem Mann herumzurackeln. Das bringt doch nichts. Es schmerzt, aber ist für den Selbstschutz notwendig.

    Da gibt's meines Erachtens nur einen Grund: Weil er sich verliebt hat und eine monogame Beziehung mit der Frau eingehen möchte.
     
    • # 12
    • 15.06.2017
    • Cassel
    Du hattest dich neulich schon in einem anderen Thread zu Wort gemeldet. Mir kam und kommt es auch jetzt so vor, als würdest du dieses "Probefahren im Bett" (hört sich das nicht entsetzlich demütigend an?) als normal und legitim empfinden. Aber ich bleibe dabei: Ein Mann, der erst "probefahren" will, ist weit davon entfernt, wirklich verliebt zu sein. Wenn eine Frau alles mitmacht, alles tut, um ihn zufriedenzustellen und bloß nicht zu bedrängen, und letztendlich kommt es dann trotz dieser Bemühungen und des Sichverbiegens nicht zu der gewünschten Beziehung - dann kommen diese Gedanken: Was hätte ich noch anders machen müssen, damit er bleibt ...

    Damit sollten Frauen aufhören. Ein Kennenlernen sollte sich gut und leicht anfühlen. Nicht problematisch, nicht voller Zweifel "was darf ich sagen/machen, was nicht".
     
    • # 13
    • 15.06.2017
    • Lionne69
    Es ist ja ein Randthema, dass hier wieder emotional hoch kocht.

    Aber es ist Fakt, dass Menschen nicht zwangsläufig sexuell harmonieren, aus vielerlei Gründen.
    Über Grundhaltungen kann man sich austauschen, die Stunde der Wahrheit schlägt beim ersten Mal Intimität.
    Und es kommt vor, dass man / frau hinterher sagt, das war es, das wird nicht passend.
    Ist mir persönlich auch passiert, und die Beziehung war auf den Weg zum Verbindlicher werden. Aber mir ist Sexualität zu wichtig.

    Nicht Probefahrt, was für ein widerliches Wort, aber gelebte Sexualität gehört zum Kennenlernen dazu.
    Manches kann man beim besten Willen nicht passend machen.
     
    • # 14
    • 15.06.2017
    • Lebens_Lust
    Du definierst "Verbindlichkeit" hier ausschließlich als "Treue". Für mich hat das eher etwas mit Verlässlichkeit zu tun. Wenn ich meine Zeit weitgehend mit einer Frau zubringe und sie sich darauf verlassen kann, dass ich das dauerhaft tue, dann ist das für mich auch Verbindlichkeit. Eine Beziehung hat für mich etwas damit zu tun, dass zwei Menschen beschließen, ihr Leben (=Zeit) grundsätzlich gemeinsam zu verbringen. In einer Affäre verabrede ich mich, in einer Beziehung gebe ich Bescheid, wenn ich anderweitig unterwegs bin. In einer Affäre verbringe ich nur einen exklusiven Teil meiner (Frei-)Zeit miteinander.
    Ein "Bekenntnis" brauche ich dazu nicht (mehr). Wenn ich beschließe, die Zeit nicht mehr verbringen zu wollen, trenne ich mich. Verbindlichkeit hat auch etwas damit zu tun, wie sehr mir die Frau auf den Geist gehen muss, damit ich mich trenne. Ich habe Trennungen hinter mir, ich glaube nicht mehr an ein "zwangsläufiges" lebenslang, nur weil ich mal Sex hatte oder zwei Jahre zusammen gewohnt habe. Ich wünsche mir das, ich strebe das an, aber ich weiß, es kann schief gehen.

    Das Thema Sex hat für manche Frauen dominierende Bedeutung. Sie instrumentalisieren Sex dann meist, um irgendwas zu erreichen, zum Beispiel Verbindlichkeit oder eine Beziehung.
    Was habe ich denn "noch" "bekommen"? So wie ich in einer Beziehung abends gemeinsam vor dem Fernseher sitze, wenn beide "zu Hause" sind und nichts vorhabe, so habe ich eben auch gemeinsam Sex. Wenn ich eine Beziehung habe, dann habe ich exklusiv in der Beziehung Sex. Wenn ich keine Beziehung habe, kann ich trotzdem mit einer Affäre exklusiv Sex haben. Sex hat mit Verbindlichkeit oder Beziehung für mich nicht zwangsläufig etwas zu tun. Ich kann gemeinsam ins Kino gehen, ich kann gemeinsam übernachten, ich kann gemeinsam Sex haben.
    Ich habe auch noch nie "abgesprochen", eine Beziehung zu haben oder verbindlich zu sein. Für mich hat sich das entwickelt, für mich ist das eine Verhaltensweise.
     
    • # 15
    • 15.06.2017
    • Lebens_Lust
    "Probefahren im Bett" würde ich nie so nennen. "Demütigend" wird es dadurch, wie Du das für Dich so siehst und erlebst. Mich mit einer Frau unterhalten und feststellen, ob die Kommunikation funktioniert oder nicht ist auch nicht "demütigend". Feststellen, ob wir gemeinsame Werte und Lebensvorstellungen haben, ist völlig normal. Ist es "demütigend", nach zwei Wochen festzustellen, dass ich mich trenne, weil die Frau völlig andere Vorstellungen hat als ich? Und ja, ich finde auch Sex völlig "normal". Und ich finde völlig normal, dass ich mit einer Frau auch Sex habe. Egal, ob es eine Urlaubsbekanntschaft ist, mit der ich drei mal Sex habe oder eine Partnerin.

    Ich habe Frauen kennengelernt, die waren in der Tat weit entfernt davon, verliebt in mich zu sein, aber sei wollten trotzdem Sex mit mir haben. Einfach, weil sie Lust darauf hatten. Das mag aus Deiner Sicht völlig undenkbar sein, Deine Sichtweise ist für sie undenkbar. Sie wollen nämlich Sex, weil sie Lust darauf haben, nicht weil sie meinen, irgendeine Erwartung erfüllen zu müssen. Wer sich "probegefahren" fühlt, der sollte das mit dem Sex besser lassen. Wer sich zu Sex verpflichtet fühlt, auch. Es gibt Männer und Frauen, die haben Spaß an Sex. Manche bezeichnen Sex als etwas "Besonderes" und meinen damit, dass Sex eine Belohnung für gefälliges Verhalten, ein Instrument zur Sicherung von Verbindlichkeit oder irgendwas anderes ist. Nur eben nicht eine Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse.

    Ich bin froh, wenn diese Frauen in der Kennenlernphase erstmal keinen Sex haben wollen. Das ist der Typ Frau, der in der Kennenlernphase Sex als Lockmittel betrachtet (mich letztlich täuschen möchte) und ihn später einstellt, wenn das erste Kind da ist, weil dann ja kein Grund mehr für Sex besteht. Dieser Typ Frau hat keinen Sex, weil sie es möchte, sondern, weil sie Erwartungen anderer erfüllt. Sowas ist für mich charakterlich völlig daneben, fast schon eine Persönlichkeitsstörung.

    Ich habe noch nie in einer Kennenlernphase darauf gedrängt, Sex zu haben. Ich habe immer auf die Frau reagiert. Und ich hatte auch noch nie eine Partnerin, die nicht von sich aus Sex wollte. Daher kann ich zu dem "anderen" Typ Frau eigentlich auch nichts sagen. Bei einer Frau, die nicht in der Kennenlernphase auch Sex möchte, weiß ich schlicht, sie ist für mich die falsche, ganz einfach. Wenn Du meinst, eine "Probefahrt" bereitstellen zu müssen, dann hast Du ein Problem, nicht der "probefahrende" Mann.

    Ob ich verbindlich bin oder nicht, hat für mich mit Sex nichts im Sinne eines Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs zu tun.
     
    • # 16
    • 15.06.2017
    • Pfauenauge
    Nein, die Verbindlichkeit kommt nicht von selbst, wenn eine/r per se keine möchte. Dies wird aber nicht immer so klar kommuniziert.
    Wer per es keine möchte, sagt es nicht unbedingt deutlich von Anfang an, sondern dass Gegenüber wird zum Teil getäuscht.
    Zu unterscheiden von: beide sind offen und lassen es sich entwickeln. Das funktioniert aber nur, wenn es beide wollen.
    Manch einer/e will gar kein Haus bauen und es mit Leben füllen, tut aber so, weil er/sie weiß, daß Gegenüber ist sonst weg.
     
    • # 17
    • 15.06.2017
    • silencea
    Jo, richtig… aber in der Hinsicht finde ich, das deine Affären ein stabileres Fundament hatten. Zu den Frauen hast du ja klar gesagt, das du nur Spaß willst. Selbst deine eine gute Freundin, mit der du noch nie geschlafen hast ist auf einem stabileren Fundament, denn da hast du die Fronten auch geklärt.
    Hier willst du zwar treu sein aber es hört sich eher an nach: Schauen wir mal…an.
    Aber in der Hinsicht stimme ich @Jana_09/15 zu. Im Grunde unterscheidet sich deine Freundin nicht von den Affären, außer das du dich in sie verliebt hast. Bestimmt hat sie es eine Weile so laufen lassen wie deine Affären und nach ein paar Monaten charmant gefragt, wie du zu ihr stehst und dann wart ihr zusammen.
    Warum nicht, wenn es mich interessiert? Für ein Haus spart man doch auch, bevor man anfängt zu bauen…

    Ehrlich gesagt, ich weiß noch nicht wie ich das finde. Es ist aber genau das was ich in meinem Umfeld so höre und hier lese. Ich versuche den Gedankengang dahinter zu erfassen und zu verstehen.

    Momentan verstehe ich es so: Frau lernt Mann kennen. Beide mögen sich. Frau verliebt sich und schläft mit dem Mann, in der Kennenlernphase. Der Sex nach dem z.B. 6 Date, zeigt dem Mann, das sie ihn sehr begehrt und ihn als Mann will. Alles läuft so weit gut. Nun muss Frau schauen wie verbindlich er sich verhält. Stellt er die Frau den Freunden/ Familie als Freundin vor oder als eine Freundin. Plant er eine gemeinsame Zukunft, Urlaub, spricht von einer gemeinsamen Wohnung, etc. pp. Ist es nicht so, ist er nicht verliebt und Frau ist nur die Affäre.
     
    • # 18
    • 15.06.2017
    • veritar
    Um mal einen männlichen Gedanken einzubringen: weil sie es mir wert ist.
    Sex gehört dazu, ist wesentlich, ja sogar manchmal beziehungsauflösend (wenn er fehlt oder unkompatibel ist) aber er ist nicht alles.

    Verbindlichkeit in der Beziehung ist eine bewußte Entscheidung (!) es genau so zu wollen.
    Verbindlichkeit muß dabei noch nichtmal von flammender Liebe hervorgerufen werden. Dazu reicht auch schon die, durch Lebenserfahrung getragene Kenntnis, daß flammende Liebe zwar alles überstrahlen kann aber eine glücklich erhaltende Beziehung jedoch nie in allen Beziehungsdisziplinen ein Gipfelstürmer ist. Brennende Leidenschaft verlischt häufig genauso schnell und was dann? Wieder von vorn oder doch lieber eine bewußte Entscheidung für eine Frau, die zwar in keiner Kategorie (schlechtes Wort) an die eigenen Wunschvorstellungen heranreicht aber in der "Gesamtpunktzahl" Angelina Jolie locker schlägt.

    So z.B. bei mir.

    Die Frau, mit der ich in Beziehung lebe, habe ich hier kennengelernt und KEINE riesige Verliebtheit etc. verspürt.
    Dafür aber soviele Kompatibiltäten (also Ergänzungen) und Gemeinsamkeiten gefunden, daß ich nach einem halben Jahr mich bewußt dafür entschieden habe, daß es diese Frau sein soll, solange SIE es will.
    Natürlich habe ich diese Entscheidung erst getroffen, NACHDEM wir zügig und ausgiebig getestet haben, wie wir sexuell miteinander harmonieren, denn ich bin in dem Alter, in dem ich es mir nicht mehr leisten kann und will, soviel Zeit auf die Suche nach sexueller Kompatibilität durch Warten bis zum ersten Vollzug zu verwenden, wie in meinen 20ern. Schließlich habe ich bereits Kinder, eine Ex-Ehe und muß daher auf diesem Gebiet nichtmehr suchen/experimentieren.

    Durch diese Entscheidung übernehme ich einerseits bewußt die Verantwortung für meinen Teil der Beziehung und lasse mich andereseits nicht zum Spielball überbordender Hormone und daraus folgender Emotionen werden.
    Natürlich werden Frauen das selbst in meiner Altersklasse anders sehen und eben den Spielball mit all seinen Achterbahnen bevorzugen - aber meine Ansicht ist eben männliches Denken.

    Fazit: (Zumindest männliche) Verbindlichkeit beruht auf rationaler Basis. Das kann man beim Partner nicht gezielt hervorrufen oder beeinflussen (manipulieren).

    m47
     
    • # 19
    • 15.06.2017
    • pixi67
    Ich bin völlig bei @Lebens_Lust!
    Früher musste ich nur netterweise nie darüber reden.
    Wenn ich ehrlich bin, gab es das Thema Affäre aber in meinem jungen Leben auch gar nicht, ich dachte wirklich lange: Affäre wäre nur wenn mindestens einer fremdgeht. Und irgendwie war immer klar, bettgeschichte gesucht oder Beziehung.

    Verbindlich bin ich bei all den Kriterien die @Lebens_Lust beschreibt und in dem Moment wo mir der andere gut gefällt und ich es " versuchen " möchte. Die Entscheidung fällt mein Gefühl schnell und ist unabhängig vom Sex.
    Und sie hält, solange wie das Gefühl oder solange es passt.
    Das kann nur für Tage oder Wochen sein, weil Sex schlecht ist, Einstellungen nicht passen etc aber eben auch jahrelang.
    Genauso so verbindlich trenne ich mich ggf auch. Ich spreche es aus und zieh mich nicht wortlos zurück.
    Und wenn mich nur sex interessieren würde, würde ich es genauso sagen.
    Ich selbst mag wischiwaschi nicht und lass mein Gegenüber nicht unsicher rum raten oder interpretieren.
    Auch dann ist meine Aussage verbindlich: ich meine was ich sage.
     
    • # 20
    • 15.06.2017
    • yellow bee
    Ganz einfach: weil er die Dame nicht verlieren möchte.

    Wenn Dein Partner Dich nicht (an einen anderen Herren) verlieren möchte und er aber weiß, dass Du Dich trennen wirst, wenn er Dir nicht treu und unverbindlich zu Dir ist.

    Ich habe das Thema "Treue" schon immer ganz früh in meinen Beziehungs-Anbahnungsphasen angesprochen. Dass es mir ein wichtiger Wert ist. Eher allgemein, als zu sehr auf den einen Mann bezogen. Ich habe immer ganz früh klar gemacht, dass ich SOFORT weg bin, wenn ich das Gefühl habe, mein Mann würde auch nur ernsthaft "fremd-gucken". Ich habe es spielerisch, leicht und selbstbewusst thematisiert. Und fühle es auch genau so. Bisher bin ich immer sehr gut gefahren damit: hatte in meinem Leben vier Beziehungen (die erste 4, die zweite 2, die dritte 5 und die jetzige 17 Jahre). Bisher waren mir alle Männer treu. : - ) Klopf, klopf, klopf auf Holz!

    Silencia,

    was mich bei Dir stutzig macht: es hört sich so an, als könntest Du Sex FÜR DICH nicht viel abgewinnen. Als würdest Du es vor allem einsetzen, um einen Mann binden zu wollen. Der Schuss denke ich, geht für Dich nach hinten los. Männer trennen sich eher von einer Frau (oder gehen ihr fremd), wenn sie merken, dass sie nur wenig Spaß am Sex hat. Langweiliger Sex und ihn als Mittel zum Zweck "feste Beziehung" einzusetzen törnt total ab.
     
    • # 21
    • 15.06.2017
    • Amytan
    So geht es mir auch! Wozu brauche ich Begriffe wie "Verbindlichkeit", "Beziehung", "Treue", denn sie alle sind austauschbar, können unwichtig sein, weil sie gar nicht auftauchen oder plötzlich wichtig werden, weil sie überraschenderweise, trotz "Versprechen", dann doch eine Rolle spielen.

    Muss ich das alles vorher wissen, einplanen, verwerfen und mich danach richten? Nein!! Denn ich würde viel verpassen, ich würde die Leichtigkeit, ohne die für mich die Liebe nicht dauerhaft funktioniert, verlieren.

    Ich fände wohl jeden Mann langweilig (wobei ich selbst das dann ja auch wäre), wenn ich schon Jahre im Voraus wüsste, wie er sich an welcher Stelle unserer Zweisamkeit verhält. Ich wäre rundumdieuhr damit beschäftigt, mir zu überlegen, wann er gedenkt, "unverbindlich" zu werden, wobei ich Verbindlichkeit nicht mit Zuneigung oder gar Liebe verwechsle.
    Soll ich auf einen großartigen, unterhaltsamen, liebevollen und charmanten Partner verzichten, weil er - womöglich irgendwann - einer anderen genauso gut gefallen könnte, wie mir? Da genieße ich doch lieber die Zeit, die wir uns freiwillig schenken ... ganz ohne versiegelte Verbindlichkeit im Safe meiner Hausbank.
     
    • # 22
    • 15.06.2017
    • void
    Aus diesem Vergleich schließe ich, dass es Dir bei Wunschvorstellung nur ums Äußere geht, und Du eine Freundin hast, mit der Du gut harmonierst, aber die Dich nicht optisch anspricht.
    Klingt wie eine Vernunftbeziehung, weil man erkannt hat, dass man nicht allein sein will, warum auch immer. Meist sind's Versorgergedanken irgendwelcher Art.
    Ich denke aber, dass eine Beziehung, die nur "vom Kopf her" geschlossen wurde, auf tönernen Füßen steht. (Ich sag nicht, dass es Deine betrifft) Für eine gute Freundschaft mag es reichen, aber ich denke, man kann nicht ausschließen, dass man sich wirklich mal wieder verliebt. Ich glaube nicht, dass man sich dann gleich schützt, indem man die neue Person auf Abstand hält, damit sie einen nicht auch als Mensch mit "guter Gesamtpunktzahl" begeistert und die Vernunftbez. damit gefährdet. Und da man sich DANN nicht mal erinnern kann, wie verliebt man mal in den Vernunftpartner war, weil das ja nie so war, wird die Vernunftbeziehung eher zerbrechen, als dass man sie aufrecht erhält und sich ständig ausredet, dass die/der - um in Deinem Bild zu bleiben - Angelina-Joli-Typ besser zu einem passt UND auch noch die Leidenschaften auslöst, die man beim Vernunftpartner nie empfand. Vielleicht begegnet einem ein volle-Punktzahl-Joli-Typ nie, aber ich bin sicher, man wird auf Dauer was beim Vernunftpartner vermissen, WENN man selber ein leidenschaftlicher Mensch ist.
    Oder der Mensch mit der Vernunftbez. geht eine Affäre ein, entweder offen, wenn er ehrlich ist zu seinem Vernunftpartner, oder als Betrug. Das ist doch das, was mit vielen Ehefremdgehern passiert: Sie sind aus Vernunft und weil sie ihren Ehepartner schätzen und blabla nicht bereit, sich aus dieser Beziehung zu lösen. Aber sie haben Affären, weil sie die Leidenschaft und den Wunsch nach Romantik, Verlieben usw. doch nicht per Kopfentscheidung aus sich rausoperieren können.

    Es gibt doch aber nicht nur das als Alternative zu der Vernunftbeziehung.
    Es gibt ja Menschen, die sich total verliebt hatten und glücklich sind in ihrer Partnerschaft, weil beide sich entschieden haben, daran zu arbeiten, dass auch beide glücklich sind.
    Vielleicht gibt es Menschen, die das mit einem Leidenschafts-Partner nicht hinkriegen. Manche brauchen sexuell ja auch ein erfülltes Muster und könnten DESWEGEN nie mit so einem zusammen sein. Aber die müssen dann Sex mit anderen haben, damit sie es in ihrer Vernunftbez. weiter aushalten.
     
    • # 23
    • 15.06.2017
    • ChaosTheory
    Erst Sex zu haben und dann zu schauen, ob es ein Mann Ernst meint / verbindlich ist, ist so als würde man das Pferd von hinten aufzäumen.

    In meinen Augen ist das ein "Fehler" den nicht wenige Frauen begehen. Eher gilt es doch bereits vor dem Sex den potentiellen
    Partner auf den Prüfstand zu stellen, zu schauen, ob er authentisch ist in dem was er sagt und tut.
    Das lässt einen Rückschluss darauf zu, wie er grundsätzlich zu solchen Dingen steht und zeigt, welche Absichten verfolgt werden.

    Wenn ein Mann z.B. (selbst erlebt) sagt er sei verliebt und hinterherschiebt "Du bist so geil", dann klingeln die Alarmglocken bei mir. Denn jemand, der eine Beziehung im Sinn hätte, würde sich da in Zurückhaltung üben.
     
    • # 24
    • 15.06.2017
    • Tom26
    Danke @Amytan - und nochmals DANKE.
    Aus der Feder einer Frau genau meine /unsere Einstellung. Anders formuliert - ich hoffe, dadurch etwas verständlicher für die Damenwelt hier.
    Nach den Checklisten mancher Damen wäre ich total verbindlich und gleichzeitig der grösste Hallodri.
    Wir mussten heute Arbeit und Vergnügen miteinander verbinden - und ich habe einem wichtigen Geschäftspartner "die Frau an meiner Seite" vorgestellt. Allerdings ist für uns beide klar, dass wir jeder die eigene Wohnung behalten wollen. Und Urlaub ist geplant, allerdings unter dem Vorbehalt, dass mein Vater gesundheitlich wieder auf dem Damm ist.
    Und jede Freundin in meinem Leben hatte etwas ganz Besonderes - und das, was ich als Liebe eben geben kann.Nur weil es nicht ewig gehalten hat, waren weder die Frauen noch ich schlecht.
    Amytan hat nämlich recht - Risiko um jeden Preis zu vermeiden macht das Leben nicht glücklicher. Und man kann sogar mich positiv sehen - in dem Stil: Immerhin versucht der alte Sack noch immer, sein Glück zu finden. Auch wenn man Glück genauso wenig auf der Bank deponieren kann wie Liebe.
     
    • # 25
    • 16.06.2017
    • manchmal
    Moin,

    es ist doch letztlich so, dass es keine Garantie gibt. Der eigene Wunsch nach Verbindlichkeit löst allerhöchstens, im besten Fall, nur aus, dass es der Partner einem rechtzeitig sagt, bevor er einen Seitensprung begeht. Das aber zum Preis, dass man in der Beziehung als der "sichere", eventuell klammernde, und dadurch unterlegene, unattraktivere Teil wahrgenommen wird. Da ist es insgesamt wohl besser, sich die Haltung "es kommt, wie es kommen muss" anzutrainieren, weil das Leben genau so spielt.

    manchmal
     
    • # 26
    • 16.06.2017
    • silencea
    Hmmm, verstehe. Also leben manche hier einfach so in den Tag (die Beziehung) hinein…. ohne darauf zählen zu können das der Partner morgen noch da ist. Vielleicht ja (toll) / Vielleicht nein (Pech gehabt).
    Quasi eine Art Bungee Jumping ohne Netz und doppelten Boden und manchmal ohne Seil. Denn entweder hält einen der Partner (das Seil) oder eben nicht.
    Es wird quasi aus der Unverbindlichkeit mit der Zeit, wenn es passt, Verbindlichkeit. Wenn man allerdings Pech hat, kann man allerdings auch als Affäre, Freundschaft+, etc… enden.
    Um das dann unterscheiden zu können, muss man dann auf das Verhalten und die Worte achten.

    Das ist zwar nachvollziehbar, aber (aus meiner Sicht) wirklich ziemlich schwammig, offen, luftig, etc. Klar, Sicherheit wird man nie haben, aber ich brauche die dann doch irgendwo um mich geborgen zu fühlen. Wenn ein Partner so für den Moment leben würde (falls ich mich darauf einlassen würde), könnte ich mich nicht fallen lassen und auch vielleicht nur zu 30% verlieben, falls überhaupt.
     
    • # 27
    • 16.06.2017
    • void
    Ja klar, aber es hängt trotzdem von der Einstellung des Partners ab, ob und wie es kommt. "Verbindlichkeit" meint nicht "Garantien", auch wenn das manche Menschen gern so sehen. Aber es bleibt eine Einstellung zu Partner/Partnerin, ob man selber Energie reinstecken will und auch selber bereit ist, auf was zu verzichten (DAS scheint mir der Grund mancher Leute, sie können auf nichts, was ihnen gerade eine Bedürfnis ist, verzichten, weil? Was verpassen könnten und das mehr wert ist als die Vermeidung einer Verletzung des Partners?). Und ja, wenn man das nicht will - auch gut, jeder hat seine Egoismen und vielleicht hätte man bei Verzicht wirklich was verpasst und zu teuer bezahlt, weil sich die ganze Beziehung als am Ende doch nicht lebensfähig erweist. Es ist nur daneben, wenn man den Partner dafür austrickst und verar***t und so tut, als sei man anders als ein Kann-darauf-nicht-verzichten-Typ.
     
    • # 28
    • 16.06.2017
    • Tomyi
    Liebe Silencea,o

    dass Du quasi aus der Unverbindlichkeit am Anfang über die Zeit und dem während dessen passierenden Kennenlernen erst erkennen kannst, ob der Mann verbindlich ist, zu Dir steht, sich loyal verhält usw. ist ja eine Besonderheit des online-Datings und unserer modernen Mobilität.

    Wenn Du Dich in einen langjährigen Bekannten aus Deinem Freundeskreis o.ä. verliebst, hast Du schon am Anfang viel mehr Infos darüber, wie sich diese Person in der Vergangenheit verhalten hat und kannst daraus schließen, ob sich eben diese Person verbindlich verhält.
     
    • # 29
    • 16.06.2017
    • silencea
    Jetzt verstehe ich auch, warum (wie) manche Frauen unbeabsichtigt und ungewollt in einer Affäre landen.
    Diese Frauen lassen das Kennenlernen (z.B.3 Monate) erst mal so laufen und merken dann nicht so ganz, das sie vom Mann als Affäre eingestuft werden, weil er nicht verliebt ist. Vielleicht denken die Frauen aber auch (so verliebt wie sie sind) sie würden sich (z.B. nach 8 Monaten) noch in der Kennenlernphase befinden, in der Hoffnung das der Mann doch noch verbindlich wird und eine Beziehung will.